Bund für Geistesfreiheit

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Der Bund für Geistesfreiheit Bayern K.d.ö.R. (kurz bfg Bayern) ist eine freigeistig orientierte Körperschaft des öffentlichen Rechts in Bayern. Außerhalb des bfg Bayern gibt es in Heidelberg den Bund für Geistesfreiheit Rhein Neckar.

Die Ursprünge des Bundes für Geistesfreiheit reichen zurück in die Zeit des Vormärzes, zur Deutschen Revolution von 1848. Frühere Bezeichnungen des bfg Bayern waren "Freireligiöse Landesgemeinde Bayern K.d.ö.R" und "Freigeistige Landesgemeinschaft Bayern (FLGB) K.d.ö.R". Während der NS-Zeit war diese Körperschaft – im Unterschied zu den christlichen Kirchen – verboten.

Die Bezeichnung "Bund für Geistesfreiheit" ist geschützt.


Ziele

Des bfg sieht sich als Interessenvertretung der konfessionsfreien Bürger, also Menschen, die keiner Kirche oder Sekte angehören. Diese machen rund 22 Prozent der Bevölkerung Bayerns aus. Insbesondere vertritt er Menschen mit freigeistiger, agnostischer, humanistischer oder atheistischer Weltanschauung.

Der bfg Bayern bezeichnet sich als "dogmenfrei, humanistisch, demokratisch und überparteilich". Er steht für die Grundwerte Selbstbestimmung, Toleranz, Vernunft und Humanität und orientiert sich an den Grundsätzen der Aufklärung und des Humanismus. Der bfg Bayern fordert eine konsequente Trennung von Staat und Kirche und den Abbau der Privilegien der Kirchen in Deutschland.

Organisation

Der bfg Bayern ist Mitglied im Dachverband freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) sowie in der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU), die eine beratende Stimme in der UNO, der UNESCO und im Europarat hat.

Der bfg Bayern hat etwa 3700 Mitglieder. Diese verteilen sich auf Ortsgemeinschaften in Augsburg, Deggendorf, Fürth, Kulmbach/Bayreuth/Bamberg, München, Neuburg an der Donau/Ingolstadt, Regensburg und Schweinfurt. Der bfg Erlangen e.V. und die Freidenkerinnen & Freidenker Ulm/Neu-Ulm e.V. sind korporative Mitglieder.

Aktivitäten

Der bfg Bayern war maßgeblich an der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) beteiligt.

Der bfg Bayern ist einer der Träger des Senioren- und Pflegeheims "Ludwig Feuerbach" in Neubiberg bei München.

Am 18. Januar 2000 wurde auf Initiative des bfg Bayern das Humanistische Bildungswerk des bfg Bayern (hbb) gegründet.

Auch die Webseite www.schulfach-ethik.de des Arbeitskreises Ethikunterricht in Bayern entstand auf Initiative des bfg Bayern.

Viermal im Jahr erscheint die "Freigeistige Rundschau" (FGR), eine Publikation des bfg Bayern, in einer gedruckten Auflage von 1000 Exemplaren. Zusätzlich wird die FGR als PDF-Datei an 600 Abonnenten verschickt.

Alle 6 Wochen gestaltet der bfg Bayern im Bayerischen Rundfunk eine viertelstündige Sendung (jeweils Sonntag ab 7:05 Uhr). Die Manuskripte der Sendung könen beim bfg Bayern angefordert werden.

Mitgliedsbeiträge und Spenden an den bfg Bayern sind aufgrund der anerkannten Gemeinnützigkeit steuerlich absetzbar.

Auszeichnungen

Ludwig-Feuerbach-Preis

Der vom bfg Augsburg gestiftete Ludwig-Feuerbach-Preis ist nach Ludwig Andreas Feuerbach benannt. 2001 wurde der Preis anlässlich des 90-jährigen Bestehens des Bundes für Geistesfreiheit Augsburg (bfg Augsburg) ins Leben gerufen. Er ist mit 2.000 Euro dotiert. Mit dem Feuerbach-Preis soll "das andere Augsburg gewürdigt werden" und das kulturelle und weltanschauliche Spektrum der Stadt ergänzt werden.

Preisträger

Freier Geist Regensburg

Dieser nicht dotierte Preis wurde vom bfg Regensburg erstmals 2006 verliehen. Geehrt werden Menschen, die sich um das freigeistige Leben in Regensburg verdient gemacht haben.

Preisträger

  • 2006: Ali Zellner
  • 2007: Arnold Zumkeller
  • 2008: Marlies Haschke
  • 2009: Monika Hendlmeier

Schraubenschlüssel am Bande

Der satirische Preis wurde erstmals am 13. Juli 2007 vom bfg München verliehen. Die Auszeichnung ergeht für dokumentierte Äußerungen, die den Einsatz eines Schraubenschlüssels zum Wieder-Anziehen von bemerkenswert großen lockeren Schrauben als notwendig erscheinen lassen.

Preisträger

  • 2007: Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis
  • 2008: Norbert Geis, Rechtsanwalt
  • 2009: Günther Jauch, Fernsehmoderator

Literatur

  • Helmut Steuerwald: Kritische Geschichte der Religionen und freien Weltanschauungen. Eine Einführung. Angelika Lenz Verlag, Neustadt am Rübenberge 1999, ISBN 3-933037-08-5
  • Franz Bohl: Die freireligiöse Bewegung in Bayern: Werden und Wirken. Hrsg. von der Freireligiösen Bewegung in Bayern, o. Ort, o. Jahr, 83 S.
  • Hermann Kraus: Geistesfreiheit : Verfemt, verfolgt - erfolgreich oder Warum d. Bund für Geistesfreiheit (bfg) ganz besonders gegen Zensur u. Berufsverbot, Dogmatismus u. Intoleranz ist. Selbstverlag, Nürnberg 1980, 29 S.
  • Monika Hendlmeier et al.(Hrsg.): 25 Jahre Bund für Geistesfreiheit (bfg) Regensburg: 1977 bis 2002. Regensburg 2002, 26 S.
  • Hugo Belian: Bund für Geistesfreiheit. Die Entwicklung am Beispiel der Ortsgemeinschaft Fürth. 2. überarb. Aufl., Fürth 2006.

Weblinks