Bibelkritik

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Das Wort Bibelkritik wird auf zweierlei Weise verwendet:

  • Sonst auch für Kritik an der Bibel, die eine negative Bewertung einschließt.

Dieser Artikel beschreibt kritische Stellungnahmen und Argumente, die gegen die Bibel gerichtet sind, oder gegen bestimmte Teile oder Aspekte der Bibel.[1]


Inhaltsverzeichnis

Gegenstand der Bibelkritik

Infragestellung der Glaubwürdigkeit der Bibel

Weithin bekannt sind die Konflikte um Galileo Galilei und um den Darwinismus – Konflikte zwischen Naturwissenschaft und einer Kirche, die darauf bestand, dass sämtliche Texte der Bibel in ihrer wörtlichen Bedeutung der Wahrheit entsprächen. Naturwissenschaftliche und historische Forschung führten zu einer Reihe von weiteren Ergebnissen, die zu Tatsachenbehauptungen der Bibel im Widerspruch stehen. Darüber hinaus förderten textkritische Untersuchungen der Bibel nicht wenige Ungereimtheiten in der Bibel selbst zutage.

Die Ergebnisse verschiedener Wissenschaften lieferten so zahlreiche Argumente gegen die Glaubwürdigkeit von einzelnen Tatsachenbehauptungen der Bibel. Diese Argumente wurden teilweise zum Anlass genommen, die Glaubwürdigkeit der Bibel insgesamt in Zweifel zu ziehen.

Problematisierung der Ethik der Bibel

Harte Kritik an ethischen Vorstellungen der Bibel gab es schon im 18. Jahrhundert, besonders schonungslos im Testament des Abbé Meslier[2] (aufgefunden nach seinem Tode 1729).

Heute gerät die Ethik der Bibel wieder mehr ins Blickfeld, nicht zuletzt durch das Buch Denn sie wissen nicht, was sie glauben[3] von Franz Buggle. Der Autor nimmt die Bedeutung der Bibel „als der Basis aller heute vorfindlichen christlichen Religion und Ethik“ zum Anlass, ausführlich auf die ethischen Vorstellungen in der Bibel einzugehen. Er kritisiert u. a. „von Gott angeordnete Genozide“[4] und die „Aufforderung des biblischen Gottes zu einer exzessiven Anwendung der Todesstrafe“ (S. 95). „Das sehr gehäufte Vorkommen göttlich angeordneter Verbrechen und Grausamkeiten“, urteilt Buggle, disqualifiziere die Bibel „als Quelle heute akzeptierbarer Ethik“[4]. Buggle warnt vor „Gefahren im Sinne eines Abbaus des durch Aufklärung und Humanismus erreichten, noch sehr relativ-unvollkommenen Grades an Toleranz und Humanität im menschlichen Zusammenleben“. (S. 53)

Zurückweisung des Anspruchs der Bibel, sie sei das „Wort Gottes“

Für die Bibel wird von vielen Christen der Anspruch erhoben, sie sei „von Gott inspiriert“, habe „Gott zum Urheber“; so z. B. im Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 136[5].

Zur Zurückweisung dieses Anspruchs nutzen Kritiker die verschiedensten Argumente der Bibelkritik: Unwahre Tatsachenbehauptungen, Widersprüche, Aufforderungen zu Verbrechen und Grausamkeiten – all das wird als Argument angeführt gegen die Vorstellung, der Urheber der Bibel sei ein allmächtiger, allwissender, weiser, gerechter und gütiger Gott.[6]

Kritik an der Ethik der Bibel

Harter Kritik sind einige der ethischen Vorstellungen in der Bibel ausgesetzt: sie seien „inhuman“, oder sie seien „ungerecht“.

Hinter dieser Kritik stehen unterschiedliche Motive oder Maßstäbe:

  • Mitgefühl mit den Opfern inhumanen Verhaltens
  • Maßstäbe aus der Bibel selbst. So kann von Geboten des Neuen Testaments her Kritik an Geboten des Alten Testaments geübt werden; beispielsweise vom Gebot „Liebet eure Feinde“ (Lukas 6,27-28[3]) her können andere Gebote kritisiert werden wie „du sollst an ihnen [Anm.: den als „Feinde“ Bezeichneten] unbedingt den Bann vollstrecken“ (Deuteronomium = 5. Mose 20,16-17[4]).
  • Der Maßstab der inneren Konsistenz: So können Widersprüche zwischen ethischen Vorstellungen innerhalb der Bibel kritisiert werden, auch ohne für bestimmte Vorstellungen Partei zu ergreifen.
  • Andere ethische Vorstellungen. Viele Kritiker der Bibel gehen von ethischen Vorstellungen aus, die auf Humanismus und Aufklärung zurückgehen, Vorstellungen, nach denen Achtung der Menschenrechte und Toleranz zu den Geboten der Ethik zählen.

Angriffskrieg und Völkermord

Aufforderungen zu Angriffskrieg und Völkermord werden im Alten Testament mehrfach Gott zugeschrieben und damit positiv bewertet. Beispiele:

  • Der Herr sprach zu Mose: Greift die Midianiter an und schlagt sie (Numeri = 4. Mose 25,16-17 [5]). Im 31. Kapitel[6] wird dieser Krieg beschrieben; in Vers 7 heißt es: Sie zogen gegen Midian zu Feld, wie der Herr es Mose befohlen hatte, und brachten alle männlichen Personen um, dann in Vers 14-15: Mose aber geriet in Zorn über die Befehlshaber ... Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen am Leben gelassen? und in Vers 17: Nun bringt alle männlichen Kinder um und ebenso alle Frauen, die schon einen Mann erkannt und mit einem Mann geschlafen haben.
  • Wenn du zum Kampf gegen deine Feinde ausziehst ... – für den Fall, dass Israel in einen Angriffskrieg zieht, enthält das Deuteronomium = 5. Buch Mose im 20. Kapitel [7] eine Reihe von Anweisungen, die Mose im Auftrag Gottes dem Volk vorgelegt haben soll. Eine Belagerung wird ausdrücklich erlaubt für den Fall, dass eine angegriffene Stadt sich nicht ergeben will (Vers 12). Und danach: Wenn der Herr, dein Gott, sie in deine Gewalt gibt, sollst du alle männlichen Personen mit scharfem Schwert erschlagen (Vers 13). Noch weiter gehen die Anweisungen für bestimmte Städte: Aus den Städten dieser Völker jedoch, die der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, darfst du nichts, was Atem hat, am Leben lassen (Vers 16).
  • Nach Angaben des Buches Josua sollen die Israeliten den Angriffskrieg gegen Jericho auf Anweisung „des Herrn“ geführt haben (Josua 6 [8]), und nach ihrem Sieg sollen sie – „zu Ehren des Herrn“ – nahezu die gesamte Bevölkerung der Stadt getötet haben (bis auf die Kollaborateurin Rahab und ihr Haus). Ähnlich sollen die Israeliten unter Josua mit einer Reihe von weiteren Städten verfahren sein. In Josua 11,15 heißt es dazu: Wie der Herr es seinem Knecht Mose befohlen hatte, so hatte es Mose Josua befohlen, und so führte Josua es aus. [9]
  • Darum zieh jetzt in den Kampf, und schlag Amalek! Weihe alles, was ihm gehört, dem Untergang! Schone es nicht, sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel! – dazu soll „der Herr“ den israelitischen König Saul durch den Propheten Samuel aufgefordert haben (1. Samuel 15,3 [10]). Saul soll dieser Aufforderung weitgehend nachgekommen sein; nahezu das ganze Volk von Amalek soll er „mit scharfem Schwert dem Untergang geweiht“ haben. Negativ bewertet wird in der Bibel jedoch nicht dieser Massenmord, sondern die Ausnahmen: Agag, den König von Amalek, brachte er lebend in seine Gewalt [...] Saul und das Volk schonten Agag, ebenso auch die besten von den Schafen und Rindern ... (Vers 8-9). Wegen dieses „Ungehorsams“ soll Saul beim „Herrn“ in Ungnade gefallen sein.

Aufforderungen zum exzessiven Gebrauch der Todesstrafe

In der Bibel wird an vielen Stellen die Todesstrafe gefordert, und das nicht nur für Mord und ähnlich schwere Verbrechen. Bibelkritiker wie Franz Buggle prangern an, in welchem Ausmaß immer wieder die Todesstrafe angeordnet wird[3] (ab S. 95), für Verhaltensweisen, die heute nicht einmal unter Strafe stehen oder wesentlich milder bestraft werden.

Todesstrafe für unerwünschte Religionsausübung

  • Die Verehrung anderer Götter soll mit dem Tod durch Steinigung bestraft werden, nach Deuteronomium = 5. Mose 17,2-5 [11].
  • Jeder Versuch, jemanden zur Verehrung anderer Götter zu verleiten, soll mit dem Tod durch Steinigung bestraft werden, nach Deuteronomium = 5. Mose 13,7-11 [12]. Jeder, der einen solchen Versuch unternimmt, soll angezeigt werden. Selbst für den Fall, dass es sich um einen nahen Verwandten handelt, um den Bruder, den Sohn, die Tochter oder die Ehefrau, oder um einen geliebten Freund, wird ausdrücklich zur Denunziation aufgefordert sowie dazu, als erster die Hand gegen den Beschuldigten zu erheben.
  • „Hexen“ bzw. „Zauberinnen“, je nach Übersetzung, sollen nicht am Leben gelassen werden, nach Exodus = 2. Mose 22,17 EU LUT.

Steinigung von widerspenstigen Söhnen

Wenn „störrische und widerspenstige“ Söhne trotz guten Zuredens und trotz Züchtigung nicht auf Vater und Mutter hören, dann „sollen Vater und Mutter ihn packen, vor die Ältesten der Stadt und die Torversammlung des Ortes führen ... Dann sollen alle Männer der Stadt ihn steinigen, und er soll sterben.“ (Deuteronomium = 5. Mose 21,18-21 [13])

Todesstrafe für unerwünschtes Sexualverhalten

Verhaltensweisen, für die in Levitikus = 3. Mose 20 [14] die Todesstrafe vorgesehen ist:

  • Ehebruch (20,10)
  • Inzest mit einer Schwiegertochter oder einer Frau des Vaters (20,11-12), Heirat mit einer Frau und ihrer Mutter (20,14; in diesem Fall sollen der Mann und die beiden Frauen verbrannt werden), Sexualverkehr mit Schwester oder Halbschwester (20,17)
  • Homosexueller Verkehr zwischen Männern (20,13)
  • Sexualverkehr mit Tieren (20,15-16)
  • Sexualverkehr während der Menstruation der Frau (20,18)

Intoleranz

Franz Buggle bescheinigt der Bibel eine „lieblose, hasserfüllte Abwertung Anders- und Nichtgläubiger“[7] (ab S. 82).

