Argument: Unterschied zwischen den Versionen

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*Axel Bühler: ''Einführung in die Logik. Argumentation und Folgerung'' ISBN 3495479058
 
*Axel Bühler: ''Einführung in die Logik. Argumentation und Folgerung'' ISBN 3495479058
*[[Christof Rapp]], Tim Wagner: ''Aristoteles, Topik. Übersetzung, Einleitung und Kommentar, Stuttgart 2004''<br />(Aristoteles liefert hier die erste und sehr einflussreiche Theorie der Argumentation).
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*Christof Rapp, Tim Wagner: ''Aristoteles, Topik. Übersetzung, Einleitung und Kommentar, Stuttgart 2004''<br />(Aristoteles liefert hier die erste und sehr einflussreiche Theorie der Argumentation).
*[[Eike von Savigny]]: ''Grundkurs im logischen Schließen. Übungen zum Selbststudium'' ISBN 3525335024
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*Eike von Savigny: ''Grundkurs im logischen Schließen. Übungen zum Selbststudium'' ISBN 3525335024
 
*Holm Tetens: ''Philosophisches Argumentieren'', München 2004
 
*Holm Tetens: ''Philosophisches Argumentieren'', München 2004
 
*Anne Thomson: ''Argumentieren'' ISBN 3608942025
 
*Anne Thomson: ''Argumentieren'' ISBN 3608942025
* [[Stephen Toulmin]]: ''Der Gebrauch von Argumenten'' ISBN 3895470961
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* Stephen Toulmin: ''Der Gebrauch von Argumenten'' ISBN 3895470961
* [[Chaim Perelman]]: ''Das Reich der Rhetorik'', Beck, München, 1980, ISBN 3406060129
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* Chaim Perelman: ''Das Reich der Rhetorik'', Beck, München, 1980, ISBN 3406060129
* [[Harald Wohlrapp]] (Hrsg.): Wege der Argumentationsforschung. - Stuttgart-Bad Cannstatt : Frommann-Holzboog 1995 ISBN 3772816606
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* Harald Wohlrapp (Hrsg.): Wege der Argumentationsforschung. - Stuttgart-Bad Cannstatt : Frommann-Holzboog 1995 ISBN 3772816606
 
*Hermann Lauer/Richard Geml: Das kleine Verkaufs-Lexikon, Düsseldorf 2000, ISBN 3-87881-156-X
 
*Hermann Lauer/Richard Geml: Das kleine Verkaufs-Lexikon, Düsseldorf 2000, ISBN 3-87881-156-X
 
*Hubert Schleichtert: [http://www.gavagai.de/Buch/HHDB06.htm Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren (oder Anleitung zum subversiven Denken)] ISBN 3-406-51124-4
 
*Hubert Schleichtert: [http://www.gavagai.de/Buch/HHDB06.htm Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren (oder Anleitung zum subversiven Denken)] ISBN 3-406-51124-4

Version vom 17. Mai 2007, 21:46 Uhr

Disambig-dark.png Dieser Artikel behandelt das Argument in Logik, Rhetorik und Kommunikation, weitere Bedeutungen unter Argument (Begriffsklärung)
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Als Argument (v. lat.: argumentum 'Beweisgrund, Beweismittel') wird eine Aussage bezeichnet, die zur Begründung einer anderen Aussage, z.B. einer Schlussfolgerung (der These (Behauptung)) herangezogen wird. Die Darlegung der Argumente zur Untermauerung der These wird als Argumentation bezeichnet. Die logisch korrekte Schlussfolgerung einer Aussage aus anderen (wahren) Aussagen bzw. Argumenten bezeichnet man als Beweis.

In der Wissenschaft wird unter Argument auch eine Menge von verknüpften Aussagen (Prämissen und These) verstanden, wobei die These aus den Prämissen per Konklusion hervorgeht.

Argumente dienen dazu, Mitmenschen von der Richtigkeit oder Fehlerhaftigkeit (siehe: Widerlegung) einer These zu überzeugen und sind deshalb ein wesentliches Mittel im Bereich der Wissenschaft, der Kritik, der Diskussion und des Dialoges. Von der reinen Information unterscheidet sich das Argument dadurch, dass der Redner/Autor zur Information gleich die Bedeutung in Form einer Schlussfolgerung (Konklusion) für den Adressaten anfügt.

Argumentationsgeschichte

Platon

Die historische Rolle der Argumentation lässt sich in Europa auf Platon zurückführen. Er hat den Begriff der Dialektik geprägt und die Grundlage für eine heute noch gültige Argumentationsform im juristischen Bereich mit der Rede vor Gericht gelegt.

Hier hat sich diese Form der Einbeziehung aller Verfahrensbeteiligten durch Einsicht in die Schriftsätze der jeweiligen Gegenseite zur Vorbereitung auf die Argumentation und Beweisführung im Verfahrensrecht mit dem Ziel etabliert, dass Staatsanwalt und Verteidigung in ihren Plädoyers die Argumente der jeweiligen Gegenseite paraphrasieren und selbst ausformulieren, bevor sie ihre eigenen Argumente einbringen.

