Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Aus Athpedia
(Weitergeleitet von Hegel)
Wechseln zu:Navigation, Suche
Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg
Georg Wilhelm Friedrich Hegel,
porträtiert von Jakob Schlesinger, 1831

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (* 27. August 1770 in Stuttgart; † 14. November 1831 in Berlin) war ein deutscher Philosoph und zentraler Vertreter des Deutschen Idealismus.

Einleitung

Hegels Philosophie gilt als eine der komplexesten in der Philosophiegeschichte und ist in ihrer Wirkung mit der von Platon, Aristoteles und Kant vergleichbar.

Hegels Werk gliedert sich in „Logik“, „Naturphilosophie“ und „Philosophie des Geistes“, die unter anderem auch eine umfassende Geschichtsphilosophie beinhaltet. Er pflegte eine enge Freundschaft mit Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und Friedrich Hölderlin, mit denen er im Tübinger Stift Theologie studiert hatte.

Sein philosophisches Werk Phänomenologie des Geistes aus dem Jahre 1807 zählt zu den wichtigsten Werken der Philosophie überhaupt. Nach Hegels Tod kam es zu einer Aufspaltung seiner Anhänger in eine „rechte” und eine „linke” Gruppierung. Die Rechts- oder Alt-Hegelianer wie Eduard Gans und Karl Rosenkranz folgten der Hegelschen Philosophie, während die Links- oder Jung-Hegelianer wie Ludwig Feuerbach oder Karl Marx das Staatstragende in Hegels Philosophie kritisierten.

Datei:GeorgWilhelmFriedrichHegel.jpg
Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Insbesondere Karl Marx wurde von Hegel nachhaltig geprägt. Hegels Philosophie gilt als einer der zentralen Ausgangspunkte für den Marxismus. Die Werke Hegels wurden außerdem zum Ausgangspunkt zahlreicher anderer Strömungen im gesamten Bereich der Kultur, wie der Wissenschaftstheorie, aber auch in Kunst (z. B. Richard Wagner[1]) und Kunsttheorie[2], Soziologie, Historie, Theologie, Politik, Jurisprudenz, um nur einige zu nennen. Hegels Werke übten entscheidenden Einfluss auf die im 19. Jahrhundert entstehende Existenzphilosophie (Søren Kierkegaard) aus. Aber auch auf den französischen Existentialismus, vor allem Jean-Paul Sartre, hat Hegel stark eingewirkt. Die Methode Hegels, den Gegenstand dadurch zu begreifen, indem alle seine Ansichten zur Darstellung gebracht werden, erlaubte es, dass sich die gegensätzlichsten Standpunkte auf Hegel berufen haben und noch heute berufen: „Faktisch schloß sich aber alles mögliche an Hegel und seine Dialektik an, der Literat, der Ästhet, der Nihilist.“ [3]

Im Hegelhaus in Stuttgart befindet sich eine Dauerausstellung über den Lebensweg Hegels. Ihm zu Ehren verleiht die Stadt Stuttgart alle drei Jahre den internationalen Hegel-Preis.

Leben

Datei:Hegel.jpg
Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Frühe Zeit (1770–1800)

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (seine Familie nannte ihn Wilhelm) wurde am 27. August 1770 in Stuttgart geboren und wuchs in einem pietistischen Elternhaus auf.

Familie

Der Vater Georg Ludwig (1733-1799), geboren in Tübingen, entstammte einer Familie von Beamten und Pfarrern. Er war ein gewöhnlicher Einkünfteoffizier im fiskalischen Dienst von Württemberg (Rentkammersekretär seit 1766, ab 1796 Rentenkammer-Expeditionsrat). Hegels Mutter, Maria Magdalena Louisa Hegel (geborene Fromm, 1741-1783), stammte aus einer wohlhabenden Stuttgarter Familie, die mehrere Theologen, Rechtsanwälte und hochrangige Beamte hervorgebracht hatte. Sie war gebildet und hatte genügend Kenntnisse, dem jungen Hegel die Grundlagen des Lateinischen zu lehren.

Georg Ludwig und Maria Magdalena haben am 29. September 1769 geheiratet. Wilhelm war das älteste ihrer drei Kinder (vier weitere Kinder sind jeweils kurz nach ihrer Geburt gestorben: 1771, 1774, 1777 und 1779). Seine Schwester, Christiane Louise (1773-1832), die 1807-1814 als Gouvernante für Josef von Berlichingen gearbeitet hatte, hatte 1820 einen Nervenzusammenbruch und wurde für ein Jahr in die Irrenanstalt Zwiefalten eingeliefert. Drei Monate nach Hegels Tod beging sie Selbstmord. Wilhelms Bruder Georg Ludwig (1776-1812), der jüngste, ist kämpfend als Offizier für die Armee Napoleons in der russischen Kampagne gefallen.

Schule

Im Alter von drei Jahren hat Hegel die deutsche Schule besucht, im Alter von fünf Jahren die lateinische. Von sieben bis achtzehn besuchte er die Stuttgarter Grundschule und das Gymnasium am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium. Er war ein ernster, fleißiger und erfolgreicher Schüler und zeichnete sich vor allem durch Neugierde, ein breites Spektrum von Interessen und den Besuch verschiedenster Vorlesungen aus.

Studien und Interessen

Im Alter von acht Jahren hat Hegel die vollständige Werkausgabe von William Shakespeare (18 Bände, in einer deutschen Übersetzung) von seinem geliebten Lehrer Löffler erhalten. Unter den griechischen Autoren waren seine Favoriten Platon, Homer, Aristoteles und Epiktet. Er begeisterte sich für die griechischen Tragödiendichter Euripides und Sophokles und übersetzte Sophokles' Antigone (in Prosa, und ein zweites Mal an der Universität als Gedicht). In Griechisch las er u. a. das Neue Testament sowie die Ilias von Homer. Unter den lateinischen Autoren waren seine Favoriten Titus Livius und Marcus Tullius Cicero; er hat auch einige ihrer Werke übersetzt.

Hegel lernte ab der Sexta auch Hebräisch, zwei Stunden wöchentlich. Er scheint während der Mittagszeit Französischkurse besucht zu haben, die von seiner Schule angeboten wurden. Er lernte auch Englisch, vielleicht von einem Privatlehrer, denn spätestens ab seiner Zeit in Frankfurt (1797-1800) las er englische Zeitungen im Original. Seine deutschen Lieblingswerke waren Johann Wolfgang Goethes Die Leiden des jungen Werthers, Schillers Die Verschwörung des Fiesco zu Genua, Lessings Nathan der Weise, Klopstocks Messias und Hippels Lebensläufe. An deutscher Philosophie las er als Schüler u. a. Moses Mendelssohns Phaedon, und Wolffs Logik.

Die Lieblingsspiele von Hegel waren Schach und Karten. Er begann Tabak zu schnupfen. 1783, im Alter von dreizehn, erlebte Hegel mit dem Tod seiner Mutter wegen Gallenfieber seine erste persönliche Tragödie. Hegel und seine Schwester erkrankten ebenfalls schwer an dieser Krankheit, und beinahe wäre er daran gestorben.

Aus Hegels Schulzeit ist (neben seinen Übersetzungen) vor allem ein Tagebuch (teilweise in Latein) überliefert, geschrieben, mit Pausen, während achtzehn Monaten (angefangen hat er es mit 14, am 26. Juni 1785, der letzte Eintrag stammt vom 7. Januar 1787, mit sechzehn).

Aber das Hauptmerkmal seiner Studien war seine Liebe zu Notizen und Exzerpten, die er sein ganzes Leben lang weiter gesammelt und aufbewahrt hat. Diese Sammlung, alphabetisch geordnet, enthielt Notizen zu klassischen Autoren, Exzerpte von Zeitungen, Traktate zur Philologie, Literaturgeschichte, Arithmetik, Geometrie, angewandter Mathematik, Physik, Moral, Psychologie und Erziehung aus den Standardwerken der Periode. Diese Notizen waren der Rohstoff für weitere Ausarbeitungen, er war auch nicht bloß passiv in diesen Exzerpten; der junge Hegel schrieb auch Abhandlungen, die seine Bewunderung der Klassischen Welt ausdrücken, eine Bewunderung, die er nie verloren hat.

Das Tübinger Stift

Vom Vater ermuntert Theologie zu studieren, hat Hegel sich im Herbst 1788 im theologischen Seminar des Tübinger Stifts eingetragen. Dort wohnte er mit Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und Friedrich Hölderlin] zusammen und schloss mit ihnen Freundschaft. Allerdings zeigte er kein großes Interesse an traditioneller Theologie: seine Predigten galten als langweilig, unterdessen interessierte er sich viel mehr für die Vorlesungen zu den Klassikern. Insbesondere studierte er intensiv Aristoteles, daneben auch Schiller, Spinoza, Jacobi, Herder, Voltaire und Kant.

Hegel hat die Atmosphäre im Tübinger Stift als bedrückend empfunden. Die strenge und künstliche Disziplin des Stiftes erschien ihm wie eine überholte Erbschaft einer düsteren Vergangenheit. Trotzdem hat Hegel weiterhin das Studium geliebt und einen akademischen Beruf angestrebt. Der Ausbruch der französischen Revolution, bedeutete für viele Studenten, und wahrscheinlich auch für Hegel, den Anfang einer neuen Epoche. Dieses aktuelle Ereignis hat im Tübinger Stift, wo auch Studenten des zu Württemberg gehörenden Grafschaft Mömpelgard aus Frankreich studierten, deutlichen Eindruck hinterlassen (s. u.). Hegel beschäftigte sich sehr mit der Französischen Revolution, für die er große Sympathie hegte. Er entwickelte eine besondere Vorliebe im Stift für die Schriften von Rousseau, einer bedeutenden Figur der Aufklärung.

Nach nur zwei Jahren erhielt Hegel im September 1790 den Grad eines Magisters der Philosophie. Am 23. September 1793 bekam er das begehrte theologische Lizenziat verliehen. Die Abschlussbescheinigung von Hegel besagt, dass er gute Fähigkeiten und vielfältige Kenntnisse gehabt habe. Die ursprüngliche Bescheinigung erläutert, dass Hegel der Philosophie viele Bemühungen gewidmet habe. Dies wurde in Latein folgendermaßen verfasst: „Philosophiae multam operam impendit“. Jedoch wurde durch den Fehler eines Kopisten das Wort multam, (viel, viele) als nullam (keiner) übertragen. Viele Biografien wiederholen die spätere, falsche Version. (Siehe dazu das Dokument 46 in der 1977 Ausgabe von Nicolin von „Briefe von und an Hegel“, Vol IV/1 „Dokumente und Materialien zur Biographie“ incl. des Kommentars dort).

Hegels düstere Erscheinung hat ihm von seinen Mitstudenten, denen er sich auf ihren Wanderungen anschloss, um Bier zu trinken und Karten zu spielen, Spitznamen wie „alter Mann“ eingebracht. Wie Terry Pinkard in seiner Biografie von Hegel bemerkt hat:

Wie aufsässig Hegel auch immer gegen die Wege des Seminars war, er blieb dabei der fleißige, ernste Gefährte, der er immer war; seine Freunde am Seminar gaben ihm den Spitznamen 'der alte Mann' (...). Er war nicht zufrieden damit, einfach in der Kneipe zu sitzen, Karten zu spielen und es sich gut gehen zu lassen; er las daneben ziemlich viel und nahm das Lernen äußerst ernst“. (Pinkard 1996)

Hegel profitierte viel von dem intellektuellen Austausch mit seinen später berühmten (zeitweisen) Zimmergenossen Hölderlin und Schelling. Durch Hölderlin begeisterte er sich für Schiller und die alten Griechen, während die Pseudo-Kantianische Theologie seiner Lehrer ihn mehr und mehr abstieß. Schelling teilte diese Ideen. Sie alle protestierten gegen die politischen und kirchlichen inneren Zustände in ihrem Heimatstaat und formulierten neue Prinzipien von Vernunft und Freiheit.

