Taslima Nasrin

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Taslima Nasrin (anglisiert: Taslima Nasreen; * 25. August 1962 in Maimansingh (Ost-Pakistan)) ist eine Ärztin und Schriftstellerin aus Bangladesh.

Leben

Taslima Nasrin setzt sich ein für die Freiheit der Weltanschauung und die Gleichberechtigung der Frau. Sie bekennt sich öffentlich als Atheistin und wendet sich gegen Unterdrückung im Namen der Religion. 1993 erschien ihr Roman Lajja (Scham), in dem sie muslimische Ausschreitungen gegen eine Hindu-Minderheit nach einer Moscheezerstörung im indischen Ayodhya anprangerte. Daraufhin wurde gegen sie eine Fatwa verhängt und islamisch-fundamentalistische Kreise riefen zu ihrer Ermordung auf. 1994 verließ sie ihr Land und lebte im Exil u.a. in Schweden und Deutschland, bevor sie wegen ihrer todkranken Mutter nach Bangladesh zurückkehrte. Taslima Nasrin zog nach Indien und beantragte die indische Staatsbürgerschaft. Nachdem sie weitere Morddrohungen erhalten hatte, ist sie Mitte März 2008 nach Europa ausgereist. Anfang 2009 wurde bekannt, dass Taslima Nasrin in Frankreich Zuflucht finden werde. Die Stadt Paris werde ihrer Ehrenbürgerin zum 1. Februar eine Wohnung zur Verfügung stellen und vorerst die Miete zahlen.[1]

Taslima Nasrin wird immer wieder von islamischen Fundamentalisten angegriffen. 2007 bot eine extreme indische Moslemgruppierung eine Belohnung von 500 000 Rupien für die Ermordung Nasrins. Mehrere ihrer Werke, darunter auch "Lajja", sind in Bangladesh verboten.

Zitat Nasrins: "Ich bin der festen Überzeugung, dass Meinungsfreiheit, Demokratie, Menschenrechte und die Rechte der Frauen niemals koexistieren können - mit Religion!"[2]

Auszeichnungen (Auswahl)

Werke

  • Scham. Lajja. 1995. ISBN 3-59613-153-7
  • Reden über das eigene Land, 1995. ISBN 3-89480-126-3
  • Lied einer traurigen Nacht. Frauen zwischen Religion und Emanzipation. 1996. ISBN 3-45312-298-4 oder ISBN 3-45511-141-6
  • Das Mädchen, das ich war. 2000. ISBN 3-49960-945-2

Literatur

  • Peter Priskil: Taslima Nasrin. Der Mordaufruf und seine Hintergründe. 1994. ISBN 3-89484-402-7
  • Mohamed Choukri: Briefe an Taslima Nasrin. 1994. ISBN 3-92602-356-2
  • "Ich träume von einer vollkommen säkularen Welt". Festschrift zur Verleihung des Erwin-Fischer-Preises 2002. ISBN 3-932710-97-5

Weblink

Fußnoten

  1. tagesschau 3.1.2009
  2. Erwin-Fischer-Preisverleihung am 21. September 2002 in Speyer