Bibelcode: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Bibelcodes''', auch bekannt als '''Bibelkodex''' oder '''[[Torah]]-[[Code]]s''' sind aus den [[Buchstabe]]n des [[Bibel]][[text]]es nach meist mathematischen Regeln zusammengesetzte Wörter, Sätze und Satzgruppen, von denen einige [[Zahlenmystik|Zahlenmystiker]] annehmen, sie trügen eine verdeckte Bedeutung und seien absichtlich [[Verschlüsselung|verschlüsselt]]. Dieser These wird von vielen [[Mathematik]]ern und anderen [[Wissenschaft]]lern sowie von [[Kirche (Organisation)|Kirchen]] und [[Religion|religiösen]] Gruppen widersprochen. Die Erforschung der Bibelcodes nutzt Methoden der [[Mathematik]], insbesondere der angewandten [[Statistik]], mögliche Deutungen dagegen gehören in den Bereich der [[Pseudowissenschaft]]en.
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'''Bibelcodes''', auch bekannt als '''Bibelkodex''' oder '''[[Torah]]-[[Code]]s''' sind aus den Buchstaben des [[Bibel]]textes nach meist mathematischen Regeln zusammengesetzte Wörter, Sätze und Satzgruppen, von denen einige [[Zahlenmystik|Zahlenmystiker]] annehmen, sie trügen eine verdeckte Bedeutung und seien absichtlich [[Verschlüsselung|verschlüsselt]]. Dieser These wird von vielen Mathematikern und anderen [[Wissenschaft]]lern sowie von [[Kirche (Organisation)|Kirchen]] und [[Religion|religiösen]] Gruppen widersprochen. Die Erforschung der Bibelcodes nutzt Methoden der Mathematik, insbesondere der angewandten Statistik, mögliche Deutungen dagegen gehören in den Bereich der [[Pseudowissenschaft]]en.
  
Unter der Bezeichnung ''Bibelcodes'' versteht man heute im allgemeinen die Anordnung der [[Buchstabe]]n des Bibeltextes (ausgenommen [[Leerzeichen]]) in einem rechteckigen Kasten in welcher vergleichbar einem Suchrätsel in [[Kreuzworträtsel]]-Magazinen (gezielten) nach [[Stichwort|Stichwörtern]] gesucht wird. In heutiger Zeit wird eine solche Codierung dem Gebiet der [[Steganografie]] zugeordnet, allerdings lässt sich für die behaupteten Bibelcodes weder ein „Generalschlüssel“ noch eine [[Systematik]] oder ein [[Schema]] bestimmen, mit dem sich Informationen gezielt auffinden lassen würden. <!-- Historische Belege für die Anwendung der Methode über die behaupteten Funde im Text hinaus gibt es ebenso nicht. -->
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Unter der Bezeichnung ''Bibelcodes'' versteht man heute im allgemeinen die Anordnung der Buchstaben des Bibeltextes (ausgenommen Leerzeichen) in einem rechteckigen Kasten in welcher vergleichbar einem Suchrätsel in Kreuzworträtsel-Magazinen (gezielten) nach Stichwörtern gesucht wird. In heutiger Zeit wird eine solche Codierung dem Gebiet der Steganografie zugeordnet, allerdings lässt sich für die behaupteten Bibelcodes weder ein „Generalschlüssel“ noch eine Systematik oder ein Schema bestimmen, mit dem sich Informationen gezielt auffinden lassen würden. <!-- Historische Belege für die Anwendung der Methode über die behaupteten Funde im Text hinaus gibt es ebenso nicht. -->
  
