Baha'i

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Bahā’ī oder Bahai ist der Name einer im 19. Jahrhundert aus dem Milieu des schiitischen Islam hervorgegangenen Religionsgemeinschaft. Ihr Gründer ist der am 12. November 1817 in Teheran (Persien oder Iran) geborene Ḥusain ‘Alī Nūrī, der sich selbst Bahā’u’llāh (auch Bahā Allāh) – »Herrlichkeit Gottes« – nannte. Die Bahā’ī nennen ihre Religionsgemeinschaft unter Berufung auf ihren Stifter Bahā’ī-Religion (arab./pers. dīn-i Bahā’ī, engl. Bahā’ī Faith); in der Literatur und Wissenschaft ist auch die Bezeichnung Bahā’ismus oder Bahā’ītum (Bahā’īya, engl. Bahaism) gebräuchlich.


Geschichte und Entwicklung

Ursprung im Bābismus

Dem Bahā’ismus unmittelbar vorausgegangen ist der Bābismus, der seinerseits aus der schiitischen Sekte der Šaiḫī (Shaikhī) [1] hervorging. Diese vertrat mit besonderer Intensität den Glauben an die Wiederkunft (rağ‘a) des seit dem 10. Jahrhundert  »verborgenen [zwölften] Imām« (imām al-ġa’ib) der Schiiten, der mit seinem Erscheinen als der Imām Mahdī den Endsieg des Islam und dessen weltweite Herrschaft herbeiführen wird.

‘Alī Muḥammad Šīrāzī (geb. 20. Oktober 1819) – der nachmalige Gründer des Bābismus – war ein Anhänger der eschatologischen Šaiḫī-Sekte. Am 22. Mai 1844 verkündete er in seiner Heimatstadt Šīrāz/Schiras, das »Tor« al-bāb) zu diesem endzeitlichen Mahdī (»der Rechtgeleitete«) zu sein. Seine Botschaft von der baldigen Erfüllung der seit gut tausend Jahren schwelenden Messias-Sehnsucht fiel in seiner persischen (iranischen) Heimat auf fruchtbaren Boden. Gleichzeitig provozierte sie aber auch den Widerstand der orthodoxen Schiiten, die sich dem Anspruch ‘Alī Muḥammads widersetzten. Nachdem die im Land um sich greifende religiöse Erregung zu überborden drohte, wurde ‘Alī Muḥammad – fortan bekannt unter dem Namen al-Bāb – 1846 verhaftet, kurze Zeit später aber wieder freigelassen. 1847 erfolgte seine erneute Inhaftierung, die bis zu seinem Lebensende (1850) dauerte.

Während der Haft (Anfang 1848) gab ‘Alī Muḥammad al-Bāb seinen Anspruch, ein Herold des Imām Mahdī zu sein, preis und verkündete nun, selbst der  »Verheißene« (al-qā’im) [2] zu sein. Sein neues Sendungsbewusstsein, aber auch die sich verschärfende Gegnerschaft der Schiiten veranlasste ihn schließlich, zum offiziellen Islam mehr und mehr auf Distanz zu gehen.

Al-Bāb verfasste zahlreiche Schriften, unter denen der Bayān (»Erklärung«) an Bedeutung herausragt. Es ist das neue Gesetzbuch der Bābī – der Anhänger seiner Lehre – und damit eine Art Gegenstück zum islamischen Šarī‘a-Recht. Große Bedeutung wird in diesem und anderen Werken auch dem »Heiligen Krieg« (ğihād) gegen die Feinde des neuen Glaubens beigemessen [3]. Ebenso ist die Gründung eines theokratisch regierten Bābī-Staates innerhalb der Grenzen Irans gefordert, in dem alle Fremdgläubigen zu entrechten, zu enteignen und auszuweisen sind [4].

In den Monaten Juni/Juli 1848 wurde auf einem Konvent zu Badasht (Provinz Mazandaran) die Verselbstständigung der bābistischen Lehre (Bābismus) und damit die Loslösung vom Islam offiziell vollzogen. Gleichzeitig sahen al-Bābs Anhänger den Zeitpunkt für gekommen, die eigene Staatsgründung und den Heiligen Krieg gegen ihre Widersacher in Angriff zu nehmen [5]. Von 1848 bis 1853 kam es an verschiedenen Schauplätzen zu heftigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht, die allesamt aber niedergeschlagen wurden [6]. Ein im August 1852 verübtes Attentat auf den Herrscher des Landes, Nāṣir’ud-Dīn Šāh, schlug ebenfalls fehl. In den Aufständen und den nachfolgenden Wirren kamen rund 2’000 bis 3’000 Glaubenskämpfer zu Tode [7]; eine Zahl, die von den Bābī und den späteren Bahā’ī auf »über 20’000« beziffert wird. Auf dem Höhepunkt der Kämpfe wurde ‘Alī Muḥammad al-Bāb unter Anklage der Häresie zum Tode verurteilt und am 9. Juli 1850 in Tabriz öffentlich füsiliert.

Entstehung und Entfaltung des Bahā’ismus

Zu seinem Nachfolger bestimmte al-Bāb den erst 19-jährigen Yaḥya Nūrī Ṣubḥ-i Azal (geb. um 1831). Zusammen mit seinem älteren Halbbruder Ḥusain ‘Alī Nūrī – dem späteren, unter dem Namen Bahā’u’llāh bekannten Stifter des Bahā’ismus – begab er sich Ende 1852/Anfang 1853 nach Bagdad (Irak) ins Exil, das damals zum Osmanischen Reich gehörte. Das Bagdader-Exil dauerte zehn Jahre lang und war geprägt von chaotischen Zuständen und innergemeinschaftlichen Rivalitäten. Dies veranlasste Ḥusain ‘Alī, die Führung der desolaten Gemeinschaft an sich zu nehmen und Ṣubḥ-i Azal in den Hintergrund zu drängen [8]. Die hervorgehobene Stellung Ṣubḥ-i Azals als anerkanntes Oberhaupt der Bābī-Gemeinschaft blieb davon jedoch unberührt [9].

Im Frühjahr 1863 beschloss die Osmanische Regierung die weitere Exilierung der Bābī-Führer nach Istanbul. Kurz vor der Abreise, am 21. April 1863, bekundete Ḥusain ‘Alī Bahā’u’llāh im Garten Riḍvān zu Bagdad einem engen Kreis von Vertrauten (unter Ausschluss des Bābī-Oberhauptes Ṣubḥ-i Azal), dass er der von al-Bāb »Verheißene« sei, d.h. der, »den Gott wird erscheinen lassen« (man yuẓhiruh’ullāh). Für die Bahā’ī markiert diese Begebenheit den Beginn der vorerst noch verborgen gehaltenen Selbstoffenbarung Bahā’u’llāhs. Die Berichte über diese »Riḍvān-Erklärung« sind allerdings unzureichend [10] und historisch kaum greifbar.