Die spätere Hochschulausbildung in der Antike sah die Dialektik als Grundvoraussetzung für die Zulassung zum Disput vor. Erst wenn ein Redner vor dem Plenum zunächst die Argumente des Gegners mit eigenen Worten wiedergegeben hatte, bis dieser die Zusammenfassung bejahte (siehe auch Paraphrasierung), war die Gegenrede gestattet. Bei Verstoß gegen diese Regel wurde der Disputant vom Plenum (ähnlich wie in der heutigen europäischen Verfahrensordnung vor Gericht) ausgeschlossen.

Pro und Kontra

-In Bearbeitung- Bei z. B. einer Debatte über ein Thema gibt es zwei Sichtweisen/Meinungen/Perspektiven. Wenn jemand dem Thema der Debatte zustimmt ist er pro. Ist jemand dagegen (also der Gegensatz), so ist er kontra.

Argumentationsaufbau

Linearer Aufbau

Bei einem linearen Aufbau der Argumentation fügen sich die einzelnen Argumente zu einer Argumentationskette zusammen, die dem Beweis der These (Behauptung, Kernaussage) des Redners/Autors dienen soll.

Der lineare Aufbau der Argumentation in Normalform:

Argument, ggf. mit Beispiel(en)
  1. Prämisse(n)
  2. Konklusion (Schlussfolgerung)
weitere Argumente.

Dabei können zuerst die Prämissen dargelegt werden, aus denen sich dann per Konklusion der Beweis der Behauptung ergibt. Die Argumentation kann aber auch in umgekehrter Reihenfolge ablaufen, d. h. zuerst wird die These vorgestellt, dann werden die Argumente dazu erläutert. Dies kann zur Steigerung der Dramatik oder aus taktischen Gründen nützlich sein.

In der Praxis werden im Unterschied zur so genannten Normalform nicht immer alle Prämissen explizit genannt, zum Beispiel wenn sie als bekannt und akzeptiert gelten.

Es existieren auch unterschiedliche Konzepte hinsichtlich der Reihenfolge, in der die Argumente vorgebracht werden: So kann das stärkste Argument am Anfang stehen, um die Aufmerksamkeit des Adressaten zu wecken (Primacy-Effekt), oder auch am Ende, um den bleibenderen Eindruck zu hinterlassen (Recency-Effekt).

Dialektischer Aufbau

Ursprünglich von Platon und Aristoteles als die Kunst der Gesprächsführung bezeichnet, konkludiert die dialektische Argumentation nicht eine oder mehrere Prämissen in gleicher Richtung, sondern verbindet Rede und Gegenrede, also zwei gegensätzliche Sätze miteinander zu einer Synthese. Die aristotelische Theorie der Argumentation liegt in seiner Schrift Topik vor. Das achte Buch dieser Schrift gewährt zudem Einblicke in die dialektischen Argumentationsübungen in der platonischen Akademie.

So sollen kontroverse Themen durch den Vortrag derart behandelt werden können, dass der Gegner sehe, man habe ihn recht verstanden, sei bereit ihm zu folgen und böte sogar einen Kompromiss zu der eigenen, weit entgegengesetzten Stellung am Ende der Rede redlich an.

Praxis der Argumentation

Arthur Schopenhauer

Während in der Wissenschaft und in der (europäischen) Justiz eine streng logische Argumentation (im Sinne von Beweisführung) gefordert wird, werden in anderen Bereichen neben Argumenten auch andere rhetorische Mittel eingesetzt, um bestimmte Ziele zu erreichen, wie Sophismen, also der absichtliche Gebrauch von Fehlschlüssen, der Polemik und der Eristik. Arthur Schopenhauer hat 38 solcher rhetorischen Mittel zusammengestellt, die dazu dienen sollen, Recht zu behalten um des Recht behaltens willen. Sie sind geeignet, eine extrem unsachliche und herabwürdigende Argumentation mit Hilfe der Logik zu führen, wurden von ihm selbst jedoch zeitlebens nicht veröffentlicht. Die dort beschriebenen Argumentationsformen sollen den Redner dazu befähigen, selbst dann Recht zu behalten, wenn er die Unwahrheit sagt. Julius Frauenstedt publizierte 1864 in seinem Nachlassband aus Schopenhauers Notizen diese Eristische Dialektik. In der Politik, aber auch im US-amerikanischen Strafrechtssystem treten an die Stelle von schlüssigen Argumenten häufig überspitzte Formulierungen und/oder persönliche Angriffe, welche die Glaubwürdigkeit des Gegners unterminieren sollen.

Im Laufe der Entwicklung rhetorischer Figuren hat sich die Lehre von der Argumentation auf allgemeine Lebensbereiche erweitert. Da die Wirkung von Argumentation darauf ausgerichtet ist, andere von der eigenen These zu überzeugen, spielt vor allem in der täglichen Praxis die Auswahl und Formulierung der Argumente eine wichtige Rolle. In Bereichen wie Psychotherapie, Sozialarbeit und Verkauf wird als entscheidend angesehen, dass die Argumente verständlich und glaubwürdig formuliert werden und den situativen Kontext sowie Motive, Erfahrungen, Erwartungen und Grundüberzeugungen des Gesprächspartners berücksichtigen.