Aufforderungen „zur gewalttätigen Intoleranz gegenüber andersgläubigen Menschen“ sieht er im Alten Testament. „Schon in den Büchern Mose wird immer wieder die Zerstörung fremder Kultstätten ausdrücklich angeordnet: ‚Du hüte dich aber, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommst, einen Bund zu schließen; sie könnten dir sonst, wenn sie in deiner Mitte leben, zu einer Falle werden. Ihre Altäre sollt ihr vielmehr niederreißen, ihre Steinmale zerschlagen, ihre Kultpfähle umhauen’ (Ex. 34; 12,13).“ [15] (S. 82)

„Auch im Neuen Testament“, schreibt Buggle auf S. 83, „findet sich, wo das Problem ‚Anders- oder Ungläubige’ angesprochen wird, immer wieder eine Atmosphäre der Intoleranz, der Feindseligkeit bis zu unversöhnlichem Hass und exzessiven Bestrafungsphantasien (= -wünschen).“

  • Buggle zitiert einen Spruch, der am Ende des Markusevangeliums dem auferstandenen Jesus in den Mund gelegt wird: „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet. Wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“ (Markus 16,16 [16]; Hervorhebung von Buggle)
  • Aus dem zweiten Thessalonicherbrief zitiert Buggle: „... wenn Jesus, der Herr, sich vom Himmel her offenbart [...] Dann übt er Vergeltung an denen, die Gott nicht kennen und dem Evangelium Jesu, unseres Herrn, nicht gehorchen..., mit ewigem Verderben werden sie bestraft“ (2. Thessalonicher 1,7-9 [17]; Hervorhebung von Buggle, S. 85)
  • „Neben diesen exzessiven Vorurteils- und Hassausbrüchen treten mildere Formen der Diskriminierung und Verfemung fast schon zurück“, meint Buggle auf S. 87; er zitiert: „Wenn jemand zu euch kommt und nicht diese Lehre mitbringt, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf, sondern verweigert ihm den Gruß. Denn wer ihm den Gruß bietet, macht sich mitschuldig an seinen bösen Taten“ (2. Johannesbrief 10-11 [18])

Hetze gegen Juden

Buggle beklagt, „wie sehr – und mit welch verheerenden historischen Folgen! – sich die diskriminierende Ablehnung des Apostels Paulus gegen die nicht christgläubigen Juden richtete“. Er zitiert: „Diese haben sogar Jesus, den Herrn, und die Propheten getötet, auch uns haben sie verfolgt. Sie missfallen Gott und sind Feinde aller Menschen. (1. Thessalonicherbrief 2,14-16[19]; S. 86, Hervorhebungen von Buggle)

Ewige Höllenstrafe – sadistische Strafphantasien

Einen „offenbar durchgehend für die Bibel charakteristischen Hang zu exzessiv gewalttätigen Strafphantasien und -drohungen“ sieht Buggle[3] (S. 119 f). Er erinnert an Jesus-Worte: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde.“ (Matthäus 18,6[20]) Und: „Wenn dich deine Hand oder dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Es ist besser für dich, verstümmelt oder lahm in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen und zwei Füßen in das ewige Feuer geworfen zu werden.“ (Matthäus 18,8)

Nach Buggle führt Jesus „eine für das Neue Testament spezifische Strafvorstellung ein, nämlich von der ewigen Höllenstrafe, eine Strafandrohung, deren unheilvolle, psychisch verheerende Wirkung [...] auf unzählige Menschen gar nicht übertrieben werden kann [...] Man versuche [...] sich klarzumachen, was eine Drohung mit ewig dauernden extremen Qualen psychologisch bedeutet; dagegen verblassen alle sonst bekannten Folterungen und Strafen, weil diese immer zeitlich endlich sind.“ (S. 120) Buggle fügt hinzu: „In diesem Punkt fällt das Neue Testament, was archaisch-inhumane Grausamkeit angeht, noch hinter das Alte Testament zurück.“ (S. 121)

Jesus verband seine Ankündigungen von Weltgericht und Hölle mit der Vorstellung, dass es für die Menschen nur zwei Alternativen gebe: „Die Engel werden [...] die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt.“ (Matthäus 13,49 [21]) Buggle hält das für problematisch: „Jeder einigermaßen psychologisch Bewanderte weiß, wie falsch, gefährlich und inhuman die hier implizierte Entdifferenzierung der Menschen in ‚gute’ und ‚böse’ ist, wie wenig sie der psychischen Realität entspricht und zu welchen grauenhaften Folgen sie als psychische Vorbereitung von Verfolgung und ‚Liquidierung’ immer wieder geführt hat.“ (S. 130 bzw. S. 131, Hervorhebung von Buggle)

„Ein Gipfel an extremen sadistischen Strafphantasien und -ankündigungen (-wünschen) gegenüber [...] „Gottlosen“, „Götzendienern“, „sündigen“ Menschen usw. zeigt sich noch einmal im letzten Buch der Heiligen Schrift, der Offenbarung des Johannes“, schreibt Buggle (S. 140). Er zitiert aus Offenbarung 9[22]: „... Heuschrecken ... Es wurde ihnen befohlen, die Menschen nicht zu töten, sondern nur zu quälen, fünf Monate lang. Und der Schmerz, den sie zufügen, ist so stark, wie wenn ein Skorpion einen Menschen sticht. In jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen, aber nicht finden; sie werden sterben wollen, aber der Tod wird vor ihnen fliehen. [...] Da wurden die vier Engel losgebunden [...] um ein Drittel der Menschheit zu töten [...] durch Feuer, Rauch und Schwefel (S. 142 f, Hervorhebungen von Buggle) „Ihre Hauptverfehlung“, kommentiert Buggle, „scheint wieder darin zu liegen, einem anderen Glauben, einer anderen als der christlichen Religion anzuhängen: ‚Aber die übrigen Menschen, die nicht durch diese Plagen umgekommen waren, wandten sich nicht ab von den Machwerken ihrer Hände: Sie hörten nicht auf, sich niederzuwerfen vor ihren Dämonen, vor ihren Götzen aus Gold, Silber, Erz, Stein und Holz ...’“[23]

Die göttliche „Gerechtigkeit“

Nach Angaben der Bibel soll Gott vieles getan oder zu tun geboten haben, was heute weithin als ungerecht angesehen wird – von einem Begriff der Gerechtigkeit her, nach dem Strafe nur unter bestimmten Voraussetzungen legitim ist. Dazu gehört, dass eine Tat nur dann mit Strafe bedroht werden darf, wenn sie geeignet ist, Schaden anzurichten; und dass beim Strafmaß die Verhältnismäßigkeit zu wahren ist. Ebenso gehört dazu, dass eine Strafe nur gegen denjenigen verhängt werden darf, der persönlich ein Unrecht begangen hat.

Trotzdem preist die Bibel diesen Gott an vielen Stellen als „gerecht“. Beispielsweise: „Gerecht ist der Herr in allem, was er tut, voll Huld in all seinen Werken.“ (Psalm 145,17 [24]). So propagiert die Bibel ein Verhalten, das von Kritikern als ungerecht angesehen und scharf abgelehnt wird.

Ein von Gott verhängtes Unglück oder eine Strafe wird in der Bibel als „gerechte“ Strafe, vor allem für Gottlosigkeit, dargestellt (z. B. Daniel 9,14 [25]).

Manchmal trifft die göttliche Strafe ganze Völker (Ägypten beispielsweise für den Ungehorsam des Pharao (Exodus = 2. Mose 7,29[26]) und in der Geschichte von der Sintflut (Genesis = 1. Mose 6-8 [27] nahezu die ganze Menschheit.

Unverhältnismäßigkeit erkennt Franz Buggle in der ewigen „Strafe“, die in der Ankündigung des „Weltgerichts“ den Menschen „zur Linken“ angedroht wird (Matthäus 25,31 ff [28]). Buggle schreibt: „Hier wird ein zeitlich beschränktes Fehlverhalten – Egoismus, das Unterlassen von Werken der Nächstenliebe, Unbarmherzigkeit – durch die denkbar extremste Unbarmherzigkeit und Grausamkeit vergolten, eine ewige, zeitlich unbegrenzte, qualvolle Strafe, ein ‚ewiges Feuer’.“[3] (S. 126; Hervorhebungen von Buggle)

Auch das Gerechtigkeitsverständnis in der biblischen Kreuzestheologie – „Ihn hat Gott dazu bestimmt, Sühne zu leisten mit seinem Blut, Sühne, wirksam durch Glauben. So erweist Gott seine Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden, die früher, in der Zeit seiner Geduld, begangen wurden“, schrieb Paulus (Römer 3,25 [29]) – steht in der Kritik: „Sollte durch die Strafe der Gerechtigkeit Genüge getan werden? Die Bestrafung eines Unschuldigen ist für mich nur neues Unrecht“, schreibt Irene Nickel.[8]

Gebote, deren Nichterfüllung vorhersehbar ist

Hohe Ansprüche von Geboten allgemeiner Art

  • „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist“, fordert Jesus in der Bergpredigt (Matthäus 5,48 [30])
  • „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ – Im Alten Testament (Levitikus = 3. Mose 19,18 [31]) wird dies Gebot als Regel für das Verhalten der Volksgenossen untereinander verstanden.[9]. Im Neuen Testament wird die Frage gestellt: „Und wer ist mein Nächster?“ (Lukas 10,29 [32]). Jesus antwortet mit der Beispielerzählung vom barmherzigen Samariter. Damit begründet der christliche Theologe Hans Küng die Deutung: „Der Nächste ist jeder, der mich gerade braucht.“[10]

Franz Buggle kritisiert das Gebot, seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst, als eine „psychologisch gesehen unrealistisch überzogene Forderung, die bei konsequenter Akzeptierung zu dauernder Heuchelei und Verlogenheit [...] oder zu jenem bei engagierten Christen nicht selten zu findenden ‚Krampf’ führt.“ [3] (S. 206)

Verbote einzelner Verhaltensweisen – Beispiel Ehebruch

  • „Du sollst nicht die Ehe brechen.“ (Exodus = 2. Mose 20,14 [33])