Das Exil der Bābī-Führer und ihrer Entourage in Istanbul dauerte nur vier Monate (August bis Dezember 1863). Es erfolgte die Verbringung nach Edirne, auf europäischem Boden. Hier verschärfte sich der Jahre dauernde Brüderzwist zwischen Ḥusain ‘Alī Bahā’u’llāh und Ṣubḥ-i Azal; ein Konflikt, der auch von Gewalttaten unter den zerstrittenen Kontrahenten begleitet war [11]. Im Frühjahr 1866 machte Bahā’u’llāh seinen drei Jahre zuvor noch insgeheimen prophetischen Anspruch erstmals öffentlich geltend, indem er sich als neue Offenbarung Gottes zu erkennen gab. Ṣubḥ-i Azal machte seinerseits geltend, dass er der von al-Bāb berufene Führer der Gemeinschaft sei. Gleichzeitig verwies er auf den Bayān, in dem das Erscheinen des »Verheißenen« vor Ablauf von mindestens tausend Jahren ausgeschlossen wird [12]. Doch die Verkündigung Bahā’u’llāhs, dass sich Gott bereits in der Gegenwart und in seiner Person offenbart habe, hatte gegenüber nur vagen Zukunftshoffnungen eine weitaus größere Attraktion und Wirkkraft. In der Folge liefen die meisten Babi zu Bahā’u’llāh über, dieweil Ṣubḥ-i Azal nur noch eine geringe Zahl ergebener Anhänger auf sich vereinigen konnte. Die numerisch kleine altbābistische Gemeinschaft ist heute unter den Bezeichnungen Bayānī, Azalī oder Azalīya bekannt.

Nachdem der Streit auch nach der Spaltung in Bahā’ī und Azalī kein Ende fand, beschloss die osmanische Regierung, die beiden Kontrahenten zu trennen (August/September 1868). Sie verschickte Ṣubḥ-i Azal nach Famagusta (Zypern) und Bahā’u’llāh nach ‘Akkā (Palästina). Die zum Teil gewalttätig geführten Auseinandersetzungen fanden aber auch dort ihre Fortsetzung [13]. In ‘Akka wurde der des Hochverrats beschuldigte Bahā’u’llāh zunächst inhaftiert. Es folgten sieben Jahre Hausarrest (1870-1877). Nach einem kurzzeitigen Aufenthalt in Mazra‘a bezog er schließlich in Bahğī ein Landgut, wo er bis zu seinem Lebensende (1892) verblieb und auch beigesetzt wurde. Auch Ṣubḥ-i Azal verbrachte seine restliche Lebenszeit in Famagusta, wo er am 29. April 1912 verstarb.

Bahā’u’llāh war mit drei Frauen verheiratet und hatte 14 Nachkommen, von denen vier Söhne und drei Töchter den Bahā’ī-Propheten überlebten.

Am 29. Mai 1892 verstarb Bahā’u’llāh in Bahğī, unweit von ‘Akkā. Zu seinem Nachfolger bestimmte er seinen ältesten Sohn ‘Abbās, genannt ‘Abdu’l Bahā (»Diener der Herrlichkeit«; geb. 23. Mai 1844). Dieser Berufung widersetzte sich sein jüngerer Halbbruder Muḥammad ‘Alī (1853-1937), der ‘Abdu’l Bahā zum Vorwurf machte, mit ihr auch eine (quasi-)prophetische Stellung zu verbinden [14]. Er fand Unterstützung im engeren Kreis der Familie Bahā’u’llāhs, welche sich in dem über Jahre sich hinziehenden Konflikt in zwei feindselige Lager spaltete [15]. Schließlich konnte sich der zunächst unterlegene ‘Abdu’l Bahā aber durchsetzen.

In den Jahren 1911 bis 1913 bereiste ‘Abdu’l Bahā Europa und Nordeuropa und erschloss damit die Bahā’ī-Lehre der westlichen Welt. Kurz danach machte er die nahe ‘Akkā gelegene Stadt Haifa zum Hauptsitz der unter seiner umsichtigen Führung weltweit anwachsenden Bahā’ī-Gemeinschaft. Am 28. November 1921 verstarb ‘Abdu’l Bahā in Haifa.

Nach den Bestimmungen Bahā’u’llāhs war Muḥammad ‘Alī zum Nachfolger ‘Abdu’l Bahās berufen [16]. Die Feindschaft der beiden Brüder verhinderte dies jedoch (Muḥammad ‘Alī gilt den Bahā’ī als der »Erzbundesbrecher« der Gemeinschaft). ‘Abdu’l Baha widersetzte sich also der Anordnung des Bahā’ī-Propheten und ernannte testamentarisch seinen 24-jährigen Enkel Šawqī Rabbānī (den Bahā’ī bekannt als Shoghi Effendi; 1897-1957) zu seinem Nachfolger und »Hüter der Sache Gottes« (valī-i amr’ullah). Muḥammad ‘Alī und sein Anhang widersetzten sich dieser Ernennung. Schließlich wurde von dissidenten Kreisen auch die Echtheit des Testaments ‘Abdu’l Bahās angefochten [17]. Einmal mehr sah sich die Bahā’ī-Gemeinschaft in einen bereits traditionellen Nachfolgekonflikt verwickelt und auf eine harte Probe gestellt. Die internen Auseinandersetzungen veranlassten Shoghi Effendi, in den frühen 1940er Jahren sogar seine ganze Familie zu exkommunizieren [18].

Shoghi Effendi, der sich zeitlebens im Hintergrund hielt und sich nie in der Öffentlichkeit zeigte, war weniger ein geistlicher Führer, sondern ein Organisator und der Begründer einer straffen Führungsstruktur, die unter der Bezeichnung  »Administrative Ordnung« die vormals eher lose Bahā’ī-Gemeinschaft tiefgreifend veränderte.

Shoghi Effendi verstarb am 4. November 1957 in London. Bei seinem Tod hinterließ er keine Nachkommen (seine Ehe mit der Kanadierin Mary Maxwell, genannt Rūḥīya Ḫānum [»Geistige Frau«; 1910-2000] blieb kinderlos). Auch konnte er niemanden aus dem familiären Umfeld mit der Hüter-Nachfolge betrauen, da alle in Frage kommenden Anwärter schon Jahre zuvor der Exkommunikation verfielen. In der Folge übernahm ein bereits 1950 gegründeter »Internationaler Bahā’ī-Rat« die interimistische Führung. Ihr Vorsitzender, der US-Amerikaner Charles Mason Remey (1874-1974), beanspruchte 1960, zur Sukzession im Hüteramt berufen zu sein. Er wurde aus der Gemeinschaft verstoßen und gründete darauf in den Vereinigten Staaten eine eigene, am Hüteramt festhaltende Gruppierung, die sich selbst »Orthodoxe Bahā’ī« nennt. Im offiziellen Bahā’ismus erlosch das Hütertum mit dem Ableben Shoghi Effendis.

Am 21. April 1963 wurde das im Testament ‘Abdu’l Bahas vorgesehene »Universale Haus der Gerechtigkeit« (Bait al-‘adl-i a‘ẓam) errichtet. Es setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen (Frauen sind nicht zugelassen), wird alle fünf Jahre gewählt und hat seinen Sitz in Haifa (Israel). Es ist die mit unfehlbarer Autorität ausgestattete oberste Glaubens- und Führungsinstanz der Bahā’ī-Gemeinschaft.


