Athpedia:Wie schreibe ich gute Artikel

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Version vom 3. Dezember 2006, 12:00 Uhr von Sylvia (Diskussion | Beiträge) (Überschriften und Absätze)
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Auf dieser Seite findest du einige Ratschläge für guten Schreibstil. Wir bitten dich, sie zu beherzigen. Fühle dich nicht beschämt oder angegriffen, wenn dein Artikel grammatikalisch oder stilistisch überarbeitet wird, denn wir alle lernen voneinander und die Athpedianer helfen gerne. Am besten lernt es sich aus Beispielen: Im und auf den Kandidaten für exzellente Artikel zerpflücken und verbessern die Wikipedianer täglich Artikel.

Grundsätze

Vorarbeiten und Recherche

Wenn du einen Artikel neu anlegst, frage dich als erstes, ob er wirklich in eine Enzyklopädie passt. Die Richtlinien „Was Athpedia nicht ist“ liefern hierzu Hinweise. Egal wie schön du sie schreibst: Artikel unterhalb der Relevanzschwelle oder unter ungeeignetem Lemma riskieren, schnell wieder gelöscht zu werden.

Bevor du mit dem Schreiben loslegst, lohnt es sich, ein wenig Zeit in Vorarbeiten zu investieren. Zunächst einmal empfiehlt es sich, herauszufinden, was zum geplanten Thema an Artikeln in der Athpedia schon existiert. Damit vermeidest du, aus Versehen einen Artikel, den es schon gibt, anzulegen. Dabei kann dir die Suchfunktion eine gute Hilfe sein.

Um einen guten Artikel zu schreiben, solltest du über Themen schreiben, von denen du etwas verstehst. Sei selbstkritisch und konzentriere dich auf dein Spezialgebiet. Du benötigst Bücher, Zeitschriften oder gute Webseiten zur Erstellung eines guten Artikels als Quellen.

Verständlichkeit

Die Athpedia ist eine Enzyklopädie und kein Fachbuch und sollte auch für Laien verständlich sein. Wenn das Verständnis eines Themas Spezialwissen erfordert, dann sollte die Einleitung dem Laien ermöglichen, den Gegenstand wenigstens vernünftig einzuordnen.

Fachausdrücke, die nicht allgemein bekannt sind, solltest du so sparsam wie möglich einsetzen. Lässt sich ein Fachausdruck nicht vermeiden, solltest du ihn erklären oder zumindest verlinken. Behandle in diesem Fall die einfacheren Aspekte des Themas möglichst am Anfang und die schwierigeren am Ende des Artikels.

Bei Fremdwörtern lohnt es sich häufig, ihr deutsches Gegenstück aufzuspüren: „Hörsaal“ statt „Auditorium“, „Unterschied“ statt „Differenz“, „herausfinden“ oder „ermitteln“ statt „eruieren“.

Aufbau eines Artikels

Auf Athpedia:Formatvorlagen findest du die formalen Konventionen, die ein guter Artikel beachten sollte. Die folgenden Abschnitte konzentrieren sich auf den Inhalt.

Begriffsdefinition und Einleitung

Der erste Satz sollte den Gegenstand des Artikels (Lemma) definieren. Der Titel des Beitrags wird dabei im ersten Satz in Fettschrift wiederholt. Beispiele:

  • Aszites (von griech. askites „Bauchwassersucht“) ist eine Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle.
  • Als Aszites oder Bauchwassersucht wird in der Medizin eine anomale Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle bezeichnet.

Unmittelbar darauf sollte eine kurze Einleitung mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte des Artikelinhalts folgen. Sie ermöglicht dem Leser einen Überblick über das Thema, ohne dass er unbedingt einen langen Text lesen muss.

Fremdsprachige Lemmata sollten, auch wenn sie bereits in den deutschen Sprachgebrauch übergegangen sind, übersetzt werden.

Überschriften und Absätze

Anschließend beginnt der Hauptteil des Artikels, der ab hier mit Überschriften gegliedert werden kann. Da das Inhaltsverzeichnis ab drei Überschriften automatisch angelegt wird, beginnt es unmittelbar nach der Einleitung. Damit ein Artikel gut lesbar wird und die Leute beim Lesen tatsächlich dabei bleiben, helfen gliedernde Zwischenüberschriften. Übertreibe es damit jedoch nicht: einzelne Sätze rechtfertigen keine eigene Überschrift!

