Caritas-Legende: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Athpedia
Wechseln zu:Navigation, Suche
K
 
Zeile 1: Zeile 1:
Von [[Horst Herrmann]] 1993 geprägte Bezeichnung (Sammelbegriff) für die Tatsache, dass die sogenannte christliche Nächstenliebe weder genuin christlich ist noch in Deutschland aus spezifisch kirchlichen Mitteln finanziert wird.
+
'''Caritas-Legende''' ist eine von [[Horst Herrmann]] 1993 geprägte Bezeichnung (Sammelbegriff) für die Tatsache, dass die sogenannte christliche Nächstenliebe weder genuin christlich ist, noch in Deutschland aus spezifisch kirchlichen Mitteln finanziert wird.
 
 
Diakonie und Caritas haben die Kirchen weder in die Welt getragen noch auf Erden etabliert. Wer dies immer noch glaubt, kennt weder die Geschichte menschlicher Ethik noch die spezielle Blutgeschichte der Kirchen.
 
 
 
Caritas, eine milliardenschwere Mogelpackung, ist längst zu einer Art Vorsorgeunternehmen für die eigene Seligkeit der Christen geworden - und wird nachweislich zum geringsten Teil von den Kirchen selbst finanziert.
 
 
 
Kirchenamtliche Diakonie stellt im Übrigen weithin eine besondere Form gnädiger Zuwendung von oben nach unten dar. Mit grundsätzlicher und praktischer sozialer Solidarität hat sie nur selten zu schaffen.
 
 
 
Weithin übersehen wird, dass sich "Caritas" nicht mit Tarifverträgen zu vertragen scheint und der sogenannte "Dritte Weg" vor allem dazu dient, ein spezifisch kirchliches Arbeitsrecht zu stabilisieren, das beispielsweise Gewerkschaften und Streiks von Vornherein ausschließt.
 
  
 +
Diakonie und Caritas haben die Kirchen weder in die Welt getragen noch auf Erden etabliert. Wer dies immer noch glaubt, kennt weder die Geschichte menschlicher Ethik noch die spezielle Blutgeschichte der Kirchen. Die Caritas ist längst zu einer Art Vorsorgeunternehmen für die eigene Seligkeit der Christen geworden - und wird nachweislich zum geringsten Teil von den Kirchen selbst finanziert. Kirchenamtliche Diakonie stellt im Übrigen weithin eine besondere Form gnädiger Zuwendung von oben nach unten dar. Mit grundsätzlicher und praktischer sozialer Solidarität hat sie nur selten zu schaffen. Weithin übersehen wird, dass sich die Caritas nicht mit Tarifverträgen zu vertragen scheint und der sogenannte "Dritte Weg" vor allem dazu dient, ein spezifisch kirchliches Arbeitsrecht zu stabilisieren, das beispielsweise Gewerkschaften und Streiks von Vornherein ausschließt.
  
 
== Literatur ==
 
== Literatur ==
  
[[Carsten Frerk]]: Violettbuch Kirchenfinanzen. Wie der Staat die Kirchen finanziert Aschaffenburg 2010.
+
*[[Carsten Frerk]]: Violettbuch Kirchenfinanzen. Wie der Staat die Kirchen finanziert Aschaffenburg 2010.
 
+
*[[Carsten Frerk]]: Caritas und Diakonie in Deutschland, Aschaffenburg 2005.
[[Carsten Frerk]]: Caritas und Diakonie in Deutschland, Aschaffenburg 2005.
+
*[[Horst Herrmann]]: Die Caritas-Legende. Wie die Kirchen die Nächstenliebe vermarkten, Hamburg 1993.
 
+
*[[Horst Herrmann]] Die Kirche und unser Geld. Daten-Fakten-Hintergründe, Hamburg 1991.
[[Horst Herrmann]]: Die Caritas-Legende. Wie die Kirchen die Nächstenliebe vermarkten, Hamburg 1993.
 
 
 
[[Horst Herrmann]] Die Kirche und unser Geld. Daten-Fakten-Hintergründe, Hamburg 1991.
 

Aktuelle Version vom 6. April 2013, 18:10 Uhr

Caritas-Legende ist eine von Horst Herrmann 1993 geprägte Bezeichnung (Sammelbegriff) für die Tatsache, dass die sogenannte christliche Nächstenliebe weder genuin christlich ist, noch in Deutschland aus spezifisch kirchlichen Mitteln finanziert wird.

Diakonie und Caritas haben die Kirchen weder in die Welt getragen noch auf Erden etabliert. Wer dies immer noch glaubt, kennt weder die Geschichte menschlicher Ethik noch die spezielle Blutgeschichte der Kirchen. Die Caritas ist längst zu einer Art Vorsorgeunternehmen für die eigene Seligkeit der Christen geworden - und wird nachweislich zum geringsten Teil von den Kirchen selbst finanziert. Kirchenamtliche Diakonie stellt im Übrigen weithin eine besondere Form gnädiger Zuwendung von oben nach unten dar. Mit grundsätzlicher und praktischer sozialer Solidarität hat sie nur selten zu schaffen. Weithin übersehen wird, dass sich die Caritas nicht mit Tarifverträgen zu vertragen scheint und der sogenannte "Dritte Weg" vor allem dazu dient, ein spezifisch kirchliches Arbeitsrecht zu stabilisieren, das beispielsweise Gewerkschaften und Streiks von Vornherein ausschließt.

Literatur

  • Carsten Frerk: Violettbuch Kirchenfinanzen. Wie der Staat die Kirchen finanziert Aschaffenburg 2010.
  • Carsten Frerk: Caritas und Diakonie in Deutschland, Aschaffenburg 2005.
  • Horst Herrmann: Die Caritas-Legende. Wie die Kirchen die Nächstenliebe vermarkten, Hamburg 1993.
  • Horst Herrmann Die Kirche und unser Geld. Daten-Fakten-Hintergründe, Hamburg 1991.