Ontologie

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Die Ontologie (aus dem Griechischen όν als Partizip zu ειναι - „sein“ und aus λόγος - „Lehre“, „Wort“) ist eine philosophische Disziplin, die sich mit dem Sein, dem Seienden als solchem und mit den fundamentalen Typen von Entitäten (Gegenstände, Eigenschaften, Prozesse) beschäftigt.

Dabei geht es der Ontologie nur um die Klärung der Grundstrukturen des Seienden, nicht um spezielle Fragen des Seienden, wie z.B. Was ist der Mensch? oder Gibt es einen Gott? oder Hat die Welt einen Anfang? Diese wären Fragen der speziellen Metaphysik. Methodisch geht die Ontologie dabei oft den Weg über die Sprache, in der sie den Niederschlag des Wirklichen und Nichtwirklichen wiederzufinden glaubt. Diesen Weg, den schon Aristoteles in seiner Kategorienschrift gegangen ist, beschreiten beide große Ansätze der Ontologie: der realistische Ansatz und der konstruktivistische Ansatz. Der realistische Ansatz ist dabei historisch mit dem Namen Aristoteles verknüpft und nimmt an, dass die Grundstrukturen sich durch Erfahrung zeigen und in der Sprache widerspiegeln. Der konstruktivistische Ansatz ist mit dem Namen Immanuel Kant verknüpft und meint, dass die Grundstrukturen des Seienden nicht an sich gegeben sind, sondern Projektionen des Denkens über die Sprache in die Welt. Obgleich beide Positionen sich unversöhnlich gegenüberstehen, kann der beschreibende Inhalt der Ontologie bei beiden gleich sein, da es ja um die Strukturen geht, die wir kennen.

Literatur

  • Thomas von Aquin: Über Seiendes und Wesenheit. De ente et essentia Lateinisch-Deutsch, mit Einleitung, Übersetzung und Kommentar herausgegeben von Horst Seidl, Meiner, Hamburg, 1988, ISBN 3-7873-0771-0
  • Willard Van Orman Quine: Ontologische Relativität und andere Schriften, Klostermann, Frankfurt/M., 2003, ISBN 3-465-03251-9
  • Ernst Bloch: Tübinger Einleitung in die Philosophie, Frankfurt a.M.: Suhrkamp, neue erweiterte Ausgabe (!) 1970 (identisch mit Gesamtausgabe Band 13)
  • Uwe Meixner: Einführung in die Ontologie, Wissenschaftl. Buchges., Darmstadt, 2004, ISBN 3-534-15458-4
  • Edmund Runggaldier, Christian Kanzian: Grundprobleme der analytischen Ontologie, Schöningh, Paderborn, 1998, ISBN 3-506-99493-X
  • Benjamin Schnieder: Substanzen und (ihre) Eigenschaften. Eine Studie zur analytischen Ontologie, De Gruyter, Berlin, 2004, ISBN 3-11-018155-X
  • Béla Weissmahr: Ontologie, Kohlhammer, Stuttgart, 1991, ISBN 3-17-011775-0
  • Mario Bunge, Martin Mahner: Über die Natur der Dinge, Hirzel-Verlag, Stuttgart, 2004, ISBN 3-7776-1321-5
  • Hans Burkhardt / Barry Smith (Hrsg.): Handbook of Metaphysics and Ontology, Philosophica Analytica, München, 1991, ISBN 3-88405-080-X
  • Friedo Ricken (Hrsg.): Lexikon der Erkenntnistheorie und Metaphysik, Beck, München, 1984, ISBN 3-406-09288-8
  • Bernhard Lakebrink: Hegels dialektische Ontologie und die thomistische Analektik, Henn, Düsseldorf, 1955
  • Georg Lukács: Ontologie - Marx. Zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins. Die Ontologischen Grundprinzipien bei Marx, 1972
  • Fernand van Steenberghen: Ontologie, Benziger, Einsiedeln, 1953
  • Heinrich Rombach: Substanz, System, Struktur. Die Ontologie des Funktionalismus und der philosophische Hintergrund der modernen Wissenschaft, Alber, München, 1981 ISBN 3-495-47130-8
  • Ian Hacking: Historische Ontologie, Legierungen Bd. 1, hg. von Michael Hampe, Chronos Verlag, Zürich, 2006 ISBN 3-0340-0763-9 (Übersetzt aus dem Englischen von Joachim Schulte)



Weblinks



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