Der Philosoph Bertrand Russell (1872-1970) warnte vor einer unveränderten Beibehaltung dieser Verhaltensregel. Er stellte fest, dass es seit Aufkommen der modernen Industrialisierung immer mehr Menschen gebe, die diesem Gebot nicht mehr gehorchten. Er schrieb:

„Wir hören manchmal, [...] ein Sittengesetz sei deshalb nicht schlechter, weil es schwierig ist, danach zu leben. Darauf möchte ich aber erwidern, dass die Frage, ob eine Regel gut oder schlecht sei, gleichbedeutend sei mit der Frage, ob sie das menschliche Glück fördere oder nicht.
Viele Erwachsene glauben in ihrem Innersten immer noch alles, was man sie in ihrer Kindheit gelehrt hat, und kommen sich schlecht vor, wenn ihr Leben den Maximen der Sonntagsschule nicht entspricht. Der angerichtete Schaden besteht nicht nur darin, dass eine Trennung zwischen der bewussten vernünftigen Persönlichkeit und der unbewussten, infantilen Persönlichkeit stattfindet, sondern er besteht auch darin, dass die gültigen Teile der herkömmlichen Moral zusammen mit den ungültigen Teilen in Misskredit geraten.“

Ein System, „das die Jugend en bloc eine Anzahl von Glaubensregeln lehrt, die sie als Erwachsene mit größter Sicherheit fallen lassen“, birgt nach Russell die Gefahr, dass diese Erwachsenen dann „wahrscheinlich zusammen mit dem Schlechten auch das Gute über Bord werfen“.[11]

Diese Kritik lässt sich auf eine Reihe von Geboten der Bibel übertragen, von denen zu erwarten ist, dass sie von vielen Menschen nicht befolgt werden.

Vielzahl von Verboten

Die religiösen Texte der monotheistischen Religionen seien „voller Verhaltens-, Essens- und Lebensregeln“, schreibt der französische Philosoph Michel Onfray. Er kritisiert: „... mit den wuchernden Verboten wächst auch die Zahl der möglichen Fehltritte. Und je unwahrscheinlicher die Perfektion wird, desto mehr nehmen die Schuldgefühle zu.“[12]

Gebote, die bestimmte Menschen hart treffen

Einige Gebote der Bibel werden kritisiert, weil sie – sofern sie eingehalten werden – erhebliche negative Auswirkungen auf die Lebensqualität bestimmter Menschen haben. Die gleichen Gebote können andererseits auch dann negative Auswirkungen haben, wenn sie nicht eingehalten werden: Dadurch können Schuldgefühle und Ängste entstehen, Angst vor Strafe wie Angst vor dem Verlust der Liebe Gottes, der für manche religiösen Gläubigen ein „Gegenüber“ von großer emotionaler Bedeutung darstellt.

Ablehnung der Scheidung und der Wiederheirat von Geschiedenen

Im Neuen Testament erklärt Jesus die Ehe für (nahezu) unauflöslich; die Möglichkeit einer Ausnahme kann allenfalls für den Fall von „Hurerei“ (der Frau) aus Jesu Worten herausgelesen werden. Die Wiederheirat von Geschiedenen wertet Jesus als „Ehebruch“ und damit als Verstoß gegen Gottes Gebot.

  • „Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“ (Markus 10,9 [34])
  • „Jeder, der seine Frau entlassen wird, außer aufgrund von Hurerei, macht, dass mit ihr Ehebruch begangen wird; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch..“ (Matthäus 5,32, Elberfelder Übersetzung [35])
  • „Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.“ (Markus 10,11-12 [36])

Ein so weitgehendes Verbot der Scheidung stößt auf Kritik. Weil es schon dann eine Härte darstellen kann, wenn die Ehe dem Glück der Ehegatten abträglich ist und sie die Scheidung wünschen. Erst recht, wenn der Wunsch nach einer Scheidung dringlich wird durch Gründe wie Geisteskrankheiten, Verlassen oder Grausamkeit.[13]

Kritisiert werden das weitgehende Scheidungsverbot und das Verbot der Wiederheirat Geschiedener außerdem wegen ihrer Auswirkungen auf Menschen, deren Ehe gescheitert ist: Für sie kann es von großer Bedeutung sein, dass sie die Möglichkeit haben, sich scheiden zu lassen und eine neue Ehe einzugehen. Das zu verbieten, kann erhebliche negative Auswirkungen auf ihr Lebensglück haben. Direkt betroffen sind Menschen, die sich aus religiösen Gründen an diese Verbote halten oder sie mit schlechtem Gewissen übertreten. Indirekt betroffen Menschen, die auf einen Arbeitsplatz in einer katholischen sozialen Einrichtung angewiesen sind: Sie sehen sich genötigt, in einer neuen Beziehung auf eine Eheschließung zu verzichten oder sogar darauf, diese Beziehung offen zu zeigen.[14]

Wertung lüsterner Blicke als Ehebruch

Im Neuen Testament verkündet Jesus:

  • „Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“ (Matthäus 5,28 [37]).“

Kritisiert wird, dass eine solche Ausweitung des Begriffs „Ehebruch“ zu einem starken Ansteigen der Zahl der „Ehebrüche“ führe und damit zu einer Zunahme von Schuldgefühlen.

Andererseits gibt es Kritik daran, dass der „Ehebruch“ so zu einer derart alltäglichen Sache werde, dass Tendenzen begünstigt würden, den „Ehebruch“ ganz allgemein weniger ernst zu nehmen, wovon dann auch der tatsächlich durchgeführte „Ehebruch“ betroffen sein könnte.

Es wird kritisiert, wie Jesus den Unterschied verwischt zwischen dem bloßen Gedanken und der tatsächlich ausgeführten Tat. Dabei sei das in vielen Fällen ein ethisch bedeutsamer Unterschied: Oft habe nicht der bloße Gedanke, wohl aber die ausgeführte Tat bedeutsame emotionale und soziale Konsequenzen.

Verbot der Homosexualität

Im Alten Testament wird Homosexualität unter Männern als „Gräueltat“ beschimpft, die Beteiligten sollen „mit dem Tod bestraft“ werden (Levitikus = 3. Mose 20,13 [38]). Im Neuen Testament beschimpft Paulus den homosexuellen Verkehr – unter Männern wie unter Frauen – als „widernatürlich“ (Römer 1,26-27 [39])

Kritisiert wird, wie hart dies Verbot gläubige Menschen trifft, deren sexuelle Orientierung ihnen eine glückliche Sexual- und Lebenspartnerschaft nur mit einem Menschen des gleichen Geschlechts erlaubt. Die Einhaltung dieses Verbots verlangt von ihnen den Verzicht auf einen erheblichen Teil ihres Lebensglücks, die Nichteinhaltung kann mit erheblichen Schuldgefühlen verbunden sein.

Kritisiert wird außerdem, dass die biblischen Aussagen geeignet sind, homosexuelle Menschen der Diskriminierung und Ausgrenzung auszusetzen.

Umgang mit Ausländern

Auf Kritik stößt Jesu Reaktion auf die Bitte einer kanaanäischen Frau, ihrer von einem „Dämon“ gequälten Tochter zu helfen (Matthäus 15,22 ff [40]). Jesu erste Reaktion: „Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.“ Dazu schreibt Franz Buggle: „Dass auch der Jesus der Evangelien dem zur damaligen Zeit nicht nur bei Israeliten zu findenden nationalen und religiösen Ethnozentrismus verhaftet war ...“[3] (S. 84)

Weitere Bitten der Frau beantwortet Jesus mit einer Beleidigung: „Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.“ (Hervorhebung von Buggle, Zitat von Matthäus 15,26 [41]). „Nur durch eine unwürdig unterwürfige (‚hündische’), d. h. die erniedrigende Herabwürdigung der eigenen Volksgruppe akzeptierende Haltung kommt die Frau schließlich doch noch zu ihren Ziel“, kritisiert Buggle.

Kritik an der Irrationalität theologischer Dogmen

Kritik an der Lehre von der Erlösung durch Jesu Kreuzestod

Paulus fand gefühlvolle Worte für das seiner Meinung nach so großmütige Geschenk Gottes: „Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ (Römer 8,32[42])

Dazu stellt Irene Nickel eine „naheliegende Frage“: „War das denn nötig?“[15] An anderer Stelle fragt sie: „Ist Gott nicht allmächtig, so dass ein Wort genügt hätte, um alles zu vergeben?“ [16]

Als „absurd“ bezeichnet Irene Nickel „die Vorstellung, dass ein Gott versöhnt werden könnte dadurch, dass sein eigener Sohn zu Tode gefoltert wird. Verständlich wäre, wenn er darüber erst recht in Zorn geriete.“

Unter einem etwas anderen Blickwinkel äußerte sich dazu der Chinese Lin Yu-Tang. Er hielt es für ungereimt, „dass Gott, nachdem Adam und Eva von einem Apfel gegessen hatten, so zornig wurde, dass er sie und alle ihre Nachkommen zum Leiden verurteilte, dann aber, als eben diese Nachkommenschaft seinen eigenen Sohn tötete, darüber ‚so erfreut war, dass er allen vergab.’“[17]

Strafe für Verhalten, das von Gott selbst verursacht wurde

Prädestinationslehre

„Er erbarmt sich also, wessen er will, und macht verstockt, wen er will. Nun wirst du einwenden: Wie kann er dann noch anklagen, wenn niemand seinem Willen zu widerstehen vermag?“ (Römer 9,18-19[43])

Diesen kritischen Einwand gegen seine Prädestinationslehre kennt Paulus offenbar. Er reagiert mit einem Vorwurf: „Wer bist du denn, dass du als Mensch mit Gott rechten willst? Sagt etwa das Werk zu dem, der es geschaffen hat: Warum hast du mich so gemacht?“ (Römer 9,20)

Strafe für Erfüllungsgehilfen des göttlichen Erlösungsplans

„Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre“, heißt es bei Markus 14,21[44].

Ägypten

„Der Herr sprach zu Mose: [...] der Pharao muss die Israeliten aus seinem Land fortziehen lassen. Ich aber will das Herz des Pharao verhärten und dann werde ich meine Zeichen und Wunder in Ägypten häufen. Der Pharao wird nicht auf euch hören. Deshalb werde ich meine Hand auf Ägypten legen und unter gewaltigem Strafgericht meine Scharen, mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führen.“ (2. Mose 7,1-5[45])

Lob der Leichtgläubigkeit

„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ (Johannes 20,29 [46]) Hier empfiehlt Jesus ein höchst irrationales Verhalten.