Kritiker führen an, dass mit einer wahlfreien Spaltenbreite des Schemas (in diesem Fall mehrere tausend Buchstaben, nur mittels [[Computer]] lösbar) gepaart mit der [[Hebräisches Alphabet |hebräischen Schrift]], die nur [[Konsonant|Mitlaute]], aber keine [[Vokal|Selbstlaute]] kennt, eine große Zahl von Treffern in Form von Worten mit hoher Wahrscheinlichkeit gegeben ist. Durch einige phonetisch austauschbare Buchstaben des Hebräischen wird die effektive Zahl von Buchstaben und deren Kombinationen reduziert und somit die Wahrscheinlichkeit von Treffern weiter erhöht.
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Kritiker führen an, dass mit einer wahlfreien Spaltenbreite des Schemas (in diesem Fall mehrere tausend Buchstaben, nur mittels Computer lösbar) gepaart mit der [[Hebräisches Alphabet |hebräischen Schrift]], die nur Mitlaute, aber keine Selbstlaute kennt, eine große Zahl von Treffern in Form von Worten mit hoher Wahrscheinlichkeit gegeben ist. Durch einige phonetisch austauschbare Buchstaben des Hebräischen wird die effektive Zahl von Buchstaben und deren Kombinationen reduziert und somit die Wahrscheinlichkeit von Treffern weiter erhöht.
  
 
== Ist in religiösen Schriften ein Code verborgen? ==
 
== Ist in religiösen Schriften ein Code verborgen? ==
  
[[1997]] behauptete der [[USA|US-amerikanische]] [[Journalist]] [[Michael Drosnin]], der hebräische Originaltext der Bibel enthalte eine verborgene Ankündigung der Ermordung des [[Israel |israelischen]] Ministerpräsidenten [[Yitzhak Rabin]] im Jahr [[1995]]. Drosnin schrieb, er hätte vor dem Attentat vergeblich versucht, Yitzhak Rabin zu warnen.  
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1997 behauptete der US-amerikanische Journalist Michael Drosnin, der hebräische Originaltext der Bibel enthalte eine verborgene Ankündigung der Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin im Jahr 1995. Drosnin schrieb, er hätte vor dem Attentat vergeblich versucht, Yitzhak Rabin zu warnen.  
  
Später erschienen weitere Veröffentlichungen, in denen Drosnin behauptete, dass der Thora ein verborgener Code eingeschrieben sei, der ihre göttliche [[Inspiration]] beweisen könnte. Außerdem seien allerlei weltgeschichtliche Ereignisse – von Hitlers [[Holocaust]] bis hin zum [[Krieg von Harmagedon]] – im Text der [[Thora]] versteckt.
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Später erschienen weitere Veröffentlichungen, in denen Drosnin behauptete, dass der Thora ein verborgener Code eingeschrieben sei, der ihre göttliche [[Inspiration]] beweisen könnte. Außerdem seien allerlei weltgeschichtliche Ereignisse – von Hitlers Holocaust bis hin zum [[Krieg von Harmagedon]] – im Text der [[Thora]] versteckt.
  
 
Die Idee, im Text der Thora einen verborgenen Code zu suchen, ist eine Idee der [[Kabbala]], einer im [[Mittelalter]] entstandenen [[Mystik|mystischen]] Bewegung. Demnach sei die einfache Bedeutung des Textes der hebräischen Bibel nicht seine wahre Bedeutung, vielmehr habe [[Gott]] jeden Buchstaben als Symbol benutzt, um jenen, die sie zu deuten wüssten, eine erhabenere Wahrheit zu enthüllen.  
 
Die Idee, im Text der Thora einen verborgenen Code zu suchen, ist eine Idee der [[Kabbala]], einer im [[Mittelalter]] entstandenen [[Mystik|mystischen]] Bewegung. Demnach sei die einfache Bedeutung des Textes der hebräischen Bibel nicht seine wahre Bedeutung, vielmehr habe [[Gott]] jeden Buchstaben als Symbol benutzt, um jenen, die sie zu deuten wüssten, eine erhabenere Wahrheit zu enthüllen.  
  
