Säkulare Partei

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Der Ruf nach einer säkularen, atheistischen oder laizistischen Partei erscheint in Deutschland immer wieder einmal auf Leserbriefseiten und im Internet.

Erstmals spielte das Streben nach einer säkular orientierten politischen Kraft in Westdeutschland bei der Gründung der Grünen eine Rolle. Diese haben aber im Laufe ihrer Geschichte kirchenkritische Positionen zunehmend abgelegt und wurden spätestens mit Beginn ihrer Beteiligung an der Bundesregierung 1996 vollends kirchenfreundlich.
Die FDP forderte die Trennung von Staat und Kirche 1974 in ihren Freiburger Thesen, wurde aber nie als Partei säkular.
Die PDS bzw. Linkspartei vertritt teilweise ebenfalls säkulare Positionen.
Den Aufrufen folgend gab es vor allem ab der Jahrtausendwende mehrere Versuche, eine entsprechende Partei zu gründen.

Atheistisch-Laizistische Partei (ALP)

2002 schlug Christian Dicker in diversen Leserbriefen an atheistisch-säkulare Zeitschriften die Gründung einer explizit atheistischen Partei vor, deren Programmvorschlag danach unter gottloserketzer.de nachgelesen werden konnte.

Kritiker wenden ein, dass eine Partei, die sich nicht nur als säkular oder laizistisch, sondern ausdrücklich als atheistisch versteht, gegen das Prinzip der weltanschaulich-religiösen Neutralität des Staates verstoße – also gegen eine der wichtigsten Forderungen, die von organisierten Atheisten immer wieder erhoben werden. Außerdem stelle sich die Frage, ob man mit einer neuen säkularen Partei mehr erreichen würde als mit einer Mitarbeit in einer der bestehenden Parteien. Es sei zu bezweifeln, dass eine neue säkulare Partei in Deutschland die 5-Prozent-Hürde nehmen und in einen Landtag oder in den Bundestag einziehen könnte. Der Erfolg der Grünen sei nicht so leicht zu wiederholen.[1]

Inzwischen leitet die Website gottloserketzer.de weiter zur Informationshomepage des Sprechers und Gründers der Arbeitsgemeinschaft Trennung von Staat und Kirche/Religion in der Partei DIE LINKE, Christian Dicker. Diese Arbeitsgemeinschaft gehört anscheinend zum Kreisverband München[2] und ist, anders als etwa die AG Christinnen und Christen bei der Partei DIE LINKE, nicht auf der Seite Weitere Strukturen der Partei Die Linke aufgeführt.

Initiative Voran - Die Sozialhumanisten (IV)

Die IV begann im April 2006 als Internetforum, in dem unter zunächst einzeln eingeladenen Mitgliedern ein Programm entwickelt wurde. Inzwischen verfügt die Gruppe über einen Satzungsentwurf, den fünften modifizierten Programmentwurf und einen langsam wachsenden Internetauftritt unter sozialhumanismus.de.

Fußnoten

  1. siehe Leserbrief von Irene Nickel, veröffentlicht in der MIZ 1/03; der Text ist auf ihrer Homepage zu finden.
  2. Eintrittserklärung in die Arbeitsgemeinschaft

Weblinks