René Descartes

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Descartes

[de'kart], René, latinisiert Renatus Cartesius, französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschafter

  • La Haye (heute Descartes, Département Indre-et-Loire) 31.3.1596

+ Stockholm 11.2.1650
Aus altem Adelsgeschlecht stammend
zwischen 1604-12 Ausbildung in der scholastischen Philosophie und Naturwissenschaften am Jesuitenkolleg in La Flèche
anschliessend Studium der Rechte in Poitiers bis 1616
ab 1618 Kriegsdienste in den Armeen Moritz' von Nassau und des Kurfürsten Maximilian von Bayern
nach dem Militärdienst zwischen 1625-29 rege Reisetätigkeit durch Europa
nach kurzzeitiger Rückkehr nach Paris erfolgte die Emigration nach Holland
Dort hatte er seine produktivste Phase. Arbeiten in Mathematik, Physik, Medizin und Metaphysik
Während einer Einladung am schwed. Königshof verstarb er in Stockholm 1650


Philosophie:

Sein Leitmotto
"Cogito ergo sum", in seiner Frühphase noch dem methodischen Zweifel verfangen auch "Dubito ergo sum"
Seine Erkenntnistheorie ist binär. Da ist zum einen die Außenwelt »Res extensa« mit ihren physikal. und mathemat. Gegebenheiten, zum anderen die Innenwelt »Res cogitans«. Das Erkennen der Mechanimsen der Aussenwelt führt zur vernunftmäßigen Bildung der Innenwelt. Der Mensch erreicht dadurch den Zustand des »clare et distincte« ("Klar und Deutlich").
Dabei geht er nicht von einer atheistischen, wie man ja durch das Instrument des Zweifels vermuten würde, Position aus, sondern sieht darin gar einen Gottesbeweis.
Er will sich nicht in ein "Ich weiß, dass ich nichts weiß" verlieren, sondern setzt so genannte erste Sätze (darunter auch die Naturgesetze) und die Deduktion als methodische Regel (mit Hilfe in der Innenwelt durch Vernunft erworbene allgemeine Erkenntnisse ein spezifisches Phänomen der Außenwelt zu erklären) als (von Gott?) vorgegeben voraus.

Physik:

Seine Physik ist aus seiner Philosophie gefolgert rein mechanistisch. Alles reale läßt sich nur durch Impulserhaltung aneinander stossender kleinster Materieteilchen -Korpuskeln- erklären. Diesen Anspruch stellte er für die Naturwissenschaft absolut. Den kritischen Einwand wie aber dadurch das Vakuum und die Fernwirkung von Materie (Gravitation) verstehbar wären, konnte er nicht überzeugend ausräumen.
Er gilt nicht unbegründet daher als Entdecker des Impulserhaltungssatzes.
Das Problem, warum aber nur der Mensch eine Innenwelt besitzt -er müßte doch genauso mechanistisch wie ein Tier sein, konnte er zeitleben nicht lösen. Er versuchte in der Zirbeldrüse den Verbindungskanal zwischen beiden Welten zu finden.

Mathematik:

Dort waren seine Leistungen nachhaltiger. Er erkannte wie kaum jemand zuvor die Wichtigkeit, Naturgesetze mit Gleichungen zu definieren (u.a. Kartesische Koordinaten, Fundamentalsatz der Algebra - "Jede algebraische Gleichung n-ten Grades besitzt genau n Lösungen" 1799 von C.F. Gauß bestätigt).

Kritik

Kartesianer gilt fast schon als Schimpfwort für einen (Natur)Wissenschafter, der sogar geistige Eigenschaften rein mechanistisch erklären will. Liebe sei für so einen nur ein Zusammenspiel von Reizen, Instinkten und Hormonen.

Werke

wird noch nachgereicht