Der kabbalistische [[Rabbi]] [[Bachya Ben Asher]] von [[Saragossa]] in [[Spanien]] schrieb bereits im [[13. Jahrhundert]], er habe in Intervallen von 42 Buchstaben in einem Abschnitt der [[1._Buch_Mose|Genesis]] ein Geheimnis entdeckt. Diese Methode benutzte auch Drosnin – allerdings mit Mitteln des Computerzeitalters. Dazu angeregt wurde er im August [[1994]] durch einen Artikel in der Zeitschrift ''Statistical Science''. Diese meldete, [[Eliyahu Rips]] von der [[Hebräische Universität von Jerusalem|Hebräischen Universität Jerusalem]] habe gemeinsam mit Kollegen im hebräischen Text der Genesis nach Löschung der Wortzwischenräume und durch Überspringen von Buchstaben in stets gleichen Intervallen die Namen 34 berühmter Rabbis gefunden – samt Geburtstag- oder Sterbedatum unweit der Namen. Da dies statistisch gesehen kein Zufall sein könne, beweise dies, dass göttlich inspirierte Informationen vor Jahrtausenden als „Bibelcode“ verborgen wurden.
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Der kabbalistische [[Rabbi]] [[Bachya Ben Asher]] von Saragossa in Spanien schrieb bereits im 13. Jahrhundert, er habe in Intervallen von 42 Buchstaben in einem Abschnitt der [[1._Buch_Mose|Genesis]] ein Geheimnis entdeckt. Diese Methode benutzte auch Drosnin – allerdings mit Mitteln des Computerzeitalters. Dazu angeregt wurde er im August 1994 durch einen Artikel in der Zeitschrift ''Statistical Science''. Diese meldete, Eliyahu Rips von der Hebräischen Universität Jerusalem habe gemeinsam mit Kollegen im hebräischen Text der Genesis nach Löschung der Wortzwischenräume und durch Überspringen von Buchstaben in stets gleichen Intervallen die Namen 34 berühmter Rabbis gefunden – samt Geburtstag- oder Sterbedatum unweit der Namen. Da dies statistisch gesehen kein Zufall sein könne, beweise dies, dass göttlich inspirierte Informationen vor Jahrtausenden als „Bibelcode“ verborgen wurden.
  
Mit dieser Methode untersuchte auch Drosnin die Thora. Dabei habe er den Namen „Yitzhak Rabin“ in Intervallen von 4.772 Buchstaben gefunden. Nachdem er den Thoratext in Zeilen von je 4.772 Buchstaben anordnete, kreuzte sich Rabins Name (vertikal gelesen) mit dem Text von 5. Mose 4:42 (horizontal). Ihn übersetzte Drosnin mit: „Mörder, der morden wird“. Hierbei geht es um einen Totschläger, der „unversehens“ (unerwartet, jäh, nicht: unabsichtlich!) tötete. Darum wurde Drosnin vorgeworfen, auf diese Art sei jedes Ereignis zu prophezeien. Drosnin meinte dagegen, er werde sich überzeugen lassen, wenn es seinen Gegnern gelänge, auch in [[Moby Dick]] Hinweise auf einen Ministerpräsidenten und seine Ermordung zu finden.
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Mit dieser Methode untersuchte auch Drosnin die Thora. Dabei habe er den Namen „Yitzhak Rabin“ in Intervallen von 4.772 Buchstaben gefunden. Nachdem er den Thoratext in Zeilen von je 4.772 Buchstaben anordnete, kreuzte sich Rabins Name (vertikal gelesen) mit dem Text von 5. Mose 4:42 (horizontal). Ihn übersetzte Drosnin mit: „Mörder, der morden wird“. Hierbei geht es um einen Totschläger, der „unversehens“ (unerwartet, jäh, nicht: unabsichtlich!) tötete. Darum wurde Drosnin vorgeworfen, auf diese Art sei jedes Ereignis zu prophezeien. Drosnin meinte dagegen, er werde sich überzeugen lassen, wenn es seinen Gegnern gelänge, auch in Moby Dick Hinweise auf einen Ministerpräsidenten und seine Ermordung zu finden.
  