Lehre

Gott und Welt

Das Gottesbild der Bahā’ī entspricht dem des Islam. Gelehrt wird ein konsequenter Monotheismus (Ein-Gott-Lehre), in dem die christliche Vorstellung von der Dreieinigkeit und Menschwerdung Gottes verworfen wird. Ein Verstehen Gottes verschließt sich menschlicher Erfahrung. Gott kann nicht in seinem Wesen, sondern nur in seinen Eigenschaften, in seiner Schöpfung und in den von Gott gesandten Propheten erkannt werden. Die Welt – und mit ihr auch das Universum – ist von Gott geschaffen und ewig wie Gott selbst. Doch ist die Ewigkeit Gottes selbst ursachlos, so ist die der Schöpfung von Gott verursacht und geht im Sinne der Emanation aus Gott hervor.

Der Mensch und seine Berufung

Der Mensch (insān) ist wie alles Leben eine göttliche Schöpfung. Unter allem Geschaffenen genießt er die höchste Rangstufe und bildet somit die »Krönung der Schöpfung«. Des Menschen Aufgabe besteht in der Hinwendung zu Gott, im Vollzug seines Willens und in der Anerkennung der Propheten oder Gesandten Gottes auf Erden.

Der Mensch besteht aus Körper, Geist und Seele. Seine körperliche Beschaffenheit teilt er mit der Tierwelt. Aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten unterscheidet er sich aber vom Animalischen. Sie befähigen ihn zur eigenen Urteilsbildung und zum Erkennen des göttlichen Willens. Die Seele (nafs) ist eine göttliche Schöpfung im Augenblick der Zeugung; sie ist unsterblich und ewig.

Nach dem Tod hat sich der Mensch vor Gott zu verantworten, doch ist es Gott allein, der sein Urteil fällt – denn er tut, wie ihm gefällt. Dennoch besteht die Auffassung von einer seelischen Läuterung im Jenseits (‘uqba), das nicht als materieller, sondern als geistiger Ort der Gottesnähe oder Gottesferne verstanden wird.

Der Bund Gottes

Grundlegend für das Religionsverständnis der Bahā’ī ist der Bundesgedanke. Gott schließt mit den Gläubigen einen Bund (‘ahd, mītāq) und manifestiert sich in bestimmten historischen Zyklen in von Gott auserwählten Propheten. Der Prophet (nabī) ist ein Abbild, eine Manifestation, Offenbarung oder Erscheinung Gottes (maẓhar oder maẓhar’ullāh) und dessen Verkünder auf Erden.

Einer der zentralen Begriffe der Bahā’ī ist der der  »Offenbarung« (waḥy). Gott spricht durch seine Gesandten (Offenbarer) und bekundet durch sie seinen Willen. Dadurch, dass der Mensch die heilige Stufe des von Gott gesandten Offenbarers anerkennt, steht er im Bund mit Gott und der Gemeinschaft der Gläubigen. Die unbedingte Treue und Standfestigkeit im Bund ist grundlegend für alle Mitglieder der Bahā’ī-Gemeinschaft. Jede Verletzung des Bundes (Auflehnung oder Kritik an der von Gott gegebenen Ordnung) erfüllt somit den Tatbestand des »Bundesbruchs« und wird mit dem Ausschluss (Exkommunikation) aus der Gemeinschaft geahndet [19].

Einheit der Religionen

Nach der Lehre der Bahā’ī bilden alle Religionen – sofern sie sich auf eine göttliche Offenbarung (Bibel, Qur’ān usw.) berufen – eine »Einheit«. Alle Religionen kommen von Gott und sind ein Ausdruck der göttlichen Willenskundgebung auf Erden. Diesem Einheitsschema zugeordnet werden vor allem die nahöstlichen Religionen: Zoroastrismus, Judentum, Christentum und Islam, sowie der nur kurzlebige Bābismus, der dem Bahā’ismus unmittelbar vorausging. Später wurden auch der Hinduismus und der Buddhismus als göttlich gestiftete Offenbarungsreligionen vereinnahmt, auch wenn die fernöstlichen Lehren dem bahā’īstischen Religionsverständnis kaum zu entsprechen vermögen [20].

Dem Einheitsgedanken liegt die Vorstellung zugrunde, dass sich Gott in aufeinander folgenden und sich ablösenden geschichtlichen Epochen immer wieder neu offenbart, um den Menschen seinen Willen kundzutun. In diesem Prozess zyklischer oder fortschreitender Gottesoffenbarung ist jede Religion die Vollendung und zugleich auch der Abschluss der ihr vorausgegangenen Religionsstufe. Jeder Offenbarungszyklus entspricht der spirituellen Reife der Menschen in einem bestimmten historischen Kontext. Ändert sich im Lauf der Geschichte die geistig-spirituelle Grundlage der Menschheit, dann manifestiert sich Gott in einer neuen Offenbarung, die einem fortgeschrittenen Bewusstsein und den Voraussetzungen einer veränderten Welt entspricht. Mit dem Entstehen einer neuen Religionsstufe verlieren die früheren Glaubensbekenntnisse demnach ihren einstigen Wahrheits- und Geltungsanspruch.

Die propagierte »Einheit der Religionen« meint also kein Nebeneinander verschiedener gleich gültiger Lehren im Sinne einer ökumenischen oder panreligiösen Idee. Im gegenwärtigen Zeitalter hat sich Gott in Bahā’u’llāh offenbart und stellt seine Lehre den Abschluss aller früheren Religionsstufen dar. Freilich ist auch die Bahā’ī-Lehre zeitlich begrenzt und wird dereinst von einer höheren Religionsstufe abgelöst werden. Im gegenwärtigen, mindestens tausend Jahre währenden Zeitalter ist der Bahā’ismus jedoch die allein wahre Religion Gottes und behalten ihre »ewigen Wahrheiten« auch danach in einem rund 500’000 Jahre währenden Bahā’ī-Äon ihre Gültigkeit [21].

Einheit der Menschheit

Gleich der Einheit der Religionen lehrt der Bahā’ismus auch die Einheit der gesamten Menschheit. Er verwirft die Scheidung der Menschen nach rassischen, sozialen und nationalen Kriterien. Doch gleich den früheren Glaubenslehren gelten auch die bestehenden gesellschaftlichen Ordnungssysteme als überholt und abgegolten. Deshalb ist eine neue Gottesoffenbarung, ein neues religiöses Gesetz und eine auf ihm beruhende neue (Welt-)Ordnung unabdingbar. Das Ziel besteht in der Überwindung und Abschaffung der Nationalstaaten und in der Errichtung einer theokratischen Ordnung in einem religiös verfassten Welteinheitsstaat auf der Grundlage der Gesetze Bahā’u’llāhs. Die Welt soll durch seine neue Ordnung umgestaltet und der universalen Einheit zugeführt werden. »Bald wird die heutige Ordnung aufgerollt und eine neue an ihrer statt entfaltet werden«, prophezeite Bahā’u’llāh.


