Der Gotteswahn

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Der Gotteswahn (englischer Originaltitel The God Delusion) ist ein Buch des britischen Zoologen Richard Dawkins. Dawkins legt darin eine umfassende Kritik an theistischer Religion und ihrem Gottesbegriff dar. Die englischsprachige Originalausgabe The God Delusion erschien 2006. In Deutschland wurde das Buch am 10. September 2007 veröffentlicht.

Inhalt

Zu Beginn differenziert Dawkins die Aussagen verschiedener Wissenschaftler zu ihrer religiösen Einstellung. Er zeigt, dass etwa Albert Einstein nicht an einen Gott glaubte, wie oft unterstellt, sondern den Begriff metaphorisch für das von ihm bewunderte Universum gebraucht hat. Im weiteren spricht Dawkins den seines Erachtens grundlosen Respekt an, der in westlichen Gesellschaften der Religion beigemessen wird. Dabei zitiert er H. L. Mencken: „Wir müssen die Religion des Anderen respektieren, aber nur in dem Sinne und dem Maße, wie wir seine Theorie respektieren müssen, dass seine Frau schön ist und seine Kinder klug.“

Anschließend zeigt er auf, dass die USA ursprünglich als säkularer Staat gegründet wurden, heute aber als der am stärksten religiös geprägte Staat der westlichen Welt anzusehen sind. Dies zeige sich unter anderem in der Intoleranz gegenüber Atheisten bei großer Toleranz gegenüber beliebigen religiösen Bekenntnissen und Sekten.

Dawkins widerlegt häufig verwendete Gottesbeweise, schreibt aber auch, dass es vom Standpunkt der Wissenschaft aus unmöglich ist, die Existenz eines „Höheren Wesens“ zu widerlegen, weil es generell unmöglich ist, die behauptete Existenz irgendeines Wesens zu widerlegen bzw. dessen Nichtexistenz zu beweisen. Hier führt Dawkins Russells Teekanne an und fügt hinzu, dass es in der Literatur sehr viele derartige Dinge „gibt“: Zeus, Aphrodite, Amun-Ra, das Fliegende Spaghettimonster.

Dabei grenzt er sich jedoch deutlich von der NOMA-Theorie Stephen Jay Goulds ab, das heißt der Auffassung, dass Wissenschaft und Religion zwei voneinander getrennte Bereiche seien. Vielmehr argumentiert er, dass eine Welt mit einem Gott sich grundlegend von einer Welt ohne Gott unterscheidet. Daher fällt die Frage nach der Existenz irgendwelcher Götter nach Dawkins in den Aufgabenbereich der Wissenschaft.

Ein Kapitel behandelt die Entstehung von Moral. Dawkins schreibt, dass Menschen ihre Moral nicht aus religiösen Schriften ableiten, sondern die Entstehung von Moral ein gesellschaftliches Phänomen sei. Er benutzt hierfür den deutschen Begriff Zeitgeist. So übt Dawkins Kritik an der Bibel, die nicht nur als Grundlage des heutigen menschlichen Handelns und dessen Moral völlig ungeeignet sei, sondern auch – selbst von Christen – gar nicht dafür benutzt werde. Moderne Christen würden nur Ausschnitte aus der Bibel als moralische Grundlage nennen, etwa die Zehn Gebote oder die Bergpredigt, nicht aber z.B. die im Alten Testament ausführlich beschriebenen Völkermorde. Wie aber, so fragt Dawkins, entscheidet ein Christ, welche Passagen der Bibel beherzigenswert sind und welche nicht? Sicher nicht anhand der Bibel selbst, sondern nach eigenem Gutdünken; die Bibel sei dann eine nachgeschobene Begründung für bereits zuvor gefällte moralische Urteile.

Insgesamt betont Dawkins, dass schon ein „gemäßigter“ Glaube an Übernatürliches dem Fundamentalismus zugute kommt. Er führt aus, dass die Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in dieser Form nur möglich gewesen seien (ebenso wie religiös motivierte Anschläge überall sonst auf der Welt), weil die Attentäter wirklich geglaubt hätten, nach ihrem Tod als Märtyrer in ein „Paradies“ zu kommen. Dieser Glaube habe sich aber nur deshalb festigen können, weil die Gesellschaft, in der die Täter aufgewachsen sind, den scheinbar harmlosen Glauben an Gott und an ein Paradies für selbstverständlich hält.

Auch kritisiert Dawkins die staatliche Förderung religiöser Schulen, speziell in Großbritannien, da damit dem Fundamentalismus Vorschub geleistet werde.

Zum Ende thematisiert er die oft behauptete Nützlichkeit des Glaubens für ein „gutes Leben“. Er kommt zu dem Schluss, dass es nicht notwendig ist, an Gott zu glauben, um glücklich zu sein.

Kritik

Der Oxforder Molekularbiologe und Theologe Alister McGrath, der selbst gläubiger Christ und der Ansicht ist, dass „Gott nicht in dieselbe Kategorie gehört wie wissenschaftliche Objekte“[1], hat als kritische Antwort auf The God Delusion das Buch The Dawkins Delusion geschrieben.[2]

Dawkins legt in seinem Buch nahe, dass viele Missstände in der Welt religiösen, ja theologischen Ursprungs sind: {{#if:

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„Stellen wir uns doch [...] eine Welt vor, in der es keine Religion gibt – keine Selbstmordattentäter, keinen 11. September, keine Anschläge auf die Londoner U-Bahn, keine Kreuzzüge, keine Hexenverfolgung, keinen Gunpowder Plot, keine Aufteilung Indiens, keinen Krieg zwischen Israelis und Palästinänsern, kein Blutbad unter Serben/Kroaten/Muslimen, keine Verfolgung der Juden als ‚Christusmörder‘, keine ‚Probleme‘ in Nordirland [...]“

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Einige Kritiker, wie der britische Publizist Kenan Malik, weisen dagegen auf die ursprünglich politische, säkulare Natur dieser Konflikte hin, die nur durch politische Entartung in religiösem Gewand daherkommen. [3]

Der Theologe Friedrich Wilhelm Graf warf Dawkins insbesondere mangelnde religionswissenschaftliche sowie philosophisch-theologische Kenntnisse vor.[4]

Quellen & Verweise

Das Buch erschien in der deutschen Übersetzung am 10. September 2007, 2. Auflage 2007 ISBN 978-3-550-08688-5

  1. http://ncregister.com/site/article/3287/
  2. Alister McGrath: The Dawkins Delusion: Atheist fundamentalism and the denial of the divine, 2007, ISBN 9780281059270.
  3. Kenan Malik: I don't believe in Richard Dawkins Buchkritik im Daily Telegraph (englisch).
  4. Sueddeutsche Zeitung: Der "liebe Gott" als blutrünstiges Ungeheuer

Weblinks


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