Possessionismus

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Possessionismus (lat. possessio, Besitz) bezeichnet nach Horst Herrmann eine mitunter auch unter Wissenschaftlern anzutreffende Haltung, die sich besitzergreifend wie besitzstolz ein für allemal im „Haben“ einer bestimmten Wahrheit (oder gar aller Wahrheiten) dünkt. In diesem Zusammenhang besagt Possessionismus auch, dass Wissenschaft nur genügend ausgereifte Methoden und Techniken zu entwickeln habe, um Wahrheiten entdecken und allen Risiken des Noch-nicht-Besitzens begegnen zu können. Unter Anderem steht ein religiöser, womöglich durch ein „unfehlbares“ Dogma gesicherter Possessionismus in stärkstem Gegensatz zum Agnostizismus, der gegenüber den Rätseln der Welt und des Menschen bescheiden bleibt und nach Zugängen zu Wirklichkeit und Wahrheit forscht, ohne sich je als Besitzer zu fühlen.