Praxis

Der Bahā’ismus kennt nur wenige Riten und kultische Verrichtungen. Der Gläubige ist verpflichtet, täglich (morgens, mittags und abends) bestimmte von Bahā’u’llāh offenbarte Gebete zu sprechen [22]. Die Einhaltung einer alljährlichen Fastenzeit im Monat März ist ebenfalls verpflichtend. Zu den religiösen Obliegenheiten zählt auch die Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten in ‘Akkā (Israel).

Zur Sicherung der finanziellen Grundlage der Gemeinschaft ist den Gläubigen neben freiwilligen Entrichtungen die Zahlung der zakāt (einer Art Sozialsteuer) auferlegt. Verordnet ist außerdem die Abgabe von 19 Prozent des jährlich erwirtschafteten Gewinns, ḥuqūq’ullāh (»Gottesrechte«) genannt.

Die Gläubigen treffen sich alle 19 Tage – die Zahl 19 hat im Bahā’ītum esoterische Bedeutung – zu gemeinsamer Andacht, zur Aussprache über innergemeinschaftliche Belange und zu geselligem Beisammensein. Der Anlass nennt sich »Neunzehntagefest«, zu dem Nichtgläubige keinen Zutritt haben. Die Gotteshäuser der Bahā’ī nennen sich »Haus der Andacht« (mašriq’ul adkār), von denen es gegenwärtig (2009) nur sieben weltweit gibt. Das erste Haus der Andacht in der westlichen Welt wurde 1953 in Chicago (USA) eingeweiht. Wo kein »Haus der Andacht« besteht, werden die Gottesdienste und Zusammenkünfte in privaten Haushalten abgehalten.

Besondere Merkmale, die die Bahā’ī von einem andersgläubigen Umfeld unterscheiden, gibt es keine. Die Gläubigen sind gehalten, sich den Gepflogenheiten der Mehrheitsgesellschaft anzugleichen; allerdings ist ihnen jede politische Tätigkeit untersagt [23]. In der innergemeinschaftlichen Begegnung sind die Frauen den Männern gleichgestellt. Ausnahmen gibt es bei der Wahl zum Universalen Haus der Gerechtigkeit (in das nur Männer gewählt werden können) sowie im Ehe- und Erbrecht. Verworfen wird Müßiggang (Berufspflicht), Bettelei, Drogen- und Alkoholkonsum.


Kalender, Fest- und Feiertage

Die Bahā’ī verfügen über einen eigenen Kalender, der auf ‘Alī Muḥammad al-Bāb zurückgeht. Er zählt 19 Monate zu 19 Tagen, was 361 Tage ergibt. Unter Einfügung von Zusatztagen (ayyām-i hā) zwischen dem achtzehnten und neunzehnten Monat (pro Jahr 4, in einem Schaltjahr 5 Tage) wird dieser dem Sonnenjahr (365 Tage) angepasst. Die Zeitrechnung der Bahā’ī hat das Jahr 1844, das Jahr der Entstehung des Bābismus, zu ihrem Ausgang (der Bahā’ismus entstand korrekterweise jedoch erst im Jahr 1866). Das neue Jahr beginnt mit der Frühlings-Tagundnachtgleiche (21. März) und entspricht dem persischen Neujahr (naurūz). Die Woche zählt sieben Tage, die mit dem Untergang der Sonne beginnen und enden; ihr erster Tag ist der Samstag, ihr letzter der Freitag. Der Bahā’ī-Kalender zählt neun mit völliger Arbeitsruhe verbundene Fest- und Gedenktage. Von einer Begehung anderer Feiertage (z.B. Weihnachten, Ostern usw.) wird den Bahā’ī abgeraten.


Religionsgesetz

Gleich dem Šarī‘a-Recht des Islam verfügt auch der Bahā’ismus über eine religiös verfasste Rechtsordnung. Das Recht der Bahā’ī ist theonomes (von Gott kommendes) Recht. Als Rechtsquellen gelten das göttliche Recht (ḥaqq Allāh = ius divinum), wie es in der Offenbarung gegeben und im Kitāb al-Aqdas, dem Gesetzbuch der Bahā’ī, enthalten ist; sodann das mittelbar göttliche, vom Universalen Haus der Gerechtigkeit erzeugte Recht (ius divinum complementarum) sowie das menschliche, von den nationalen und lokalen Körperschaften der Gemeinschaft gesetzte partikulare Recht (ḥaqq ādamī = ius humanum). Das Gewohnheitsrecht (‘āda = consuetudo) hat im Bahā’ītum keine Entsprechung. Ebenso wird das weltliche (säkulare) Recht abgelehnt; es ist den Bahā’ī »weder Quelle noch Vorbild« [24].

Die Gesetze der Bahā’ī sind verbindlich für alle Gläubigen. Dies gilt vor allem für die vom Religionsstifter Bahā’u’llāh im Kitāb al-Aqdas (dem »Heiligsten Buch«) kodifizierten Normen. Sie sind unabänderlich und können im gegenwärtigen Tausendjahrzyklus der Sendung Bahā’u’llāhs nicht abgeschafft, modifiziert oder an veränderte Bedingungen angepasst werden. Auch das Universale Haus der Gerechtigkeit sowie die nationalen und lokalen Körperschaften (Geistige Räte) können die bestehende Rechtsordnung Bahā’u’llāhs weder ändern noch abschaffen. Sie können nur solche Gesetze erlassen, die nicht bereits im Buche Aqdas enthalten sind und zu diesem nicht im Widerspruch stehen. Für die Gesetzgebung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit gilt zudem der Grundsatz der Unfehlbarkeit, doch sind auch die Beschlüsse der örtlichen und nationalen Räte »göttlich inspiert«, weshalb auch ihnen vollumfängliche Autorität gebührt.

Die Auslegung (Exegese) der Gesetze und generell aller heiligen Schriften ist verboten, womit die Bahā’ī-Gemeinschaft über keine entsprechende Instanz verfügt, die dazu berechtigt wäre [25].

Das Bahā’ī-Recht beansprucht supranationale Geltung und gilt demnach für alle Gläubigen, unbeschadet ihrer Nationalität oder ihres Wohnsitzes. Gleichzeitig erstreckt sich die bahā’īstische Rechtsordnung – zumindest theoretisch – auch auf die Nichtgläubigen, denn das Gottesgesetz ist »für die ganze Menschheit« [26].

Im Kitāb al-Aqdas erfahren vor allem folgende Bereiche eine rechtliche Regelung: Kult, Ethik, Finanzen, Organisation, Zivil- und Strafrecht.

Die Ehe (nikāḥ) ist eine von Gott verordnete Einrichtung: »Gott hat euch den Ehestand verordnet«. Zugelassen ist die Vielehe (Polygamie), doch rät Bahā’u’llāh, nicht mehr als zwei Frauen zu ehelichen (Bigamie), gibt gleichzeitig aber der Einehe (Monogamie) den Vorzug. Dem Mann ist erlaubt, neben der Ehefrau noch eine »Jungfer« in Dienst zu nehmen. Der Eheschluss bedarf der Zustimmung der beiderseitigen Eltern – sowohl des Bräutigams als auch der Braut. Voraussetzung zur Heirat ist ferner die Entrichtung einer Mitgift (mahr = »Morgengabe«), die der Mann der Frau schuldet. Erweist sich beim Vollzug der Ehe die abhanden gekommene Jungfräulichkeit der Frau, so hat der Mann Anspruch auf Rückzahlung der Heiratskosten und der Morgengabe (Mitgift). Wurde die Jungfräulichkeit zur Bedingung der Eheschließung gemacht, so bewirkt deren Nichterfüllung die Nichtigkeit der Ehe. Die Ehescheidung (ṭalāq) wird missbilligt, ist aber nicht ausgeschlossen. Allerdings spricht das Aqdas nur vom Scheidungsbegehren des Mannes [27]. Der Scheidung geht ein Wartejahr voraus, in dem versucht werden soll, dass sich die Scheidungswilligen wieder versöhnen.