 
== Ein Beweis göttlicher Inspiration? ==
 
== Ein Beweis göttlicher Inspiration? ==
  
Professor [[Brendan McKay]] von der Nationaluniversität [[Australien]]s untersuchte daraufhin den englischen Text von Moby Dick. Drosnins Methode führte zu „Ankündigungen“ der Ermordung von [[Indira Gandhi]], [[Martin Luther King]], [[John F. Kennedy]], [[Abraham Lincoln]] und weiterer Personen – nicht zuletzt: [[Yitzhak Rabin]].
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Professor Brendan McKay von der Nationaluniversität Australiens untersuchte daraufhin den englischen Text von Moby Dick. Drosnins Methode führte zu „Ankündigungen“ der Ermordung von Indira Gandhi, [[Martin Luther King]], John F. Kennedy, Abraham Lincoln und weiterer Personen – nicht zuletzt: Yitzhak Rabin.
 
McKays Vorwurf lautete, auf diese Weise finde man keine inspirierte verschlüsselte Botschaft, sondern eben die Daten, die man nach eigenem Ermessen vorab wählte.
 
McKays Vorwurf lautete, auf diese Weise finde man keine inspirierte verschlüsselte Botschaft, sondern eben die Daten, die man nach eigenem Ermessen vorab wählte.
  
Interessierte Forscher gingen sogar noch weiter und untersuchten auch kurze Texte. Eine wahlfrei herausgegriffene, aktuelle Pressemitteilung der Firma [[Microsoft]] lieferte bei Untersuchung mit den vorhandenen Computerwerkzeugen innerhalb weniger Minuten Bezüge zum Zeitgeschehen, namentlich zum [[Gerichtsprozess|Prozess]] um [[Orenthal James Simpson|O. J. Simpson]] und zum [[Boxen|Box-Kampf]] zwischen [[Mike Tyson]] und [[Evander Holyfield]], bei dem letzterem ein Ohr teilweise abgebissen wurde. So fanden sich die Zeichen „ojdidit“ (''O. J. hat es getan''), „ear“ (''Ohr'') sowie der Name des verletzten [[Kontrahent]]en in sich überschneidenden oder zumindest nahestehenden Bereichen des Textkastens.
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Interessierte Forscher gingen sogar noch weiter und untersuchten auch kurze Texte. Eine wahlfrei herausgegriffene, aktuelle Pressemitteilung der Firma Microsoft lieferte bei Untersuchung mit den vorhandenen Computerwerkzeugen innerhalb weniger Minuten Bezüge zum Zeitgeschehen, namentlich zum Prozess um O. J. Simpson und zum Box-Kampf zwischen Mike Tyson und Evander Holyfield, bei dem letzterem ein Ohr teilweise abgebissen wurde. So fanden sich die Zeichen „ojdidit“ (''O. J. hat es getan''), „ear“ (''Ohr'') sowie der Name des verletzten Kontrahenten in sich überschneidenden oder zumindest nahestehenden Bereichen des Textkastens.
  
Auch die Behauptung, codierte Botschaften seien absichtlich im hebräischen Urtext verborgen worden, ist strittig. Drosnins Aussage, nach der „alle heute in der hebräischen Originalsprache vorhandenen Bibeln Buchstabe für Buchstabe identisch sind“, ist falsch. Es ist zwar erstaunlich, dass der Bibeltext über [[Jahrtausend]]e bewahrt wurde, ohne dass sinngemäße Unterschiede bestehen, jedoch sind die einzelnen erhaltenen Handschriften nicht Buchstabe für Buchstabe identisch.
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Auch die Behauptung, codierte Botschaften seien absichtlich im hebräischen Urtext verborgen worden, ist strittig. Drosnins Aussage, nach der „alle heute in der hebräischen Originalsprache vorhandenen Bibeln Buchstabe für Buchstabe identisch sind“, ist falsch. Es ist zwar erstaunlich, dass der Bibeltext über Jahrtausende bewahrt wurde, ohne dass sinngemäße Unterschiede bestehen, jedoch sind die einzelnen erhaltenen Handschriften nicht Buchstabe für Buchstabe identisch.
  
