The Root of All Evil?

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The Root of All Evil? (Die Wurzel alles Bösen?) ist eine von Richard Dawkins geschriebene und moderierte Fernsehdokumentation, in der er die These aufstellt, dass die Welt ohne Religion besser wäre. Die Dokumentation wurde zum ersten Mal im Januar 2006 in Form zweier 45-minütiger Episoden (Werbeblöcke nicht mitgerechnet) auf dem britischen Sender Channel 4 ausgestrahlt. Nach eigenen Angaben war der Titel Die Wurzel alles Bösen? nicht Dawkins erste Wahl aber Channel 4 bestand darauf um eine Kontroverse zu schaffen.[1] Das einzige Zugeständnis der Produzenten war die Anfügung eines Fragezeichens. Dawkins hat klar gesagt, dass die Behauptung, irgendetwas sei die Wurzel alles Bösen, lächerlich ist.[2] Dawkins' Buch The God Delusion, das im September 2006 veröffentlicht wurde, untersucht einige der Themen, die in der Dokumentation angesprochen wurden, detaillierter.

Teil 1: The God Delusion

The God Delusion (Der Gotteswahn) untersucht die unbewiesenen Glaubenssätze, die von vielen Religionen wie Tatsachen behandelt werden und die Extreme, in die sie von einigen Gläubigen getrieben wurden. Die Sendung beginnt mit der Beschreibung der "potentiellen Mörder ... die Sie und mich und sich selbst töten wollen, weil sie von etwas motiviert sind, dass sie für das höchste Ideal halten". Dawkins erläutert, dass "der Vorgang des Nicht-Denkens, Glaube genannt" keine Methode sei, die Welt zu verstehen, sondern stattdessen in fundamentalem Gegensatz zur modernen Wissenschaft und zur wissenschaftlichen Methode stünde, spalterisch und gefährlich sei.

Lourdes

Pilger in Lourdes

Zuerst besucht Dawkins das Heiligtum von Lourdes in Südfrankreich, wo er an einer Kerzenlichtprozession von Pilgern, die "Laudate Maria!" singen, teilnimmt. Er wird insbesondere durch das Gefühl der Gruppensolidarität beeindruckt, das er in Gegensatz zur einsamen Wahnvorstellung, man sei Napoleon, stellt. Bei Tagesanbruch beobachtet Dawkins wie die Glaubigen wegen des Heilwassers Schlange stehen und sagt, es sei wahrscheinlicher, dass sie sich eher mit einer Krankheit anstecken als geheilt zu werden. Er spricht mit einer irischen Frau, die die Erfahrung wohltuend fand.

Danach fragt Dawkins Father Liam Griffin nach der Anzahl der Wunderheilungen, die im Laufe der Zeit stattgefunden haben. Griffin berichtet von 66 anerkannten Wundern und ungefähr 2000 unerklärlichen Heilungen (bei ungefähr 80000 kranken Besuchern pro Jahr im Laufe von mehr als 100 Jahren) und behauptet, Millionen weitere seien spirituell geheilt worden. Dawkins bleibt skeptisch und merkt anschließend an, niemand hätte je davon berichtet, dass ein amputiertes Bein auf wundersame Weise nachgewachsen sei. Stattdessen würden die Heilungen immer Beschwerden beinhalten, die so oder so besser geworden wären.

Glaube gegen Wissenschaft

Dawkins fährt damit fort, zu erklären, worin er einen Konflikt zwischen Glaube und Wissenschaft sieht. Er erläutert, dass Wissenschaft einen Prozess des fortwährenden Testens und Überarbeitens von Theorien im Lichte neuer Daten beinhaltet, während der Glaube seiner Ansicht nach den Glauben an unbewiesene und oft unbeweisbare Behauptungen zur Tugend erklärt. Als Beispiel dafür führt Dawkins die unfehlbare Lehre der Himmelfahrt Mariä an, die von Papst Pius XII. 1950 nur auf der Grundlage der Tradition erklärt wurde. Dazu stellt die Wissenschaftliche Methode in Gegensatz, die er als ein System beschreibt, in dem Arbeitshypothesen unter Zuhilfenahme von Vernunft und Fakten falsifiziert werden können. Dawkins liefert dazu ein Beispiel aus seinem Studium: Als ein Gastdozent die Hypothese eines Professors widerlegte, akzepierte letzterer dies mit den Worten "Mein lieber Freund, ich möchte Ihnen danken, ich war 15 Jahre im Irrtum."