Mangelnde Glaubwürdigkeit bzw. Zuverlässigkeit der Bibel

Widersprüche zu Ergebnissen der Wissenschaft

Schöpfungsgeschichten

Am Anfang der Bibel, im Buch Genesis oder 1. Buch Mose, stehen zwei Schöpfungsgeschichten, die von verschiedenen Autorengruppen zu verschiedenen Zeiten verfasst wurden. Die zweite Schöpfungsgeschichte (ab Gen 2,4b [47]) wird von der historisch-kritischen Pentateuch-Forschung oft dem „Jahwisten“ zugeschrieben, einer hypothetischen Quelle, die manche in die Salomozeit datieren (10. Jh. v.u.Z.), von der aber andere meinen, dass sie vermutlich deutlich jünger sei, eventuell stamme sie erst aus der Zeit des babylonischen Exils (6. Jh. v.u.Z.). Die erste Schöpfungsgeschichte (Gen 1,1 [48] - 2,4a [49]) gilt in der Forschung als die jüngere; sie stammt möglicherweise aus der exilisch-nachexilischen „Priesterschrift“, einer ebenfalls hypothetischen Quelle, welche – ebenso wie der „Jahwist“ und der „Elohist“ – bis heute nicht nachgewiesen werden kann.

Versteht man diese Schöpfungsgeschichten als naturkundliche Beschreibungen tatsächlicher Geschehnisse, so stehen sie in mancherlei Hinsicht im Widerspruch zu Ergebnissen der naturwissenschaftlichen Forschung.

1. Schöpfungsgeschichte
  • Nach Gen 1,1-3 [50] wurde zuerst die Erde geschaffen, später das Licht. Tatsächlich ist die Erde vor etwa 4,6 bis 5 Milliarden Jahren entstanden[18], Licht gibt es schon sehr viel länger.
  • Nach Gen 1,11-18 [51] wurden zuerst Gras, Kraut und fruchtbare Bäume erschaffen, später die Sonne.
  • Nach Gen 1,14-18 [52] wurden Sonne und Mond „an die Wölbung des Himmels“ gesetzt. Das Wort „Wölbung“ wird in der Elberfelder Übersetzung folgendermaßen erklärt: „Das hebr. Wort ist von einem Verbum ‚feststampfen, breithämmern’ abgeleitet und meint eine gehämmerte Platte oder Schale, eine nach allen Seiten ausgeweitete Fläche o. Wölbung.“ Ähnliche Vorstellungen, auf die sich Verfechter eines geozentrischen Weltbildes beriefen, werden im Buch Josua erkennbar: „Damals redete Josua zum Herrn [...] und sagte vor den Augen Israels: Sonne, stehe still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon! Da stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen ...“ (Jos 10,12-13 [53])
2. Schöpfungsgeschichte
  • Nach Gen 2,5-9 [54] wurde der Mensch erschaffen, bevor es Sträucher und Kraut gab.
  • Nach Gen 2,7 [55] wurde der Mensch aus „Erde vom Acker“ gemacht.
  • Nach Gen 2,21-22 [56] wurde die Frau aus der Rippe des Mannes erschaffen.
Alter der Welt

Aus der 2. Schöpfungsgeschichte und weiteren Angaben der Bibel haben Gläubige ein Alter der Erde von ca. 6000 Jahren errechnet. Der französische Bischof und Theologe Bénigne Bossuet (1627-1704) datierte die „Schöpfung“ auf das Jahr 4004 v.u.Z., die Sintflut 1656 Jahre später.[19].

Konflikte infolge der Widersprüche
  • Astronomie: Die Entwicklung eines Weltbildes, bei dem nicht mehr die Erde im Mittelpunkt stand (Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler, Galileo Galilei), stieß bei der Katholischen Kirche, aber auch bei Keplers protestantischen Vorgesetzten[20], zunächst auf erbitterten Widerstand. Galilei wurde von der Inquisition in zwei Prozessen erst zum Schweigen, dann zum Widerruf verurteilt und in Haft bzw. Zwangsaufenthalt gehalten. Erst im Jahre 1992 wurde er rehabilitiert.
  • Biologie: Die Evolutionstheorie von der Entwicklung der Arten, die auf Charles Darwin zurückgeht, wurde ebenfalls zunächst heftig kritisiert.
  • Vergleichende Geschichtswissenschaft: Die aus der Bibel hergeleiteten Datierungen von Schöpfung und Sintflut gerieten schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts in die Kritik. Es wurden historische Quellen gefunden, deren Angaben im Widerspruch standen zu Angaben der Bibel; beispielsweise Chronologien der ägyptischen Dynastien, die bis weit vor den angenommenen Zeitpunkt der Sintflut zurückreichten. [21] Diese und andere Ergebnisse der vergleichenden Geschichtswissenschaft führten zu heftigen Diskussionen zwischen Wissenschaftlern und Verteidigern der Bibel.
Abschied von der wörtlichen Interpretation

Heute haben die Naturwissenschaften – Geologie, Paläontologie, physikalische Methoden der Altersbestimmung (z. B. die Radiokarbonmethode (C-14-Methode)), physikalische Theorien zur Entstehung des Universums – eine Fülle von Ergebnissen hervorgebracht, die dagegen sprechen, die Schöpfungsgeschichten für wahre Beschreibungen der Entstehung der Welt zu halten. Hinzu kommen weitere Ergebnisse von vergleichender Geschichtswissenschaft und Archäologie.

So gibt es heute viele Christen, die ausdrücklich die Auffassung ablehnen, die biblischen Schöpfungsgeschichten wären wörtlich zu verstehen als wahre naturkundliche Tatsachenberichte. Stattdessen gehe es in den Schöpfungsgeschichten um Glaubensaussagen. Die naturkundlichen Aspekte der Schöpfungsgeschichten brauche der Christ nicht zu glauben. Widersprüche zu Ergebnissen der Wissenschaft seien deshalb für den Glauben nicht relevant.

Weitere Widersprüche

Eine Reihe von weiteren Widersprüchen zu Ergebnissen der Wissenschaft ist zu finden unter Fehler in der Bibel.

Ähnlichkeiten mit heidnischen Legenden

Biblische Erzählungen über Jesus zeigen zahlreiche Ähnlichkeiten mit heidnischen Legenden. Das wird als Indiz dafür gewertet, dass vieles, was da erzählt wird, zu Unrecht Jesus zugeschrieben wird. „Vergottungen, Auftritte von Heilanden, innerhalb und außerhalb des Judentums, vor allem aber vom Himmel kommende Göttersöhne waren der antiken Welt vertraut und selbstverständlich. Das ganze christliche Heilsdrama – Präexistenz, Inkarnation, Martyrium, Tod, Auferstehung, Höllen- und Himmelfahrt – ist eine Kombination viel älterer Mysterienvorstellungen und hellenistischer Philosophie. Es war Zug um Zug vorgegeben und wurde – restlos! – auf die Gestalt Jesu übertragen, sei diese nun historisch oder nicht“, schreibt Karlheinz Deschner.[22]

Widersprüche zwischen Tatsachenbehauptungen der Bibel

Widersprüche zwischen verschiedenen Bibelstellen

Nicht nur die Widersprüche zwischen Bibel und Wissenschaft, auch Widersprüche innerhalb der Bibel selbst gaben Anlass zur Kritik. Schon der Religionskritiker Abbé Jean Meslier (1664-1729) zog daraus seine Schlüsse. Über die Evangelisten schrieb er:

Ja, es kommt sogar vor, dass sie sich bei mehreren Gegenständen offen widersprechen, was deutlich sichtbar macht, dass sie weder von Gott inspiriert waren, noch ...[23]

Zwei verschiedene Schöpfungsgeschichten

Die beiden Schöpfungsgeschichten der Bibel weisen eine Reihe von Unterschieden auf. In der ersten (ab Gen 1,1 [57]) heißt es immer wieder „Gott sprach“, und dann geschieht es. In der zweiten (ab Gen 2,5 [58]) ähnelt Gottes Schaffen eher den Aktivitäten eines Menschen: Er machte den Menschen und die Tiere „aus Erde“, er „blies“ dem Menschen den Odem des Lebens in seine Nase, er „pflanzte“ einen Garten ...

Widersprüche zwischen den beiden Schöpfungsgeschichten:

  • Nach der ersten Geschichte schuf Gott erst das Kraut (Gen 1,12 [59]), später den Menschen (Gen 1,27 [60]) – in der zweiten Geschichte heißt es vor der Erzählung von der Erschaffung des Menschen: „... all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen.“ (Gen 2,5 [61])
  • Nach der ersten Schöpfungsgeschichte schuf Gott den Menschen „als Mann und Frau“ (Gen 1,27 [62]) – nach der zweiten schuf er zunächst einmal nur „den Menschen“, und erst später, nachdem er einen Garten gepflanzt und allerlei Tiere geschaffen hatte, schuf er schließlich die Frau (Gen 2,21 [63]).

Widersprüche dieser Art treffen bei vielen Christen von heute auf wenig Interesse. Sie sehen in den Schöpfungsgeschichten vor allem die Glaubensaussagen und halten es ohnehin nicht für nötig, die naturkundlichen Aspekte dieser Geschichten zu glauben.

Wer tötete Goliath?

An zwei Stellen in den Büchern Samuel wird von der Tötung eines als riesig beschriebenen Kriegers namens Goliath aus Gath berichtet:

  • In 1. Samuel 17, 4-51 [64] wird die bekannte Geschichte des Kampfes zwischen David und Goliath erzählt, nach Vers 50-51[65] tötete David den Goliath
  • In 2. Samuel 21,19 [66] hingegen heißt es, jemand namens Elhanan habe Goliath aus Gath erschlagen.
Zwei verschiedene Stammbäume Jesu

Im Evangelium nach Matthäus wie im Evangelium nach Lukas ist ein „Stammbaum Jesu“ zu finden. Beide Stammbäume haben gemeinsam, dass sie mit Josef enden, dem Ehemann von Jesu Mutter Maria. Nach beiden Stammbäumen soll dieser Josef von König David abstammen.

Sonst jedoch unterscheiden sich beide Stammbäume erheblich. Unter anderem soll dieser Josef nach Matthäus 1,6 [67] von Davids Sohn Salomo abstammen, nach Lukas 3,23 ff [68] hingegen von Davids Sohn Nathan.