Vor- und außereheliche Verbindungen und sexuelle Beziehungen, Ehebruch, Konkubinat und Homosexualität gelten als Unzucht (zina’) und sind unter Strafe verboten. Für andere Vergehen sind Gefängnis oder die Zahlung von Straf- und Sühnegeldern verfügt. Diebstahl wird mit Gefängnis und Verbannung geahndet. Dem rückfälligen Täter ist zum Zwecke der Ächtung und der sozialen Ausgrenzung ein »Mal« (Brandmal?) auf der Stirn anzubringen [28]. Totschlag, Mord und Brandstiftung unterliegen der Todesstrafe.

Jeder Gläubige ist verpflichtet, ein Testament zu verfassen. Das Kitāb al-Aqdas spricht nur vom Mann als dem Erblasser; über die Erbfolge der Frau werden keine Aussagen gemacht [29]. Für den Intestatfall ist im Aqdas eine detaillierte gesetzliche Erbaufteilung vorgesehen. Nicht-Bahā’ī sind von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen.

Das um 1873 verfasste Kitāb al-Aqdas, in dem die Gesetze Bahā’u’llāhs enthalten sind, war den Gläubigen – zumal in der westlichen Welt – über hundert Jahre nicht zugänglich und also weitgehend unbekannt. Erst seit 1992 besteht eine englische, seit 1996 eine französische und seit 2000 auch eine deutsche Übersetzung. Der Grund für die lange Zurückhaltung der für die Bahā’ī wichtigsten Offenbarungsquelle wird damit erklärt, dass die Normen – insbesondere jene, die die staatliche Ordnung und das Strafrecht betreffen – in die Zukunft greifen und »ein Gemeinwesen voraussetzen, das schon von den politischen Strukturen der Offenbarung Bahā’u’llāhs geprägt ist« [30].


Theokratie und Verwaltungsordnung

Die Bahā’ī weisen eine auf demokratischer Basis beruhende weltliche (säkulare) Ordnung von sich. Ihr Staatsverständnis gründet auf der Vorstellung, dass Religion und Gesellschaft eine unteilbare Einheit bilden. Eine Trennung von Staat und Religion – von Gesellschaft und Glaube resp. sozialer und individueller Lebenswelt – wird demnach verworfen [31]. Vorderhand sind die Gläubigen jedoch verpflichtet, die derzeit bestehende Rechtsordnung des Landes, in dem sie wohnen, bis zur Umsetzung ihrer religiös fundierten Rechts- und Staatsordnung in einem theokratischen Universalstaat zu respektieren.

Die Verbindung von Religion und Staat ist ein zentrales Element der schiitischen Staatsideologie, der gemäß die weltliche Herrschaft zugleich religiös legitimiert sein muss. In der Überzeugung der orthodoxen Schiiten vereint sich im Imāmat (der Herrschaft des noch verborgenen zwölften Imām) die geistliche und irdische Herrschaft zugleich. Im Iran, dem Hauptverbreitungsgebiet der Zwölfer-Schiiten, hat die derzeit weltliche Herrschaft bis zum Erscheinen des Zwölften Imam als der Imām Mahdī demnach nur provisorischen Charakter. So wird in der 1979 promulgierten Verfassung der Islamischen Republik Iran der im 10. Jahrhundert entrückte – und physich also nicht präsente – Zwölfte Imam als legitimer Führer bezeichnet und die weltliche Regierung bis zu dessen Wiederkunft nur als Übergangslösung gesehen. Dieses Staatsverständnis vertrat auch ‘Alī Muḥammad al-Bāb, der 1848 verkündete, der verheißene Mahdī zu sein. Darauf versuchten seine Anhänger in blutigen Aufständen einen theokratischen Staat (= Gottesstaat) im Iran zu errichten. Nach der Hinrichtung al-Bābs und dem Scheitern der bābistischen Bewegung erwuchs aus ihr der Bahā’ismus unter der Führung Bahā’u’llāhs. Dieser adoptierte die schiitische und bābistische Staatsideologie und erarbeitete auf ihr nun seine Vorstellung von einem göttlich gelenkten Weltgemeinwesen, das allerdings nicht mit Gewalt, sondern mit friedlichen Mitteln zu verwirklichen ist.

Wie die Theokratie der Bahā’ī konkret aussehen soll, wird in den Schriften – wenn überhaupt – nur sehr vage angedeutet. Hierbei kommt den Bahā’ī eine schiitische Praxis zugute, die es erlaubt, in Situationen der Gefahr oder aus anderen als opportun erscheinenden Erwägungen den eigenen Glauben zu verleugnen oder zu verschleiern. Diese Praxis wird im schiitischen Islam und Bābismus taqīya (»Vorsicht«), im Bahā’ismus ḥikma (»Weisheit«) genannt [32]. Verweise, die auf den theokratischen Charakter der Bahā’ī-Ordnung hindeuten, sind unter Anwendung der ḥikma sehr selten, in ihren zumeist verklausulierten Aussagen dennoch aber ersichtlich. So schreibt Shoghi Effendi vom Bahā’ismus als der »Staatsreligion« in einem »Bahā’ī Staat« bzw. »Bahā’ī-Weltstaat« [33], wobei dessen theokratischer Charakter aber unerwähnt bleibt. Auch im Kitāb al-Aqdas ist vom Bahā’ismus als »Staatsreligion einer unabhängigen, souveränen Macht« die Rede [34]. Etwas präziser unterstreicht Udo Schaefer den »theokratischen Charakter« der Bahā’ī-Ordnung [35].

Das tragende Element der Bahā’ī-Theokratie ist die »Verwaltungsordnung«, auch  »Administrative Ordnung« genannt. Innerhalb dieser Ordnung verkörpert das Universale Haus der Gerechtigkeit die höchste Führungsinstanz. Seine Beschlüsse »sind von Gott«, somit unfehlbar [36] und für alle Gläubigen absolut verbindlich. Das Universale Haus der Gerechtigkeit (mit Sitz in Haifa, Israel) ist gleichzeitig auch das oberste Gremium eines künftigen »Bahā’ī-Weltstaates«; »es erlässt die Gesetze und die Regierung führt sie durch« [37].

Auf nationaler und lokaler Ebene fungieren die Nationalen Geistigen Räte und die örtlichen Geistigen Räte als zentrale Führungsinstanzen. Sie werden jährlich gewählt und zählen neun Mitglieder (Männer und Frauen). Sie sind »von Gott inspiriert«, weshalb die Gläubigen auch ihnen unbedingten Gehorsam schulden [38].

