Latein

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Als Latein (lat. lingua latina „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner, den Bewohnern von Latium mit Rom als Zentrum, gesprochen wurde. Es war Amtssprache des Römischen Reichs und zu dieser Zeit dominierende Verkehrssprache in weiten Teilen Europas. Als tote Sprache hat es heute vor allem in der Lateinischen Kirche und im Bildungswesen der westlichen Welt große Bedeutung.

Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen. Sprachtypologisch zählt Latein zu den fusionalen und zu den Akkusativsprachen.

Latein in der katholischen Kirche

Latein ist die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein und erst mit ihrer Veröffentlichung in Latein erhalten sie ihre verbindliche Gültigkeit. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken). Bis zur Liturgiereform 1970 unter Paul VI. war Latein die offizielle Gottesdienstsprache (vgl. Tridentinische Messe) und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen. Im März 2007 empfahl er in dem Schreiben „Sacramentum caritatis“ ausdrücklich die Anwendung des Lateinischen in Gottesdiensten.

Für die Pflege und Weiterentwicklung der lateinischen Sprache rief Papst Paul VI. 1976 die Stiftung Latinitas ins Leben, welche sich darum bemüht ein dem neuzeitlichen Sprachgebrauch angemessenes Latein zu erstellen. Hierzu veröffentlicht sie neben einer Zeitschrift das Lexicon recentis latinitatis, das Lexikon des Neulateins, welches in seiner letzten Überarbeitung 2004 mit 15.000 neuen Begriffen erschien, darunter etwa das lateinische Wort für „Computer“ „instrumentum computatorium“.

Siehe auch: Lateinische Kirche

Literatur

  • Joachim Grzega: „Latein - Französisch - Englisch: Drei Epochen europäischer Sprach- und Wortschatzgeschichte“, in: Grzega, Joachim, EuroLinguistischer Parcours: Kernwissen zur europäischen Sprachkultur, Frankfurt: IKO, 2006, S. 73-114. ISBN 3-88939-796-4.
  • Jules Marouzeau: Das Latein, München (dtv) 1969
  • Wilfried Stroh: „Latein als Weltsprache“; in: Hölkeskamp, K.-J./Stein-Hölkeskamp, E. (Hgg.): Erinnerungsorte der Antike. Die römische Welt, München (C.H.Beck) 2006, S. 185-201.
  • Karl-Wilhelm Weeber: Mit dem Latein am Ende? Tradition mit Perspektiven, Göttingen (V&R) 1998 (ISBN 3-525-34003-6)
  • Karl-Heinz Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus): Meine ersten Wörter und Sätze Latein, ars edition, 1992, ISBN 3-7607-4575-X
  • Handbuch der Altertumswissenschaft
  • Sidney Allen: Vox Latina. Guide to the Pronunciation of Classical Latin. Cambridge University Pr. 1978 (ISBN 978-0521379366)

Weblinks


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