Auf diesen Unterschied hat schon Abbé Meslier hingewiesen[23]. Dazu bemerkte Meslier außerdem:

Zu was ist diesen Evangelisten die Genealogie dieses Joseph dienlich, und warum muss sie bis zu König David zurückgehen, um zu zeigen, dass Jesus Christus aus dem Geschlechte Davids ist, da eben dieser Jesus Christus nicht wirklich der Sohn des Joseph sein soll, der von David abstammen könnte.[23]

Angebliche Begegnungen mit dem Auferstandenen

Der Behauptung, dass Jesus auferstanden sei, wird im Neuen Testament eine entscheidende Bedeutung beigemessen. „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos“, schreibt Paulus (1. Korinther 15,14 [69]). Untermauert wird diese Behauptung durch eine Reihe von Geschichten über Menschen, die dem Auferstandenen begegnet sein sollen. Diese Geschichten enthalten Angaben, die einander widersprechen:

  • Über die Frauen, die sich am Ostermorgen zum Grabe aufgemacht haben:
    • zwei Frauen im Evangelium nach Matthäus: „Maria aus Magdala und die andere Maria“ (Matthäus 28,1 [70]).
    • drei Frauen im Evangelium nach Markus: „Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome“ (Markus 16,1 [71]).
    • mehr als drei Frauen, u. a. „Maria Magdalene, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus“ (Lukas 24,10 [72]).
    • eine einzige Frau im Evangelium nach Johannes: „Maria aus Magdala“ (Johannes 20,1 [73]).
  • Anzahl der Engel, denen die Frauen begegnen:
    • einer (in den Evangelien nach Matthäus und nach Markus)
    • zwei (in den Evangelien nach Lukas und nach Johannes)
  • Position des Engels bzw. der Engel:
    • auf dem Stein sitzend, den der Engel zuvor vom Grabe weggewälzt hat (im Evangelium nach Matthäus)
    • in der Grabkammer sitzend (in den Evangelien nach Markus und nach Johannes)
    • auf die Frauen zutretend (im Evangelium nach Lukas)
  • Worte des Engels bzw. der Engel:
    • Er verkündet bzw. sie verkünden, Jesus sei auferstanden (in den Evangelien nach Matthäus, nach Markus und nach Lukas)
    • Sie fragen die Frau nur, warum sie weint. Von Jesu Auferstehung erfährt Maria erst dadurch, dass sie kurz darauf Jesus sieht und ihn daran erkennt, wie er sie mit „Maria“ anredet. (im Evangelium nach Johannes)
  • anschließendes Verhalten der Frauen:
    • Sie sagen niemand etwas davon (im Evangelium nach Markus 16,8 [74])
    • Sie berichten (bzw. die eine berichtet) den Jüngern (in den Evangelien nach Matthäus, nach Lukas und nach Johannes; und außerdem im Schluss des Markus-Evangeliums (16,10 [75] – einem Schluss, der in den ältesten erhaltenen Handschriften des Evangeliums fehlt)
  • Ort der Erscheinung Jesu vor den elf Jüngern – die erste und zugleich die abschließende in den Evangelien nach Matthäus und nach Lukas:
    • auf einem Berg in Galiläa; vorher ist Jesus den Frauen erschienen und hat ihnen aufgetragen, „den Brüdern“ zu sagen, sie sollten nach Galiläa gehen, dort würden sie ihn sehen (Matthäus 28,16 [76]);
      auf diesem Berg in Galiläa soll Jesus den Auftrag zur Mission erteilt haben und seinen Jüngern verheißen haben, er werde bei ihnen sein „alle Tage bis zum Ende der Welt“.
    • in Jerusalem, als die Elf dort versammelt waren (Lukas 24,33 ff [77]);
      von dort aus soll Jesus seine Jünger in die Nähe des nahegelegenen Bethanien geführt haben, wo er „zum Himmel emporgehoben“ worden sein soll.
Verschiedene Berichte von der Bekehrung des Paulus

In der Apostelgeschichte gibt es mehrere Berichte über die Bekehrung des Saulus, der als Apostel Paulus bekannt wurde: im 9. Kapitel [78], im 22. Kapitel [79] und im 26. Kapitel [80]. Diese Berichte widersprechen einander in einer Reihe von Einzelheiten:

  • Nach 9:7 hörten die Begleiter des Paulus die Stimme (Jesu), nach 22:9 hörten sie sie nicht.
  • Nach 9:7 standen die Begleiter sprachlos, nach 26:14 sind alle zur Erde niedergefallen.
  • Nach 9:6 und 22:10 wird Paulus von Jesus aufgefordert, in die Stadt bzw. nach Damaskus zu gehen, wo ihm gesagt würde, was er tun sollte – nach 26:16-18 erhält Paulus gleich von Jesus einen Missionsbefehl.
Weitere Widersprüche

Eine Liste von weiteren Widersprüchen ist zu finden unter Widersprüche in der Bibel.

Verschiedene Handschriften und Übersetzungen

Die Bücher der Bibel liegen in unterschiedlichen Fassungen vor. Zum Teil kommt das durch unterschiedliche Übersetzungen zustande, zum Teil dadurch, dass die Texte schon in der Originalsprache in Handschriften mit verschiedenen Varianten vorliegen.[24] Informationen über die Vielfalt der Varianten sind in textkritischen Ausgaben der Bibel[25] zu finden. Darunter gibt es einige Unterschiede, die sich erheblich auf die Bedeutung auswirken.

Beispiele:

Zur Freilassung von Sklaven – 1. Korinther 7,21

Was ein Sklave tun soll, wenn ihm die Freilassung angeboten wird, dazu äußerte sich der Apostel Paulus in 1. Korinther 7,21ELB. Aber ob das nun so zu verstehen ist, dass der Sklave von dieser Möglichkeit Gebrauch machen soll, oder im Gegenteil so, dass er lieber Sklave bleiben soll – dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. In verschiedenen Übersetzungen fiel die Entscheidung für verschiedene Möglichkeiten.

Die Möglichkeit, dass der Sklave die Gelegenheit zum Freiwerden nutzen soll, ist u. a. in folgenden Übersetzungen zu finden: Übersetzung nach Luther LUT, New International Version NIV, Today’s New International Version TNIV, New Int. Readers Version NIRV, King James Version KJV; auch die Elberfelder Übersetzung ELB favorisiert diese Möglichkeit, merkt aber an: „viell. auch: bleib lieber dabei“.

Die Einheitsübersetzung hingegen favorisiert die Möglichkeit „lebe lieber als Sklave weiter“ EU, merkt jedoch an: „Der griechische Wortlaut des Verses und der Zusammenhang des Abschnitts empfehlen diese Übersetzung. Es gibt aber auch Gründe für das Verständnis: Ergreif lieber die Gelegenheit (frei zu werden).“ [26]

Zur Inspiration von „Schrift“ – 2. Tim 3,16

Die Bibelstelle [81] beginnt nach der Elberfelder Übersetzung mit den Worten: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben1 und2 nützlich zur Lehre3“, merkt aber u. a. an: „2 Andere üs.: Alle von Gott eingegebene Schrift ist auch“

Der Schluss des Markusevangeliums

An einigen Stellen der Bibel sind Fachleute der Überzeugung oder vermuten, dass Teile des Originaltextes verloren gegangen seien und/oder bestimmte Teile später hinzugefügt worden seien. So schreibt Udo Schnelle zum Schluss des Markusevangeliums[82]: „Mk 16, 9–20 werden vom Vaticanus und Sinaiticus nicht überliefert, d. h. die älteste erhaltene Version des Markusevangeliums endet mit Kap. 16, 1-8. Es ist umstritten, ob das Evangelium schon immer mit Mk 16, 1-8 abschloß oder der ursprüngliche Markusschluß verlorenging. […] Es muss deshalb ernsthaft mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß der ursprüngliche Markusschluß verlorenging.“[27]).

Ohne Irrtum?

Gegen die Behauptung einiger Christen, die Bibel sei „ohne Irrtum“, wenden Kritiker ein, es sei nicht klar, welche der unterschiedlichen Fassungen als zuverlässiges und verbindliches Wort Gottes aufzufassen sei.[28]

Widersprüche zwischen verschiedenen theologischen Dogmen der Bibel

Nach dem Tode

Sehr unterschiedlich sind die Erwartungen, die in der Bibel an die Zeit nach dem Tode geknüpft werden; und ebenso unterschiedlich sind die Bewertungen der Zeit auf Erden und der Zeit nach dem Tode.

Wenig oder nichts erwartet der Autor des Buches Kohelet = Der Prediger Salomo. Er schreibt:

  • „Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt auch er, und sie haben alle einen Odem, und der Mensch hat nichts voraus vor dem Vieh; denn es ist alles eitel.
    Es führt alles an einen Ort. Es ist alles aus Staub geworden und wird wieder zu Staub.
    Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehes hinab unter die Erde fahre?“ (Kapitel 3,19-21, Übersetzung nach Luther, [83])
  • „... die Toten aber wissen nichts; sie haben auch keinen Lohn mehr, denn ihr Andenken ist vergessen.“ (Kapitel 9,5, Übersetzung nach Luther, [84])

Er folgert:

  • „So sah ich denn, dass nichts Besseres ist, als dass ein Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit; denn das ist sein Teil.“ (Kapitel 3,22, Übersetzung nach Luther, [85])
  • „So geh hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut ...
    Genieße das Leben mit deiner Frau, die du lieb hast, solange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat; denn das ist dein Teil am Leben ... “ (Kapitel 9,7-9, Übersetzung nach Luther, [86])

Jesus hingegen verspricht den „Gerechten“ das „ewige Leben“ und „das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt“ – den übrigen Menschen droht, nach Jesus, eine ewige Strafe (Matthäus 25, Vers 46 bzw. Vers 34, und noch einmal Vers 46, Übersetzung nach Luther, [87]). Dem entspricht Jesu geringe Bewertung des Lebens auf Erden und seine hohe Bewertung des Lebens nach dem Tode. Er rät:

  • „Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen,
    sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.“ (Matthäus 6,19-20 [88]).

Ausdrücklich verspricht Jesus – im Gegensatz zum Autor des Buches Kohelet – einen Lohn im Himmel:

  • „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werden.
    Freut euch und Jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. ...“ (Matthäus 5,11-12 [89]).