Grundsätzlich gilt, dass die Bahā’ī-Ordnung auf der Souveränität Gottes beruht. Damit unterscheidet sie sich von einer säkular-demokratischen Ordnung, in der das Volk der Souverän ist [39]. Die Institutionen der Bahā’ī handeln autonom und schulden den Gläubigen keine Rechenschaft [40]. Auch hat der in allen Demokratien geltende Grundsatz der Gewaltentrennung (Legislative, Exekutive und Judikative) im Bahā’ītum keine Entsprechung [41].

Schrifttum

Das Schrifttum der Bahā’ī ist ausgesprochen umfangreich. Von diesem liegen viele Texte auch in westlichen Übersetzungen vor. Die wichtigste Quelle der Bahā’ī-Offenbarung ist das Kitāb al-Aqdas, das von Bahā’u’llāh verfasste »Heiligste Buch«. Im Gegensatz zu weniger zentralen Texten wurde es erst Ende des 20. Jahrhunderts übersetzt und den Gläubigen zugänglich gemacht. – Unter den Schriften ‘Abdu’l Bahās sind vor allem sein Wille und Testament sowie seine Beantworteten Fragen von Bedeutung. Sehr umfassend ist schließlich auch Shoghi Effendis literarische Hinterlassenschaft. Unter seinen Schriften sei hier lediglich sein Standardwerk Gott geht vorüber erwähnt, in dem in hagiographisch verklärter und historisch wenig zuverlässiger Form die Geschichte des Bābismus und Bahā’ismus von ihren Anfängen bis in die 1940er Jahre nachgezeichnet wird.


Mission und Verbreitung

Der Bahā’ismus ist eine missionierende Religion. Die Bahā’ī selbst sprechen aber nicht von  »missionieren«, sondern von »pionieren«. Die Glaubenspropaganda vollzieht sich auf der Grundlage ausdifferenzierter »Jahrespläne«, in denen genau festgelegt wird, wo und wie viele Gemeinden in einem vorgegebenen Zeitrahmen zu errichten sind. Zu diesem Zweck sind die Gläubigen aufgerufen, als »Pioniere« in die entsprechenden Zielorte umzusiedeln. Der Beitritt zum Bahā’ismus bedingt – trotz der behaupteten »Einheit der Religionen« – die Preisgabe der Zugehörigkeit zu einer anderen Religionsgemeinschaft [42].

Die Bahā’ī zählen nicht ihre Mitglieder, sondern den Bestand ihrer nationalen und örtlichen Geistigen Räte. Statistische Angaben aus dem Jahr 2001 nennen weltweit 182 Nationale Geistige Räte (nationale Körperschaften) und 11,740 Geistige Räte (Lokalgemeinden). Zur Bildung eines Geistigen Rates sind mindestens neun ortsansässige Mitglieder erforderlich; eine Zahl, die vielerorts kaum überschritten wird. Nichtoffizielle Schätzungen gehen von weltweit 5 bis 8 Millionen Anhängern aus (Stand 2009). Allein in Indien sollen es über 2 Millionen sein. In seinem Ursprungsland Iran leben rund 300’000 Gläubige. Gering ist die Zahl in den USA und Europa. Insider halten die hohen Zahlen für eine Übertreibung und sprechen von nur knapp 3 Millionen Mitgliedern weltweit [43].

In Israel, wo sich der Hauptsitz der Gemeinschaft befindet, ist es den Bahā’ī staatlicherseits verboten, für ihren Glauben zu werben und Gemeinden zu errichten: »… the Israeli government has allowed followers of the Bahai faith to maintain their center in Israel, but prohibited them from proselytizing in the country« [44].


Verfolgung im Iran

Im Iran bekennen sich 99% der Bevölkerung zum Islam, wovon auf die Schiiten rund 90% und auf die Sunniten rund 8% entfallen. Etwa 250’000 Menschen bekennen sich zum Christentum – in erster Linie Armenier, Assyrer und Chaldäer. Sie werden in der Verfassung der Islamischen Republik Iran als religiöse Minderheiten anerkannt. Keinen Verfassungsschutz genießen die rund 300’000 Bahā’ī. Ihre Religion gilt den Muslimen als Abspaltung vom Islam und entzieht sich daher der staatlichen Duldung.

Seit ihrem Bestehen wurden der Bahā’ismus und der ihm vorangegangene Bābismus immer wieder verfolgt oder stark eingeschränkt, zuweilen aber auch stillschweigend geduldet, besonders unter den Regimes des säkular eingestellten Riẓa Šāh Pahlavī (reg. 1925-1941) und seines Nachfolgers Muḥammad Riẓa Šāh Pahlavī (reg. 1941-1979). Besonders hart traf den Bahā’ismus die islamische Revolution unter Ayat’ullāh Khomeini des Jahres 1979. Tausende Bahā’ī wurden inhaftiert und rund 200 fanden in Ausschreitungen oder durch Urteile der Revolutionsgerichte den Tod. Abertausende wurden aus öffentlichen Diensten entlassen, verloren ihren Arbeitsplatz und ihre Lebensgrundlage. Mindestens 10’000 Gläubige verließen das Land, um der Verfolgung zu entkommen. Aussagen zufolge, befanden sich 2009 noch etwa 37 Personen in Haft [45].


Kritik am Bahā’ismus

Stimmen, die sich mit dem noch wenig bekannten Bahā’ismus kritisch auseinandersetzen, finden sich – zumal in Europa – noch selten. In der allgemeinen Wahrnehmung erscheint der Bahā’ismus als moderne, aufgeschlossene und tolerante Religion. Ihre zentralen Anliegen – Einheit der Religionen, Einheit der Menschheit, Gleichberechtigung der Geschlechter, Übereinstimmung von Religion und Wissenschaft, Lösung der sozialen Fragen usw. – erscheinen auch dem Außenstehenden einsichtig und attraktiv und bieten von daher nur wenig Angriffsflächen. Für viele ist das Bahā’ītum weniger eine Religion mit starren Dogmen, Riten und festgeschriebenen Normen, sondern eine aufgeklärte und freigeistige Bewegung, die sich der ökumenischen oder überkonfessionellen Einigung sowie einer globalen Weltverbrüderung verpflichtet weiß. Die anhaltende Repression, der sich die Bahā’ī seit ihren Anfängen im Iran und anderen islamischen Länder ausgesetzt sehen, sichert ihnen ebenfalls ein hohes Maß an Solidarität und Sympathie.

Entgegen seiner Selbstaussagen und der gängigen Fremdeinschätzung im Westen weist der Bahā’ismus dennoch Wesenszüge auf, die geeignet sind, die genannten positiven Aussagen zu relativieren. So ist sein Verständnis von der Einheit der Religionen durchweg hinterfragbar, wenn er sich im gegenwärtigen Tausendjahrzyklus als die allein wahre Religion betrachtet und alle früheren Glaubenssysteme als überholt und abgegolten bezeichnet [46]. Kritikwürdig ist auch das Ideal der Einheit der gesamten Menschheit, wenn diese »Einheit« in einen theokratisch regierten Bahā’ī-Weltstaat mündet, in dem der Bahā’ismus den Status einer (Welt-)Staatsreligion beansprucht und sich die Bahā’ī-Führung als oberste politisch-religiöse Weltinstanz versteht [47]. Dass der Bahā’ismus aufgrund seiner nur marginalen Bedeutung zur Durchsetzung seiner Vorhaben (noch) nicht imstande ist, ändert nichts an der vorgegebenen Zielsetzung [48].

