Argumentationshilfe

Aus Athpedia
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Als Atheist wird man gelegentlich mit Vorurteilen verschiedenster Art überhäuft, oder aber - sofern man sich auf eine theistische Diskussion einlässt - mit verschiedenen Ideen konfrontiert, wieso der Atheismus eine ungeeignete Wahl ist.

Hier sollen in kurzer Übersicht jeweils eine Äußerung sowie die passende kurze Gegenargumentation aufgelistet werden.

Jeder Mensch muss an etwas glauben

Ja, und ich glaube, ich trinke jetzt noch ein Bier.

Aber im Ernst: Es gibt zwei Arten von Glauben. Wenn man unter Glauben das Bilden und Verwerfen von Hypothesen ansieht, dann muss jeder Mensch glauben. Wenn man den metaphysischen Glauben (z. B. an Gott) meint, dann kann man vollkommen ohne Glauben auskommen. "Glauben" und "Wissen" ist viel unterschiedlicher, als viele glauben. Merkmal des Glaubens ist eine Abwehr von Kritik, Wissen lässt Kritik zu, und zwar besonders da, wo wichtige Dinge auf dem Spiel stehen, Wissen setzt sich immer dem Risiko des Scheiterns aus. Glauben ist Feigheit vor der Kritik. Es ist Kritiklosigkeit, welche den Glauben blind macht.

Ungläubige haben keine Moral

... da nur Gott verbindliche Standards festlegt. Allerdings einigen sich nahezu alle Kulturen auf etwa die selben Regeln (nicht Stehlen, nicht Morden, Einhalten von Verträgen, nicht Lügen etc.). Des Weiteren legen verschiedene Statistiken nahe, dass Gläubige trotz ihrer Gebote nicht weniger kriminell sind als andere.

Ohne Gott würde das Leben keinen Sinn machen

Die Frage ist, was man unter "Sinn des Lebens" versteht. Nach theistischer Auffassung ist der Sinn des Lebens untrennbar mit einem Leben nach dem Tod und einer richtenden, göttlichen Instanz verbunden. Das Leben erscheint dem Gläubigen sinnlos ohne die Hoffnung auf eine endgültige Gerechtigkeit und auf ein ewiges Fortbestehen einer vom Körper unabhängigen Seele.

Unter diesem Gesichtspunkt macht das Leben der gesamten Menschheit auf Erden keinen Sinn, und das muss es auch nicht. Jeder rationale, ungläubige Mensch ist durch seine Weltanschauung befähigt, seinem Leben selbst einen Sinn zu geben -- nach Idealen wie Erfolg, Wissen, Gerechtigkeit oder emotionaler Erfüllung zu streben, außerhalb eines einengenden religiösen Moralkodex. Die Abwesenheit eines solchen Gesetz- und Moralkodex ist kein Freibrief für eine anarchistische, gesellschaftsfeindliche Lebensweise (siehe "Ungläubige haben keine Moral") sondern befähigt zur Entwicklung von eigenständigen, fairen und zeitgemäßen Ansichten.

Auch wenn die Existenz der Menschheit keinen tieferen Sinn hat gibt es genügend Gründe für den Einzelnen zu leben. Nicht zuletzt der Grund, den Richard Dawkins am Ende der BBC Reportage The Root of All Evil genannt hat: Wenn man alle möglichen Kombinationen genetischer Vermischung bedenkt, sind wir ungeheuer privilegiert auf der Erde sein zu können.

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