Voraussetzungen für die ewige Seligkeit

Sehr unterschiedlich werden die Voraussetzungen beschrieben, unter denen der Mensch die ewige Seligkeit erlangen können soll:

Einerseits Werke, insbesondere Werke der Nächstenliebe:

  • „... was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten?
    Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot
    und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen – was nützt das?
    So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.“ (Jakobus 2,14-17 Einheitsübersetzung).
  • In der Ankündigung des Weltgerichts begründet Jesus die Auswahl der „Gerechten“:
    „Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen ...
    ... was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,35-40 Einheitsübersetzung)

Andererseits Glaube; so wird traditionell das griechische Wort πίστις (pistis) übersetzt, das „Treue, Glaube, Vertrauen“ bedeuten kann:[29]

  • „Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes.“ (Römer 3,28 Einheitsübersetzung)
  • „Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft – Gott hat es geschenkt –, nicht aufgrund eurer Werke, damit keiner sich rühmen kann.“ (Epheser 2,8–9 Einheitsübersetzung; „Werke“ werden hier, nach Bart D. Ehrman[30], anders aufgefasst als in Römer 3,28)
  • „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“ (Markus 16,16 Einheitsübersetzung)
  • Eine ähnliche Voraussetzung wie „Glaube“ ist eine kindliche Einstellung:
    „... Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes.
    Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ (Lukas 18,16-17 Einheitsübersetzung)

Auf dem Bekenntnis liegt die Betonung an dieser Stelle:

  • „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. ...
    Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.
    Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“ (Matthäus 10,28.32.33 Einheitsübersetzung)

Die unterschiedlichen Voraussetzungen für die ewige Seligkeit – Werke oder Glaube – waren lange Zeit ein wichtiger Streitpunkt zwischen der Römisch-katholischen Kirche und den Lutherischen Kirchen.[31]

Bibelkritik in der Diskussion [32]

Heute kann Bibelkritik weithin sehr viel freier geäußert und diskutiert werden als in früheren Epochen. Damals war Bibelkritik oftmals mit scharfen Sanktionen bedroht. Das führte dazu, dass viele kritische Texte anonym herausgegeben und konspirativ verteilt wurden[33] oder erst nach dem Tod des Verfassers veröffentlicht werden konnten.[34] Daher sind auch Texte verloren gegangen, deren Inhalt heute nur noch indirekt erschlossen werden kann.[35] (Mehr dazu unter Geschichte der modernen Bibelkritik)

Liberale, aufgeklärte und pluralistische Gesellschaften von heute lassen – im Rahmen der allgemeinen Meinungsfreiheit – auch öffentliche Kritik an der Bibel zu. Teilweise mit gewissen Einschränkungen. In Deutschland beispielsweise ist Bibelkritik dann strafbar, wenn sie „geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören“ (§ 166). Auch satirische oder polemische Bibelkritik ist vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit geschützt, soweit dabei nicht die Grenzen des § 166 überschritten werden. Wo diese Grenzen zu setzen sind, ist immer wieder Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen. Wie auch der Paragraph selbst: Von einigen wird seine Verschärfung gefordert [36], von anderen seine Abschaffung.[37] Unabhängig von gesetzlichen Bestimmungen ist in der öffentlichen Meinung nicht selten die Forderung zu hören, man dürfe „die religiösen Gefühle der Gläubigen nicht verletzen“.

Christliche Reaktionen auf Bibelkritik

Wie Christen auf Bibelkritik reagieren, das ist sehr unterschiedlich. Weitgehend ist es davon abhängig, wie Christen ihre Bibel interpretieren.

Zustandekommen von Interpretationen der Bibel

Heute ist die historisch-kritische Methode an den Universitäten Standard der theologischen Forschung. Sie erhebt den Anspruch, wissenschaftlich an die Bibel heranzugehen. Danach soll der disziplinierte, fachlich geschulte und kritische menschliche Verstand die letzte Instanz in der Frage nach der Wahrheit sein. Forschung soll so betrieben werden, als sei Gott nicht existent (etsi Deus non daretur – eine auf Hugo Grotius’‘ zurückgehende Formel).

Diese Forschungen haben eine Reihe von Ergebnissen zutage gebracht, die für Theologen wie für Bibelkritiker von Interesse waren. Bibelkritiker haben diese Ergebnisse aufgegriffen, um ihre Kritik zu untermauern. Theologen haben diese Ergebnisse in ihre Überlegungen zur Interpretation der Bibel einbezogen.

In vielen Konfessionen bleibt die Klärung von Interpretationsfragen den religiösen Autoritäten vorbehalten. So untersteht in der Römisch-Katholischen Kirche „alles das nämlich, was die Art der Schrifterklärung betrifft, …letztlich dem Urteil der Kirche, die den göttlichen Auftrag und Dienst verrichtet, das Wort Gottes zu bewahren und auszulegen“[38]. Andere Bekenntnisse (z. B. die Evangelischen Kirchen) überlassen die Auslegung der Bibel dem Einzelnen, der sich dazu gegebenenfalls auch des Gebets und der Meditation bedient oder auch weiterführende Literatur und religiöse Autoritäten konsultiert (Martin Luther: „sola scriptura“).

Fundamentalistisches Bibelverständnis: Verbalinspiration und Irrtumslosigkeit

Von der Annahme ausgehend, die gesamte Bibel sei von Gott inspiriert (Verbalinspiration), begreift bis heute ein großer Teil der evangelikalen Bewegung die Bibel als Geschichtsbuch und betont, dass „die Bibel absolut irrtumslos und unfehlbar“ sei.[39] Die Chicago Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift von 1978, betont, „dass die Schrift in ihrer Gesamtheit irrtumslos und damit frei von Fehlern, Fälschungen oder Täuschungen ist;“[40] dies umfasse auch naturwissenschaftliche Aussagen (Biblischer Fundamentalismus).

Aus dieser Sicht wird jede Kritik, die der Bibel Fehler, Irrtümer oder Widersprüche bescheinigt, für fehlerhaft gehalten und als grundsätzliche Kritik an der Bibel und damit an der Grundlage des christlichen Glaubens wahrgenommen. Die Existenz von echten Widersprüchen im Bibeltext wird abgestritten. Augenscheinliche Widersprüche werden als Resultate von Interpretationsfehlern erklärt; sie könnten durch korrekte Interpretation ausgeräumt werden. Wenn Erkenntnisse aus den Wissenschaften der Bibel entgegenstehen, so werden diese abgelehnt. Teilweise führt dies zu einer generellen Ablehnung der historisch-kritischen Methode in der Theologie.[41]

Einige Anhänger fundamentalistischer Vorstellungen halten Kritik an der Bibel grundsätzlich für unzulässig oder gar für eine Form von Blasphemie.

Alternativen zum fundamentalistischen Bibelverständnis

Theologen von heute sind – nicht zuletzt aufgrund der Ergebnisse der historischen-kritischen Methode – in erheblicher Zahl zu der Überzeugung gelangt, dass manches, was in der Bibel steht, so nicht stimmen kann; jedenfalls nicht, wenn man es wörtlich interpretiert.

Symbolische Interpretation

Ein Ansatz zur Verteidigung der Auffassung, die Bibel sei fehlerfrei, besteht in der Erklärung, bestimmte Texte der Bibel seien von vornherein nicht wörtlich gemeint gewesen. Kritische Hinweise auf Fehler im wörtlich verstandenen Inhalt des Bibeltextes gingen deshalb an der Sache vorbei: So könne man Kritik an einer fundamentalistischen Interpretation der Bibel begründen, nicht jedoch Kritik an der Bibel selbst.

Für Vertreter dieser Auffassung entfällt die Notwendigkeit, Irrtümer und Widersprüche im wörtlich verstandenen Inhalt bestimmter Bibeltexte abzustreiten und entgegenstehende Ergebnisse aus den Wissenschaften abzulehnen.

Auf welche Bibeltexte im Einzelnen die Behauptung zutrifft, sie seien von vornherein nicht wörtlich gemeint gewesen, das ist dabei eine Frage der Interpretation, und darüber gibt es keine allgemeine Einigkeit.[42]

Göttliche Inspiration und menschliche Fehlbarkeit

Andere Christen vertreten die Auffassung, die Bibel sei zwar göttlich inspiriert, aber von Menschen verfasst. So könne das Zustandekommen von Irrtümern und Widersprüchen im Bibeltext mit dem Anteil fehlbarer Menschen an der Entstehung der Bibel erklärt werden, ohne die Überzeugung in Frage zu stellen, dass wichtige Aussagen der Bibel vom Geist Gottes geprägt seien. Aufgeschlossenheit gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen wird so auch in Fällen möglich, in denen diese Erkenntnisse im Widerspruch zu solchen Bibelstellen stehen, bei denen die Interpretation, sie seien „nicht wörtlich gemeint“, auf allgemeine Skepsis stoßen würde.

Welche Bibeltexte im Einzelnen auf göttliche Inspiration zurückzuführen sind, das ist eine Frage der Interpretation.

Zum Beispiel:

  • Weit verbreitet ist die Auffassung, dass die Schöpfungsgeschichten sowie die Geschichten von der Sintflut und vom Turmbau zu Babel keine Tatsachenberichte seien, sondern Glaubensaussagen, eingekleidet in naturkundliche und mythologische Vorstellungen ihrer Entstehungszeit.
  • Diese Auffassung lässt sich auch auf weitere Teile der Bibel ausdehnen, z. B. auf die Geschichten von den „Erzvätern“ Abraham, Isaak und Jakob. Teilweise wird für die Tatsachenberichte in der Bibel darauf hingewiesen, dass sich im Laufe der bis zu dreitausendjährigen Überlieferung Ungenauigkeiten und Fehler eingeschlichen haben könnten.
  • Teilweise wird die Auffassung, bestimmte Bibelstellen seien zeitbedingt und Menschenwerk, nicht nur für naturkundliche und historische Aussagen vertreten, sondern auch für ethische Vorstellungen und für Aufforderungen zu bestimmten Verhaltensweisen. So schrieb der evangelische Theologe Heinz Zahrnt: „Wenn der Apostel Paulus über die Frauen sagt, dass sie zu Hause ihren Männern gehorchen und in der Gemeinde schweigen sollten, dann spricht daraus eher der Zeitgeist als der Heilige Geist und mehr der Junggeselle als der Apostel“, und: „Wenn Jahwe über die Amalekiter den Bann verhängt und gebietet, keinen zu verschonen, sondern das ganze Volk auszurotten, dann bezeichnen wir dies heute als ‚Völkermord‘, und da gibt es keinerlei theologische Rettung durch Um- oder Neuinterpretation, sondern unsererseits nur den theologischen Bann. Wenn auf Geheiß und im Namen Gottes Gräueltaten begangen werden […] – dann kann man heute nur noch darüber predigen, indem man dagegen predigt.“ .“[43]
  • Die Katholische Kirche lehrt: Es „ist von den Büchern der Schrift zu bekennen, dass sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren, die Gott um unseres Heiles willen in heiligen Schriften aufgezeichnet haben wollte“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 107[44]). Dies kann so interpretiert werden, dass Irrtumslosigkeit nur für Glaubensaussagen in Anspruch genommen werde, aber nicht unbedingt für naturwissenschaftliche und historische Tatsachenbehauptungen.
  • Einige Theologen, unter ihnen Rudolf Bultmann, befürworten eine weitgehende Entmythologisierung der Bibel. Sie erklären bestimmte Geschichten als Mythen, die nicht zur Überlieferung von Tatsachen bestimmt seien, sondern zur Verkündigung von Glaubensinhalten.