Der Bahā’ismus verfügt über ein verbindliches Religionsgesetz, das dem islamischen Šarī‘a-Recht durchaus vergleichbar ist. Viele seiner Bestimmungen – vor allem im Bereich des Zivil-, Ehe-, Erb- und Strafrecht – sind einer westlichen Rechtsauffasung fremd und stehen teilweise auch im Widerspruch zur einer säkularen Rechtsordnung. Die Tatsache, dass die Gesetze Bahā’u’llāhs (auch solche, die das tägliche Leben betreffen) in einem Zeitrahmen von mindestens tausend Jahren nicht modifizierbar sind und also nicht an veränderte Bedingungen angepasst werden können, widerstrebt nach Meinung der Kritiker überdies auch dem im Bahā’ītum propagierten Ideal der Übereinstimmung von Glaube und Vernunft. Weitere Kritikpunkte sind die rigide Sexualmoral, die Todesstrafe, die körperliche Stigmatisierung (Verstümmelung) Straffälliger, sodann der unbedingte Glaubensgehorsam gegenüber einer unfehlbaren und absolutistischen Führung, ferner das Verbot politischer Betätigung (damit auch die Unterbindung bürgerlicher Rechte und der freien Meinungsbildung), die unnachgiebige Exkommunikationspraxis [49] und interne Zensurvorschriften [50].

In der westlichen Welt wird die schwierige Lage der Bahā’ī im Iran zuweilen mit den Nazi-Pogromen im Dritten Reich gleichgesetzt, was sich in dieser inadäquaten Überzeichnung allerdings verbietet. Gänzlich verkannt wird von westlichen Betrachtern, dass die anhaltende Repression nicht allein religiös motiviert ist, sie vielmehr auch in einem historischen Kontext zu sehen ist. So waren es die den Bahā’ī vorangegangenen Bābī, die sich in den Jahren 1848-1853 in einem Heiligen Krieg (ğihād) gegen die schiitische Mehrheitsgesellschaft auflehnten und mit dem Versuch, im Iran einen eigenen Gottesstaat zu errichten, die staatliche Integrität des Landes zu zerschlagen trachteten. Daran hatten die nachkommenden Bahā’ī zwar keinen Anteil, doch werden sie aufgrund ihrer engen Verflechtung mit dem Bābismus und aufgrund der Tatsache, dass sie ihre Entstehung und Zeitrechnung mit der des Bābismus (1844) verbinden, mit ihrer militanten Vorläuferreligion und dem Radikalismus der Bābī-Ära gleichgesetzt [51]. Dem Bahā’ītum durchweg nahe stehende Beobachter kritisieren ihrerseits, dass die Bahā’ī-Führung sich dazu verleiten lässt, die Bedrängnis ihrer Glaubensgenossen im Iran zum Zweck der Eigenwerbung medial zu instrumentalisieren [52].

Auf keine Kritik reagieren die Bahā’ī aber derart heftig, wie auf den Vorwurf, dass ihr Glaube eine »Sekte« sei. Sie verstehen sich als eigenständige Religionsgemeinschaft, als jüngstes Glied in der Kette göttlicher Offenbarung und als die allein maßgebliche Universalreligion in einem mehrere Hundertausend Jahre währenden  »Bahā’ī-Äon«.


Quellenangaben

1 MacEoin, D.: From Shaykhism to Babism: A study in Charismatic Renewal in Shi‘i Islam, Ph.D. dissertation, Cambridge University, 1979.

2 Qā’im und Mahdī sind identische Begriffe. Vgl. Momen, W.: A Basic Bahá’í Dictionary, Oxford 1989, p. 190.

3 Arab. Bayān (VI,3 und V,7); Browne, E.G.: Journal of the Royal Asiatic Society, 1989, p. 927; MacEoin, D.: »The Babi Concept of Holy War«, in: Religion 12/1982; Hutter, M.: Die Bahá’í, Marburg 1994, S. 10.

4 Wilson, S.G.: Bahaism and its Claims. New York 1915 (repr. 1970), p. 135; Hutter, M.: Die Bahá’í, Marburg 1994, S. 10 .

5 Hutter, M.: Die Bahá’í, Marburg 1994, S. 11f.

6 MacEoin, D.M.: Art. »Babism«, in: Encyclopaedia Iranica, Vol. III/3, pp. 315f.

7 MacEoin, D.M.: Art. »Babism«, in: Encyclopaedia Iranica, Vol. III/3, p. 316.

8 Roemer, H.: Die Bābī-Behā’ī, Potsdam 1911, S. 72.

9 Hutter, M.: Die Bahá’í, Marburg 1994, S. 15f.

10 Dreyfus, H.: Essai sur le Béhaïsme, Paris 1909, p. 42; H. Roemer: Die Babī-Behā’ī, Potsdam 1911, S. 75, 79, 84; Shoghi Effendi: Gott geht vorüber, Oxford 1954, S. 174; Ficicchia, F : Bahā’ī – Einheitsreligion und globale Theokratie, Münster 2009, S. 29f.

11 Roemer, H.: Die Bābī-Behā’ī, Potsdam 1911, S. 94; Wilson, S.G.: »Bahaism and Religious Assassination«, in: The Muslim World, Vol. 4, Issue 3, 1914. https://www.deepdyve.com/lp/wiley/bahaism-and-religious-assassination-vtrZV0fRMB

12 Dreyfus, H : Essai sur le Béhaïsme, Paris 1909, p. 63f; Roemer, H.: Die Babī-Behā’ī, Potsdam 1911, S. 93; Ficicchia, F: Bahā’ī – Einheitsreligion und globale Theokratie, Münster 2009, S. 26.

13 Ficicchia, F.: Bahā’ī – Einheitsreligion und globale Theokratie, Münster 2009, S. 30f.

14 Roemer, H.: Die Bābī-Behā’ī, Potsdam 1911, S. 147. – In der Überzeugung der Bahā’ī gelten auch die Worte ‘Abdu’l Bahās als göttliche Offenbarungen und haben demnach die gleiche Gültigkeit wie jene des Propheten Bahā’u’llāh (Shoghi Effendi: Gott geht vorüber, Oxford 1954, S. 372; Schaefer, U.: Die Grundlagen der Verwaltungsordnung der Bahá’i, Heidelberg 1957, S. 62).

15 Browne, E.G.: Art. »Bab, Babis«, in: Encyclopaedia of Religion and Ethics, Vol. II, Edinburgh 1909, p. 304; Shoghi Effendi: Gott geht vorüber, Oxford 1954, S. 279ff.