Rezeption der Französischen Revolution im Stift

Im Sommer 1792 nahm Hegel an den Versammlungen eines revolutionär-patriotischen Studentenclubs teil, der Ideen aus Frankreich nach Tübingen brachte. Sie lasen mit großem Interesse französische Zeitungen und Hegel und Hölderlin wurden (zumindest im Rückblick seines ehemaligen Mitstudenten Christian Philipp Friedrich Leutwein) als Jakobiner bezeichnet. Nach der selben Quelle soll Hegel dabei „der enthusiastische Fürsprecher von Freiheit und Gleichheit“ gewesen sein. Mit einer Gruppe gleichgesinnter Studenten studierten sie Plato, Kant und Jacobi. Am 14. Juli 1792 sollen Hegel, Hölderlin und Schelling (der gerade die Marseillaise ins Deutsche übersetzt hatte) um einen Freiheitsbaum auf einer nahe gelegenen Wiese getanzt haben. Diese alte Geschichte wird immer wieder bezweifelt [4], die Geschichte veranschaulicht aber die wahrscheinlichen Tendenzen Hegels und seiner Freunde als begeisterte Anhänger der Französischen Revolution, wie wir sie aus Hegels Briefen und den Zeitumständen im Tübinger Stift kennen.

„Hofmeister“ in Bern...

Hegel schlug nicht die kirchliche Laufbahn ein, nachdem er die Hochschule verlassen hatte. Stattdessen wurde er Hauslehrer, in der Hoffnung auf Zeit und Muße für das Studium der Philosophie und der griechischen Literatur in seiner Freizeit. 1793 erhielt Hegel mit Hilfe von Johannes Brodhag, (dem Gastwirt von Schillers Lieblingsgasthaus in Stuttgart, dem „Ochsen“), eine Anstellung in Bern, wo er den Kindern des Kapitäns Karl Friedrich von Steiger Privatunterricht geben sollte. In jenen Tagen hatte ein junger Magister der Theologie aus dem Bürgertum im wesentlichen nur die Wahl, Pastor oder Hofmeister zu werden. Hölderlin und Hegel entschieden sich für die Belastungen des Hofmeisterberufs.

Wie Anthony La Vopa in seinem Essay „Anmut, Talent und Verdienst“ berichtet:

„Eine der Standardbeschwerden am Ende des Jahrhunderts war, dass die übersteigerten Erwartungen der Eltern in einem grotesken Kontrast zu der armseligen Bezahlung und den erniedrigenden Beschäftigungsbedingungen standen, die die Hofmeister aushalten mussten.“

Wie alle wichtigen Bürger von Bern war auch Kapitän („Dragonerhauptmann“) Karl Friedrich von Steiger (1754-1841) Mitglied der Gesetzgebung, des großen Rates von Bern („Conseil Souverain“). Er nahm diesen Posten nach dem Tod seines Vaters 1785 ein. Karl Friedrich und sein Vater Christoph von Steiger (1725-1785) gehörten früher zum Berner Patriziat, aber ihre Kritik an ihren Standesgenossen wuchs und so zogen sie sich aus dem Rat zurück. Die vergleichsweise liberalen Ideen der Steigers fielen bei Hegel auf fruchtbaren Boden. Die Steigers führten Hegel auch in die damalige soziale und politische Situation in Bern ein.

Nach Martin Bondeli, dem führenden Experten für die Berner Periode Hegels, hatten Hegel und die Steigers einige lebhafte Kontroversen über Politik und Philosophie, insgesamt jedoch freute sich der junge Hegel, dass die Familie Steiger nach Wissenschaft und Bildung strebte und er von ihnen Kritik an der Berner Politik hörte.

Studien in der Bibliothek der Steigers

Im Winter blieben die Steigers in ihrer Berner Stadtwohnung in der Junkerngasse 51, nahe der Berner Stadtbibliothek. Den Sommer verbrachten sie auf ihrem Weingut in Tschugg bei Erlach (im Randgebiet von Bern). Dort stand Hegel ihre Privatbibliothek zur Verfügung, die von Christoph von Steiger d. Ä. (1651-1731) gegründet war. Die Bibliothek war von Christoph von Steiger d. J., einem Staatsmann, der ein spezielles Interesse an der politischen Literatur der Antike und vom Mittelalter bis zur Neuzeit hatte, angelegt worden. Sie war reich an Büchern der französischen und englischen Autoren, die sonst in Bern eher selten waren. Karl Friedrich von Steiger trug weniger zu dieser Bibliothek bei, obgleich er später seine 3.871 Bücher katalogisierte (der vollständige Katalog ist in „Hegel in der Schweiz“ veröffentlicht, herausgegeben von H. Schneider und N. Waszek).

In Tschugg las Hegel einen beträchtlichen Teil dieser Bibliothek, mit besonderem Schwerpunkt auf Montesquieu (Esprit des Lois), sowie Grotius, Hobbes, Hume, Leibniz, Locke, Machiavelli, Rousseau, Shaftesbury, Spinoza, Thukydides und Voltaire. Diese Autoren waren auch die Lieblingsautoren Christoph von Steigers. Man kann also sagen, dass Hegel in seiner Berner Periode die Grundlage für sein breites Wissen in Philosophie, Sozialwissenschaften, Politik, Volkswirtschaft und der politischen Ökonomie gelegt hat. Die Spuren dieses weiten und spezialisierten Wissens finden sich z. B. in Hegels berühmter Philosophie des Rechtes (1821).

Rezeption der Französischen Revolution in Bern

In Bern erhielt Hegel sein Interesse für die revolutionären politischen Ereignissen in Frankreich aufrecht. Seine Zuneigungen gingen bald zur „Girondisten“-Fraktion, weil er zunehmend ernüchtert wurde über die übermäßige Brutalität der jakobinischen Schreckensherrschaft. Im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen behielt er aber auch sein weiteres Leben einen optimistischen und nüchternen Blick auf die Ereignisse in Frankreich, die suksessive folgenden revolutionären Regierungen dort und die von ihnen eingeführten Änderungen. Er gab nie sein früheres positives Urteil über die Ergebnisse der französischen Revolution auf.

Die Interessen von Hegel an der revolutionären Politik und seinen Zuneigungen für die Sache der Girondisten werden durch seine ausführliche Übersetzung ins Deutsche (begleitet durch einen umfassenden positiven Kommentar) der Druckschrift von Jean-Jacques Cart „Über die ehemaligen politischen Beziehung zwischen Vaud und der Stadt Bern“ bezeugt. Die Druckschrift Carts war eine heftige Anklage gegen die tyrannische Unterdrückung der Bürger von Vaud durch die Berner Aristokratie. Cart unterstützte ein Eingreifen der französischen Revolutionstruppen in der Schweiz, um die Berner Herrschaft über Vaud zu beenden. Die Berner Behörden verboten Carts Druckschrift und Cart musste nach Frankreich fliehen, wo er auf den Schutz von Mitgliedern der Girondisten zählen konnte. Später sorgte ein militärisches Eingreifen Frankreichs in der Tat für Vauds Unabhängigkeit von Bern.

In seiner Übersetzung der Druckschrift Carts fügte Hegel eine klare Ermahnung zu allen kleinen deutschen Fürsten ("Discite justitiam moniti") hinzu, in der er schreibt, dass Frankreich mit der Tyrannei Schluss gemacht hätte, weil die Grundsätze der Revolution unbesiegbar seien. Sowohl Übersetzung als auch Kommentar wurden anonym 1798 (als Hegel Bern schon in Richtung Frankfurt verlassen hatte) veröffentlicht. Die Autorschaft von Hegel wurde erst 1909 wieder entdeckt, 111 Jahre später.

Frühe theologische Schriften

Ein anderer Faktor in seinem philosophischen Wachstum kam aus seinem Studium des Christentums. Unter dem Einfluss von Lessing und Kant bemühte er sich, aus den Berichten des Neuen Testamentes die wirkliche Bedeutung von Christus zu analysieren und das spezifisch Neue des Christentums zu erfassen. Die Aufsätze, die er nur für sich selbst schrieb, wurden erst posthum 1907 von dem Dilthey Schüler Nohl unter dem Titel 'Hegels theologische Jugendschriften' veröffentlicht (und lösten damit ein erneuertes Interesse an Hegel aus).

Besuch in Genf

Im Mai 1795 besuchte Hegel Genf. Etwa ein Jahr später, im Juli und August 1796, machten Hegel und drei andere Privatlehrer eine angenehme Reise durch das Berner Oberland und Hegel schrieb dazu ein ausführliches Tagebuch. Er war über das verschiedene Spiel der Wasserfälle erfreut, aber er sah auch klar das Elend vieler Bauern zu dieser Zeit in der Schweiz. Gletscher und Felsen konnten kein Entzücken bei ihm hervorrufen.

... und in Frankfurt

Zum Ende seines Vertrags in Bern machte Schelling Hegel vergeblich Hoffnungen auf eine Anstellung in Jena. Hölderlin, jetzt in Frankfurt, erwirkte eine Hauslehrerstellung für seinen Freund Hegel in der Familie von Herrn Johann Noe Gogel, einem Wein-Großhändler mit Haus „Am Roßmarkt“ im Zentrum Frankfurts (Januar 1797). Der neue Posten gab Hegel mehr Freizeit und die Gesellschaft, die er brauchte.

Hegel setzte in Frankfurt seine unaufhörlichen Studien der Volkswirtschaft und Politik, einschließlich des „Untergangs des Römischen Reiches“ von Edward Gibbon, Hume, und „Der Geist der Gesetze“ von Montesquieu fort. Rosenkranz (erster Biograf von Hegel) stellt fest, dass das Interesse von Hegel an Wirtschaftsfragen in Frankfurt begann. Dabei waren es hauptsächlich die Bedingungen in England, die seine Wissbegierde erregten, und er las regelmäßig die englischen Zeitungen und machte sich ausführliche Exzerpte von ihnen.

Sein Interesse an der täglichen Politik nahm außerordentlich zu. Seine Exzerpte von englischen Zeitungen zeigen, dass Hegel mit geschärftem Interesse den parlamentarischen Debatten über den „Bill von 1796“, den so genannten Armenrechten über die öffentliche Sozialfürsorge, folgte wie auch den Nachrichten über die Reform des preußischen Zivilrechts („Landrecht“). Nach Rosenkranz („Hegels Leben“, S. 85-86) schrieb Hegel zwischen dem 19. Februar und dem 16. Mai 1799 einen Kommentar zur deutschen Übersetzung des Buches von Steuart „Untersuchung über die Grundsätze der politischen Ökonomie“ (Der Kommentar lag noch Rosenkranz vor, ist aber heute leider nicht mehr erhalten).

Hier, wie auch in seinen Kritiken der Moralschriften von Kant während dieser Periode, zielte Hegel darauf ab, die einseitige Diskussion eines Themas zu korrigieren, indem er es in seinen systematischen Verbindungen behandelte. Kirche und Staat, Recht und Moral, Geschäft und Kunst, wurden von Hegel im Zusammenhang der Gesamtheit des menschlichen Lebens untersucht, von dem sie in der damaligen Debatte isoliert worden waren.

Jena: Beginn der Universitätskarriere (1801-1807)

Als Hegels Vater im Januar 1799 starb, empfing er ein zwar bescheidenes Erbe, das es ihm indes ermöglichte, wieder an eine akademische Karriere zu denken. Ende 1800 bittet er Schelling in einem Brief um eine Einführung in Bamberg, wo er bei günstigen Lebenshaltungskosten und gutem Bier hoffte, sich auf das intellektuelle Abenteuer Jena vorzubereiten.

Im Januar 1801 erreichte Hegel Jena. Das strahlende Zeitalter der Jenaer Universität, als die frühromantischen Dichter, Tieck, Novalis und die beiden Schlegelbrüder Jena zum Hauptquartier ihrer fantastischen Mystik gemacht hatten, und Fichte die Resultate von Kant in revolutionäre Ideen verwandelte, war damals bereits vorüber. Schelling war der philosophische Held der Zeit. In einigen Kreisen wurde schon von Hegel als einem neuen Kopf gesprochen, der Schelling in seinem Kampf gegen die Kantianer helfen solle.

