Wahrheit

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Der Begriff Wahrheit bezeichnet im allgemeinen eine Übereinstimmung mit der Wirklichkeit. „Wahrheit“ ist der deutsche Ausdruck für das altgriechische Aletheia (lat. veritas), das von den Griechen für das Aufdecken eines verborgenen oder versteckten Wissens verwendet wurde.

Während Religionen beanspruchen, Wahrheit zu formulieren, wird in der Philosophie auch die Frage aufgeworfen, ob dies überhaupt möglich ist. Als Gegenpol eines Wahrheitsanspruchs wird dabei oft der Agnostizismus oder gar der Skeptizismus genannt.

Die Wissenschaften verwenden als ein Kriterium für Wahrheit die Beobachterunabhängigkeit beziehungsweise − nach einem moderneren Konzept − die Widerspruchsfreiheit zum Beobachtbaren.

Das Gegenteil von wahren Aussagen über die Wirklichkeit oder einen Teil davon ist die Unwahrheit oder die Falschheit, je nach Zusammenhang. Die Unwahrheit kann absichtlich oder unabsichtlich ausgesagt werden. Die Lüge, als Unterbegriff der Unwahrheit, bezeichnet die absichtliche Falschaussage.

Begriffsbestimmungen

In der Aussagenlogik bezeichnet die Wahrheit einen Wahrheitswert, der nach formalen Regeln ermittelt werden kann. In der zweiwertigen Aussagenlogik gibt es die beiden Wahrheitswerte „Wahr“ und „Falsch“. Die Sprache, für die man den Wahrheitsbegriff definiert, und die damit Gegenstand der Untersuchung ist, nennt man nach Alfred Tarski Objektsprache, die Sprache, in der die Definition formuliert wird, dann Metasprache.

Der Ausdruck Wahrheit wird auch im Sinne von Wahrhaftigkeit verwendet, also als moralische Kategorie.

Im religiösen Sinne wird das Wahre als „kanonisch“ – dem Kanon entsprechend – bezeichnet (das Gegenteil ist apokryph).

Analytische und synthetische Wahrheit

Eine analytische Wahrheit enthält die Eigenschaft im Gegenstand. Beispiel: „Alle Junggesellen sind unverheiratet.“ Das Substantiv „Junggeselle“ bedeutet bereits „unverheiratet“.

Demgegenüber sind synthetische Wahrheiten solche, bei denen der Eigenschaftsbegriff nicht in der Gegenstandsbezeichnung enthalten ist, wie beispielsweise in dem Satz: „Alle Junggesellen sind glücklich.“

Als notwendige Wahrheiten bezeichnet man Aussagen, deren Verneinung zu einem logischen Widerspruch führen würde: „Alle Kreise sind rund.“ Wäre die Figur nicht rund, wäre sie kein Kreis.

Außerdem gibt es kontingente (zufällige) Wahrheiten, deren Verneinung nicht zu einem logischen Widerspruch führt. Beispiel: „Die Anzahl der Planeten in unserem Sonnensystem ist gleich acht.“

Seit Willard van Orman Quines Aufsatz „Zwei Dogmen des Empirismus|Two Dogmas Of Empiricism“ (in: Martinich(Hrsg.)Oxford 2001) ist es umstritten, ob die Trennung zwischen analytischer Wahrheit a priori und synthetischer Wahrheit a posteriori haltbar ist. Quine zeigt, dass der Begriff 'analytisch' sich nur durch Zirkelschlüsse definieren lässt.

Wahrheit in der Philosophie

Wahrheitstheorien

Wahrheitstheorien versuchen eine Definition von Wahrheit. Hierbei unterscheiden sich die vertretenen Positionen sowohl hinsichtlich der Frage, welchen „Gegenständen“ der Prädikator „wahr“ zugesprochen werden kann als auch hinsichtlich der Kriterien, wann von Wahrheit gesprochen werden kann.

Korrespondenztheorie der Wahrheit

Die Korrespondenztheorie der Wahrheit ist die älteste und verbreitetste Theorie der Wahrheit und stellt den Ausgangspunkt aller anderen Wahrheitstheorien dar. Sie hat sich im Rahmen der aristotelisch-scholastischen Denktradition herausgebildet. In ihr wird Wahrheit grundsätzlich als eine Relation zwischen zwei Bezugspunkten verstanden. Für die Relation werden Bezeichnungen wie Übereinstimmung, Entsprechung, Adäquation, Übereinkunft etc. gebraucht. Auch die Relata werden unterschiedlich bestimmt: anima - ens, Denken - Sein, Subjekt - Objekt, Bewusstsein - Welt, Erkenntnis - Wirklichkeit, Sprache - Welt etc.

Ontologisch-metaphysische Korrespondenztheorie

Die ontologisch-metaphysische Korrespondenztheorie geht auf Aristoteles zurück („Nicht darum nämlich, weil unsere Meinung, du seiest weiß, wahr ist, bist du weiß, sondern darum, weil du weiß bist, sagen wir die Wahrheit, indem wir dies behaupten“ [1]).