Die älteste vollständige hebräische Handschrift ist der [[Codex Leningradensis]]. Er wurde um [[1000|1000 n. Chr.]] angefertigt und ist Basis der meisten heutigen hebräischen Bibelübersetzungen. Rips und Drosnin benutzten jedoch den Text von [[Hanns Koren|Koren]]. Der Codex Leningradensis weicht von der Koren-Ausgabe ab – allein im [[5. Buch Mose|Deuteronomium]] um 41 Buchstaben. Die Schriftrollen vom [[Totes Meer|Toten Meer]] enthalten Bibeltexte, die vor über 2000 Jahren abgeschrieben wurden. Nicht deren sinngemäße Aussage, jedoch die Anordnung der Buchstaben weicht vom ''Codex Leningradensis'' noch weitgehender ab. In manchen Buchrollen wurden häufig Buchstaben hinzugefügt, um Vokale anzuzeigen, da Vokalpunkte damals noch nicht geschrieben wurden  
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Die älteste vollständige hebräische Handschrift ist der [[Codex Leningradensis]]. Er wurde um 1000 n. Chr. angefertigt und ist Basis der meisten heutigen hebräischen Bibelübersetzungen. Rips und Drosnin benutzten jedoch den Text von Koren. Der Codex Leningradensis weicht von der Koren-Ausgabe ab – allein im Deuteronomium um 41 Buchstaben. Die Schriftrollen vom Toten Meer enthalten Bibeltexte, die vor über 2000 Jahren abgeschrieben wurden. Nicht deren sinngemäße Aussage, jedoch die Anordnung der Buchstaben weicht vom ''Codex Leningradensis'' noch weitgehender ab. In manchen Buchrollen wurden häufig Buchstaben hinzugefügt, um Vokale anzuzeigen, da Vokalpunkte damals noch nicht geschrieben wurden  
 
(die hebräische Schrift enthält keine Vokale; diese werden vom Leser je nach Zusammenhang ergänzt).   
 
(die hebräische Schrift enthält keine Vokale; diese werden vom Leser je nach Zusammenhang ergänzt).   
 
Ein einziger geänderter Buchstabe würde die Buchstabenfolge samt der entstehenden Aussage komplett ändern, so sie denn vorhanden wäre.
 
Ein einziger geänderter Buchstabe würde die Buchstabenfolge samt der entstehenden Aussage komplett ändern, so sie denn vorhanden wäre.
  
Der Bibelcode soll - so der englische Professor für Mathematik an der Universität von Oxford und Schriftsteller Marcus du Sautoy in seinem Buch "Musik der Primzahlen - Auf den Spuren des größten Rätsels der Mathematik" (C.H.Beck, München, 2004, ISBN 3-406-52320-X, S. 332) inzwischen durch Professor [[Persi Diaconis]] (Professor für Mathematik der Stanford- Universität, geb. 31.1.1945) widerlegt worden sein. Eine populäre Darstellung dieser Widerlegung ist derzeit nicht bekannt.
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Der Bibelcode soll - so der englische Professor für Mathematik an der Universität von Oxford und Schriftsteller Marcus du Sautoy in seinem Buch "Musik der Primzahlen - Auf den Spuren des größten Rätsels der Mathematik" (C.H.Beck, München, 2004, ISBN 3-406-52320-X, S. 332) inzwischen durch Professor Persi Diaconis (Professor für Mathematik der Stanford- Universität, geb. 31.1.1945) widerlegt worden sein. Eine populäre Darstellung dieser Widerlegung ist derzeit nicht bekannt.
  
 
== Anmerkungen zu den Originalexperimenten ==
 
== Anmerkungen zu den Originalexperimenten ==
  
Der eigentliche Entdecker signifikanter Abweichungen von der statistischen Verteilungswahrscheinlichkeit bestimmter „codierter“ Wortkombinationen in der Torah ist der Physiker [[Doron Witztum]]. Die von ihm, [[Yoav Rosenberg]] und dem von Drosnin fälschlich als „Entdecker des Bibelcodes“ dargestellten Rips durchgeführten Experimente erfolgten laut eigener Aussage der Beteiligten auf streng wissenschaftlicher Grundlage.
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Der eigentliche Entdecker signifikanter Abweichungen von der statistischen Verteilungswahrscheinlichkeit bestimmter „codierter“ Wortkombinationen in der Torah ist der Physiker Doron Witztum. Die von ihm, Yoav Rosenberg und dem von Drosnin fälschlich als „Entdecker des Bibelcodes“ dargestellten Rips durchgeführten Experimente erfolgten laut eigener Aussage der Beteiligten auf streng wissenschaftlicher Grundlage.
  
