Deutsche Unitarier

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Das lateinische Wort „Unitas“ bedeutet „Einheit“.

Die traditionellen christlichen Kirchen betrachten Gott als Dreieinigkeit (Trinität) von Gott-Vater, Gott-Sohn und Heiligem Geist. Daran änderte sich durch die Reformation nichts, denn selbst Martin Luther hielt an diesem Dogma fest. Es gab aber bereits in dieser Zeit Kritiker, die das vorgegebene dreigeteilte Gottesbild ablehnten und Gott als den „Einen“ ansahen. Aus der lateinischen Bezeichnung für diese Andersdenkenden entstand schließlich der Name „Unitarier“.

Für die heutigen Deutschen Unitarier geht die „Einheit“ weit darüber hinaus. Sie glauben an die Untrennbarkeit von „Gott“ und „Welt“. (Der Glaube, dass Gott oder das Göttliche mit allem, was ist, eine untrennbare Einheit bildet, wird auch als Pantheismus bezeichnet.) Auch eine Teilung der Welt in ein „Diesseits“ und ein „Jenseits“ ist für die Unitarier unvorstellbar.

Es gibt seit ca. 2005 eine intensive Diskussion über eine Namensänderung der Deutschen Unitarier, dabei geht es allerdings nicht um den Begriff „Unitarier“, sondern um die Streichung des Wörter „Deutsche“ und/oder „Religionsgemeinschaft“ oder die Umbenennung in „Humanistische Unitarier“.

Geschichte

Die geistesgeschichtlichen Wurzeln der Unitarier gehen zurück auf Strömungen gegen das Dogma der Dreifaltigkeit in der Reformationszeit, auf den Pantheismus des 17. Jahrhunderts und auf die Aufklärung des 18. Jahrhunderts.

Die ersten Unitarier fanden sich im heutigen Rumänien zusammen. Vor der Verfolgung aufgrund ihrer Religion flohen viele, z.B. nach Polen oder nach Amerika.

Ähnliche Glaubensgemeinschaften entwickelten sich auch unabhängig von der europäischen Entwicklung in anderen Ländern und zu anderen Zeiten.

Die Deutschen Unitarier entstanden aus der „Religionsgemeinschaft freier Protestanten“, die sich 1876 in Rheinhessen gründete.

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