Ihre klassische Formulierung als „adequatio rei et intellectus (Übereinstimmung der Sache mit dem Verstand)“ findet sich bei Thomas von Aquin, der sie Isaac Israeli zuschreibt[2]:

Respondeo dicendum quod veritas consistit in adaequatione intellectus et rei [...]. Quando igitur res sunt mensura et regula intellectus, veritas consistit in hoc, quod intellectus adaequatur rei, ut in nobis accidit, ex eo enim quod res est vel non est, opinio nostra et oratio vera vel falsa est. Sed quando intellectus est regula vel mensura rerum, veritas consistit in hoc, quod res adaequantur intellectui, sicut dicitur artifex facere verum opus, quando concordat arti.[3]

Ich antworte, es sei zu sagen, das die Wahrheit in der Übereinstimmung von Verstand und Sache besteht [...]. Wenn daher die Sachen Maß und Richtschnur des Verstandes sind, besteht Wahrheit darin, dass sich der Verstand der Sache angleicht, wie das bei uns der Fall ist; aufgrund dessen nämlich, dass die Sache ist oder nicht ist, wird unsere Meinung und unsere Rede wahr oder falsch. Wenn aber der Verstand Richtschnur und Maß der Dinge ist, besteht die Wahrheit darin, dass die Dinge sich dem Verstand angleichen; so sagt man, der Künstler verfertige ein wahres Kunstwerk, wenn es der Kunstauffassung entspricht.

Die ontologische Korrespondenztheorie wird in der neueren Philosophie v.a. vom Neuthomismus (Emerich Coreth, Karl Rahner, Johannes Baptist Lotz) vertreten. Wahrheit wird dort generell als eine Übereinstimmungs- bzw. Angleichungsbeziehung zwischen dem Wissen eines erkennenden Subjekts und einem Seienden verstanden, auf das sich dieses Wissen bezieht. Coreth definiert sie in typischer Formulierung als „Übereinstimmung zwischen dem Wissen und dem Seienden“[4]. Wahrheit wird dabei von drei Seiten aus betrachtet:

  • von der Seite der Übereinstimmung aus (ontologische Wahrheit)
  • von der Seite des erkennenden Subjekts aus, dessen Wissen mit dem Seienden übereinstimmt (logische Wahrheit) - ausgedrückt in der Formel „adaequatio intellectus ad rem“
  • von der Seite des erkannten Objekts aus, dessen Sein mit dem Wissen des erkennenden Subjekts übereinstimmt (ontische Wahrheit) - ausgedrückt in der Formel „adaequatio rei ad intellectum“

Den Hintergrund der Korrespondenztheorie bildet die Auffassung von einer grundsätzlichen Identität von Sein und Wissen: „Sein ist ursprünglich und eigentlich Sich-Wissen, wissendes Bei-sich-Sein im geistigen Vollzug“ [5].

Kritik

Als Kritik an der Korrespondenztheorie wurde v.a. vorgebracht, dass in ihr unklar bleibe, wie die Übereinstimmungsrelation von zwei so unterschiedlichen „Entitäten“ wie Wissen und Gegenstand überhaupt gedacht werden soll (z.B. zwischen meinem Wissen, dass der konkrete Gegenstand vor mir rot ist und dem Gegenstand selbst). Des weiteren ergeben sich Probleme bei „negativen Sachverhalten“: Worin besteht z.B. die Übereinstimmung, wenn ich erkenne, dass ein bestimmter Gegenstand nicht vorhanden ist bzw. dass ihm bestimmte Eigenschaften nicht zukommen? Wie soll man sich eine Übereinstimmung mit etwas nicht Bestehendem denken?

Dialektisch-materialistische Widerspiegelungstheorie

Der dialektische Materialismus vertritt eine Widerspiegelungstheorie der Wahrheit. Sie wird als eine Übereinstimmung des Bewusstseins mit dem bewussten Objekt verstanden. Dabei wird Wahrheit in den Dienst der Praxis gestellt, in der sie ihr ausschließliches Kriterium findet. Marx drückt dies in seiner zweiten These über Feuerbach aus:

„Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme - ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, i.e. Wirklichkeit und Macht, Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit des Denkens - das von der Praxis isoliert ist - ist eine rein scholastische Frage“ [6].

Während im orthodoxen Marxismus das Bewusstsein als „Abbild“ des Sachverhalts angenommen wird, gehen neuere Richtungen dazu über, diese Funktion sprachlichen Gebilden wie Aussagen zuzuschreiben:

„Sie [die Wahrheit] wird definiert als Eigenschaft der Aussagen, mit dem widergespiegelten Sachverhalt übereinzustimmen“[7].
Logisch-empiristische Bildtheorie

Auch innerhalb des Logischen Empirismus findet sich eine Abbildtheorie der Wahrheit. Klassisch wird diese im Werk des frühen Wittgenstein ausgearbeitet. Im Tractatus[8] geht Wittgenstein zunächst davon aus, dass wir uns Bilder von der Wirklichkeit machen. Sie sind ein „Modell der Wirklichkeit“ (2.12). Bilder drücken sich in Gedanken aus, deren Gestalt „der sinnvolle Satz“ darstellt (4).

Wittgenstein definiert die Wirklichkeit als „die Gesamtheit der Tatsachen“ (1.1). Tatsachen sind bestehende Sachverhalte, die von bloßen, nicht bestehenden Sachverhalten zu unterscheiden sind (2.04-2.06). Sie bestehen aus Gegenständen oder Dingen und der Verbindung zwischen ihnen (2.01).