Formuliere Überschriften kurz und prägnant und vermeide Wiederholungen; ganze Sätze, besonders Frage- oder Ausrufesätze als Überschrift untergraben enzyklopädischen Stil. Überschriften sollten grundsätzlich keine Links enthalten. Doppelpunkte und Bindestriche sollen ebenfalls vermieden werden.

Ein Absatz gliedert die Gedanken innerhalb eines Themas. Wenn du einen neuen Satz beginnst, der einen ganz neuen Gedanken einbringt, den alten aber nicht weiterführt, dann musst du davor einen Absatz einfügen. Falls aber du den Gedanken des letzten Satzes weiterführst, ihn vielleicht ausbaust oder verschärfst, dann darf vor diesem Satz kein Absatz stehen.

Länge eines Artikels

Der Artikel sollte eine dem Thema angemessene Länge haben und nicht zu detailliert sein. Gegebenenfalls lassen sich Teile des Artikels in weiterführende Artikel auslagern. In diesem Fall sollte eine ausführliche Zusammenfassung des ausgelagerten Textes an seine Stelle treten. Bei sehr langen Artikeln zu Städten und Staaten hat es sich bewährt, Abschnitte in so genannten Unterartikeln unterzubringen. So verweist der allgemeine Artikel zu Argentinien am Anfang des Abschnitts Geschichte auf den Unterartikel Geschichte Argentiniens; diesem Verweis folgt ein kompakter Überblick zu diesem Thema im allgemeinen Artikel.

Links

Interne Links sollen zur Verständlichkeit eines Artikels beitragen, sie sollen nur auf Artikel verweisen, die dem Verständnis dienen. Ein Beispiel: Wenn im Artikel Poincaré-Vermutung auf „Mathematik“ verwiesen wird, dann folgt ein Leser vielleicht vor lauter Verzweiflung diesem Link, weil er das Thema zu speziell und schwierig findet. Die Informationen im Mathematik-Artikel helfen ihm aber überhaupt nicht, er wird sich dann eher verkohlt vorkommen, als dass er dir den Link dankt. Mehr dazu auf Verlinken.

Eine kleine, sorgfältig zusammengestellte Auswahl externer Links rundet den Artikel ab. Sie sollten genau wie die Literaturhinweise weiterführende Informationen bieten. Sie stehen in einem eigenen Abschnitt „Weblinks“ am Ende des Artikels, im Text sollten keine externen Links auftauchen. Mehr dazu auf Weblinks.

Literaturhinweise und Quellenangaben

Zu einem guten Artikel gehören selbstverständlich – wie in einem gedruckten Lexikon – auch weiterführende Literaturhinweise, die auf einem möglichst aktuellen Stand zu halten sind, damit sich der Leser weiter in die Materie einarbeiten kann. Dabei ist die vollständige Angabe inklusive der ISBN ein Dienst (vgl. unten stehende Literaturtipps), der allen Beteiligten nur nutzen kann. Eine regelrechte Bibliographie am Ende eines Artikels aufzutürmen ist nach dem Stand der bisherigen internen Diskussionen nicht die Aufgabe der Wikipedia. Ein Verweis auf ein Standardwerk der Forschung oder eine jüngere Publikation erfüllt für den interessierten Leser nahezu denselben Zweck. Längere Literaturlisten sollten kommentiert sein, um dem Leser die Orientierung zu erleichtern. Mehr dazu auf Wikipedia:Literatur.

Für eine Enzyklopädie ist es wichtig, dass sich die Angaben in Artikeln überprüfen lassen. Unter Literatur bzw. Weblinks solltest du deshalb die wichtigsten Quellen, die du für deinen Artikel ausgewertet hast, aufführen. Weniger bedeutsame, aus denen du vielleicht nur ein kurzes Faktum übernommen hast, solltest du auf der Diskussionsseite des Artikels oder in einem eigenen Abschnitt „Quellen“ nennen. Mehr dazu auf Wikipedia:Quellenangaben.

Illustrationen

Passende Illustrationen lockern einen Text auf, riesige Bildergalerien sind auf Wikimedia Commons besser aufgehoben, die Bebilderung eines Artikels in Wikipedia sollte immer dem besseren Verständnis des Gegenstands dienen, nie allein der Zierde. Ein gutes Kriterium dafür ist: Kannst du dich im Text auf das Bild beziehen und etwas Sinnvolles dazu schreiben?

Achte darauf, deine Illustrationen mit einer guten Beschreibung zu versehen. Um Titel, Maler und Entstehungsjahr eines Gemäldes herauszufinden, sollte kein Extra-Klick auf die Bildbeschreibungsseite nötig sein. Mehr dazu auf Wikipedia:Artikel illustrieren.

