Glaubensbekenntnis

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Ein Glaubensbekenntnis ("Konfession") meint den öffentlichen, nicht selten abgrenzungswilligen Ausdruck des persönlichen und des kollektiven Glaubens.

Geschichte

Ein Großteil schon der biblischen Geschichtsüberlieferung (Altes Testament) hat den Charakter eines Bekenntnisses zum alleinigen Gott Israels. Die gemeinschaftliche Antwort des Glaubens auf den Gott, der sich seinem Volk offenbart, haben Christentum (Credo) und Islam (Schahada) vom Judentum übernommen. Das Neue Testament enthält Bekenntnisformeln (Mk 12, 29-31; Apg 2, 14-36; 1 Kor 15, 3 ff.), und aus dem zweiten Jahrhundert sind Taufbekenntnisse bekannt. In der Folge entwickelten sich in der westlichen wie in der östlichen Tradition Glaubensbekenntnisse in Latein und in Griechisch. Das so genannte Nicäno-Konstantinopolitanum von 381 akzeptieren schließlich alle christlichen Traditionen als verbindliche Bekenntnisformel. Ein neueres römisch-katholisches Glaubensbekenntnis ist das so genannte Credo des Gottesvolkes von Papst Paul VI. (1968).

Funktionen

Ein Glaubensbekenntnis, das mitunter nicht frei von Zügen eines Bekenntniszwangs ist, beinhaltet den Ausdruck der Gemeinschaft, die durch diesen Glauben gegeben ist (z. B. beim gemeinsamen Beten des "Credo" im Gottesdienst). Es fasst die Hauptinhalte zusammen, welche eine Religion oder Überzeugung gegen andere abgrenzen, und enthält eine Selbstverpflichtung, nach dieser Glaubensdoktrin zu leben. In bestimmten Notsituationen kann ein solches Credo zum Ausdruck der (unwiderruflichen) Entscheidung für den eigenen Glauben werden. Insofern sich diese Entscheidung gegen die anderer richtet, ist sie notwendigerweise intolerant bis militant.