Differenzschrift (Unterschied der Systeme Fichtes und Schellings)

In dieser ersten Veröffentlichung Hegels, einem Aufsatz über den Unterschied der Philosophischen Systeme Fichtes und Schellings (1801), stellte sich Hegel, bei allen sich schon andeutenden Differenzen, in der Hauptsache hinter Schelling und gegen Fichte.

Kritisches Journal der Philosophie

Noch bemerkenswerter war ihre Zusammenarbeit im „Kritischen Journal der Philosophie“, das Schelling und Hegel zusammen 1802-1803 herausgaben und schrieben. So wenig offensichtlich war der Unterschied zwischen ihnen zu dieser Zeit, dass es in einem oder zwei Fällen nicht möglich ist zu bestimmen, von wem der Aufsatz geschrieben wurde. Noch später sahen ausländische Kritiker wie Vetter viele Gemeinsamkeiten und bezeichneten Hegel unter anderem als Apostel Schellings.

Die Artikel, die Hegel in dieser Zeitschrift schrieb, umfassen so wichtige wie sein „Glauben und Wissen“ (Juli 1802, eine Kritik von Kant, Jacobi und Fichte) oder sein „Über die wissenschaftliche Behandlungsarten des Naturrechtes“ (November 1802).

Dissertation, Ceres

Das Thema der Doktorarbeit, durch die sich Hegel für die Stellung als Privatdozent qualifizierte (De orbitis planetarum, 1801), war wahrscheinlich unter dem Einfluss der Naturphilosophie Schellings gewählt. Die Arbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit der Himmelsmechanik Keplers und Newtons. Im letzten Abschnitt diskutiert sie kritisch das Titius-Bode-„Gesetz“ der Planetenabstände (welches a priori einen Planeten zwischen Mars und Jupiter deduziert) und konstruiert dann (unter Umformung einer platonischen Zahlenreihe) eine andere Zahlenfolge, welche die Lücke in den Abständen zwischen Mars und Jupiter besser abbildet (Hegel schrieb nicht, dass kein Planet zwischen Mars und Jupiter sei, sondern nur, dass seine Folge den empirischen Daten besser gerecht würde).

Jedoch hatte der Astronom Giuseppe Piazzi bereits am 1. Januar 1801 an genau dieser Stelle zwischen Mars und Jupiter ein Objekt entdeckt. Spektrale Analyse (mit denen man heutzutage zwischen Kometen und Planeten unterscheidet), waren damals unbekannt und so konnte Piazzi nicht sicher sein, ob das von ihm entdeckte Objekt ein Planet, ein Komet, oder ein anderer Körper war, aber es war auf jeden Fall ein bedeutender Körper zwischen Mars und Jupiter. Heute kennen wir ihn als Ceres, den ersten entdeckten Asteroiden. Piazzi war im Stande, diesem neuen Gestirn für neun Grade zu folgen (ungefähr 2.5 % seiner später errechneten Umlaufbahn um die Sonne). H. W. M. Olbers beobachtete das neue Objekt wieder am 7. Dezember 1801. Bis zu diesem Datum wurde die Entdeckung eines neuen Gestirns noch in Zweifel gezogen. Noch im November 1802 kam der Berliner Astronom W. Herschel (der Entdecker des Uranus) zu dem Schluss, dass Ceres ein Komet und kein Planet sei. Erst Jahre später schaffte Gauss mit der Veröffentlichung seiner Berechnungen der Ceres-Bahn (für die er eigens ein neues mathematisches Verfahren entwickelte, um diese aus den wenigen Beobachtungsdaten zu errechnen) endgültige Klarheit.

Im August 1801, als sich Hegel mit seiner Doktorarbeit qualifiziert hatte, kannte Hegel wahrscheinlich die Beobachtung Piazzis aus den wissenschaftlichen Zeitungen (gemäß dem philologischen Nachtrag zu Hegel Werke 5), erwähnte diese aber nicht in seiner Dissertation (In der 1.Auflage seiner Enzyklopädie, von 1817, schreibt Hegel in einer Fussnote, dass er die von ihm vorgeschlagene Reihe der Planetenabstände aus seiner Dissertation nicht aufrecht erhalte).

Die späteren Kritiker Hegels, insbesondere unter den Naturwissenschaftlern, haben das Ganze so dargestellt, als habe Hegel hier einen wissenschaftlichen oder gar methodischen Fehler gemacht. Die (selten gelesene, lateinische) Dissertation wurde von seinen Gegnern als das Beispiel für die angebliche a priori Philosophie Hegels angeführt. Erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden diese Vorwürfe anhand der Übersetzung und Analyse der Dissertation und der Rekonstruktion der Vorgänge um die Entdeckung des Ceres aufgeklärt.

Vorlesungen in Jena

Hegels erste Jenaer Vorlesung über „Logik und Metaphysik“ im Winter von 1801 bis 1802 wurde von elf Studenten besucht. Nachdem Schelling Mitte 1803 Jena in Richtung Würzburg verlassen hatte, arbeitete Hegel nun seine eigenen Ansichten aus. Außer philosophischen Studien von Platon und Aristoteles, las er Homer und griechische Tragödien, machte Exzerpte aus Büchern, besuchte Vorlesungen über Physiologie und befasste sich mit Mineralogie und anderen Naturwissenschaften.

Ab 1804 hielt Hegel Vorlesungen über seine theoretischen Vorstellungen vor einer Klasse von ungefähr dreißig Schülern (unter ihnen der Holländer van Ghert sowie Gabler, der später Hegels Nachfolger als Professor der Philosophie in Berlin wurde). Hegel hielt darüberhinaus Vorlesungen über Mathematik. Während er unterrichtete, verbesserte er ständig sein ursprüngliches System. Jedes Jahr versprach er seinen Studenten aufs Neue ein eigenes Lehrbuch der Philosophie - das immer wieder verschoben wurde.

Nach Empfehlung durch Goethe und Schelling wurde Hegel im Februar 1805 zum a. o. Professor ernannt und im Juli 1806 erhielt er seine erste und einzige Besoldung - 100 Thaler.

In Jena war Hegel nicht beliebter oder bekannter als die anderen Privatdozenten der Philosophie, zum Beispiel K.C.F. Krause und Fries, wobei jeder seine eigenen Anhänger hatte. 1805, als mehrere Vortragende wegen rückläufiger Schülerzahlen zurücktraten, erkundigte sich auch Hegel schriftlich bei Johann Heinrich Voss (den Übersetzer Homers)über die Aussichten für eine Stelle in Heidelberg zu erkundigen, jedoch erfolglos.

1806 entstand in Jena die „Phänomenologie des Geistes“. Wegen der Besetzung Jenas im Jahre 1806 durch französische Truppen unter Napoleon, war Hegel gezwungen die Stadt zu verlassen. Hegel erlebte jedoch den Einzug Napoleons in die Stadt mit und war, als Anhänger der Französischen Revolution, begeistert davon, diese „Weltseele zu Pferde” gesehen zu haben. Er wechselte nach Bamberg und wurde dort Redakteur der "Bamberger Zeitung".

Nürnberg (1808–1816)

Die Zeit als Gymnasiallehrer

Über die Beschäftigung als Redakteur der Bamberger Zeitung gelangte Hegel 1809 nach Nürnberg. Die Vermittlung dorthin besorgte der Freund Friedrich Immanuel Niethammer, selbst zu der Zeit Oberschulrat und Mitglied der Sektion für öffentliche Unterrichts- und Erziehungsanstalten in München. Niethammers Frau fühlte in einem Beibrief zu einem Verpflegungspaket schon einmal vor, da sich Niethammer nicht sicher war, ob ein derartiges Angebot auf Hegel nicht beleidigend wirke. Doch Hegel war, nachdem sich eine Professur in Heidelberg zerschlagen hatte, für das sichere Einkommen durchaus dankbar. Und so erging am 15. November 1808 die Ernennung zum Professor der Vorbereitungswissenschaften und Rektor des Egidiengymnasiums in Nürnberg.

Die Besoldung betrug 900 Gulden zuzüglich einer Rektoratszugabe von 100 Gulden und freiem Logis, was man ihm anfänglich allerdings in Richtung 100 Gulden oder freies Logis auszulegen versuchte. Hegel hielt nun den Unterricht in Philosophie wie vorgesehen, darüber hinaus aber auch vertretungsweise Germanistik, Griechisch und höhere Mathematik. Die Anforderungen der pädagogischen Vermittlung wirkten sich nach seinen eigenen Aussagen in die Richtung einer Mehrung der Transparenz der Darstellung überaus positiv aus. Als Lehrer-„Persönlichkeit“ scheint er dabei eher zu den Gutmütigen gehört zu haben.

Hegel gliederte den Unterricht in diktierte Paragraphen, von seinen Schülern erwartete er, die Themen des Vortages fehlerfrei wiedergeben zu können. Einen großen Teil der Unterrichtszeit nahmen die von Hegel erwünschten Zwischenfragen und die anschließenden Erklärungen in Anspruch.

Das so in die Hefte gebrachte philosophische Wissen wurde später von Karl Rosenkranz aus den Schülermitschriften kompiliert und als Philosophische Propädeutik herausgegeben. Aber auch Hegel selbst griff in der Heidelberger Zeit auf seine Aufzeichnungen der Philosophiestunden am Egidiengymnasium gern zurück.

Die erhoffte Ordnung der finanziellen Verhältnisse stellte sich allerdings nicht ein. So wenig die öffentlichen Gelder für einen Pedell, einen Kopisten etc. gereicht zu haben scheinen, so wenig ist man wohl auch in der Lage gewesen, den Rektor selbst regelmäßiger Zahlungen zu versichern. Rückstände von Monaten in der Anweisung des Gehaltes konnten vorkommen und brachten Hegel in neue alte Schwierigkeiten. In anderer Hinsicht brachte die Nürnberger Zeit allerdings etwas Neues. Wohl zu seiner eigenen Überraschung lernte Hegel hier eine junge Frau kennen, die mit ihm in den Stand der Ehe zu treten gewillt war:

Ehestand Hegels

Hegel machte am 16. April 1811 Marie von Tucher einen Heiratsantrag. Sie war zu diesem Zeitpunkt gerade zwanzigjährig und somit in etwa halb so alt wie Hegel selbst. Dennoch scheinen die Bedenken des Vaters, Jobst Wilhelm Karl Freiherr von Tuch zu Simmelsdorf, Senator der Stadt Nürnberg, und auch der Mutter Maries, geb. Susanna Freiin Haller von Hallerstein, nichts mit dem großen Altersunterschied der Beiden zu tun zu haben.

Als Niethammer von der Neuigkeit mit dem Datum des 18. Aprils 1811 erfuhr, schrieb Hegel dazu, sein „Glück ist zum Teil an die Bedingung gebunden, dass [er] eine Stelle auf der Universität erhalte“, da Marie doch neben der Aussteuer mit einer jährlichen Apanage von 100 Talern beschieden werden sollte. Um die Sache nicht zu dramatisieren, erweist sich Niethammer auch hier als Freund und antwortet mit einer Art Empfehlungsschreiben für Hegel, durchaus zur Vorlage bei den Tuchers geeignet.

Auf diese oder andere Weise scheinen sich die Tucherschen Bedenken dann zerstreut zu haben, denn für den 16. September 1811 wurde die Hochzeit anberaumt. Der Ehe entsprang eine Tochter, die allerdings kurz nach der Geburt verstarb. Der nachfolgende Sohn wurde nach Hegels Großvater Karl benannt und später als Professor für Geschichte bekannt. Der nachfolgende (zweite) Sohn Hegels erhielt nach seinem Paten Niethammer den Namen Immanuel und brachte es zum Konsistorialpräsidenten der Provinz Brandenburg. Auch wurde das Verhältnis der Eheleute als bis zum Tode durchgehend von liebevoller Zuneigung geprägt beschrieben.