Auch der Satz ist eine Tatsache (3.14). Eine Tatsache wird zum Bild durch die „Form der Abbildung“, die sie mit dem Abgebildeten gemeinsam hat. Wittgenstein versucht dies an folgendem Beispiel deutlich zu machen:

„Die Grammophonplatte, der musikalische Gedanke, die Notenschrift, die Schallwellen, stehen alle in jener abbildenden Beziehung zueinander, die zwischen Sprache und Welt besteht.“ (4.014)

Ebenso wie die Notenschrift ein Bild der durch sie dargestellten Musik ist, stellt der Satz „ein Bild der Wirklichkeit“ dar (4.021). Ein Satz besteht aus Namen und den Beziehungen zwischen ihnen. Er ist wahr, wenn die in ihm enthaltenen Namen auf reale Gegenstände referieren und die Beziehung zwischen den Namen der zwischen den referierten Gegenständen entspricht.

Sprachanalytisch orientierte Wahrheitstheorien

In diesen Theorien wird Wahrheit nicht mehr wie bei der Korrespondenztheorie als Eigenschaft des Bewusstseins oder Denkens, sondern als Eigenschaft von sprachlichen Gebilden wie Sätzen oder Propositionen aufgefasst.

Semantische Theorie der Wahrheit

Die einflussreichste sprachanalytisch orientierte Theorie ist die semantische Theorie der Wahrheit von Alfred Tarski. Tarski strebt eine Wahrheitsdefinition an, in der der Ausdruck „wahr“ auf Aussagen angewendet wird und die mit der klassischen Korrespondenztheorie verträglich ist.

Für Tarski bezieht sich damit der Begriff der Wahrheit stets auf eine bestimmte Sprache. Zur Vermeidung von Antinomien schlägt Tarski vor, die semantischen Prädikate wie „wahr“ oder „falsch“ einer jeweiligen Metasprache vorzubehalten, die sie Aussagen einer von ihr zu unterscheidenden Objektsprache zuschreibt. Tarski führt folgendes „Schema“ einer wahren Aussage ein:

„x ist eine wahre Aussage dann und nur dann, wenn p“ [9].

Bei diesem Schema handelt es sich nach Tarski um keine Definition der Wahrheit, da hier keine Aussage, sondern nur das Schema einer Aussage, eine Aussageform vorliegt. Eine allgemeine Definition von Wahrheit ist für Tarski nur im Rahmen formaler Sprachen möglich. In der normalen Sprache kann immer nur geklärt werden, „worin die Wahrheit dieser einen individuellen Aussage besteht“ [10]. So in seinem berühmt gewordenen Beispiel: „‚es schneit‘ ist eine wahre Aussage dann und nur dann, wenn es schneit“[9].

Redundanztheorie

Die Redundanztheorie der Wahrheit geht auf Frank Plumpton Ramsey und Alfred Jules Ayer zurück. Ramsey stellte die lapidare These auf, dass „es in Wirklichkeit kein gesondertes Wahrheitsproblem gibt, sondern lediglich eine sprachliche Verwirrung [linguistic muddle]“[11]. Wahrheit oder Falschheit könnten primär Propositionen („propositions“) zugeschrieben werden. Wenn einer sage, „p ist wahr“, bejahe er damit nur p, und wer er sage, „p ist falsch“, behaupte er damit nicht-p. Damit würde aber der Inhalt der Proposition p nicht erweitert. So meine z.B. der Satz „Es ist wahr, dass Cäsar ermordert wurde“ nicht mehr als der Satz „Cäsar wurde ermordet“. Eine Satzform wie „es ist wahr“ werde nur aus stilistischen Gründen verwendet oder um der eigenen Behauptung Nachdruck zu verleihen.

Performative Theorie

Ramseys Redundanztheorie hatte eine große Wirkung auf die Diskussion des Wahrheitsbegriffs in der sprachanalytischen Philosophie. Einen der wichtigsten Versuche einer kritischen Ausarbeitung unternahm Peter Frederick Strawson im Jahre 1949 in seinem Aufsatz Truth, wo er eine performative Theorie der Wahrheit entwickelte[12].
Strawson gibt darin der Redundanztheorie insofern Recht, als er behauptet, dass „man keine neue Aussage macht, wenn man sagt, dass eine Aussage wahr ist“. Dennoch sei die Behauptung der Wahrheit nicht überflüssig, da „man etwas über die bloße Aussage Hinausgehendes tut, wenn man sagt, diese Aussage sei wahr“[13].
Der Ausdruck „ist wahr“ ist für Strawson kein metasprachliches Prädikat, das zum Sprechen über Sätze verwendet würde. Er stellt eine „Äußerung ohne Sinn und Zweck (pointless utterance)“ dar. Der Gebrauch von „ist wahr“ ist ein „sprachlicher Vollzug“, mit dem ich eine Aussage bloß noch bestätige, ohne dass ich inhaltlich etwas Neues aussagen würde.

Kohärenztheorie

Die Kohärenztheorie der Wahrheit tauchte Ende des 19. Jh. im angelsächsischen Raum auf und spielte auch in den Diskussionen des logischen Empirismus und des Wiener Kreises eine Rolle. In ihrer einfachsten Form vertritt sie die Auffassung, dass die Wahrheit oder Richtigkeit einer Aussage darin bestehe, dass sie sich widerspruchslos in ein System von Aussagen einfügen lasse. So formuliert Otto Neurath:

„Die Wissenschaft als ein System von Aussagen steht jeweils zur Diskussion. [...] Jede neue Aussage wird mit der Gesamtheit der vorhandenen, bereits miteinander in Einklang gebrachten Aussagen konfrontiert. Richtig heißt eine Aussage dann, wenn man sie eingliedern kann. Was man nicht eingliedern kann, wird als unrichtig abgelehnt. Statt die neue Aussage abzulehnen, kann man auch, wozu man sich im allgemeinen schwer entschließt, das ganze bisherige Aussagensystem abändern, bis sich die neue Aussage eingliedern lässt“ [14].