Für alle verwendeten Bilder sollte bezüglich ihrer Lizenz Klarheit herrschen: Sie sollten unter einer freien Lizenz stehen oder gemeinfrei sein.

Gerade bei geografischen und historischen Themen ist es sinnvoll, Landkarten einzusetzen. So weiß der Leser sehr schnell, wo ein bestimmter Fluss ist oder wo das wichtige Ereignis stattfand.

Stil

Datei:Aliu Amadu Jallo-schmaus.jpg
Aliu Amadu Jallo beim Entwerfen eines Artikels für die Fulfulde-Wikipedia (Mali).

Schreibe in ganzen Sätzen

Voraussetzung eines guten Wikipedia-Artikels sind ganze Sätze; unsere Leser dürfen dabei zu Recht flüssige Formulierungen erwarten. Die Sätze können kurz sein, wichtig ist aber, dass sie eine Aussage enthalten. Aufpassen heißt es hier besonders bei den Verben „sein“ und „haben“ – solche statischen Informationen lassen sich meist in den vorhergehenden oder anschließenden Satz integrieren. „Sie studierte in Heidelberg Theologie. Ihre Lehrer waren X und Y.“ lässt sich bequem umformen in ein eleganteres „Sie studierte bei X und Y in Heidelberg Theologie.“

Verschachtelte Satzkonstruktionen sind meist unnötig und lassen sich mit ein wenig Aufmerksamkeit vermeiden: Statt
Müller-Demasch nahm an der internationalen Seerechtskonferenz von 1909, bei der er ein stark beachtetes Referat über die Eigentumsverhältnisse an Eisbergen hielt, teil.“
sollte der Satz lauten: „… nahm an der internationalen Seerechtskonferenz von 1909 teil, bei der er …“ oder noch besser: „… nahm an der internationalen Seerechtskonferenz von 1909 teil. Er hielt dabei …“.

Zur Sache: Konzentration auf das Wesentliche

Das obige Beispiel lässt sich leicht fortführen: Die „Teilnahme“ Müller-Demaschs kann man voraussetzen, wenn er dort ein Referat hielt, also: „… hielt 1909 auf der internationalen Seerechtskonferenz ein Referat …“ und wenn man die Kernbotschaft des Referat kennt, dann sollte die im Vordergrund stehen, also etwa: „… forderte (behauptete, kritisierte …) 1909 auf der internationalen Seerechtskonferenz …“ reicht völlig!

Hauptsachen in Hauptsätze

Ein Satz sollte nicht zu viele verschiedene Themen berühren, und einem wichtigen Ereignis solltest Du einen eigenen Hauptsatz gönnen. Der Wikipedia-Leser sollte nicht mit zuvielen Informationen in einem Satz konfrontiert werden.

Ein Beispiel für einen überladenen Satz: Prof. Hackenbruch reiste 1888 zur Erforschung des dort vom Aussterben bedrohten Rauschnabelalbatros nach Madagaskar, wo er 1889 starb.

Vermeide Passagen in Klammern oder Anführungszeichen!

Verben an den Anfang

Wer seine Leser erreichen will, der stellt das Prädikat so weit nach vorne wie möglich. Auf dem Boulevard und in der Werbung ist das selbstverständlich, ebenso in der schönen Literatur („morgen soll ich meinen Dienst antreten in diesem Hause“ - Thomas Mann). Dass es in Fachtexten nicht so ist, hat zwei Ursachen: erstens dass Fachtexte den Leser oft gar nicht erreichen sollen (jedenfalls nicht einfach so), und zweitens schlichte Gedankenlosigkeit. Mit der richtigen Stellung kann man auch lange Sätze verständlich machen. Der folgende Satz macht es dem Leser unnötig schwer:

„Beim Speichern deines Beitrags werden die Tilden durch deinen Namen und die Zeit, zu der du deinen Beitrag abgeschickt hast, ersetzt.“

Viel angenehmer zu lesen und zugleich verständlicher wird derselbe Satz in folgender Stellung:

„Beim Speichern deines Beitrags ersetzt die Wiki-Software die Tilden durch deinen Namen und die Zeit, zu der du deinen Beitrag abgeschickt hast.“

Der letzte Satz verlangt selbst von einem geübten Autor einige Überlegung. Das ist das Ideal: der Autor macht es sich schwer, damit der Leser es leicht hat.