Abfassung der Logik

In genau der Zeit kurz nach der Eheschließung begann Hegel auch an seiner Wissenschaft der Logik zu schreiben. „Es ist keine Kleinigkeit, im ersten Semester seiner Verheiratung ein Buch des abstrusesten Inhaltes [...] zu schreiben“ bekam Niethammer im Februar 1812 zu hören. Im Jahr 1813 wurde Hegel dann zum Schulrat ernannt, womit sich seine materielle Situation etwas verbesserte.

Heidelberg (1816-1818)

Im Jahre 1816 nahm er eine Professur für Philosophie an der Universität Heidelberg an. Am 19. Oktober 1816 traf Hegel in Heidelberg ein. Am 28. Oktober hielt er seine Antrittsvorlesung. Als Vorlesungsleitfaden erschien im Mai 1817 die erste Auflage der „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften“.

Er arbeitete in der Redaktion der „Heidelberger Jahrbücher für Literatur“ mit. Dort erschien seine Schrift über die Verhandlungen der Landstände des Königreiches Württemberg.

Am 26. Dezember 1817 erhielt Hegel das Angebot von zum Altenstein, dem ersten preußischen Kultusminister, an die Berliner Universität zu kommen.

Berlin (1818–1831)

Datei:Grave-of-Hegel.jpg
Grab von Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Im Jahre 1818 folgte Hegel dem Ruf an die Universität von Berlin, deren Rektor zu dieser Zeit Schleiermacher war. Hier wurde er Nachfolger auf dem Lehrstuhl von Johann Gottlieb Fichte. Am 22. Oktober 1818 hält Hegel seine Antrittsvorlesung. Von da an liest er in der Regel wöchentlich zehn Stunden. Seine Vorlesungen wurden schnell populär und deren Hörerschaft vergrößerte sich weit über das universitäre Umfeld, denn auch Kollegen und Staatsbeamte suchten nun seine Lehrveranstaltungen auf. Im Jahr 1821 erschien sein letztes von ihm persönlich gefertigtes Werk Grundlinien der Philosophie des Rechts. Hegel wurde selbst Rektor der Universität im Jahre 1829. Er starb 1831 an der in Berlin stark verbreiteten Cholera und wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof begraben.

Schleiermacher

Schleiermacher, Professor für Theologie, war ein prominenter Kollege Hegels. Ihr Verhältnis war geprägt von Meinungsverschiedenheiten und kleineren Konflikten.

In einem Vorwort zu einer Buchbesprechung polemisiert Hegel 1822 heftig gegen die Gefühlstheologie Schleiermachers:

„Gründet sich die Religion im Menschen nur auf ein Gefühl, … so wäre der Hund der beste Christ, denn er trägt dieses“ – das Gefühl seiner Abhängigkeit (Anm. des Verfassers) – „am stärksten in sich … Auch Erlösungsgefühle hat der Hund, wenn seinem Hunger durch einen Knochen Befriedigung wird.“ [5]

Hostienstreit

Hegel war Protestant und lehnte das katholische Abendmahlsverständnis daher ab. In einer Vorlesung bemerkte er einmal, dass, wenn eine Maus die Hostien im Tabernakel anknabberte, ein Strenggläubiger ihre Kothäufchen anbeten müsste. Dieses Beispiel ärgerte natürlich den katholischen Klerus, der sich prompt an höherer Stelle beschwerte. Hegel, der sich der Solidarität seiner Studenten sicher sein durfte, war dennoch genötigt, zu den Äußerungen öffentlich Stellung zu nehmen.

Der Staatsphilosoph

Hegel war in den Berliner Jahren ein Anhänger der konstitutionellen Monarchie Preußens. Nach seiner Begeisterung für den revolutionären Aufbruch 1789, dem Erschrecken über den Menschen „in seinem Wahn“ (Schiller) und dem Scheitern Napoleons hatte bei Hegel eine politische Neuorientierung stattgefunden. Er söhnte sich mit den politischen Gegebenheiten aus. Er war sicher kein Freund von Stechschritt und Duckmäuserei, aber er war auch kein Rebell. Er war ein bürgerlicher Philosoph, d.h. Bürger eines Staates. Und in diesen ordnete er sich ein, wie er es seine Studenten dann auch lehrte. Aber der Staat war nicht Selbstzweck, sondern hatte einen Mittelpunkt, um den er kreisen sollte: die Verwirklichung und Gestaltung der Freiheit.

Durch Minister Altenstein wurde Hegels Philosophie in Preußen begünstigt.[6] So hat Meyers Conversationslexikon Hegel zu Preußens Staatsphilosophen erklärt. Doch diese Periode dauerte nur kurz; der Ruf des Staatsphilosophen aber blieb. Der rationalistischen Staats- und Rechtstheorie der Aufklärung ist in der Restauration eine gegenrationalistische Philosophie der Geschichte und des positiven Rechts erstanden (De Bonald, de Maistre, Thierry, Guizot; v. Haller, Zachariä, Savigny, Niebuhr, Schlegel, Schleiermacher).[7]

Verständlicherweise hat sich in dieser politischen Situation und bei diesem Stand der Diskussion sofort nach Erscheinen der „Rechtsphilosophie“ dem deutschen Publikum die Frage gestellt, inwieweit sich Hegel mit seiner These der Vernünftigkeit des Wirklichen der deutschen restaurativen Tendenz angeschlossen habe.[8]

Hegel hat zur politischen Philosophie mehrere unterschiedliche Anläufe genommen. Dabei ist fraglich, ob derjenige Ansatz, der schließlich in der Enzyklopädie und in der Rechtsphilosophie zum Tragen gekommen ist, nach heutigen Gesichtspunkten unbedingt der interessanteste ist.[9]

Hegels Thesen zur Bedeutung und Rechtfertigung des staatlichen Strafens beeinflussten maßgeblich die Rechtsphilosophie und Rechtswissenschaft. Ihm wird der Satz zugeschrieben, Strafe sei die „Negation der Negation des Rechts“ - s. a. Der Strafbegriff bei Hegel.

Die Popularität Hegels

Hegels Popularität und Wirkungsmacht weit über seinen Tod hinaus ist vor allem auf die Berliner Zeit zurückzuführen. Die Universität war ein wissenschaftliches Zentrum jener Zeit und hat viele Generationen geprägt. Da die Hegelianer über Jahrzehnte die Hochschule prägten, war ihr Stallgeruch in allen Fakultäten spürbar – und aufgrund von einseitigen Interpretationen seiner Lehre nicht immer segensreich. Konnte Hegels Lehre den Geisteswissenschaften wertvolle Impulse geben, erschien sie den Naturwissenschaften lange Zeit als Hemmschuh oder wurde bestenfalls ignoriert. Eine ganzheitliche Betrachtungsweise der natürlichen und geistigen Phänomene macht Hegels Naturphilosophie jedoch wieder zunehmend populär. Seine Schüler stellen nach dem Tod Hegels aus seinem Nachlass und aus den Mitschriften einzelner Hörer Texte zusammen, die sie als Bücher veröffentlichen.

Philosophie

Ausgangspunkt der Dialektik

Hegel war ein idealistischer Philosoph, der das dialektische Denken in spekulative Höhen trieb und enzyklopädisch ausweitete. Sein System resultiert aus dem Grundsatz: „Das Wahre ist das Ganze.“ [10]. Dieses Wahre-Ganze realisiert sich in der Geschichte durch antithetische Teilwahrheiten, die sich in einer höheren Synthese zusammenfinden. Diese wird ihrerseits zur Antithese in einem neuen Gegensatz. Der dialektische Grundgegensatz ist derjenige von Idee und Natur, welcher im Begriff des Geistes aufgehoben wird [11]. Der Geist kommt in der Natur (seinem „Anderen“) gestaltend zu sich selbst, zum Bewusstsein seiner eigenen Idee, indem er die Natur (durch Arbeit) wie sich selbst (in Staat, Kunst, Religion und Philosophie) nach der Idee formt bzw. bildet. Hegels spekulatives, aufs „große Ganze“ gerichtete Denken wird einerseits als Fortsetzung von, andererseits aber auch als deutlicher Gegensatz zu der Philosophie Immanuel Kants gesehen. Während Kant sich selbst eher in der Tradition der englischen Philosophie sah und noch klar dem Zeitalter der Aufklärung angehört, ist Hegel in die deutsche Klassik einzuordnen.

Dialektik

Der zentrale Begriff, den man mit Hegels Denken verbindet, lautet Dialektik (griech.: „dialegestai“). Dieser Begriff hat eine sehr lange Tradition und bedeutet ursprünglich die „Kunst der Gesprächsführung“. Hegel interpretiert Dialektik neu als eine Bewegung, die sich über Widersprüche historisch konkretisiert. Das unterscheidet ihn deutlich von der Epoche der Aufklärung und von Immanuel Kant. Die Aufklärung war tendenziell ahistorisch und zielte auf eine reine Vernunft, deren Ideal eine reine Wahrheit als Fluchtpunkt und Maß alles Wirklichen war. Für Hegel dagegen realisieren sich Vernunft, Wahrheit, Selbstbewusstsein erst in einem geschichtlichen Prozess. Dies geschieht in dem berühmten – allerdings von Hegel selbst nie mit diesen Begriffen bezeichneten – dialektischen Dreischritt: These – Antithese – Synthese. Alles, was ist, hat auch seinen Widerspruch; die „Wahrheit“ ist das Zusammentreten von Spruch und Widerspruch, von Position und Negation in der „höheren“ Vereinigung der Synthese, darin seien die Widersprüche „aufgehoben“. Aufhebung, wiederum ein zentraler Terminus bei Hegel, bedeutet eine Dreiheit, nach den lateinischen Wörtern negare (verneinen), conservare (bewahren) und elevare (emporheben). Dialektik ist der Motor eines Systems, aus dem Hegel jede Realität, auch jede Gedankenrealität, entwickelt.

Beispiele dafür:

1. aus Hegels „Logik“: Die Philosophie beginnt mit dem „Sein“. Das „Sein“ hat unmittelbar den Gegensatz des „Nichts“ an sich. Bei genauerer Analyse stellt Hegel aber fest, dass „Sein“ und „Nichts“ identisch sind. Die Synthese beider nennt er „Werden“, das ständige Übergehen beider ineinander. Das Werden ist eine neue These, die als Antithese das Dasein hervorbringen wird.
2. Beispiel aus der „Phänomenologie des Geistes“ von 1807: Sinnliche Gewissheit – Wahrnehmung – Verstand. Hegel will das Werden des Geistes zu sich selbst begrifflich erfassen („auf den Begriff bringen“). Wieder ist die Frage nach dem Anfang äußerst wichtig. Die Sinnliche Gewissheit ist die reichste Form des Geistes, bei näherem Betrachten aber zugleich die ärmste, sie sieht alles, kann sich aber an nichts erinnern. Die Wahrnehmung steht dazu im Gegensatz, denn sie verfügt über Erinnerung, sie kann Zusammenhänge über die Zeit feststellen. Aber sie kann sich täuschen. Deshalb ist der Verstand die Synthese von Sinnlicher Gewissheit und Wahrnehmung.
Das 3. Beispiel schließt sich hier direkt an und ist eines der sinnfälligsten und wirkungsmächtigsten Momente des Hegelschen Denkens, die Dialektik von Herrschaft und Knechtschaft. Die Lösung dieses Konflikts wird zur Freiheit des Selbstbewusstsein führen: Die These des Bewusstseins setzt die Antithese eines anderen Bewusstseins. Beide binden sich aneinander, aber nicht friedlich, sondern in einem „Kampf“, in dem es um „Anerkennung“ geht. Die Synthese ist schließlich das Selbstbewusstsein, doch ist es in dem einen Fall selbständig, in dem anderen nicht: Herr und Knecht. Hegel greift hier zu einer sehr drastischen Wortwahl, indem er von einem Kampf um Leben und Tod schreibt. Der wäre indes sinnlos, wenn tatsächlich das stärkere Bewusstsein das schwächere umbrächte, denn damit wäre es mit der Anerkennung vorbei. Der Knecht erweist sich im weiteren Verlauf des Geschehens als das stärkere Prinzip, weil er an der Natur arbeitet. Indem er die Natur bearbeitet, wird er Herr über diese und damit gleichzeitig Herr über seine knechtische Natur, die sich in seiner Todesfurcht manifestiert. Wahre Freiheit kann er erlangen, indem er diese Furcht überwindet und sich gegen seinen Herrn auflehnt.
Man kann diese Stufe deuten als den Übergang von einer feudalen Gesellschaft mit leibeigenen Bauern hin zu einer bürgerlichen Gesellschaft, oder man kann sie vergleichen mit einer mythisch aufzufassenden Phase der heroischen Staatengründung, wie sie etwa in antiken Dramen oder modernen Westernfilmen aus Hollywood geschildert werden. Marx wird hieraus die Idee des Klassenkampfes ableiten. Axel Honneth entwickelt aus diesem Kapitel in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts eine sozialphilosophische Theorie über soziale Konflikte.

