Lichtfreunde

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Die Lichtfreunde (eigentlich Verein der Protestantischen Freunde) lösten sich 1841 von der evangelischen Amtskirche und setzten sich für ein vernunftgemäßes, praktisches Christentum ein. Die protestantischen Lichtfreunde forderten von der Kirche, dass sie ihre religiösen Formen, Formeln und Riten an den Menschen und deren Bedürfnissen zu orientieren habe. Die Religion, so ihre Forderung, müsse verständlich, begreifbar, lebensnah und damit sinnstiftend sein. Nicht der Mensch sei für die Kirche da, sondern die Kirche für den Menschen. Die Geistlichen der Lichtfreunde dachten zumeist deistisch.

Das harte Vorgehen der evangelischen Amtskirche gegen den rationalistisch ausgerichteten Pfarrer Wilhelm Franz Sintenis im Magdeburger Bilderstreit war der Anlass zur Gründung der Lichtfreunde. Auf Einladung des Pfarrers Leberecht Uhlich versammelten sich 16 Gleichgesinnte am 29. Juni 1841 in Gnadau und gründeten den "Verein der Protestantischen Freunde" als innerkirchliche Oppositionsgruppe. Im Volksmund wurden sie "Lichtfreunde" genannt, eine Bezeichnung, die sich schnell durchsetzte.

Ab 1842 fanden zweimal jährlich Hauptversammlungen unter der Leitung Uhlichs in seiner Heimatstadt Köthen (Anhalt) statt. Köthen wurde gewählt, um Gegenmaßnahmen Preußens zu entgehen. Mitte der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts verstärkten sich die politischen Tendenzen in der Gruppe. Unter Gustav Adolph Wislicenus aus Halle an der Saale entstand ein radikaler, demokratisch-aktionistischer Flügel. Am 10. August 1845 wurden alle Versammlungen der Lichtfreunde in Preußen verboten.

Die Lichtfreunde vereinigten sich 1859 in Gotha mit den Deutsch-Katholiken zum Bund Freireligiöser Gemeinden.

Literatur

  • Horst Groschopp: Dissidenten. Freidenkerei und Kultur in Deutschland, Dietz Verlag, Berlin 1997. ISBN 3-320-01936-8
  • Helmut Steuerwald: Kritische Geschichte der Religionen und freien Weltanschuungen. Eine Einführung, Angelika Lenz Verlag, Neustadt am Rübenberge 1999. ISBN 3-933037-08-5