Verwende lebendige Verben

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„Das Verbum ist das Rückgrat des Satzes. Wenn man die Handlung in ein Hauptwort zwingt und ein farbloses Zeitwort anleimt, so bricht man dem Satz das Rückgrat.“

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„{{{Umschrift}}}“

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„{{{Übersetzung}}}“

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Ludwig Reiners:

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Ludwig Reiners

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Verben sind die Seele des Satzes. Substantivierte Verben wirken spröde und oft ungenau. Wenn die Texte mit „erfolgt“ und „durchgeführt“ gespickt sind, dann „ung-en“ sie ganz bestimmt auch. So wie hier: „Die Durchführung der Aufführung des Stückes erfolgte durch die Schüler.“ Viel besser: „Die Schüler führten das Stück auf.“ Schau dir nach dem Schreiben die Verben an, die du verwendet hast: Findest du dort nur „haben“, „sein“, „erfolgen“ und ähnliche blasse Verben, geh den Text noch einmal durch. Versuche dabei, den Schatz an Verben, den die deutsche Sprache bietet, auszuschöpfen („sein“ in „sich befinden“ und „können“ in „in der Lage sein“ umwandeln gilt nicht!).

Hast du dann ein schönes, treffendes Verb gefunden, vergewaltige es nicht durch eine Passivkonstruktion. Passivsätze machen einen Artikel steif und langweilig. Beispiel: „Die Ampel wurde von dem Autofahrer übersehen.“ Der Satz in aktiver Form klingt dagegen viel flüssiger und benennt den Handelnden: „Der Autofahrer übersah die Ampel.“

Aufgesplittete Zeitwörter wie "schlagen ... vor" oder "kündigen ... an" sind schwer lesbar und bergen die Gefahr von Missverständnissen. Das zeigt sich in der Verbindung mit Schachtelsätzen. Halte deshalb den Bogen dieser Zeitwörter kurz und splitte Deine Sätze auf! Beispiel: "Die Bürger schlugen Heinrich Müller, dessen Einsatz mehreren Opfern das Leben rettete (deshalb schlugen sie ihn?) für eine Auszeichnung (ach so!) vor". Besser formuliert ist deshalb: Heinrich Müller rettete vielen Opfern das Leben. Deshalb schlugen die Bürger vor, ihn auszuzeichnen.

Wortwahl

Hier nur das Wichtigste in Kürze: Prüfe nach dem Schreiben deinen Text auf überflüssige Bindewörter und Adverbien (aber, auch, nun, dann, doch, wohl, allerdings, eigentlich, jeweils). In der Regel kannst du die Hälfte streichen, ohne den Sinn zu entstellen. Solche Füllwörter verletzen auch leicht den Grundsatz des neutralen Standpunkts.

Anglizismen

Grundsätzlich soll auf die Verwendung von vermeidbaren, im allgemeinen Sprachgebrauch unüblichen Anglizismen (Denglisch) verzichtet werden. Benutze also beispielsweise keine Wörter wie „Event“, „Location“ oder ähnlichen, auch Sätze wie „der Popstar XY signte 1999 einen Plattenvertrag und performte anschließend seine Songs vor einer größeren Audience“ sind schlechter Stil.

Schreibe sachlich, aber nicht dozierend.

Ein Enzyklopädie-Artikel ist kein Vortrag. Formulierungen wie „Bleibt zu erwähnen, dass …“, „… kann nicht behauptet werden“, „… ist zu betonen, dass …“ oder „… ist definitiv falsch.“ haben in einer Enzyklopädie nichts verloren. Sie verletzen auch den Grundsatz des neutralen Standpunkts.

Korrekte Grammatik

Der Artikel sollte grammatisch korrekt sein. Als Stolperfalle erweist sich gerne der Dativ aus der Umgangssprache. So klingt beispielsweise die Form wegen des Gewitters eleganter als die umgangssprachliche Formulierung wegen dem Gewitter. Fremdwörter werden nach den deutschen Grammatikregeln dekliniert. Korrekter Plural von Lady ist Ladys, wohlgemeint und dennoch falsch ist Ladies.

Zeitangaben

Vermeide Angaben wie „im vorigen Jahr“, „letzte Woche“, „vor kurzem“, „derzeit“; Alle zeitlichen Bezüge müssen aus dem Zusammenhang hervorgehen, oder es muss ein klares Datum angegeben werden. Siehe auch Datumskonventionen.

Füge zu sich verändernden Sachverhalten immer den Zeitpunkt hinzu, an dem sie gültig waren. Beispiel: Politiker sind nur ein paar Jahre im Amt. Schreibe also: „Bürgermeister ist Herr Meier (Stand 200x)“. Sonst ist der Artikelinhalt nach der nächsten Wahl falsch. Fremde Leser erkennen nicht, dass der Artikel noch nicht aktualisiert wurde.