Kreise, System, Weltgeschichte

Hegels großes Ziel war es, systematisch alle sinnlichen und geistigen Wirklichkeiten zu erfassen. Seine Philosophie gipfelt folglich in einer „alles“ umfassenden Enzyklopädie. Er folgt dabei konsequent einem dreigliedrigen Schema. Dieses bezeichnet er als einen „Kreis von Kreisen“. Der erste Kreis wird von der „Logik“ markiert, der zweite heißt „Naturphilosophie“, der dritte „Philosophie des Geistes“. Die Logik gibt die begrifflichen Grundlagen, die Naturphilosophie erfasst die physikalischen, chemischen und biologischen Grundlagen, der Geist schließlich die menschlichen Belange samt Politik und Weltgeschichte. Die Weltgeschichte hat einen Endpunkt, der in aufgehobener Weise (s. o.) zugleich der Anfang ist. Man hat Hegels Konzept mit der Odyssee verglichen, bei der der Held, Odysseus, am Ende wieder dort landet, von wo er aufgebrochen ist: Ithaka.

Anmerkung hierzu: unter „Logik“ fasst Hegel nicht das, was seit Aristoteles und gewissermaßen bis heute darunter verstanden wird, sondern quasi die Struktur, den Möglichkeitsgrund, auf dem sich Sein (naturwissenschaftlich) und Geist aufbauen. Auch Hegels Naturphilosophie ist nur schwer mit dem heutigen Verständnis von Naturwissenschaften vereinbar, sie spiegelt das Wissen seiner Zeit aber sehr präzise wider. Hegel verarbeitet in seinen Werken viel wissenschaftliche Literatur damaliger Zeit, überholte Modelle wie das der geologischen Erdalterbestimmung (Hegel glaubte wahrscheinlich nicht daran, orientierte sich aber an der Bibel) wie auch zukunftsträchtigere Forschungen wie die Alexander von Humboldts.

Hegels Geschichtsphilosophie ist der wirkungsmächtigste Teil seines Systems. Während das 18. Jahrhundert sich auf den Begriff der (ungeschichtlich verstandenen) Vernunft berief, leitete Hegel ein Jahrhundert der Paradigmen „Geschichte“ und „Entwicklung“ ein. Geschichte ist für Hegel: „Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit“. Anfänglich waren Einzelne frei: Kaiser, Könige, Pharaonen. Im antiken Griechenland waren es bereits alle freien und gleichen: die männlichen Bürger der Polis. Bauern, Sklaven, Frauen, Kinder usw. galten allerdings nach damaligem Verständnis als unfrei. Das Christentum sorgte nach Hegel für die Erkenntnis, dass alle Menschen frei seien.

Hegels Schema ist einfach, im Detail aber oft äußerst verwickelt. Dem Geschichtsmodell wird immerzu vorgeworfen, dass es extrem eurozentristisch sei. Insbesondere sind seine Äußerungen über Afrika und Afrikaner bei Anwendung heutiger Maßstäbe indiskutabel, obwohl dem entgegengehalten werden kann, dass Rationalität auf dem afrikanischen Kontinent anders definiert werden müsse als in Europa (Léopold Sédar Senghor spricht von einer europäischen „Augenvernunft“ und einer afrikanischen „Umarmungsvernunft“). Indiskutabel auch, wie Hegel das Deutsche als höchste Stufe des (Welt)geistes installierte, obwohl dies, von der Wertung einmal abgesehen, innerhalb seines Systems einleuchtet, da er ja gerade die bislang höchste erreichte philosophische Synthese verkörpert, und seine Philosophie ja nicht rein zufällig in „Deutschland“ entstanden ist (wenngleich zweifellos andere europäische Sprachkulturen und Nationen „Deutschland“ befruchtet haben, und umgekehrt).

Sprache

Zur dialektischen Entwicklung seiner Begriffe bedient sich Hegel einer eigenen Sprache. Heute wie zu seinen Lebzeiten fällt es vielen schwer, diese zu verstehen. Manche Satzkonstruktionen reizen die grammatikalischen Möglichkeiten der deutschen Sprache über Gebühr aus, weil Hegel oft die anspruchsvollere griechische Syntax im Deutschen nachbildet. Dunkel bläst einem Hegels Begriffssprache entgegen. Für Arthur Schopenhauer - zeitlebens ein entschiedener Gegner Hegels - schien der Teufel schon im Wort begraben:

„Denn diese monströsen Zusammenfügungen von Worten, die sich aufheben und widersprechen, so dass der Geist irgendetwas dabei zu denken vergeblich sich abmartert, bis er endlich ermattet und zusammensinkt, vernichten in ihm (dem Jüngling, der Hegelsche Originalwerke studiert) allmählich die Fähigkeit zum Denken so gänzlich, dass von dann an hohle leere Floskeln ihm für Gedanken gelten.“ (Arthur Schopenhauer)

Ernst Bloch urteilt in Subjekt - Objekt - Erläuterungen zu Hegel anders:

„Hegels Sprache bricht die übliche Grammatik nur deshalb, weil sie Unerhörtes zu sagen hat, zu dem die bisherige Grammatik keine Handhabe bietet.“ (Ernst Bloch)

Die Beschreibung von Karl Rosenkranz, Schüler und späterer Biograph Hegels, bietet eine psychologische Erklärung:

„Das offenbar Beschwerliche an Hegels Sprache kann ich mir dadurch erklären, dass er gewissermaßen in Hauptwörtern dachte, dass bei Betrachtung eines Gegenstands ihm die Bezeichnungen gleichsam wie Gestalten erschienen, die miteinander in Handlungen traten, und deren Handlungen er dann erst in Worte übersetzen müsse. Nicht als ob ihm die Regeln irgendwie gefehlt hätten, sondern weil er den Inhalt seiner Gedanken erst übersetzte, so dass ihm jede Sprache gewissermaßen fremd schien.“ (Karl Rosenkranz)

Hat die Hegelsche Philosophie es sich zur Aufgabe gestellt, das Sich-selbst-Werden oder In-sich-Zurückkehren des Weltgeistes darzustellen, so eröffnet und illustriert sich dieses Vorhaben im Besonderen in der Sprache, derer sie sich bedient. Sprache und Anspruch müssen einhergehen in der Frage nach dem Sinn der dunklen Ausdrucksweise Hegels. Das ungeheure Satzkonstrukt, das sich bei Hegel auftut oder vielmehr in sich selbst verschließt, ist vor allem auch Ausdruck von Hegels Anspruch: Er, als Begründer der absoluten Philosophie, muss sich selbst ein Weltgeist werden, um diese Aufgabe zu meistern. Hegel rechtfertigt sich so durch das Vorhaben selbst. Gott selbst spricht durch die Erscheinung Hegel. Gott argumentiert nicht über seine Meinung, er liefert keine Erläuterungen zum Verständnis, er bedarf keiner Rechtfertigung. Theodor W. Adorno sagt deshalb:

„Hegel misstraut dem Argument tief und mit Recht. Primär weiß der Dialektiker [...]: dass, was argumentativ bleibt, dadurch stets der Widerlegung sich exponiert. Darum enttäuscht Hegel notwendig auf der Suche nach dem Argument. Schon die Frage nach dem Warum, die der ungewaffnete Leser häufig an Hegelsche Übergänge und Folgerungen zu richten sich bemüßigt fühlt, wo andere Möglichkeiten als die von ihm ventilierten offen dünken, ist ungemäß. Die Richtungskonstanten sind von der Gesamtintention vorgezeichnet [...].“ (Th. W. Adorno)

Das Subjekt scheint sich im Satz selbst – wo es sich eigentlich mit einem Prädikat behaften sollte – gewahr zu werden „sich selbst zu sein“: Dergestalt formuliert sich der unbewiesene Verweis auf die höhere Logik der Gesamtintention. Seitenlang wird das Subjekt, um das sich die Geschehnisse bewenden, nur in Pronominalform geführt, so dass der Unterschied langsam zu zerfließen und der Leser der unausgesprochenen Suggestion zu unterliegen droht, alles sei schließlich Geist und Einheit. Selbst Adorno gibt in Drei Studien zu Hegel unumwunden zu: „Dem mit der Gesamtintention gar nicht Vertrauten sperrt sich Hegel.“ Das Dunkle und Mehrdeutige in Hegels Sätzen zieht Verständnisschwierigkeiten und im Besonderen die Möglichkeit zu radikalen Umdeutungen nach sich. Adorno stellt weiter fest:

„Keiner kann aus Hegel mehr herauslesen, als er hineinlegt. Der Prozess des Verständnisses ist die fortschreitende Selbstkorrektur solcher Projektion durch den Vergleich mit dem, was geschrieben steht. Die Sache selbst enthält, als Formgesetz, die Erwartung produktiver Phantasie beim Lesenden. Was an Erfahrung registriert sein mag, muss er aus der eigenen ausdenken. Gerade in den Brüchen zwischen Erfahrung und Begriff muss Verständnis einhaken.“ (Th. W. Adorno)

Nach Adorno besteht echtes Verständnis Hegelscher Originaltexte nicht im Verständnis des Wortgehalts, sondern im Weiterdenken, Ausmalen und Komplementieren dessen, was Hegel nicht sagt aber antizipiert. Nur die Assoziation versteht die Hegelsche Antizipation:

„Hegel kann nur assoziativ gelesen werden.“ (Th. W. Adorno)

Darin liegt die Gefahr im Umgang mit Hegel, die Gefahr der mannigfaltigen Umdeutungen der Rezeptionsgeschichte.

Terminologie

Im Folgenden die Ausarbeitung einiger zentraler Begrifflichkeiten der Hegelschen Dialektik. Hegel benutzt an keiner Stelle die im Zusammenhang mit seiner Dialektik oft verwendeten Termini These, Antithese, Synthese. Er hat diese eingedeutscht. Seine Darstellungen folgen aber, wie oben erwähnt, immer wieder einem Dreischritt, indem er eine Sache vorstellt, dann deren andere Seite beleuchtet, um schließlich zu einer neuen Ebene zu gelangen, die er ggf. wieder dem Dreischritt unterwirft. Deswegen werden diese Begriffe mit Hegel verbunden, auch wenn er sie kaum explizit verwendet hat. Zum Verständnis dieses Dreischrittes ist im Hinterkopf zu behalten, dass ihm eine Weltsicht zum Grunde liegt, die Welt- und Selbsterkenntnis zusammendenkt: Der dialektisch denkende Mensch hat die Geistesentwicklung des Abendlandes durchlaufen und verarbeitet, er/sie steht frei und selbstbewusst als mündiger Mensch in einem bürgerlichen Leben und ist der Selbstbetrachtung fähig. Jeder Begriff in Hegels System, der für sich wird, muss also mit einem „sich“ zusammengedacht werden können. Nachzuvollziehen ist das nur, wenn den Begriffen ein Selbstbewusstsein zugesprochen wird. Das aber ist gerade der Grundgedanke des dialektischen Idealismus' Hegels.