 
Um die Ergebnisse abzusichern, verwandte Rips mehrere statistische Prüfverfahren mit Vergleichstexten sowie mit zufällig erzeugten Neuanordnungen des Originaltextes. Laut Witztum traten bei keinem anderen Text statistisch so signifikante Abweichungen auf wie im Originaltext.
 
Um die Ergebnisse abzusichern, verwandte Rips mehrere statistische Prüfverfahren mit Vergleichstexten sowie mit zufällig erzeugten Neuanordnungen des Originaltextes. Laut Witztum traten bei keinem anderen Text statistisch so signifikante Abweichungen auf wie im Originaltext.

Version vom 17. Dezember 2007, 23:07 Uhr

Bibelcodes, auch bekannt als Bibelkodex oder Torah-Codes sind aus den Buchstaben des Bibeltextes nach meist mathematischen Regeln zusammengesetzte Wörter, Sätze und Satzgruppen, von denen einige Zahlenmystiker annehmen, sie trügen eine verdeckte Bedeutung und seien absichtlich verschlüsselt. Dieser These wird von vielen Mathematikern und anderen Wissenschaftlern sowie von Kirchen und religiösen Gruppen widersprochen. Die Erforschung der Bibelcodes nutzt Methoden der Mathematik, insbesondere der angewandten Statistik, mögliche Deutungen dagegen gehören in den Bereich der Pseudowissenschaften.

Unter der Bezeichnung Bibelcodes versteht man heute im allgemeinen die Anordnung der Buchstaben des Bibeltextes (ausgenommen Leerzeichen) in einem rechteckigen Kasten in welcher vergleichbar einem Suchrätsel in Kreuzworträtsel-Magazinen (gezielten) nach Stichwörtern gesucht wird. In heutiger Zeit wird eine solche Codierung dem Gebiet der Steganografie zugeordnet, allerdings lässt sich für die behaupteten Bibelcodes weder ein „Generalschlüssel“ noch eine Systematik oder ein Schema bestimmen, mit dem sich Informationen gezielt auffinden lassen würden.

Kritiker führen an, dass mit einer wahlfreien Spaltenbreite des Schemas (in diesem Fall mehrere tausend Buchstaben, nur mittels Computer lösbar) gepaart mit der hebräischen Schrift, die nur Mitlaute, aber keine Selbstlaute kennt, eine große Zahl von Treffern in Form von Worten mit hoher Wahrscheinlichkeit gegeben ist. Durch einige phonetisch austauschbare Buchstaben des Hebräischen wird die effektive Zahl von Buchstaben und deren Kombinationen reduziert und somit die Wahrscheinlichkeit von Treffern weiter erhöht.

Ist in religiösen Schriften ein Code verborgen?

1997 behauptete der US-amerikanische Journalist Michael Drosnin, der hebräische Originaltext der Bibel enthalte eine verborgene Ankündigung der Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin im Jahr 1995. Drosnin schrieb, er hätte vor dem Attentat vergeblich versucht, Yitzhak Rabin zu warnen.

Später erschienen weitere Veröffentlichungen, in denen Drosnin behauptete, dass der Thora ein verborgener Code eingeschrieben sei, der ihre göttliche Inspiration beweisen könnte. Außerdem seien allerlei weltgeschichtliche Ereignisse – von Hitlers Holocaust bis hin zum Krieg von Harmagedon – im Text der Thora versteckt.

Die Idee, im Text der Thora einen verborgenen Code zu suchen, ist eine Idee der Kabbala, einer im Mittelalter entstandenen mystischen Bewegung. Demnach sei die einfache Bedeutung des Textes der hebräischen Bibel nicht seine wahre Bedeutung, vielmehr habe Gott jeden Buchstaben als Symbol benutzt, um jenen, die sie zu deuten wüssten, eine erhabenere Wahrheit zu enthüllen.