Je nach Thema sind in Wikipedia Präsens (Gegenwartsform) oder Präteritum (Vergangenheitsform) angebracht. Wenn du dich für eine Zeitform entschieden hast, wechsle nicht unbegründet zwischen den Zeiten.

Abkürzungen

Die Wikipedia ist kein Kleinanzeigenmarkt, in dem man für Zeichen bezahlen muss – wir haben genug Platz. Verwende daher möglichst keine Abkürzungen. Das gilt auch für die Kürzel von metrischen Einheiten im Fließtext. Den Artikelnamen solltest du grundsätzlich nie abkürzen.

Viele Abkürzungen lassen sich vermeiden: Statt „z. B.“ kann man so auch „beispielsweise“ schreiben, statt „i. d. R.“ auch „meistens“ oder einfach nur „meist“. Das Wort „beziehungsweise“, abgekürzt „bzw.“, das aus der Kanzleisprache stammt, wird meist besser durch „oder“ ersetzt. Falls tatsächlich ein Bezug auf zwei verschiedene Substantive vorliegt, kann man es besser durch „und im anderen Fall“ oder schlicht durch „und“ ausdrücken. Beispiel: „Cervantes und Goethe sind klassische Autoren ihrer Sprache, Spanisch bzw. Deutsch.“ wird besser ausgedrückt durch: „Cervantes und Goethe sind klassische Autoren ihrer Sprache, Spanisch und im anderen Fall Deutsch.“

Organisationsnamen, von denen man nur die abgekürzte Fassung verwendet, solltest du auch abkürzen, am besten mit einer Auflösung der Abkürzung beim ersten Auftreten: statt „Allgemeiner Deutscher Automobil Club“ besser „ADAC“, statt „North Atlantic Treaty Organisation“ „NATO“ oder „BGB“ anstelle von „Bürgerliches Gesetzbuch“.

Zurückhaltung bei Listen

Listen und Tabellen können gelegentlich eine sinnvolle Ergänzung eines Artikels sein, mehr aber auch nicht. Eine Enzyklopädie soll nicht Daten und Fakten aufzählen, sondern Wissen vermitteln und Zusammenhänge erläutern. Bei historischen Artikeln sind deshalb Fragen nach Ursache, Motiv oder Folgen viel wichtiger als zu wissen, wann etwas geschah.

Typografie

Die Grundregel der Typografie ist der Verzicht: Sei sparsam mit Auszeichnungen! Ein Artikel, in dem jedes zweite Wort kursiv oder fett ist, wirkt unruhig und liest sich schlecht. In der Regel sollte nur das Stichwort fett ausgezeichnet werden. Fremdwörter kannst du kursiv setzen. Eine Auszeichnung – also Anführungszeichen, fett oder kursiv – sollte genügen.

Ein beliebter Fehler ist das so genannte „Plenken“. Vor dem Satzzeichen darf nach den Regeln der deutschen Zeichensetzung kein Leerzeichen stehen. Korrekte Anführungszeichen hingegen erfordern zwar den einen oder anderen Klick mehr, sehen aber schlicht schöner aus. Mehr ins Detail geht der dazugehörige Artikel.

Literatur

  • Ludwig Reiners: Stilfibel. Der sichere Weg zum guten Deutsch. dtv, München o. J., ISBN 3-423-30005-1
  • Wolf Schneider: Deutsch für Profis. Goldmann, München 1999, ISBN 3-442-16175-4
  • Wolf Schneider: Deutsch für Kenner. Die neue Stilkunde. Piper, München 1999, ISBN 3-492-22216-1
  • Peter Rechenberg: Technisches Schreiben (nicht nur) für Informatiker. Hanser, München 2003, ISBN 3-446-22472-6
  • Wolfgang Schmale (Hrsg.): Schreib-Guide Geschichte. Schritt für Schritt wissenschaftliches Schreiben lernen. Aus dem Amerikanischen von Birgit Flos. Böhlau Verlag, Wien 1999, ISBN 3-205-99038-2
  • Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache. Die Zwiebelfisch-Kolumnen. KiWi Paperback. Bd 863. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004, ISBN 3-462-03448-0
  • Eduard Engel: Deutsche Stilkunst – antiquarisch zu erhaltendes und grundlegendes Werk, auf das zahlreiche der o.a. Bücher inhaltlich zurückgreifen.

Weblinks