Neuraths programmatischer Ansatz wurde von Nicholas Rescher zu einer umfassenden Theorie ausgearbeitet[15]. Allerdings nimmt Rescher den Kohärenzbegriff explizit nur als Kriterium, aber nicht zur Definition von Wahrheit. Bei der Definition von „wahr“ schließt er sich der Korrespondenztheorie an: Wahrheit meine die Übereinstimmung einer Proposition mit einer Tatsache.

Rescher unterscheidet zwei Arten von Wahrheitskriterien: garantierende (guaranteeing) und legitimierende (authorizing) Kriterien. Erstere geben vollkommene Sicherheit in Bezug auf das Vorliegen von Wahrheit, während letztere lediglich einen stützenden Charakter haben. Nach Reschers Ansicht genügt es, wenn ein solches Kriterium das Vorliegen von Wahrheit wahrscheinlicher macht. Rescher schränkt dann die Geltung des Kohärenzbegriffs weiter auf die Explikation von Tatsachenaussagen – Rescher spricht von „Daten“ – ein, während für die Wahrheit von logisch-mathematischen Aussagen nach seiner Ansicht pragmatische Kriterien herangezogen werden müssen. Daten sind dabei von vornherein als sprachliche Entitäten konzipiert und nicht als reine Tatsachen. Die Akzeptierbarkeit von Daten wird dabei ebenfalls nach pragmatischen Kriterien gerechtfertigt. Eine Theorie oder Aussagensystem kann nach Rescher dann als kohärent bezeichnet werden, wenn sie folgende drei Aspekte erfüllt:

  • Umfassendheit (comprehensiveness): alle relevanten Sätze werden berücksichtigt; die Theorie ist logisch geschlossen.
  • Konsistenz (consistency): die Theorie enthält keine logisch-kontradiktorischen Sätze.
  • Zusammengefügtheit (cohesiveness): die Sätze der Theorie werden in ihren Beziehungen bzw. Kontexten zu den anderen Sätzen expliziert; die Beziehungen zwischen den Sätzen sind logisch einwandfrei.

Intersubjektivitätstheorien

Der Gedanke der Intersubjektivität wurde bereits stark im Deutschen Idealismus herausgearbeitet. Die Verbindung zum Wahrheitsproblem erkannte aber erst Charles S. Peirce. Intersubjektivität wird von Peirce als unbegrenzte Forschergemeinschaft aufgefasst. Wahrheit ist für ihn die „Übereinstimmung einer abstrakten Feststellung mit dem idealen Grenzwert, an den unbegrenzte Forschung die wissenschaftliche Überzeugung anzunähern die Tendenz haben würde. Jene Übereinstimmung kann die abstrakte Feststellung vermöge des Bekenntnisses ihrer Ungenauigkeit und Einseitigkeit besitzen“[16]. Im deutschsprachigen Raum ist die Intersubjektivitätstheorie der Wahrheit v.a. als Konsensustheorie (Jürgen Habermas, Karl-Otto Apel) und als dialogische Theorie (Kuno Lorenz) verbreitet.

Konsensustheorie

Für die Konsensustheorie ist eine Aussage dann wahr, wenn sie von allen vernünftigen Gesprächspartnern anerkannt und über sie ein Konsens hergestellt wird.

Habermas

Jürgen Habermas legte 1973 in seinem Aufsatz Wahrheitstheorien [17]den wohl bislang präzisesten Entwurf einer Konsensustheorie vor. Er definiert darin „Wahrheit“ wie folgt:

„Wahrheit nennen wir den Geltungsanspruch, den wir mit konstativen Sprechakten verbinden. Eine Aussage ist wahr, wenn der Geltungsanspruch der Sprechakte, mit denen wir, unter Verwendung von Sätzen, jene Aussagen behaupten, berechtigt ist.“

Träger der Wahrheit ist die Aussage; sie kann in einen konstativen Sprechakt bzw. Sprechakt des Behauptens eingebettet werden. In diesem Fall wird mit ihr ein Geltungsanspruch erhoben, der berechtigt oder unberechtigt sein kann. Ein Geltungsanspruch ist nach Habermas dann berechtigt, wenn er diskursiv eingelöst werden kann.

Geltungsansprüche

Habermas unterscheidet vier Arten von Geltungsansprüchen, die nicht aufeinander zurückgeführt werden könen. Ihre Erfüllung muss im kommunikativen Handeln von den Sprechern unterstellt werden. Solange die Verständigung gelingt, bleiben die wechselseitigen Ansprüche unthematisiert, scheitert sie, müssen die Unterstellungen daraufhin überprüft werden, welche von ihnen unerfüllt blieb. Je nach Geltungsanspruch existieren unterschiedliche Reparaturstrategien:

  • Verständlichkeit: Der Sprecher unterstellt das Verständnis der gebrauchten Ausdrücke. Bei Unverständnis wird zur Explikation durch den Sprecher aufgefordert.
  • Wahrheit: Bezüglich des propositionalen Gehalts der Sprechakte wird Wahrheit unterstellt. Wird diese bezweifelt, muss ein Diskurs klären, ob der Anspruch des Sprechers zurecht besteht.
  • Richtigkeit: Die Richtigkeit der Norm, die mit dem Sprechakt erfüllt wird, muss anerkannt werden. Auch dieser Geltungsanspruch ist nur diskursiv einlösbar.
  • Wahrhaftigkeit: Die Sprecher unterstellen sich gegenseitig Wahrhaftigkeit. Erweist sich diese Antizipation als kontrafaktisch, kann der Hintergrundkonsens nicht mit dem unwahrhaften Sprecher selber wiederhergestellt werden.