Der kabbalistische Rabbi Bachya Ben Asher von Saragossa in Spanien schrieb bereits im 13. Jahrhundert, er habe in Intervallen von 42 Buchstaben in einem Abschnitt der Genesis ein Geheimnis entdeckt. Diese Methode benutzte auch Drosnin – allerdings mit Mitteln des Computerzeitalters. Dazu angeregt wurde er im August 1994 durch einen Artikel in der Zeitschrift Statistical Science. Diese meldete, Eliyahu Rips von der Hebräischen Universität Jerusalem habe gemeinsam mit Kollegen im hebräischen Text der Genesis nach Löschung der Wortzwischenräume und durch Überspringen von Buchstaben in stets gleichen Intervallen die Namen 34 berühmter Rabbis gefunden – samt Geburtstag- oder Sterbedatum unweit der Namen. Da dies statistisch gesehen kein Zufall sein könne, beweise dies, dass göttlich inspirierte Informationen vor Jahrtausenden als „Bibelcode“ verborgen wurden.

Mit dieser Methode untersuchte auch Drosnin die Thora. Dabei habe er den Namen „Yitzhak Rabin“ in Intervallen von 4.772 Buchstaben gefunden. Nachdem er den Thoratext in Zeilen von je 4.772 Buchstaben anordnete, kreuzte sich Rabins Name (vertikal gelesen) mit dem Text von 5. Mose 4:42 (horizontal). Ihn übersetzte Drosnin mit: „Mörder, der morden wird“. Hierbei geht es um einen Totschläger, der „unversehens“ (unerwartet, jäh, nicht: unabsichtlich!) tötete. Darum wurde Drosnin vorgeworfen, auf diese Art sei jedes Ereignis zu prophezeien. Drosnin meinte dagegen, er werde sich überzeugen lassen, wenn es seinen Gegnern gelänge, auch in Moby Dick Hinweise auf einen Ministerpräsidenten und seine Ermordung zu finden.

Ein Beweis göttlicher Inspiration?

Professor Brendan McKay von der Nationaluniversität Australiens untersuchte daraufhin den englischen Text von Moby Dick. Drosnins Methode führte zu „Ankündigungen“ der Ermordung von Indira Gandhi, Martin Luther King, John F. Kennedy, Abraham Lincoln und weiterer Personen – nicht zuletzt: Yitzhak Rabin. McKays Vorwurf lautete, auf diese Weise finde man keine inspirierte verschlüsselte Botschaft, sondern eben die Daten, die man nach eigenem Ermessen vorab wählte.

Interessierte Forscher gingen sogar noch weiter und untersuchten auch kurze Texte. Eine wahlfrei herausgegriffene, aktuelle Pressemitteilung der Firma Microsoft lieferte bei Untersuchung mit den vorhandenen Computerwerkzeugen innerhalb weniger Minuten Bezüge zum Zeitgeschehen, namentlich zum Prozess um O. J. Simpson und zum Box-Kampf zwischen Mike Tyson und Evander Holyfield, bei dem letzterem ein Ohr teilweise abgebissen wurde. So fanden sich die Zeichen „ojdidit“ (O. J. hat es getan), „ear“ (Ohr) sowie der Name des verletzten Kontrahenten in sich überschneidenden oder zumindest nahestehenden Bereichen des Textkastens.

Auch die Behauptung, codierte Botschaften seien absichtlich im hebräischen Urtext verborgen worden, ist strittig. Drosnins Aussage, nach der „alle heute in der hebräischen Originalsprache vorhandenen Bibeln Buchstabe für Buchstabe identisch sind“, ist falsch. Es ist zwar erstaunlich, dass der Bibeltext über Jahrtausende bewahrt wurde, ohne dass sinngemäße Unterschiede bestehen, jedoch sind die einzelnen erhaltenen Handschriften nicht Buchstabe für Buchstabe identisch.

