Metaphysik

Aus Athpedia
Wechseln zu:Navigation, Suche

Die Metaphysik (lat. metaphysica, von gr. metá „nach, über“ und phýsisNatur, natürliche Beschaffenheit“, d.h. „was nach der Natur kommt“) ist eine, nach manchen Auffassungen „die“, Grunddisziplin der Philosophie. Sie behandelt die zentralen Probleme der theoretischen Philosophie in universal angelegten Systementwürfen: die Fundamente (Voraussetzungen, Ursachen oder „ersten Gründe“) und allgemeinsten Strukturen (Gesetzlichkeiten, Prinzipien) sowie den Sinn und Zweck der gesamten Wirklichkeit bzw. allen Seins.

Konkret bedeutet dies, dass die klassische Metaphysik die „letzten Fragen“ behandelt. Warum existiert das Universum und wie ist es entstanden? Gibt es einen Gott und welche Eigenschaften besitzt er? Was ist der Unterschied zwischen Geist und Materie? Besitzt der Mensch eine unsterbliche Seele, verfügt er über einen Freien Willen? Verändert sich alles oder gibt es auch Dinge und Zusammenhänge, die bei allem Wechsel der Erscheinungen immer gleich bleiben?

Das Arbeitsfeld der Metaphysik stellen die nicht empirisch untersuchbaren Bereiche der Wirklichkeit dar, d.h. jene, die einer naturwissenschaftlichen Untersuchung unzugänglich sind. Eine Aussage ist dann metaphysisch, wenn etwas Gehalt- oder Bedeutungsvolles über etwas gesagt wird („synthetisch über etwas geurteilt wird“), das prinzipiell jeder (sinnlichen) menschlichen Erfahrungsmöglichkeit entzogen ist. Zugleich stellt sich die Frage, wie der Mensch trotz seiner begrenzten geistigen Möglichkeiten metaphysische Wahrheiten erkennen kann.

Die frühen metaphysischen Entwürfe stellten in ihrem universellen Anspruch auf Letztbegründung die Wurzel aller philosophischen Disziplinen dar. Dabei fordert jedes vollständig ausgearbeitete System einer Metaphysik zugleich seine umfassende und ausschließliche Gültigkeit.

Metaphysik scheint auf natürliche Weise im Menschen angelegt zu sein. Immanuel Kant hat sie als „unhintertreibliches Bedürfnis“ bezeichnet, Arthur Schopenhauer definierte den Menschen sogar als „animal metaphysicum“, also als ein „metaphysiktreibendes Lebewesen“.


Siehe auch

Literatur

  • Heinrich Schmidinger: Metaphysik. Ein Grundkurs. Kohlhammer, Stuttgart u.a. 2000, ISBN 3-17-016308-6 (Systematisch-historische Einführung, am Kritizismus Kants orientiert, mit Passagen aus Originaltexten und zum Schluss einen eigenen Entwurf vorlegend)
  • Friedrich Kaulbach: Einführung in die Metaphysik. 5. Aufl. WBG, Darmstadt 1991, ISBN 3-534-04853-9 (Systematische Einführung auf gehobenem Niveau)
  • Willi Oelmüller, Ruth Dölle-Oelmüller, Carl-Friedrich Geyer: Diskurs: Metaphysik. 2. Aufl. Schöningh, Paderborn u.a. 1995, ISBN 3-8252-1277-7, ISBN 3-506-99371-2 (Sammlung zentraler Texte zur Metaphysik mit allgemeiner Einführung)
  • Friedo Ricken (Hrsg.): Lexikon der Erkenntnistheorie und Metaphysik. Beck, München 1984, ISBN 3-406-09288-8 (Umfassende Artikel zu Einzelfragen von ausgewiesenen Experten)
  • Jörg Disse: Kleine Geschichte der abendländischen Metaphysik. Von Platon bis Hegel 2. Aufl. WBG, Darmstadt 2004, ISBN 3-534-15501-7 (Gut verständliche und dennoch anspruchsvolle Einführung in die wesentlichen Etappen der Geschichte der Metaphysik)

Weblinks



Der Text auf dieser Seite basiert, soweit nicht anders angegeben, auf dem Artikel Metaphysik aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Die Inhalte stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist dort abrufbar.