Diskurs

Der Geltungsanspruch der Wahrheit einer Aussage wird im Diskurs eingelöst. Die Einlösung erfolgt im Konsens, der aber kein zufälliger, sondern ein begründeter Konsens sein muss, so dass „jeder andere, der in ein Gespräch mit mir eintreten könnte, demselben Gegenstand das gleiche Prädikat zusprechen würde“. Um einen solchen begründeten Diskurs erzielen zu können, muss eine ideale Sprechsituation vorliegen, die durch vier Bedingungen der Chancengleichheit charakterisiert ist:

  • Chancengleichheit aller bezüglich der Verwendung kommunikativer Sprechakte, sodass sie jederzeit Diskurse eröffnen und mit Rede und Gegenrede bzw. Frage und Antwort einsetzen können
  • Chancengleichheit aller bezüglich Thematisierung und Kritik sämtlicher Vormeinungen, d.h., dass sie alle sprachlichen Mittel einsetzen können, um Geltungsansprüche zu erheben bzw. einzulösen
  • Chancengleichheit aller bezüglich der Verwendung repräsentativer Sprechakte, die ihre Einstellung, Gefühle und Intentionen ausdrücken, sodass die Wahrhaftigkeit der Sprecher garantiert wird (Wahrhaftigkeitspostulat)
  • Chancengleichkeit aller bezüglich der Verwendung regulativer Sprechakte, d.h. zu befehlen, sich zu widersetzen, zu erlauben, zu verbieten usw.

Eine solche ideale Sprechsituation hat nach Habermas weder den Status eines empirischen Phänomens, da jede Rede raumzeitlichen wie psychischen Restriktionen unterworfen ist, noch ist sie ein ideales Konstrukt. Sie ist vielmehr „eine in Diskursen reziprok vorgenommene Unterstellung“, die kontrafaktisch sein kann. Soll der vernünftige Charakter der Rede nicht preisgegeben werden, so muss die ideale Sprechsituation antizipiert werden und insofern ist sie auch operativ wirksam.

Kritik der Wahrheitstheorien

Das grundsätzliche Problem aller Wahrheitstheorien ist ihre Zirkularität [18]. Es stellt sich die Frage, in welchem Sinne sie selbst wahr oder richtig sein sollen. Ein Anspruch auf Wahrheit in dem von ihnen selbst definierten Sinne wäre willkürlich; ein Zurückgreifen auf eine ihrer Definition vorausliegenden Norm würde den Begriff der Wahrheit bereits voraussetzen, den es ja erst zu ermitteln galt.

Schematischer Überblick

Position Wahrheitsdefinition Wahrheitsträger Wahrheitskriterium
Ontologisch-metaphysische Korrespondenztheorie Übereinstimmung von Wissen und Gegenstand (adaequtio rei et intellectus) Wissen und Gegenstand -
Dialektisch-materialistische Widerspiegelungstheorie Übereinstimmung zwischen Bewusstsein und Objekt Bewusstsein (orthodoxer Marxismus) oder Aussage (moderner Marxismus) die Praxis
Logisch-empiristische Bildtheorie Übereinstimmung der logischen Struktur des Satzes mit der des von ihm abgebildeten Sachverhalts Satz -
Semantische Theorie der Wahrheit „x ist eine wahre Aussage dann und nur dann, wenn p“ der Satz (der Metasprache) -
Redundanztheorie Der Begriff der Wahrheit wird nur stilistischen Gründen verwendet oder um der eigenen Behauptung Nachdruck zu verleihen - -
Performative Theorie das, was man tut, wenn man sagt, eine Aussage sei wahr ein Tun -
Kohärenztheorie Widerspruchsfreiheit einer Aussage innerhalb eines Systems von Aussagen Aussage/Proposition Widerspruchsfreiheit von Aussage und Aussage-System
Konsensustheorie Geltungsanspruch, der mit einem konstativen Sprechakt verbunden ist Proposition begründeter Konsens innerhalb einer idealen Sprechsituation

Einwände gegen den Begriff der Wahrheit

Aus der Annahme oder dem Prinzip, dass es eine einzige Wahrheit gebe, folgt zumeist ein Wahrheitsbegriff, der eine unbedingte Geltung des als „wahr“ Bezeichneten impliziert. Ein solcher Wahrheitsbegriff impliziert damit zugleich eine vollständige Unabhängigkeit oder Trennung des als „wahr“ Bezeichneten vom Beurteilenden. Gegen einen solchen rigiden Wahrheitsbegriff können Einwände vorgebracht werden.