Das An-sich-Sein stellt das dialektisch Unvermittelte, die Thesis, dar, das heißt, es ist noch nicht in Austausch getreten mit einer Negation von ihm. Es ist ein einfaches Sein, das Vorhandensein, welches noch nicht zu sich gefunden hat.

Das Für-andere-Sein oder auch Außer-sich-Sein ist die erste Negation des An-sich-Seins, seine Antithesis. Das An-sich tritt außer sich, es ist für das Sein der anderen. Das Ich ist nicht ursprünglich ein Ich für sich selbst, sondern es bildet sich gemäß Hegel wesentlich mittels der anderen und umgekehrt. Das Umfeld wird Gegenstand des Wesens und dieses gleichsam Gegenstand des Umfelds. Das einfache An-sich-Sein wird sich in diesem Außer-sich-Sein ein anderes.

Das Für-sich-Sein ist die Negation des Für-andere-Sein, die Synthesis von An-sich-Sein und Für-andere-Sein. Das An-sich-Sein hat sich im Für-andere-Sein bewahrt: In diesem Moment kehrt das entäußerte Wesen wieder zu sich selbst zurück. Im überwundenen Für-andere-Sein ist es an den anderen gereift. Das Wissen im An-sich-Sein ist im Außer-sich-treten des Für-andere-Sein ein Wissen von sich selbst geworden, das Subjekt konnte sich selbst zum Gegenstand nehmen, heißt, es hat sich selbst im anderen erkannt als das, was es ist: ein wissendes Subjekt. Nach Hegel: Die einfache Gewissheit seiner selbst ist ihm geworden.

Das An-und-für-sich-Sein ist das neu gesetzte An-sich-Sein, das eine neuerliche dialektische Bewegung eingeht. Hegels Dialektik beschreibt so einen ewig zu wiederholenden Kreis.

Die Negation versteht Hegel im dreifachen Sinne. Die Verneinung eines Begriffs kann die Vernichtung (einfache Negation), die Aufhebung als Aufbewahrung (des An-sich-Seins im Für-andere-Sein) oder die Aufhebung als Erhebung (zur Synthese) desselben bedeuten. Die Negation ist so bei Hegel die Triebkraft aller dialektischen Bewegung.

Der ursprüngliche Begriff Substanz fasst das Zugrundeliegende, das Wesen der Dinge, das immer schon Dagewesene zusammen. Hegel versteht den Begriff in zweifacher Weise: Die Substanz ist bei ihm Subjekt, ein zwar zugrunde liegendes, doch vielmehr sich entwickelndes Wesen. Das Zugrundeliegende ist Hegel ferner die Bewegung des Gesamtsubjekts, des Weltgeistes.

Nachwirkung: Ansichten über Hegel

Datei:DBP - 200 Jahre Hegel - 20 Pfennig - 1970.jpg
Sonderbriefmarke zum 200sten Geburtstag

Soziologie

„Die Theorie der bürgerlichen Gesellschaft und Hegel, das sind die beiden Hauptwurzeln der deutschen Soziologie; was an älteren sozialwissenschaftlichen Bemühungen in den Staatswissenschaften, der Kameralistik, der Naturrechtslehre usw. auf sie eingewirkt hat, ist durch diese beiden Filter erst hindurchgegangen.“ (Helmut Schelsky)[12]

In seiner Geschichte der sozialen Bewegung in Frankreich von 1789 bis auf unsre Tage (Leipz. 1850, 3 Bde.) hat Lorenz von Stein Hegels Dialektik für die Soziologie fruchtbar gemacht. Doch schon 1852 hat er den Versuch, die Gesellschaftstheorie auf ökonomische Widersprüche zu gründen, widerrufen.[13]

Die deutsche Kultursoziologie von Georg Simmel, Ernst Troeltsch, Alfred Weber bis Karl Mannheim integrierte Hegels Volksgeist in eine Lebensphilosophie. Zwar verstand sie sich als empirisch basiert, in polemischer Abgrenzung zu Hegels Verwirklichung der Vernunft in der Geschichte, begriff indessen als das „Gegebene“ eine Metaphysik, die Gedanken Schopenhauers, Nietzsches und des Historismus verwertete.[14]

Kunstgeschichte

Wir können uns über die Absichten eines Künstlers nicht sicher sein, noch können wir mehr als ein Teilverständnis seines Werks gewinnen, wenn wir nicht beider historischen Kontext untersuchen. Derlei historische Studien erhielten einen gewaltigen Auftrieb durch Hegel, der eine Generation deutscher Gelehrter in der historischen Betrachtungsweise von Philosophie und Literatur, Religion und Kunst unterwies; und seine Schüler wurden die Lehrer nicht nur Deutschlands, sondern der westlichen Welt.[15]

„Hegels Verständnis der griechischen Tragödie übertraf das der meisten seiner Verleumder bei weitem. Er erkannte, dass im Zentrum der größten Tragödien von Aischylos und Sophokles wir nicht einen tragischen Helden, sondern eine tragische Kollision finden und dass der Konflikt nicht zwischen Gut und Böse besteht, sondern zwischen einseitigen Positionen, von denen jede etwas Gutes enthält.“[16]

Hegelianer außerhalb Deutschlands

Die politische Philosophie der englischen Idealisten (Thomas Hill Green, Bernard Bosanquet) griff vor allem die antiliberalen Tendenzen der hegelschen Rechtsphilosophie auf: das unabhängige Prinzip des Staates, die Vorherrschaft des Allgemeinen).[17]

In Italien (Benedetto Croce, Giovanni Gentile, Sergio Panuncio) wurde Hegels organische Staatsauffassung benutzt, um den im Lande recht schwach entwickelten Liberalismus niederzuhalten; das begünstigte die Annäherung an den Faschismus.[18] Von den geistigen Vertretern des Nationalsozialismus in Deutschland indessen wurde Hegel wegen des Waltens der Vernunft in der Politik und des Prinzips der Rechtsstaatlichkeit schärfstens bekämpft und waren rechtshegelianische Annäherungsversuche insofern wenig von Erfolg gekrönt.[19]

Marxismus

Hegels Philosophie ist (neben dem französischen Materialismus und Sozialismus und der englischen Nationalökonomie) eine der drei Hauptquellen der von Karl Marx entwickelten politischen Ökonomie und des Historischen Materialismus.[20]

Vor allem die Auseinandersetzung mit Hegels Dialektik hat Marxens Denken geprägt (Dialektik bei Marx und Engels). Besondere Bedeutung für Marx hat das Thema Herrschaft und Knechtschaft in der Phänomenologie des Geistes und das System der Bedürfnisse. Daran anknüpfend entwickelte Marx in Umstülpung des Idealismus Hegels seine materialistische Weltanschauung, wobei er jedoch an der von Hegel entwickelten dialektischen Methode festhielt. Fasziniert durch Ludwig Feuerbach ist Marx von der idealistischen Dialektik Hegels zum Materialismus übergegangen, der im Gegensatz zum Idealismus alle Ideen, Vorstellungen, Gedanken, Empfindungen usw. auf Entwicklungsweisen der Materie und auf materielle Praxis zurückführt.

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern. - Marx, Thesen über Feuerbach. MEW, Band 3, Seite 533 ff. 1845 (1888 Überarbeitung Engels).

Marx stellt die hegelsche Dialektik „vom Kopf auf die Füße“: Denn er nimmt zum Ausgangspunkt, dass sich die objektive Wirklichkeit aus ihrer materiellen Existenz und deren Entwicklung erklären lässt, nicht etwa als Verwirklichung einer absoluten Idee oder als Produkt menschlichen Denkens. Das heißt, objektive Realität existiert auch außerhalb und unabhängig vom menschlichen Bewusstsein in ökonomischen Gesetzen, welche die historische Gesellschaftsformationen in ihrem wesentlichen Funktionieren bestimmen.

Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt. - Zur Kritik der Politischen Ökonomie. Vorwort. MEW 13, S. 9, 1859.

Daraus wird eine umfassende Kritik an Religion, Recht und Moral abgeleitet. Letztere begreift Marx als Produkte der jeweiligen materiellen Verhältnisse, deren Wandel sie untergeordnet sind. Religion, Recht und Moral haben demnach nicht die universelle Gültigkeit, welchen Anspruch sie stets geltend machen. In der marxistischen Philosophie wird das Universum wie in der universalhistorischen Philosophie Hegels als Totalität, also objektiv zusammenhängendes Ganzes gesehen. Aber Marx versteht die im Idealismus bloß geistigen Gegensätze als Abbild und Ausdruck realer, materieller Gegensätze: Auch diese hängen gegenseitig voneinander ab und befinden sich in ständiger wechselseitiger Bewegung. Diese ist insgesamt aufsteigend, d.h. sie verläuft vom Einfachen zum Komplexen und durchläuft dabei bestimmte Knotenpunkte, denen bestimmte qualitative Veränderungen entsprechen, so dass sie die Entwicklung vorantreiben. Die praktische Austragung der Gegensätze bewirkt für Marx den Fortschritt zu immer höheren Gesellschaftsformationen: Sie ähneln in der Form Hegels Synthesen, ergeben sich für Marx aber aus sich verschärfenden, nicht zu versöhnenden „Grundwidersprüchen“ (Interessen- und Klassen-Antagonismen).

Kritiker Hegels

Ab Beginn der Karriere Hegels als „preußischer Staatsphilosoph“[21]gab es vehemente Kritik an seiner Philosophie. Diese Kritik hat sich aus verschiedenen Motiven akademischer, schulmäßiger und ideologischer Rivalität (krassester Fall wohl Schopenhauer) sowie daraus gespeist, dass der angebliche „Staatsphilosoph“ für seinen Staat, und der vernünftig-optimistische Geschichtsphilosoph für dessen Geschichte, im Nachhinein haftbar gemacht wurde;[22] d.h. die persönliche Enttäuschung über die politische Entwicklung Preußens und darauf Deutschlands wurden mit Vorliebe Hegels Philosophie angelastet.

Bei den materialistisch eingestellten Naturwissenschaftlern angefangen bis hin zu einzelnen (nicht alle) Vertreter des Neukantianismus.[23] geriet Hegel in Verruf, weil er bestimmte Ergebnisse, die dem Stand der Wissenschaft entsprachen, ignoriert hatte.[24] Oder es wird ihm auf dem Gebiet der formalen Logik und der Mathematik vorgeworfen, dass er bestimmte Verfahren nie richtig verstanden hätte, vor allem durch seine Ansicht, dass es die Mathematik nur mit Quantitäten zu tun habe.[25] Während Hegel unter „spekulativ“ noch die vorzüglichste Methode philosophischen Erkennens und Beweisens verstand, wurde daraus im Gemeinverständnis schnell ein empirisch haltloses, abstraktes Begriffsdenken, über Gott und die Welt.

Für Karl Popper ist für die Wahrheit einer Aussage ihre Herkunft, also wer sie behauptet, nicht ausschlaggebend; im Falle von Hegel machte er von dieser Regel jedoch eine Ausnahme.[26] Hegel verstoße mit seiner Dialektik in systematischer Absicht gegen den "Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch"; durch diesen „doppelt verschanzten Dogmatismus“ sei eine rationale Auseinandersetzung mit seinen einzelnen Argumenten unmöglich. Popper kritisiert derartige Regeln wie: Contra principia negantem disputari non potest als „Mythos des Rahmenwerks“; denn eine Argumentation zwischen unterschiedlichen Auffassungen sei grundsätzlich immer und über alles möglich. Doch das Aufwachsen in einer Tradition des Hegelianismus zerstöre Intelligenz und kritisches Denken.[27] Popper beruft sich sogar auf Marx, der mit den Mystifikationen der Hegelei scharf ins Gericht gegangen war; doch Marx sagte auch, wenn jemand über eine Philosophie verrückt werde, beweise das so wenig gegen dieselbe wie es etwas gegen die Physik beweise, wenn ein Dampfkessel in die Luft fliegt. Hegel ist nach Popper sowohl Absolutist wie Relativist; den Relativismus habe er auf die Wissenssoziologie vererbt. Dennoch gab Popper Hegel auch qualifizierten Zuspruch und nahm in seinem metaphysischen Spätwerk einen Teil von Hegels Thesen im Rahmen der Drei-Welten-Lehre in seine Philosophie auf. Bekannt ist Ernst Topitschs Gedicht, das mit „Sir Popper ist der wahre Hegel“ endet.