Dawkins behandelt dann eine wissenschaftliche Theorie, die für ihn große Bedeutung hat – Charles Darwins Evolutionstheorie – welche er anhand seiner Unwahrscheinlicher-Berg-Analogie erläutert. Die Ansicht, die Komplexität des Lebens sei durch reinen Zufall oder durch einen intelligenten Designer entstanden, vergleicht er mit einem einzigen Sprung auf den Gipfel des Berges. Im Gegensatz dazu sei Darwins Theorie der natürlichen Auslese eine Erklärung, die dem schrittweisen Besteigen des Berges über eine sanfte Steigung entspricht. Daneben merkt Dawkins an, dass die die Design-Hypothese eine weitere Frage aufwirft: Wer erschuf den Designer?

Colorado Springs

Ted Haggard in der Dokumentation.

Als nächstes besucht Dawkins Colorado Springs um über den Vormarsch des christlichen Fundamentalismus' in den Vereinigten Staaten zu sprechen, wo laut Umfragen 45 Prozent der Bevölkerung glauben, dass das Universum weniger als 10000 Jahre alt ist. Er besucht die New Life Church, ein 18 Millionen Dollar teures Gebetszentrum, in dem zu dieser Zeit Pastor Ted Haggard der Anführer einer Gemeinde von 14000 Personen war. Haggard war damals Vorsitzender der National Association of Evangelicals und behauptete, nach Angaben von Dawkins, er würde jede Woche mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, George W. Bush, telefonieren.[3]

Dawkins interviewt Haggard und vergleicht den Gottesdienst, den er gerade erlebt, mit einem Nürnberger Parteitag auf den Goebbels stolz gewesen wäre. Haggard entgegnet, dass er nichts über die Nürnberger Parteitage wisse und dass einige Evangelikale seine Gottesdienste mit Rockkonzerten vergleichen. Haggard behauptet, die Bibel sei wahr und enthielte keine inneren Widersprüche (Ein sehr umstrittenes Thema), die Wissenschaft hingegen schon. Dawkins hält dem jedoch entgegen, es sei der Vorteil der Wissenschaft, dass Vorstellungen von neuen Daten verändert werden, was den Fortschritt des menschlichen Wissens erlaube, etwas, das Religion nicht erlaube. Der Meinungsaustausch wird nun zunehmend schärfer.

Haggard sagt, amerikanische Evangelikale würden die wissenschafliche Methode befürworten, da sie von ihr erwarten, dass sie aufzeigt, wie Gott Himmel und Erde erschaffen hat. Dawkins fragt, ob er die wissenschaftlichen Belege, dass die Erde 4,5 Milliarden Jahre alt ist, akzeptiert. Laut Haggard sei das eher eine Meinung, die nur von einem Teil der Wissenschaftler akzeptiert wird. Er entgegnet, Dawkins' eigene Enkel würden ihn eines Tages auslachen, wenn sie seine Behauptung hören. Dawkins antwortet: "Wollen wir wetten?" Haggard behauptet, einige "Evolutionisten" würden glauben, dass das Auge "irgendwie von selbst entstanden" sei. Dawkins entgegnet, dass kein ihm bekannter Evolutionsbiologe das annehmen würde und dass Haggard offensichtlich nichts über Evolutionsbiologie weiß. In seiner Antwort deutet Haggard an, er hätte einige (nicht namentlich genannte) "Evolutionisten" getroffen, die genau das gesagt hätten. Das Treffen wurde spürbar umstrittener als Haggard behauptet, "die Sache" der "intellektuellen Arroganz" sei der Grund, weshalb Menschen wie Dawkins, und andere, die gegen Kreationismus argumentieren, ein Problem mit gläubigen Menschen haben. Am Schluss der Szene erklärt Haggard Dawkins, er [Dawkins], würde, wenn er älter wird, feststellen, dass er in "einigen Punkten richtig lag, in anderen Punkten aber falsch", und deshalb solle er nicht arrogant sein.

Dawkins und Haggard

Als Dawkins und seine Filmcrew gerade abreisen wollen, kommt es auf dem Parkplatz zu einem kurzen Streit. Es wird berichtet, dass Haggard Dawkins' Leute von seinem Grundstück verwiesen und dabei mit Klagen und der Beschlagnahmung ihrer Ausrüstung gedroht hat. Des Weitern soll der Aussage "Sie haben meine Kinder Tiere genannt" gefallen sein. Im Rückblick interpretiert Dawkins den evolutionären Standpunkt so, dass man tatsächlich sagen kann, Haggards Angehörige seien Tiere, genau wie alle Menschen.

Dawkins besucht anschließend ein Treffen von Freidenkern, auf dem ein Biologielehrer erläutert, er sei "Ausgeburt des Teufels" genannt worden, weil er Evolution lehrt, und ein anderer Freidenker vergleicht die gegenwärtige Situation mit der McCarthy-Ära.