Philosophen der Postmoderne weisen den Gedanken einer einzigen Wahrheit als Mythos zurück (Gilles Deleuze: „Die Begriffe Wichtigkeit, Notwendigkeit, Interesse sind tausendmal entscheidender als der Begriff der Wahrheit.“). Dabei geht es nicht darum, dass Naturgesetze angezweifelt würden, sondern um die Frage, ob es nicht vielerlei Sichtweisen geben kann, und ob Wahrheiten abhängig von kulturellen Entwicklungen sein können, mit anderen Worten, ob Wahrheiten als Konstruktionen innerhalb einer Kultur angesehen werden können.

Gegen den Bezug (d. i. die Relativierung) von als „wahr“ Bezeichnetem auf diejenigen, die diese Bezeichnung aussprechen (dies können einzelne oder mehrere Personen sein), wird von Vertretern eines rigiden Wahrheitsbegriffs das Relativismus-Argument angeführt. Hinter diesem Argument steht die Vorstellung, dass eine Ablehnung eines rigiden Wahrheitsbegriffs sofort zur Beliebigkeit aller Werte führe, und die weitere Vorstellung, dass eine solche Beliebigkeit nicht praktikabel sei, zum Chaos führe und von daher nicht annehmbar sei.

Der radikale Konstruktivismus geht davon aus, dass es so viele Wahrheiten gibt, wie es Betrachter gibt. Dies ist eine extreme Gegenposition zur Annahme einer einzigen Wahrheit, die für alle gleich gelten soll. Der Poststrukturalismus geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er zwar die Perspektivenabhängigkeit der Wahrheit bejaht, jedoch gleichzeitig eine Unmöglichkeit der Perspektivität, oder zumindest die Unmöglichkeit ihrer strengen Abgrenzbarkeit, behauptet, da Perspektiven sich nicht wie Objekte durch ihre Identität mit sich selbst, sondern im Gegenteil durch ihre innere Differenz zu sich selbst konstruieren. Der Begriff der Wahrheit löst sich damit letztlich vollständig in ständig wechselnden und fließenden Kontexten auf.

Die Ablehnung des Prinzips, dass es nur eine einzige Wahrheit gebe, und des damit verbundenen rigiden Wahrheitsbegriffs kann in einen Nihilismus führen. Dabei wird aus der Aufgabe des Konzepts der Allgemeingültigkeit von Wahrheit eine allumfassende Ungültigkeit als alternativer Mythos abgeleitet.

Semantische Antinomien

Seit der Antike sind semantische Antinomien vom Typ des Lügner-Paradoxons bekannt; dabei handelt es sich um Aussagen, die ihren eigenen Wahrheitsgehalt thematisieren und sich damit selbst widersprechen; im einfachsten Fall:

Diese Aussage ist falsch.

Wenn diese Aussage wahr ist, dann ist sie falsch – denn falsch zu sein ist ihre Aussage. Wenn sie aber falsch ist, dann ist es nicht richtig, dass sie falsch ist – ist sie also wahr. Es ist demnach nicht möglich, der Aussage einen Wahrheitswert zuzuordnen, weil jeder Versuch, es zu tun, zu einem Selbstwiderspruch führt.

Eine abgeschwächte Variante ist das Paradoxon des Epimenides, demzufolge der Kreter Epimenides Folgendes aussage:

„Die Kreter sind immer Lügner.“

(„Es hat einer von ihnen gesagt, ihr eigener Prophet: Die Kreter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche.“, Epimenides, De oraculis)

Spräche Epimenides die Wahrheit, dann hätte er etwas Falsches ausgesagt – seine Aussage wäre also paradox. Spricht er aber die Unwahrheit (ist er also ein Lügner), wäre seine Aussage zwar falsch, aber harmlos: Er hätte dann lediglich ausgesagt, dass nicht alle Kreter immer lügen, und das ist logisch möglich, soferne er nicht der einzige Kreter und seine Aussage nicht die einzige jemals von einem Kreter getätigte Aussage ist.

Wahrheit in den Religionen

Judentum und Christentum

Altes Testament

Dem Ausdruck „wahr“ entspricht im Hebräischen das Wort emet. Es bedeutet soviel wie Verlässlichkeit, die unverbrüchliche Tragfähigkeit einer Sache oder eines Wortes die Treue von Personen. Der hebräische Begriff ist so - im Unterschied zum griechischen Begriff der aletheia - stärker handlungsorientiert. Im zwischenmenschlichen Bereich hat der Begriff der Wahrheit eine enge Beziehung zum Recht. Im religiösen Sinne ist Gott selbst die Quelle aller Warheit: „Ja, mein Herr und Gott, du bist der einzige Gott, und deine Worte sind wahr“ (2 Sam 7, 28). Seine Worte und sein Tun sind die Gewähr unbedinger Verlässlichkeit: „Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig, all sein Tun ist verläßlich“ (Ps 33,4). Auch die in der Tora niedergelegten göttlichen Gebote werden als „Wahrheit“ bezeichnet: „Deine Gerechtigkeit bleibt ewig Gerechtigkeit, deine Weisung ist Wahrheit“ (Ps 119, 142). Der Mensch soll sich an diese Wahrheit halten - schon im Interesse seines eigenen Lebens: „Denn wenn du dich an die Wahrheit hältst, wirst du bei allem, was du tust, erfolgreich sein“ (Tob 4,6).

Neues Testament

Im Neuen Testament wird der Wahrheitsbegriff vor allem bei Paulus und im Johannesevangelium theologisch bedeutsam.