Die Art und Weise, in der nichtfundamentalistische Christen ihre Unterscheidungen vornehmen – sei es in der Frage, welche Texte wörtlich zu verstehen sind und welche nicht, sei es in der Frage, welche Texte als Werk fehlbarer Menschen aufzufassen sind und welche die Verbindlichkeit von göttlich inspirierten Texten in Anspruch nehmen können – wird teilweise sehr kritisch kommentiert. So schreibt Hans Albert: „Bultmann kommt […] zu völlig willkürlichen Entscheidungen darüber, was zu eliminieren ist und was nicht. Die Engel und die Wunder will er eliminieren, die Gottesvorstellung und das Heilsgeschehen scheint er lieber ‚interpretieren‘ zu wollen.“[45] Albert nennt die Entmythologisierung „ein hermeneutisches Immunisierungsverfahren für den Teil des christlichen Glaubens, den moderne Theologen […] unter allen Umständen retten möchten.“ Er spricht von „Abbruch der Kritik am entscheidenden Punkt“ und meint, „dass ein konsequentes Wahrheitsstreben mit dieser Strategie auf jeden Fall unvereinbar ist.“[46]

Dietrich Bonhoeffers Kritik an Bultmann kommt in seinem Brief an Eberhard Bethge vom 5. Mai 1944 zu einer ganz anderen Auffassung: „Du erinnerst Dich wohl des Bultmannschen Aufsatzes über die ,Entmythologisierung‘ des Neuen Testamentes? Meine Meinung dazu würde heute die sein, daß er nicht ,zu weit‘, wie die meisten meinten, sondern zu wenig weit gegangen ist. Nicht nur mythologische Begriffe wie Wunder, Himmelfahrt etc sondern die ,religiösen Begriffe‘ schlechthin sind problematisch. Man kann nicht Gott und Wunder voneinander trennen (wie Bultmann meint), aber man muß beide ,nicht-religiös‘ interpretieren und verkündigen können. Bultmanns Ansatz ist eben im Grunde doch liberal.“[47]

Nicht-fundamentalistische Kritik an Bibelkritik

Kritik an wörtlichen Interpretationen: Geht ein Bibelkritiker von einer wörtlichen Interpretation einer problematischen Bibelstelle aus, dann kommt es vor, dass ihm nicht nur entgegengehalten wird, dass er von einer falschen Interpretation ausgehe und dass seine Kritik an der Bibel vorbeigehe. Es kommt vor, dass Anhänger einer symbolischen Interpretation darüber hinaus den Vorwurf des Fundamentalismus erheben. Dieser Vorwurf beruht auf einer ungenügenden Unterscheidung zwischen zwei Fragen: der Frage der Interpretation – „Was wollten die Urheber sagen?“ – und der Frage, wie heutige Menschen damit umgehen sollen, was sie glauben und was sie tun sollen. Zum Fundamentalismus gehört nicht nur eine wörtliche Interpretation, sondern auch die Meinung, dass Behauptungen der Bibel im wörtlichen Sinne zu glauben seien, und dass Aufforderungen der Bibel im wörtlichen Sinne zu befolgen seien.

Diskussion um die Bedeutung von Bildern und Symbolen: Auf Kritik an erschreckenden Vorstellungen der Bibel – etwa der Vorstellung vom ewigen Höllenfeuer – antworten nicht-fundamentalistische Verteidiger der Bibel nicht selten, das sei ja „nur“ symbolisch gemeint. Bibelkritiker erwidern, eine symbolische Deutung mache ihre Kritik nicht gegenstandslos. Ein erschreckendes Bild stehe für eine erschreckende Sache, wenn es ein gutes Bild ist. Anderenfalls sei es ein irreführendes Bild.

Diskussion um die Qualität der Überlieferung: Hinweisen auf Ungenauigkeiten und Fehler im überlieferten Text wird nicht selten entgegengehalten, es sei völlig normal, wenn sich im Laufe einer langen Überlieferung Ungenauigkeiten und Fehler einschlichen, und das sei kein Grund zur Kritik. Bibelkritiker erwidern, es gehe nicht (oder nicht nur) um das Zustandekommen der Ungenauigkeiten und Fehler, sondern (auch) darum, wie vertrauenswürdig die heutigen Texte danach noch seien. Christen begründeten ihr Vertrauen in die Bibel mit der Auffassung, dass die ursprünglichen Texte besonderes Vertrauen verdienten, z. B. aufgrund von Offenbarungen, von Inspiration oder aufgrund der besonderen Persönlichkeit Jesu. Bibelkritiker halten es für fragwürdig, Vertrauen in die heutigen Texte mit Vertrauen in die Originaltexte zu begründen, wenn mit erheblichen Unterschieden zwischen Originalen und heutigen Texten zu rechnen ist.

Diskussion um die Bewertung ethischer Vorstellungen der Bibel: Kritik an problematischen ethischen Vorstellungen in der Bibel wird nicht selten mit dem Argument zurückgewiesen, man dürfe ethische Vorstellungen aus einer lange vergangenen Zeit nicht an unseren heutigen ethischen Vorstellungen messen. Bibelkritiker erwidern, es gehe nicht (oder nicht nur) um die Vergangenheit. Denn Christen erheben den Anspruch, dass die Bibel heute noch Richtschnur der Ethik sein solle. In der Auseinandersetzung um diesen Anspruch halten Bibelkritiker es für legitim, ja für erforderlich, die ethischen Vorstellungen der Bibel mit heutigen ethischen Vorstellungen zu konfrontieren.

Literatur

deutschsprachig

  • Franz Buggle: Denn sie wissen nicht, was sie glauben. Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann. Alibri, Aschaffenburg 2004, ISBN 3-932710-77-0
  • Karlheinz Deschner: Der gefälschte Glaube. Eine kritische Betrachtung kirchlicher Lehren und ihrer historischen Hintergründe. Knesebeck, München 2004, ISBN 3-89660-228-4
  • Karlheinz Deschner: Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte. 5. Aufl., btb, München 1996, ISBN 3-442-72025-7
  • Bart D. Ehrman: Abgeschrieben, falsch zitiert und missverstanden. Wie die Bibel wurde, was sie ist. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-06450-5
  • Israel Finkelstein; Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel. Beck, München 2002, ISBN 3-406-49321-1
  • Richard Elliott Friedman: Wer schrieb die Bibel? So entstand das Alte Testament. Anaconda Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-86647-144-3
  • Erich Glagau: Die grausame Bibel. Völkermord, Perversion und Exzesse in der "Heiligen Schrift". Ellwangen 2004, ISBN 3-00-014928-7
  • Erich Glagau: Oh Schreck, ich habe geglaubt! Die grausame Bibel - Teil 2. Ellwangen 2007, ISBN 978-3-9811680-2-0
  • Horst Herrmann: Philosophie der Aufklärung. Wiley-VCH, Weinheim 2012, ISBN 978-3-527-70705-8
  • Hartmut Krauss (Hrsg.), Das Testament des Abbé Meslier. Hintergrund Verlag, Osnabrück 2005, ISBN 3-00-015292-X
  • Walter-Jörg Langbein: Lexikon der biblischen Irrtümer. Von A wie Auferstehung Christi bis Z wie Zeugen Jehovas. Langen/Müller, München 2003, ISBN 378442922X
  • Walter-Jörg Langbein: Lexikon der Irrtümer des Neuen Testaments. Von A wie Apokalypse bis Z wie Zölibat. Langen/Müller, München 2004, ISBN 3784429750
  • Johannes Maria Lehner: Das Kreuz mit der Bibel. Books on Demand, ISBN 9-783837-01470-9
  • Erich Mertes: Lügt die Bibel? Historia, Ulm 2001, ISBN 3-980-5533-7-X
  • Norbert Rohde: Abschied von der Bibel. Books on Demand, Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-1577-0
  • W. Stewart Ross: Jehova's gesammelte Werke. Eine kritische Untersuchung des jüdisch-christlichen Religionsgebäudes auf Grund der Bibelforschung. 2. revidierte Aufl., Verlag von Wolfgang Schaumburg, Zürich
  • Helmut Soeder: Wissen statt Glauben. Endlich frei von Sünde und Angst. Eine packende Reise in Vergangenheit und Zukunft, um die Gegenwart zu verstehen. Verlag Kritische Wissenschaft, Windeck/Sieg 1999, ISBN 3-925914-75-7
  • Helmut Soeder: Von Gottesfurcht und Erbsünde zu Partnern der Schöpfung. 2000 Jahre Evolution des Bewusstseins. Verlag Kritische Wissenschaft, Windeck/Sieg 2006, ISBN 3-925914-77-3
  • Paul Joseph Weiland: "Ein Messias aus Galiläa. Was Christen nicht wissen - aber sollten." Araki Verlag, Leipzig 1991, ISBN 978-3-93614907-4
  • Hans-Jürgen Wolf: Abschied vom Christentum? Aufstieg und Untergang einer Weltreligion. Historia, Ulm 1998, ISBN 3-9805-533-8-8
  • Erhard Zauner: Die unheilige Schrift. Die Kriminalgeschichte von Jahwe und seinem auserwählten Volk oder Was wirklich in der Bibel steht. Teil 1: Von der Schöpfung bis zum Auszug aus Ägypten. novum, Neckenmarkt - Wien - München 2007, ISBN 978385022023-1
  • K. B. Zürner: Die Paulus-Legende. Historia, Ulm 2002, ISBN 398065768X

englischsprachig

  • Dan Barker: Losing Faith in Faith: From Preacher To Atheist. Freedom From Religion Foundation, Inc., Madison 2003, ISBN 1-877733-07-5
  • William Henry Burr: Self-Contradictions of the Bible. Prometheus Books, Amherst, ISBN 1-57392-233-1
  • C. Dennis McKinsey: The Encyclopedia of Biblical Errancy. Prometheus Books, Amherst 1995, ISBN 0-87975-926-7
  • Thomas Pain: Age of Reason. Kessinger Publishing, ISBN 1-4191-5177-0