16 Smith, P.: Art. »Muḥammad ‘Alí«, in: Concise Encyclopedia of the Bahá’í Faith, Oxford 2002, p. 252.

17 Vgl. dazu die Schriften von Ahmad Sohrab und Ruth White in der Rubrik »Kritische Literatur«.

18 MacEoin, D.M.: Art. »Bahai Faith«, in: Encyclopaedia Iranica, Vol. III/4, p. 448.

19 Schaefer, U.: Die Grundlagen der Verwaltungsordnung der Bahá’i, Heidelberg 1957, S. 32-37. – Mit der Exkommunikation erlischt auch jede Bindung an die eigene Familie sowie das »Personsein«, damit auch die Zugehörigkeit zum sozialen Verband, was in einer Religion, in der der Staat und das soziale Kollektiv eine Einheit bilden, von besonderer Tragweite ist. Der Geächtete wird somit zum Paria der Gemeinschaft.

20 Der Hinduismus ist eine polytheistische Religion (Vielgötterei) und beruft sich auf keine zentrale Stifterpersönlichkeit, an die im Sinne der Kontinuität göttlicher Offenbarung angeknüpft werden könnte. Der Buddhismus ist eine atheistische (gottlose) Religion und kennt als solche auch keine himmlische Offenbarung. Buddha ist den Buddhisten weder ein Prophet noch eine Manifestation Gottes. – Vgl. auch: http://web.archive.org/web/20060214075504/http://www.bahai-kritik.ch/dok005.htm

21 Shoghi Effendi: Directives from the Guardian, Wilmette, Ill., 1973, p. 7.

22 Smith, P.: Art. »prayer«, in: A Concise Encyclopedia of the Bahá’í Faith, Oxford, 2002, p. 274.

23 Shoghi Effendi: Principles of Bahá’í Administration – A Compilation, Manchester 1950, London 1963, pp. 41ff; Schaefer, U.: Die Grundlagen Verwaltungsordnung der Bahá’i, Heidelberg 1957, S. 97; Ficicchia, F.: Bahā’ī – Einheitsreligion und globale Theokratie, Münster 2009, S. 64, 72, 73, 133.

24 Schaefer, U.: Die Grundlagen der Verwaltungsordnung der Bahá’í, Heidelberg 1957, S. 78.

25 Schaefer, U.: Die Grundlagen der Verwaltungsordnung der Bahá’i, Heidelberg 1957, S. 22; U. Gollmer, in: Schaefer, U. et al: Desinformation als Methode, Hildesheim 1995, S.564.

26 Schaefer, U.: »Das Recht der Religionsgemeinschaft der Bahā’ī« in: Kirche & Recht, Zeitschrift für die kirchliche und staatliche Praxis, Neuwied, 4/2001, S. 29.

27 Schaefer, U.: »Das Recht der Religionsgemeinschaft der Bahā’ī«, in: Kirche & Recht, Zeitschrift für die kirchliche und staatliche Praxis, Neuwied, 4/2001, S. 34, Anm 169.

28 Über die Art dieses »Mals« (Gesichtsnarbe, Verstümmelung, Entstellung oder Stigmatisierung) werden keine Aussagen gemacht.

29 Schaefer, U.: Desinformation als Methode, Hildesheim 1995, S. 283.

30 Schaefer, U.: Desinformation als Methode, Hildesheim 1995, S. 259.

31 Ficicchia, F.: Bahā’ī – Einheitsreligion und globale Theokratie, Münster 2009, S. 64, 71ff, 89, 120.

32 Roemer, H.: Die Bābī-Behā’ī, Potsdam 1911, S. 110, 141; MacEoin, D.: »From Babism to Bahaism«, in: Religion 13/1983, p. 226. http://bahai-library.org/articles/babism.maceoin.html

33 Shoghi Effendi: Gott geht vorüber, Oxford 1954, S. 413, 371.

34 Bahá’u’lláh: Kitáb-i-Aqdas, Hofheim 2000, E49, S. 215.

35 Schaefer, U.: Die Grundlagen der Verwaltungsordnung der Bahá’i, Heidelberg 1957, S. 51, 92, 122. – Vgl. auch: McGlinn, S.: Church and State in the World Order of Bahā’u’llāh http://bahai-library.com/unpubl.articles/church.html

36 Schaefer, U.: Die Grundlagen der Verwaltungsordnung der Bahá’i, Heidelberg 1957, S. 75.

37 ‘Abdu’l Bahá: Wille und Testament, Frankfurt/M. 1964, S. 28.

38 Schaefer, U.: Die Grundlagen der Verwaltungsordnung der Bahá’i, Heidelberg 1957, S. 123.

39 Shoghi Effendi: Die Sendung Bahá’u’lláhs, Oxford 1948, S. 69.

40 Shoghi Effendi: Die Sendung Bahá’u’lláhs, Oxford 1948, S. 69; Shoghi Effendi: Gott geht vorüber, Oxford 1954, S. 373.

41 Schaefer, U.: Die Grundlagen der Verwaltungsordnung der Bahá’i, Heidelberg 1957, S. 104.

42 Schaefer, U.: Die Grundlagen der Verwaltungsordnung der Bahá’í, Heidelberg 1957, S. 97f.

43 Ficicchia, F.: Bahā’ī – Einheitsreligion und globale Theokratie, Münster 2009, S. 76-79.

44 Jewish Journal, 25.11.2007 http://www.jewishjournal.com/iranianamericanjews/item/persian_born_bahai_faith_finds_safe_haven_in_israel/

45 Communiqué des US-Staatsdepartements vom 13.2.2009 http://www.state.gov/r/pa/prs/ps/2009/02/117332.htm

46 Manfred Hutter (Die Bahá’í – Geschichte und Lehre einer nachislamischen Weltreligion, Marburg 1994, S. 46f) verdeutlicht, »dass eine Einheit der Religionen nur eine Einheit im Sinne der Offenbarung Bahá’u’lláhs sein kann, in der alle anderen Religionen aufgehen, wobei der Religionswissenschaftler darauf hinweisen muss, dass die Rede von der Einheit letztlich eine verschleierte Form einer Ausschließlichkeit darstellt«.

47 Ficicchia, F.: Bahā’ī – Einheitsreligion und globale Theokratie, Münster 2009, S. 73, 109, 119f, 133; McGlinn, S.: Church and State in the World Order of Bahā’u’llāh http://bahai-library.com/unpubl.articles/church.html

48 »As with Islamic fundamentalism … one key trend is the insistence on divine governance and rejection of its negative counterpart, the modern secular state« (J.R. Cole, »Fundamentalism in the Contemporary U.S. Bahā’ī Community«, in: Religious Studies Review, Vol. 43, no. 3 (March, 2002), pp. 195-217 http://iranscope.ghandchi.com/Anthology/Bahai/fundamentalism.htm

49 Vgl. Anm 19.

50 Vgl. https://fglaysher.com/bahaicensorship/censored.htm

51 Ficicchia, F.: Bahā’ī – Einheitsreligion und globale Theokratie, Münster 2009, S. 84.

52 MacEoin, D.: »From Babism to Bahaism«, in: Religion, Vol. 13/1983, p. 238. http://www.bahai-library.org/articles/babism.maceoin.html


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Weblinks

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