Paulus tritt mit dem Anspruch auf, die Wahrheit zu verkündigen (2 Kor 4,2). Wahrheit und Evangelium werden bei ihm gleichgesetzt. Die Wahrheit ist „in Jesus“ (Eph 4,21); es gilt, ihr zu gehorchen (Gal 5,7). Liebe zur Wahrheit bedeutet gleichzeitig eine Absage an Ungerechtigkeit und Bosheit (2, Thess 2, 10ff).

Paulus spricht in den Pastoralbriefen auch von einer „Erkenntnis der Wahrheit“. Gegenüber aufkommenden Irrlehren wird bei ihm bereits die Wahrheit zur rechten Lehre.

Im Johannesevangelium ist der Wahrheitsbegriff stark christologisch bezogen. Johannes spricht vom „Sein der Wahrheit in uns“. Sie führt zu „Freiheit“ und „Leben“ und hat eine rettende Funktion. Wahrheit setzt eine Empfänglichkeit der Menschen voraus, verlangt aber auch, dass sie sich im Tun bewährt. Der Geist der Wahrheit setzt das Heilswerk Christi fort; er wirkt in den Jüngern weiter und führt sie, um gegenüber der Welt Zeugnis für Christus abzugeben.

Christliche Theologie

In der Geschichte der christlichen Theologie stand der Wahrheitsbegriff des christlichen Glaubens immer wieder im Zentrum heftiger Kontroversen. Schon im Mittelalter wurde versucht, den Streit um die Wahrheit so zu schlichten, dass man eine Theorie der „doppelten Wahrheit“ entwarf, nach der in der Theologie durchaus wahr sein kann, was in der Philosophie falsch ist (Tertullian: credo quia absurdum). Diese Auffassung wurde zwar auf dem 5. Laterankonzil 1513 verdammt, aber die Frage nach der Einheit und Allgemeingültigkeit der Wahrheit wurde in der Reformation und Aufklärung wieder aufgegriffen und führte seither zu einer Krise des christlichen Wahrheitsanspruchs. Die konfessionelle Glaubensspaltung, die Emanzipation der Wissenschaften von der Theologie, die Religionskritik und die Konfrontation mit den Wahrheitsansprüchen anderer Religionen aufgrund des Absolutheitsanspruchs des Christentums sind die wichtigsten Faktoren, die in der Neuzeit zur Entstehung und Erhaltung dieser Krise beigetragen haben.

In der Theologie des 20. Jahrhunderts wird vielfach der Versuch unternommen zu zeigen, den christliche Wahrheitsbegriff nicht primär als Aussagenwahrheit zu verstehen. Unter Rückgriff auf die alttestamentliche Bedeutung von „Wahrheit“ (emet) wird Wahrheit als personale Begegnung von Gott und Mensch interpretiert oder als Ereignis verstanden, das geschieht, wenn das Wort Gottes den Menschen im Glauben wahr macht.

Von Seiten der analytischen Religionsphilosophie wird der Wahrheitsbegriff der Christlichen Theologie vor allem in zweierlei Hinsicht in Frage gestellt:

  • Werden in der christlichen Glaubensrede überhaupt Aussagen mit einem echten Wahrheitsanspruch formuliert oder handelt es sich hier nicht vielmehr um sprachliche Äußerungen, die nicht beanspruchen können, etwas auszusagen, was der Fall ist, sondern die Gefühle, Einstellungen und Handlungsmaximen des Sprechers wiedergeben?
  • Können die Aussagen des christlichen Glaubens - wenn sie einen echten Wahrheitsanspruch erheben - überhaupt in irgendeiner Form als wahr erkannt bzw. als wahr erwiesen werden (Verifikationsproblem)?

Buddhismus

Der Mahayana-Buddhismus kennt das Konzept der doppelten Wahrheit. Es wurde von Nagarjuna eingeführt, um den erkenntnistheoretischen Stellenwert der Lehre Buddhas zu klären. Da Nagarjuna wegen der logischen Aporien des begrifflichen Denkens jedem Begriff eine deskriptive Gültigkeit abspricht, entsteht das Problem, ob die Lehre Buddhas wahr ist. Für Nagarjuna ist sie – verstanden als zutreffende Wirklichkeitsbeschreibung – ebenso falsch wie alle anderen Systeme. Was im höchsten Sinne wahr (paramartha-satya) ist, lässt sich begrifflich nicht fassen. Doch ist die Lehre Buddhas relativ wahr (samvriti satya), da sie zur überbegrifflichen Erkenntnis der höchsten Wahrheit hinführt, wobei sie sich selbst aufhebt. Die Auffassung einer zutreffenden Beschreibbarkeit der Wirklichkeit wird als Form des zu überwindenden Anhaftens verstanden. Die buddhistische Lehre, die sich zunächst des „anhaftenden“, das heißt begrifflichen Denkens bedient, ist das geeignete Mittel für diese Überwindung.

Gemäß diesem Konzept ist zwischen der „Wahrheit im höchsten Sinn“ (paramartha satya) und einer „relativen Wahrheit“ oder „Verhüllungs-Wahrheit“ (samvriti satya) zu unterscheiden. Die „relative Wahrheit“ bezeichnet jegliche Form von begrifflich gefasster Wahrheit, besonders aber die buddhistische Lehre, die zwar deskriptiv unzutreffend, aber „relativ“ wahr ist, weil sie zur Erkenntnis der höchsten Wahrheit führt. Diese ist hingegen weder begrifflich fassbar, noch sprachlich artikulierbar. Sie ist jene in der Erleuchtung zuteil werdende, heilshafte Erkenntnis (prajña), zu der alle sprachliche, begriffliche Artikulation hinführen will.