Weblinks

deutschsprachig

englischsprachig

Fußnoten

  1. Diese Einleitung beruht auf der Einleitung des Wikipedia-Artikels wikipedia:Bibelkritik, Version vom 01:48, 27. Apr. 2007; sie wurde überarbeitet.
  2. Hartmut Krauss (Hrsg.), Das Testament des Abbé Meslier. Hintergrund Verlag, Osnabrück 2005, ISBN 3-00-015292-X
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Franz Buggle, Denn sie wissen nicht, was sie glauben. Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann, Alibri 2004, ISBN 3-932710-77-0; ältere Auflage: Rowohlt 1997, ISBN 3499604272.
  4. 4,0 4,1 ebd., S. 31 in den Vorbemerkungen zur überarbeiteten Auflage)
  5. KKK Nr. 136
  6. Siehe z. B. Robert Green Ingersoll: A Few Reasons for Doubting the Inspiration of the Bible.
  7. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens “buggle“ wurde kein Text angegeben.
  8. Manfred Kessler (Hrsg.), Abitur-Training. Evangelische Religion 1. Der Mensch zwischen Gott und Welt. Grundkurs, S. 70; ISBN 3-89449-220-1; auch auf der Homepage von Irene Nickel
  9. „Und wieviel soll ich meinen Nächsten lieben? Jesus antwortet im Anschluss an eine vereinzelte Formulierung des Alten Testaments – dort allerdings nur für die Volksgenossen untereinander – ...“, schreibt Hans Küng in Christ sein, S. 305; ISBN 342301220X
  10. Hans Küng, Christ sein, S. 306, Hervorhebung von Hans Küng
  11. Bertrand Russell, Warum ich kein Christ bin. Über Religion, Moral und Humanität, S. 158; dtv, ISBN 3-499-16685-2
  12. Michel Onfray, Wir brauchen keinen Gott. Warum man jetzt Atheist sein muss, S. 107 f; Piper, ISBN 978-3-492-24949-2
  13. Diese Aufzählung von Gründen, aus denen das biblische Scheidungsverbot kritisiert wird, ist angelehnt an Ausführungen von Bertrand Russell, in welchen Fällen seiner Auffassung nach eine Scheidung möglich sein sollte; auf S. 160 in Warum ich kein Christ bin. Über Religion, Moral und Humanität; dtv, ISBN 3-499-16685-2
  14. Die Situation eines geschiedenen Mannes und seiner Freundin schildert Sandra Hofmann auf http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/18330.html, gelesen am 5.5.2008. Da beide im kirchlichen Dienst arbeiteten, seien sie zu einer Heimlichtuerei gezwungen, die hart für sie sei.
  15. http://www.beepworld.de/members42/irenenickelreligionskritik/bibelinhuman.htm
  16. Manfred Keßler, Abitur-Training. Evangelische Religion 1. Der Mensch zwischen Gott und Welt. Grundkurs, S. 70; ISBN 3-89449-220-1
  17. entnommen aus: Nein und Amen; Anleitung zum Glaubenszweifel von Uta Ranke-Heinemann, S. 341 im Buch von Hoffmann und Campe. Dort heißt es über Lin Yu-Tang, er sei Sohn eines christlichen Pastors gewesen, habe jedoch 1958 seine geistliche Laufbahn aufgegeben, für die er bestimmt war, und sei zum chinesischen „Heidentum“ zurückgekehrt. Quellenangabe dabei: (vgl. Helmut v. Glasenapp, Die fünf Weltreligionen, Bd. II, 1957, S. 463)
  18. DER BROCKHAUS multimedial 2001, Stichwort „Erde“
  19. in seinem Discours sur l’histoire universelle, nach Georges Minois, Geschichte des Atheismus, S. 290. Nach einer Seite des Sendboten des Hl. Antonius soll der englische Gelehrte John Lightfoot (1602-1675) noch genauere Angaben gemacht haben: Seinen Berechnungen zufolge soll Gott den ersten Menschen am 23. Oktober 4004 v. Chr. um neun Uhr morgens erschaffen haben.
  20. wikipedia:Johannes Kepler, Version 18:26, 30. Jan. 2008
  21. „Was ist beispielsweise von der Liste der ägyptischen Dynastien zu halten? Diejenige, die Manethon, Priester von Heliopolis, im 3. Jahrhundert v. Chr. aufstellte, enthielt Herrscher in steter Folge seit einer Epoche weit vor der Sintflut, über die kein Wort gesagt wird; eine andere, noch ältere Chronik umfasste mehr als sechsunddreißigtausend Jahre“, schrieb Georges Minois. Geschichte des Atheismus, S. 290)
  22. Der Gefälschte Glaube, S. 45, ISBN 3-926901-00-4
  23. 23,0 23,1 23,2 Das Testament des Abbé Meslier, S. 124
  24. Kassühlke: „Das Neue Testament liegt in etwa 35 Fassungen vor, das Alte Testament in 23, dazu kommen noch etliche Übersetzungen einzelner biblischer Bücher“ (hier sind nur die deutschsprachigen Übersetzungen gemeint). „Leider haben wir für keine einzige biblische Schrift das Original des Verfassers vorliegen. Alle Handschriften, auch die allerältesten, sind Kopien aus späteren Jahrhunderten, die im Wortlaut vielfältig voneinander abweichen.“; in: Eine Bibel – viele Übersetzungen; ISBN 3417205603
  25. z. B. Nestle-Aland: Das Neue Testament. Griechisch und Deutsch; ISBN 3-438-05406-X sowie ISBN 3-920609-32-8; für das Alte Testament Emanuel Tov: Der Text der Hebräischen Bibel. Handbuch der Textkritik; ISBN 3170135031.
  26. Die Bibel, Einheitsübersetzung; Stuttgart: Katholische Bibelanstalt, 1980; ISBN 3-451-18988-7
  27. Einleitung in das Neue Testament, S. 250; ISBN 3-8252-1830-9;)
  28. Arno Schmidt in Atheist ? : Allerdings !: „Solange man als die reinste Quelle ‚Göttlichster Wahrheit‘, als heilige Norm der ‚Vollendetsten Moral‘, als Grundlage von Staatsreligionen ein Buch mit, milde gerechnet, 50000 Textvarianten (also pro Druckseite durchschnittlich 30 strittige Stellen!) proklamiert; dessen Inhalt widerspruchsvoll und oft dunkel ist; selten auf das außerpalästinensiche Leben bezogen; und dessen brauchbares Gute (schon vor ihm und zum Teil besser bekannt) auf unhaltbaren Gründen eines verdächtig-finsteren theosophischen Enthusiasmus beruht : solange verdienen wir die Regierungen und Zustände, die wir haben!“
  29. Benseler Griechisch-deutsches Schulwörterbuch, Verlag B. G. Teubner Stuttgart und Leipzig, ISBN 3-519-07571-7)
  30. Bart D. Ehrman, A Brief Introduction to the New Testament. Auf S. 272 stellt Ehrman zum Epheserbrief fest, dass der Autor nach Überzeugung der Mehrheit der kritischen Wissenschaftler nicht der Apostel Paulus sei; auf S. 275 schreibt Ehrman dann: „Ein anderer wichtiger Unterschied gegenüber Paulus’ eigenen Briefen besteht darin, wie der Autor von Eph 2:1–10 den Begriff ‚Werke’ auffasst. Nach Paulus werden Nichtjuden nicht durch Werke des Gesetzes gerecht vor Gott, sondern durch den Glauben an den Tod Christi. Wenn also Paulus über Werke spricht, dann bezieht er sich auf die Aspekte des Gesetzes, durch die die Juden als Volk von Israel gekennzeichnet sind (z. B. Beschneidung, koscheres Essen). Der Epheserbrief hingegen bezieht sich nicht mehr auf das jüdische Gesetz, sondern spricht stattdessen von ‚guten Taten’ (siehe 2:8–10).“ (Übersetzung durch Athpedia-Benutzer)
  31. Weitgehend beigelegt wurde dieser Streit durch die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre des Lutherischen Weltbundes und der Katholischen Kirche vom 31.10.1999
  32. Dieser Abschnitt beruht auf wikipedia:Kontroversen um die Bibel#Akzeptanz der Bibelkritik, Version 11:47, 16. Aug. 2008
  33. Dies war bei bibelkritischen Werken der Aufklärung und davor häufig der Fall. Beispiele sind Werke von d'Holbach, Voltaire oder Reimarus.
  34. Z. B. das Testament des Abbé Meslier
  35. So z. B. das bibelkritische Werk des Kelsos, das heute nur noch über die Erwiderung des Origenes erhalten ist.
  36. Eine Verschärfung forderte u. a. die CSU-Landesregierung von Bayern im Jahre 2007 [1]
  37. Die Abschaffung forderte beispielsweise der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck (Die Welt vom 30.11.2006)
  38. Katechismus der Katholischen Kirche [2]
  39. Johannes Vogel, Breckerfeld; in: idea-Pressedienst 46/004
  40. zu finden auf einer Internet-Seite der Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Brüdergemeinde), Hohenstaufenstr. 65, D-10781 Berlin (Schöneberg)
  41. z. B. Eta Linnemann, Original oder Fälschung, Historisch-kritische Theologie im Licht der Bibel.
  42. Ein bekanntes Beispiel für einen Streit darüber, ob eine bestimmte Bibelstelle eher wörtlich oder eher symbolisch zu verstehen sei, ist der evangelische Abendmahlsstreit (Wikipedia-Artikel)
  43. Heinz Zahrnt: Warum ich glaube. Meine Sache mit Gott, S. 71f, ISBN 3-492-02307-X; Hervorhebung Zahrnt. In der Bibel ist die Aufforderung zur Ausrottung der Amalekiter nachzulesen unter Deuteronomium = 5. Mose 25,17 in der Einheitsübersetzung, oder ebendort in der Gute Nachricht Bibel.
  44. KKK Nr. 107
  45. Albert: Traktat über Kritische Vernunft, S. 133
  46. Albert: Traktat über Kritische Vernunft, S. 134f
  47. Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung, hg. von Eberhard Bethge; Brief an E. Bethge vom 5. Mai 1944; München, Hamburg: 1970