Jerusalem

Jerusalem – der Felsendom

Zum Schluss besucht Dawkins die Stadt Jerusalem, die er als Mikrokosmos der durch Religion verursachten Probleme betrachtet. Er nimmt an einer Führung durch die Grabeskirche teil. Manche Christen halten diese Kirchen für den Ort der Kreuzigung und Grablegung Jesu. Dawkins kommentiert die "nervöse Wachsamkeit" in der Altstadt. Ein Bereich wird besonders gut bewacht: Der Tempelberg, der sowohl die Al-Aqsa-Moschee als auch Felsendom umfasst. Derselbe Boden ist auch der Ort des antiken jüdischen heilgen Tempel, der unter den religiösen Gemeinschaften Ursache vieler Spannungen war.

Dawkins hört Menschen von beiden Seiten des Konfliktes zu – zuerst dem jüdischen Vertreter Yisrael Medad und anschließend dem Großmufti von Palästina, Scheich Ekrima Sa'id Sabri.[4] Beide Seitem machen eine unversöhnlichen Eindruck. In der Hoffnung jemanden zu treffen, der beide Standpunkte verstehen kann, interviewt Dawkins Yousef al-Khattab, ehemals Joseph Cohen, ein in Amerika geborenen Jude, der als Siedler nach Israel kam, bevor er zum Islam konvertierte. Nachdem er Dawkins herzlich begrüßt, erklärt al-Khattab seine Ansichten über die Dekadenz westlicher Werte.

Al-Khattab macht sich vor allem um zwei Themen Gedanken. Erstens will er, dass alle Nichtmuslime die Länder Mohammeds verlassen. Zweitens stört er sich an der Art wie Frauen gekleidet sind – oder eher, welche Kleidung westliche Männer "ihren Frauen" erlauben. Er möchte keine Frauen sehen, die, wie er es ausdrückt, "wie Huren" angezogen sind oder "oben ohne im Fernsehen herumhüpfen". Als er nach seiner Ansicht zu den Anschlägen vom 11. September befragt wird, führt er die Schuld auf die Gründung des Staates Israel zurück. "Bringt eure Gesellschaft in Ordnung, bringt eure Frauen in Ordnung!" sagt er zum Abschied.

Russells Teekanne

Dawkins beschließt diese Episode mit Bertrand Russells Teekannenanalogie. Nur weil die Wissenschaft noch nicht jede denkbare Frage über das Universum beantwortet hat, sei es nicht nötig sich dem Glauben zuzuwenden, der seiner Ansicht nach noch nie irgendetwas bedeutende beantwortet hat.

Teil 2: The Virus of Faith

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Zitate

Es ist Zeit, dass vernünftige Leute sagen: Genug ist genug. Religiöser Glaube behindert unabhängiges Denken, er spaltet und er ist gefährlich.
Bei vielen Leuten wird das Virus des Glaubens mit einer guten Dosis rationalen Denkens abgetötet während sie aufwachsen. Aber wenn es einem Individuum nicht gelingt, es abzuschütteln, bleibt sein Verstand in einem permanenten kindlichen Zustand stecken, und es besteht die Gefahr, dass er die nächste Generation ansteckt.
Der Gott des alten Testamentes muss wohl der unangenehmste Charakter in der fiktiven Literatur sein: Eifersüchtig und stolz darauf, gemein, rachsüchtig, ungerecht, unbarmherzig, rassistisch, ein ethnischer Säuberer, der seine Leute zum Völkermord anstachelt.
Das fundamentalistische Christentum ist unter den Wählern der einzigen Supermacht der Welt auf dem Vormarsch. Das geht bis zum Präsidenten und schließt ihn mit ein. Wenn man den Untersuchungen glaubt, dann glauben 45 Prozent der Amerikaner, also etwa 135 Millionen Menschen, dass das Universum weniger als 10000 Jahre alt ist.
Wir sind alle Atheisten in Bezug auf die meisten Götter, an die je von Gesellschaften geglaubt wurde. Einige von uns gehen nur einen Gott weiter.
Wir werden sterben und damit sind wir die Glücklichen. Die meisten Leute werden nie sterben, weil sie nie geboren werden. Die Zahl der Leute, die an meiner Stelle hier sein könnten ist größer als die Zahl der Sandkörner in der Sahara. Wenn man über die vielen verschiedenen Möglichkeiten nachdenkt, wie unsere Gene ausgetauscht werden könnten, dann haben Sie und ich ein groteskes Glück, hier zu sein... Wir haben das Privileg, am Leben zu sein, und wir sollten das Beste aus unserer Zeit auf dieser Welt machen.

Fußnoten

  1. The Jeremy Vine Show, BBC Radio 2. 5. Januar 2006.
  2. Point of Inquiry Podcast. 10. Februar 2006.
  3. Laut Jeff Sharlet, sprach Haggard jeden Montag mit Bush oder seinen Beratern. Am 3. November 3 2006 trat Haggard von seinen Ämtern zurück.
  4. Im Untertitel wird Sabri fälschlicherweise Amin al-Husayni genannt, der ebenfalls Großmufti war aber 1974 starb.

Weblinks



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