Quellen

  1. Aristoteles: Metaphysik 1051b (Übers. H. Bonitz).
  2. Vgl. Thomas von Aquin: Quaestiones disputatae de veritate q.1.a.1.
  3. Thomas von Aquin: Summa theologiae I,q.21 a.2.
  4. Vgl. Emerich Coreth: Metaphysik: Eine methodisch-systematische Grundlegung. Innsbruck; Wien; München: Tyrolia 1961, S. 350.
  5. Vgl. Emerich Coreth: a.a.O., S. 354.
  6. Marx: Thesen über Feuerbach. MEW Bd. 3, S. 5..
  7. Artikel „Wahrheit“. In: Georg Klaus, Manfred Buhr (Hrsg.): Philosophisches Wörterbuch. 11. Aufl. Leipzig 1975.
  8. Wittgenstein: Tractatus.
  9. 9,0 9,1 Alfred Tarski: Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen. Deutsche Originalausgabe in : Studia Philosophica Commentarii Societatis philosophicae Polonorum. Vol. I, Leopoli [Lemberg] 1935, S. 268. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „Tarski 1, 268“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  10. Alfred Tarski: Die semantische Konzeption der Wahrheit. In : J. Sinnreich (Hrsg.):Zur Philosophie der idealen Sprache. München 1972, S. 60.
  11. F.P. Ramsey: Facts and Propositions. In G. Pitcher: Truth. Englewood Cliffs 1964, S. 16.
  12. P.F. Strawson: Truth, in: Analysis 9 1949, dt.: Wahrheit, in: R.Bubner (Hrsg.): Sprache und Analysis. Texte zur englischen Philosophie der Gegenwart, Göttingen 1968.
  13. P.F. Strawson: a.a.O., S. 97.
  14. Otto Neurath: Soziologie im Physikalismus. In: Erkenntnis 2 1931, S. 403.
  15. Vgl. Nicholas Rescher: The Coherence Theory of Truth. Oxford 1973.
  16. Ch.S. Peirce: Collected Papers. Hrsg. von Ch. Hartshorne und P. Weiss. 6 Bde, Cambridge, Mass. 1965-1967, Bd. 5, S. 375, Anm. 2
  17. Jürgen Habermas: Wahrheitstheorien. In: Wirklichkeit und Reflexion. W. Schulz zum 60. Geburtstag. Pfullingen 1973
  18. Vgl. Albert Keller: Allgemeine Erkenntnistheorie, S. 110f.

Literatur

Wahrheit in der Philosophie

Allgemein

  • Thomas von Aquin: Von der Wahrheit (De veritate, Quaestio I), Lateinisch – Deutsch, ausgewählt, übersetzt und herausgegeben von Albert Zimmermann, Hamburg 1986, ISBN 3-7873-0669-2
  • Friedrich Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn
  • Karl Jaspers: Von der Wahrheit
  • Josef Pieper: Wahrheit der Dinge, Eine Untersuchung zur Anthropologie des Hochmittelalters, München 1966, ISBN 3-466-40146-1
  • Michel Foucault: Sexualität und Wahrheit, 3 Bände, Frankfurt, Suhrkamp
  • Hilary Putnam: Vernunft, Wahrheit und Geschichte, Suhrkamp, Frankfurt, 1990, ISBN 3-518-28453-3
  • Jürgen Mittelstraß : Die Wahrheit des Irrtums, UVK Univ.-Verlag, Konstanz 1989, ISBN 3-879-40372-4

Wahrheitstheorien

  • Lorenz Bruno Puntel: Wahrheitstheorien in der neueren Philosophie, Wiss. Buchges. Darmstadt, 3. Aufl. 1993, ISBN 3-534-07258-8
Das Standardwerk zum Thema. Geht allerdings vornehmlich auf neuere Wahrheitstheorien ein. Sehr ausführliche Darstellung der Kohärenztheorie.
  • Gunnar Skirbekk (Hrsg.): Wahrheitstheorien. Eine Auswahl aus den Diskussionen über Wahrheit im 20.Jahrhundert. Frankfurt am Main 1977, ISBN 351827810X.
Eine Auswahl von grundlegenden Texten zu den modernen Wahrheitstheorien; einige zentrale Theorieansätze wie der von Habermas fehlen allerdings.
  • Karen Gloy: Wahrheitstheorien. Eine Einführung. Tübingen 2004, ISBN 3-8252-2531-3
Gibt einen Überblick v.a über die neueren Wahrheitstheorien. Ähnlich aufgebaut wie das Werk von Puntel, doch ohne dessen logischen Apparat. Zum Einstieg in die Problematik sehr gut geeignet.
  • Markus Enders, Jan Szaif (Hrsg.): Die Geschichte des philosophischen Begriffs der Wahrheit. Berlin 2006, ISBN 978-3-11-017754-1
Behandelt schwerpunktmäßig die Geschichte des Wahrheitsbegriffs vor dem 20. Jh. Das Buch stellt im wesentlichen eine Ausarbeitung des entsprechenden Artikels im Historischen Wörterbuch der Philosophie dar.
  • Wolfgang Künne, Conceptions of Truth, Oxford: Clarendon Press 2003.
Hervorragende systematisch orientierte Diskussion der unterschiedlichen philosophischen Positionen zum Wahrheitsbegriff (eher anspruchsvoll)


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