Wie schon Friedrich Engels in seiner Streitschrift gegen Eugen Dühring bemerkt hatte, benutzen gerade die schärfsten Kritiker Hegels nicht selten dessen Gedanken selber, oft jedoch verschlechtert oder in einer entstellten Form.

Werke und Ausgaben

Werke

Das zusammenfassende Werk des gesamten Systems Hegels ist:

  • Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften (ab 1816)

Aus diesem Werk ergibt sich folgendes Bild seines systematischen Gesamtwerkes:

I. Wissenschaft der Logik (1812-16, überarb. 1831)

II. Naturphilosophie

III. Philosophie des Geistes

  • Phänomenologie des Geistes (1806/07 – urspr. als erster Teil eines nichtvollendeten, früheren Systems)
  • Grundlinien der Philosophie des Rechts (1821)
  • Philosophie der Geschichte
  • Philosophie der Religion
  • Vorlesungen über die Ästhetik
  • Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie

Weitere, nicht in sein System gehörige, Werke und kleinere Schriften sind:

  • Die Positivität der christlichen Religion (1795/96)
  • Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus (1796/97, fragm.)
  • Der Geist des Christentums und sein Schicksal (1799/1800)
  • Die Verfassung Deutschlands (1800-02)
  • Mancherlei Formen die beim jetzigen Philosophieren vorkommen (1801)
  • Die Differenz des Fichteschen und Schellingschen Systems der Philosophie (1801)
  • Über das Wesen der philosophischen Kritik (1802)
  • Wie der gemeine Menschenverstand die Philosophie nehme (1802)
  • Verhältnis des Skeptizismus zur Philosophie (1802)
  • Glauben und Wissen oder Reflexionsphilosophie der Subjektivität in der Vollständigkeit ihrer Formen als Kantische, Jacobische und Fichtesche Philosophie (1803)
  • Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (1803)
  • Wer denkt abstrakt? (1807 - Fragment)
  • Friedrich Heinrich Jacobis Werke (1817)
  • Verhandlungen in der Versammlung der Landstände des Königreichs Württemberg im Jahr 1815 und 1816 (1817)
  • Solgers nachgelassene Schriften und Briefwechsel (1828)
  • Hamanns Schriften (1828)
  • Über Grundlage, Gliederung und Zeitenfolge der Weltgeschichte. Von J. Görres (1830)
  • Über die englische Reformbill (1831)

Ausgaben

  • Hauptwerke. 6 Bde., Meiner, Hamburg 1999. ISBN 978-3-7873-1433-1
  • Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830). Hrsg. v. Friedhelm Nicolin u. Otto Pöggeler, 8. Aufl. Meiner, Hamburg 1991. ISBN 978-3-7873-1032-6
  • Briefe von und an Hegel. Band 1, hrsg. v. Johannes Hoffmeister, 3. Aufl. Meiner, Hamburg 1969. ISBN 978-3-7873-0303-8
  • Briefe von und an Hegel. Band 2, hrsg. v. Johannes Hoffmeister, 3. Aufl. Meiner, Hamburg 1969. ISBN 978-3-7873-0304-5
  • Briefe von und an Hegel. Band 3, hrsg. v. Johannes Hoffmeister, 3. Aufl. Meiner, Hamburg 1969. ISBN 978-3-7873-0305-2
  • Briefe von und an Hegel. Band 4, hrsg. v. Friedhelm Nicolin, 3. Aufl. Meiner, Hamburg 1977. ISBN 978-3-7873-0322-9
  • Jenaer Kritische Schriften (I). Hrsg. v. Hans Brockard und Hartmut Buchner. Meiner, Hamburg 1979. ISBN 978-3-7873-0483-7
  • Jenaer Kritische Schriften (II). Hrsg. v. Hans Brockard und Hartmut Buchner. Meiner, Hamburg 1983. ISBN 978-3-7873-0559-9
  • Jenaer Kritische Schriften (III). Hrsg. v. Hans Brockard und Hartmut Buchner. Meiner, Hamburg 1986. ISBN 978-3-7873-0662-6
  • Jenaer Systementwürfe I. Hrsg. v. Klaus Düsing und Heinz Kimmerle. Meiner, Hamburg 1986. ISBN 978-3-7873-0661-9
  • Jenaer Systementwurfe III. Hrsg. v. Rolf-Peter Horstmann. Meiner, Hamburg 1987. ISBN 978-3-7873-0684-8
  • Wissenschaft der Logik, pdf-Reprint der Ausgabe 1841
  • Wissenschaft der Logik. Erster Band. Die objektive Logik. Erstes Buch. Die Lehre vom Wesen (1813). Hrsg. v. Hans-Jürgen Gawoll. Meiner, Hamburg 1999. ISBN 978-3-7873-1437-9
  • Wissenschaft der Logik. Erster Band. Die objektive Logik. Zweites Buch. Die Lehre vom Wesen (1813). Hrsg. v. Hans-Jürgen Gawoll, 2. Aufl. Meiner, Hamburg 1999. ISBN 978-3-7873-1438-6
  • Wissenschaft der Logik. Zweiter Band. Die subjektive Logik. Die Lehre vom Begriff (1816). Hrsg. v. Hans-Jürgen Gawoll. Meiner, Hamburg 2003. ISBN 978-3-7873-1664-9
  • Wissenschaft der Logik. Erster Teil. Die objektive Logik. Erster Band. Die Lehre vom Sein (1832). Hrsg. v. Hans-Jürgen Gawoll, 2. Aufl. Meiner, Hamburg 2005. ISBN 978-3-7873-1663-2
  • Phänomenologie des Geistes. Hrsg. v. Hans Friedrich Wessels und Heinrich Clairmont. Meiner, Hamburg 1987. ISBN 978-3-7873-0769-2
  • Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie. Hrsg. v. Waltrer Jaeschke. Meiner, Hamburg 1993. ISBN 978-3-7873-1023-4
  • System der Sittlichkeit. Hrsg. v. Horst D. Brandt. Meiner, Hamburg 2002. ISBN 978-3-7873-1114-9
  • Vorlesungen über die Philosophie der Religion. Teil 1, hrsg. v. Walter Jaeschke. Meiner, Hamburg 1993. ISBN 978-3-7873-1116-3
  • Vorlesungen über die Philosophie der Religion. Teil 2, hrsg. v. Walter Jaeschke. Meiner, Hamburg 1994. ISBN 978-3-7873-1117-0
  • Berliner Schriften (1818-1831). Hrsg. v. Walter Jaeschke. Meiner, Hamburg 1997. ISBN 978-3-7873-1318-1
  • Vorlesungen über die Philosophie der Kunst. Hrsg. v. Annemarie Gethmann-Siefert. Meiner, Hamburg 2003. ISBN 978-3-7873-1634-2
  • Über die Reichsverfassung. Hrsg. v. Hans Maier. Meiner, Hamburg 2004. ISBN 978-3-7873-1677-9
  • (1832-1845): Werke, hg. v. Johannes Schulze bzw. vom Verein der Freunde des Verewigten
  • (1970): Theorie Werkausgabe, 20 Bde., hg. von Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel, Frankfurt/M.: Suhrkamp (heute als stw)
  • (1999): Hauptwerke, 6 Bde., Hamburg: Felix Meiner, ISBN 978-3-7873-1433-1

Zu Einzelausgaben siehe die Einträge der jeweilige Werke. Außerdem:

  • G. W. F. Hegel: Weltgeist zwischen Jena und Berlin. Briefe. Hrsg. von Hartmut Zinser. Ullstein, Frankfurt am Main, 1982. ISBN 3-548-35151-4

Werkausgaben

Werke. Vollständige Ausgabe durch einen Verein von Freunden des Verewigten. 18 Bde. Berlin 1832-1845

  • Bd. 1 Philosophische Abhandlungen
  • Bd. 2 Phänomenologie des Geistes
  • Bd. 3-5 Wissenschaft der Logik
  • Bd. 6-7 Encyklopädie
  • Bd. 8 Grundlinien der Philosophie des Rechts
  • Bd. 9 Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte
  • Bd. 10 Vorlesungen über die Ästhetik
  • Bd. 11-12 Vorlesungen über die Philosophie der Religion
  • Bd. 13-15 Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie
  • Bd. 16-17 Vermischte Schritten
  • Bd. 18 Philosophische Propädeutik
  • Erg.Bd. 19 hg. von K. Hegel: Briefe von und an Hegel. Leipzig 1887

Sämtliche Werke. Jubiläumsausgabe in zwanzig Bänden. Neu hg. von H. Glockner. Stuttgart 1927—1940

  • Bd. 1 Aufsätze aus dem Kritischen Journal
  • Bd. 2 Phänomenologie des Geistes
  • Bd. 3 Philosophische Propädeutik
  • Bd. 4-5 Wissenschaft der Logik
  • Bd. 6 Enzyklopädie (1817) u.a. Schriften
  • Bd. 7 Grundlinien der Philosophie des Rechts
  • Bd. 8-10 System der Philosophie
  • Bd. 11 Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte
  • Bd. 12-14 Vorlesungen über die Ästhetik
  • Bd. 15-16 Vorlesungen über die Philosophie der Religion
  • Bd. 17-19 Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie
  • Bd. 20 Vermischte Schriften aus der Berliner Zeit

Sämtliche Werke. Hg. von Georg Lasson, später J. Hoffmeister. Leipzig 1911 ff. (unvollständig geblieben)

  • Bd.1 Erste Druckschriften. 1928
  • Bd.2 Phänomenologie des Geistes. 1921 (1907)
  • Bd.3 Wissenschaft der Logik. 1923
  • Bd.4-6 Enzyklopädie [1827 u. 1830], 1920 (1905)
  • Bd. 7 Grundlinien der Philosophie des Rechts. 1911
  • Bd. 8 Schriften zur Politik und Rechtsphilosophie. 1913
  • Bd. 9 Philosophie der Weltgeschichte. 1919-1944
  • Bd. 10-11 Vorlesungen über die Ästhetik. Teilbd. i. 1931
  • 12-14 Vorlesungen über die Philosophie der Religion. 1921, 1927
  • Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie. Teilbd. 1 1940
  • Jenenser Logik, Metaphysik und Naturphilosophie. 1923
  • Jenenser Realphilosophie I. 1932
  • Jenenser Realphilosophie II. 1931
  • Nürnberger Schritten 1808-1816. 1938

Werke in 20 Bänden. Auf der Grundlage der Werke von 1832 bis 1845 neu ediert. Red. E. Moldenhauer und K. M. Michel. Frankfurt/M. 1969-1971 (Suhrkamp, stw 601-620)

  • Bd.1 Frühe Schriften
  • Bd.2 Jenaer Schriften
  • Bd.3 Phänomenologie des Geistes
  • Bd.4 Nürnberger und Heidelberger Schriften
  • Bd.5-6 Wissenschaft der Logik
  • Bd.7 Grundlinien der Philosophie des Rechts
  • Bd.8-10 Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften
  • Bd.11 Berliner Schriften 1818-1831
  • Bd.12 Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte
  • Bd.13 -15 Vorlesungen über die Ästhetik
  • Bd.16-17 Vorlesungen über die Philosophie der Religion
  • Bd.18-20 Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie

Gesammelte Werke (Akademieausgabe). In Verbindung mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft hg. von der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften Hamburg 1968 (Meiner)