Die älteste vollständige hebräische Handschrift ist der Codex Leningradensis. Er wurde um 1000 n. Chr. angefertigt und ist Basis der meisten heutigen hebräischen Bibelübersetzungen. Rips und Drosnin benutzten jedoch den Text von Koren. Der Codex Leningradensis weicht von der Koren-Ausgabe ab – allein im Deuteronomium um 41 Buchstaben. Die Schriftrollen vom Toten Meer enthalten Bibeltexte, die vor über 2000 Jahren abgeschrieben wurden. Nicht deren sinngemäße Aussage, jedoch die Anordnung der Buchstaben weicht vom Codex Leningradensis noch weitgehender ab. In manchen Buchrollen wurden häufig Buchstaben hinzugefügt, um Vokale anzuzeigen, da Vokalpunkte damals noch nicht geschrieben wurden (die hebräische Schrift enthält keine Vokale; diese werden vom Leser je nach Zusammenhang ergänzt). Ein einziger geänderter Buchstabe würde die Buchstabenfolge samt der entstehenden Aussage komplett ändern, so sie denn vorhanden wäre.

Der Bibelcode soll - so der englische Professor für Mathematik an der Universität von Oxford und Schriftsteller Marcus du Sautoy in seinem Buch "Musik der Primzahlen - Auf den Spuren des größten Rätsels der Mathematik" (C.H.Beck, München, 2004, ISBN 3-406-52320-X, S. 332) inzwischen durch Professor Persi Diaconis (Professor für Mathematik der Stanford- Universität, geb. 31.1.1945) widerlegt worden sein. Eine populäre Darstellung dieser Widerlegung ist derzeit nicht bekannt.

Anmerkungen zu den Originalexperimenten

Der eigentliche Entdecker signifikanter Abweichungen von der statistischen Verteilungswahrscheinlichkeit bestimmter „codierter“ Wortkombinationen in der Torah ist der Physiker Doron Witztum. Die von ihm, Yoav Rosenberg und dem von Drosnin fälschlich als „Entdecker des Bibelcodes“ dargestellten Rips durchgeführten Experimente erfolgten laut eigener Aussage der Beteiligten auf streng wissenschaftlicher Grundlage.

Um die Ergebnisse abzusichern, verwandte Rips mehrere statistische Prüfverfahren mit Vergleichstexten sowie mit zufällig erzeugten Neuanordnungen des Originaltextes. Laut Witztum traten bei keinem anderen Text statistisch so signifikante Abweichungen auf wie im Originaltext.

Das treffe auch auf die von den Kritikern wie McKay verwandten Werke zu. Die in „Moby Dick“ gefundenen Zusammenhänge seien ein Ergebnis gezielter Suche danach und entsprechend gestalteter Sequenzierung des Textes. McKay und andere Kritiker bedienten sich somit der gleichen Beliebigkeit und Unwissenschaftlichkeit, die sie Drosnin zu Recht vorwürfen. Das ergibt Sinn, da sie ja zeigen wollten, dass man mit Drosnins Methoden auch bei anderen Texten fündig wird.

Sowohl Witztum als auch Rips und Rosenberg haben sich nach dem Erscheinen des Buches von Drosnin distanziert, was er verständlicherweise auch im Nachfolgeband ('Bibel Code II') verschweigt. Rips betont ausdrücklich, dass er nie mit dem Journalisten „zusammengearbeitet“ habe. Drosnins Gegner unter den Bibelcode-Befürwortern sagen, ein Ergebnis von Drosnins Tätigkeit sei, dass die weitere ernsthafte Erforschung des realen statistischen Phänomens, das in dieser Art und Häufung ausschließlich in der von Rips benutzten Thoraversion auftrete, wieder unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinde.

Die gleichen Personen bezeichnen Drosnin als Sensationsjournalisten und meinen, er habe mit seinen oberflächlichen und auf Effekthascherei getrimmten „Entdeckungen“ der von ihm propagierten Forschung mehr Schaden zugefügt als ihr zu nutzen. Eine genaue und verständliche Beschreibung der von Rips benutzten Verfahren findet man bei einem der Weblinks unten.

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