  • Bd. 01: Frühe Schriften. Teil I
  • Bd. 02: Frühe Schriften. Teil II
  • Bd. 03: Frühe Exzerpte (1785-1800)
  • Bd. 04: Jenaer kritische Schriften
  • Bd. 05: Schriften und Entwürfe (1799-1808)
  • Bd. 06: Jenaer Systementwürfe I
  • Bd. 07: Jenaer Systementwürfe II
  • Bd. 08: Jenaer Systementwürfe III
  • Bd. 09: Phänomenologie des Geistes
  • Bd. 10: Nürnberger Gymnasialkurse und Gymnasialreden (1808-1816)
  • Bd. 11: Wissenschaft der Logik. Erster Band. Die objektive Logik (1812/13)
  • Bd. 12: Wissenschaft der Logik. Zweiter Band. Die subjektive Logik (1816)
  • Bd. 13: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817)
  • Bd. 14: Grundlinien der Philosophie des Rechts
  • Bd. 15: Schriften und Entwürfe I (1817-1825)
  • Bd. 16: Schriften und Entwürfe II (1826-1831)
  • Bd. 17: Vorlesungsmanuskripte I (1816-1831)
  • Bd. 18: Vorlesungsmanuskripte II (1816-1831)
  • Bd. 19: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1827)
  • Bd. 20: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830)
  • Bd. 21: Wissenschaft der Logik. Erster Band. Die Lehre vom Sein (1832)
  • Bd. 22: Exzerpte (1816-1831)

Literatur

Einführungen

  • Alexandre Kojève: Hegel. Eine Vergegenwärtigung seines Denkens. Kommentar zur Phänomenologie des Geistes. Mit einem Anhang: Hegel, Marx und das Christentum (hrsg. von Iring Fetscher), Frankfurt/M.: Suhrkamp 1975, erweiterte Neuausgabe 2005.
  • Dina Emundts/Rolf-Peter Horstmann: G. W. F. Hegel. Eine Einführung. Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-018167-4
  • Thomas Sören Hoffmann: Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Eine Propädeutik. Marix Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-01-0
  • Charles Taylor: Hegel. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3518280163
  • Herbert Schnädelbach: Hegel zur Einführung. 2. Auflage, Junius, Hamburg 2001, ISBN 3885063522
  • Peter Singer: Hegel - A very short introduction, Oxford University Press.
  • Paul Cobben (Hrsg.): Hegel-Lexikon . Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 353416895X
  • Walter Jaeschke: Hegel-Handbuch. Leben, Werk, Schule. Metzler, Stuttgart 2003, ISBN 3-476-01705-2
  • George Lukács: Der junge Hegel, Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3518076337
  • Werner Marx: Hegels Phänomenologie des Geistes. Die Bestimmung ihrer Idee in "Vorrede" und "Einleitung", Frankfurt am Main 2006 (3), ISBN 978-3-465-03494-0
  • Werner Marx: Das Selbstbewußtsein in Hegels Phänomenologie des Geistes, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-465-01749-3
  • Klaus Erich Kaehler / Werner Marx: Die Vernunft in Hegels Phänomenologie des Geistes, Frankfurt am Main 1992, ISBN 978-3-465-02537-5
  • Hans Friedrich Fulda: Georg Friedrich Wilhelm Hegel, München 2003, ISBN 3-406-49445-5

Biographien

  • Mechthild Lemcke, Christa Hackenesch (Hrsg.): Hegel in Tübingen. Gehrke, Tübingen 1984, ISBN 3-88769-021-4
  • Kuno Fischer: Hegels Leben, Werke und Lehre. Kraus, Nendeln 1973 (Nachdruck der Ausgabe Berlin 1911)
  • Karl Rosenkranz: Georg Wilhelm Friedrich Hegels Leben. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1977, ISBN 3-534-13817-1 (Nachdruck der Ausgabe Berlin 1844)
  • Franz Wiedmann: Hegel. Rowohlt, Reinbek 1999, ISBN 3-499-50110-4
  • Christoph Helferich: Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Metzler, Stuttgart 1979, ISBN 3-476-10182-7
  • Arseni Gulyga: Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Reclam. Leipzig 1981, ISBN 3-87682-476-1

Zeitschriften

  • Hegel-Archiv, 1912-1916
  • Hegel-Studien, seit 1965
  • Jahrbuch für Hegelforschung, seit 1995

Lexikon

  • Paul Cobben et al. (Hgg.): Hegel-Lexikon. WBG, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-16895-X

Weblinks

Werke online
Gesellschaften und Anderes

Quellen

  1. „[...] - er [Wagner, Anm.] wurde der Erbe Hegels ... Die Musik als »Idee« --“ - Friedrich Nietzsche: Der Fall Wagner. Werke in zwei Bänden, Bd. 2. 5. Aufl., Carl Hanser Verlag, München Wien 1981. S. 309.
  2. „In der umfassendsten, weil aus der Metaphysik gedachten Besinnung auf das Wesen der Kunst, die das Abendland besitzt, in Hegels »Vorlesungen über die Ästhetik«, [...]“ - Martin Heidegger: Der Ursprung des Kunstwerks, Ditzingen: Reclam Verlag 2001. S. 84.
  3. Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Band 2, S. 798. In: Bertram, M. (Hrsg). Digitale Bibliothek Band 3: Geschichte der Philosophie. Directmedia, Berlin 2000. S. 10521.
  4. Vgl. dazu: Die klassische Studie von Dieter Henrichs: 'Leutwein über Hegel' in den 'Hegel Studien' Band 3, in denen allerdings in erster Linie der Ort des Freiheitsbaumes bezweifelt wird).
  5. zit. n. Franz Wiedmann: Hegel. S. 74
  6. Friedrich Engels: „Schelling und die Offenbarung“. MEW, EB2, S. 177
  7. Werner Sombart: Sozialismus und soziale Bewegung. Jena 6. verm. und bis in die Gegenwart fortgeführte Auflage 1908, S. 54 ff.
  8. „Seit ihren Wirkungsanfängen ist Hegels Rechtsphilosophie mit dem Bannspruch des 'Reaktionären' belegt. Der Vorwurf der Akkommodation an historisch gegebene Umstände und das Vorurteil der Staatsvergottung, im 19. Jahrhundert von bürgerlich-liberaler Seite vertreten und unter dem Eindruck der faschistischen Tyrannis in unserer Zeit wiederholt, führen im Zusammenspiel mit der akademisch-konservativen Einhegung der deutschen Philosophie durch den Bismarck'schen Nationalstaat zu einer Kette von Missverständnissen und politischen Fehldeutungen, die mehr als ein Jahrhundert lang eine produktive Auseinandersetzung mit ihrem Gedanken verhindern.“ (Manfred Riedel: Einleitung, zu: Materialien zu Hegels Rechtsphilosophie. Bd. 1, Frankfurt 1. Aufl. 1975, S.11
  9. Rainer Adolphi. Spekulative Begründung und inhaltliche Erkenntnis in der praktischen Philosophie Hegels. Bonn 1989, S. 4f
  10. G. W. F. Hegel: Phänomenologie des Geistes, Vorrede, S. 22.
  11. G. W. F. Hegel: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse, Einleitung, § 18, S. 63 f.
  12. Helmut Schelsky: Ortsbestimmung der deutschen Soziologie. Köln 3. Aufl. 1967 (zuerst 1959), S. 12
  13. Herbert Marcuse: Vernunft und Revolution. Schriften, Bd. 4. Suhrkamp Frankfurt/M. 1. Aufl. 1989, S. 330 ff.
  14. Kurt Lenk: Marx in der Wissenssoziologie. Studien zur Rezeption der Marxschen Ideologiekritik. Neuwied Berlin 1972
  15. Walter Arnold Kaufmann: Tragödie und Philosophie. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) Tübingen 1980, S. 100. ISBN 3-16-942682-6 (zuerst New York 1969)
  16. Walter Kaufmann: Tragödie und Philosophie. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) Tübingen 1980, S. 223. ISBN 3-16-942682-6 (zuerst New York 1969)
  17. Herbert Marcuse: Vernunft und Revolution. Schriften, Bd. 4. Suhrkamp Frankfurt/M. 1. Aufl. 1989, S. 344 ff.
  18. Herbert Marcuse: Vernunft und Revolution. Schriften, Bd. 4. Suhrkamp Frankfurt/M. 1. Aufl. 1989, S. 354 ff.
  19. Ein anderes Geschichtsbild und eine andere Abstammungslinie werden aufgestellt von Hubert Kiesewetter: Von Hegel zu Hitler. Eine Analyse der Hegelschen Machtstaatsideologie und der politischen Wirkungsgeschichte des Rechtshegelianismus. Mit einem Vorwort von Ernst Topitsch, Hamburg 1974.
  20. „Ohne Vorausgang der deutschen Philosophie, namentlich Hegels, wäre der deutsche wissenschaftliche Sozialismus - der einzige wissenschaftliche Sozialismus, der je existiert hat - nie zustande gekommen.“ (Lenin: Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung. Berlin 1962, S. 57); Lenin: Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus. März 1913
  21. Eine satirische Verteidigung Hegels gegen staatsfeindlichen Atheismus durch Bruno Bauer: Die Posaune des jüngsten Gerichts über Hegel, den Atheisten und Antichristen. Ein Ultimatum. Leipzig 1841 (Neudruck: Aalen 1969). - Marx selbst sah sich veranlasst, Hegel vor übler Nachrede in Schutz zu nehmen: „Die mystifizierende Seite der Hegelschen Dialektik habe ich vor beinah 30 Jahren, zu einer Zeit kritisiert, wo sie noch Tagesmode war. Aber grade als ich den ersten Band des »Kapital« ausarbeitete, gefiel sich das verdrießliche, anmaßliche und mittelmäßige Epigonentum, welches jetzt im gebildeten Deutschland das große Wort führt, darin, Hegel zu behandeln, wie der brave Moses Mendelssohn zu Lessings Zeit den Spinoza behandelt hat, nämlich als »toten Hund«. Ich bekannte mich daher offen als Schüler jenes großen Denkers und kokettierte sogar hier und da im Kapitel über die Werttheorie mit der ihm eigentümlichen Ausdrucksweise. Die Mystifikation, welche die Dialektik in Hegels Händen erleidet, verhindert in keiner Weise,daß er ihre allgemeinen Bewegungsformen zuerst in umfassender und bewußter Weise dargestellt hat.“ (MEW 23:27 ff.) Mit der Bezeichnung Spinozas als „toten Hund“ hatte seinerzeit Jacobi Lessing provoziert und den Pantheismusstreit ausgelöst.
  22. so von Rudolf Haym: Hegel und seine Zeit. Vorlesungen über Entstehung und Entwicklung, Wesen und Werth der Hegel'schen Philosophie. Berlin 1857; zu Rosenzweigs Abkehr vom Hegelianismus nach dem 1. Weltkrieg-Erleben vgl. Paul-Laurent Assoun: Vorwort zu Franz Rosenzweig: Hegel et l'État. Presses Universitaires de France, Paris 1991, ISBN 2-13-043504-1; zuerst: München 1920)
  23. Manfred Pascher: Einführung in den Neukantianismus. München 1997. UTB 1962
  24. Renate Wahsner: Zur Kritik der Hegelschen Naturphilosophie. Über ihren Sinn im Lichte der heutigen Naturerkenntnis. Frankfurt 1996; Horst-Heino v. Borzeszkowski, Renate Wahsner: Physikalischer Dualismus und dialektischer Widerspruch. Studien zum physikalischen Bewegungsbegriff. Darmstadt 1989; D. Lamb (ed.): Hegel and Modern Science. Manchester 1987
  25. Georg Klaus: Rationalität – Integration – Information. VEB Dt. Verlag der Wissenschaften, Berlin 1974, S. 42
  26. „Nun glaube ich nicht, dass die Klassifikation eines Werkes als einer bestimmten Schule zugehörig schon seine Erledigung bedeutet; im Falle des hegelschen Historizismus scheint mir aber dieses Vorgehen erlaubt zu sein; die Gründe dafür werden im zweiten Band dieses Werkes diskutiert werden.“ (Karl R. Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. Bd1: Der Zauber Platons. München 6. Aufl. 1980, zuerst: 1944, S. 285)
  27. Karl Popper: The Myth of the Framework. London New York 1994, S. 70




Der Text auf dieser Seite basiert, soweit nicht anders angegeben, auf dem Artikel Georg_Wilhelm_Friedrich_Hegel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Die Inhalte stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist dort abrufbar.