Typen von Argumenten

Deduktive Argumente

Als deduktiv (oder deduktiv gültig) werden Argumente bezeichnet, bei denen die Konklusion logisch aus den Prämissen folgt, die Konklusion also wahr ist, falls die Prämissen wahr sind.

  • Logisches Nutzwertargument

Das logische Nutzwertargument besteht aus zwei oder mehr Prämissen sowie der logischen Konklusion. Beispiel: Dieses neue Auto verbraucht nur 5 Liter pro 100 Kilometer und sein Tankinhalt beträgt 50 Liter. Das bedeutet, Sie können mit einer Tankfüllung 1.000 Kilometer reisen, ohne unterwegs tanken zu müssen.

  • Vergrößerung

Sie stellt zwei Sätze mathematisch miteinander in bezug. Aus dem rechnerischen Ergebnis wird die Plausibilität einer Ersparnis oder eines Gewinnes dargestellt. Beispiel: Bei Einsparungen von nur 1,7 Cent pro Druckseite sparen Sie bei Ihrer Auflage bereits 20.000 x 1,7 = 340,- Euro im Monat.

  • Verkleinerung

Sie dient der Relativierung möglicher Gegenargumente, z.B. Anschaffungskosten oder laufenden Belastungen. Beispiel: Der Solarkollektor kostet zwar 24.000,- Euro, bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren sind das allerdings nur 100 Euro pro Monat.

  • Schluss vom Allgemeinen auf das Besondere

Diese Schlussfolgerung dient dazu, spezielle Erkenntnisse aus allgemeinen Theorien zu gewinnen. Beispiel: Seit 6.000 Jahren ist Krieg eine der immer wiederkehrenden Strategien zur Sicherstellung knapper Ressourcen. Auch heute beobachten wir knapper werdende Ressourcen. Es wird wieder Krieg geben.

  • Bilanzierung

Die Bilanzierung oder Nutzwertanalyse stellt die Pro-und-Contra-Argumente gegenüber und versieht sie mit einem Gewichtungsfaktor. Die Summation ergibt ein mathematisch eindeutiges Ergebnis.


Indirekte Argumente

Ein Argumentum e contrario untermauert die eigene These mit der Falsifizierung des Gegenteils (indirekter Beweis). Beispiel:Die Gegner der Rechtschreibreform behaupten, dass die Schüler mit den neuen Regeln mehr Fehler machen würden. Neueste Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Fehlerquote seit Einführung um 20 Prozent gesunken ist.

Analogisierende Argumente

Aus einem anderen Bereich als dem strittigen wird ein Sachverhalt auf das diskutierte Problem übertragen. Beispiel: Wenn man Kindern keine Grenzen setzt, verwildern sie. Genauso ist es mit der Sprache.

Induktive Argumente

Induktive Argumente stützen sich auf empirische Beobachtungen und Erfahrungen. Dabei wird von Einzelfällen auf das Allgemeine geschlossen. Es ist zwar rational, die Konklusion für wahr zu halten, wenn alle Prämissen wahr sind, die Konklusion folgt jedoch nicht logisch zwingend, sondern ist nur in gewissem Grade wahrscheinlich (vgl. Induktionsschluss).

Beispiel: Bei allen bisherigen Versuchen, die Rechtschreibung zu reformieren, zeigte sich, dass die Leistungen der Schüler nachließen. Also werden die Leistungen der Schüler bei Einführung der aktuellen Rechtschreibreform wieder nachlassen.

Auch wenn die Aussage „Alle bisherigen Reformen führten zu schlechteren Leistungen“ durch empirische Studien ausnahmslos bestätigt sein sollte, gilt das Argument nur in einem statistisch abgesicherten Rahmen, da ein einziges Gegenbeispiel die Allgemeingültigkeit widerlegen würde.

Fehlschlüsse

Definition

Während deduktive sowie (bedingt) induktive und analogisierende Argumente tatsächlich zum Beweis einer These dienen, handelt es sich bei den so genannten Fehlschlüssen (lat. fallacia, auch: Trugschluss) um keine gültigen Argumente. Es wird zwar aus den Prämissen eine Schlussfolgerung gezogen, diese erfolgt aber nicht nach den Gesetzen der Logik.

Ein logischer Irrtum, dem der Argumentierende erliegt, wird als Paralogismus bezeichnet. Ein mit der Absicht, andere zu täuschen herbeigeführter Fehlschluss wird als Sophismus bezeichnet.

Beispiele

  • Autoritäts-Verweis

Das argumentum ad verecundiam verweist darauf, dass eine Autorität oder eine Gruppe von Autoritäten die Thesen vertritt, auf die sich der Redner/Autor bezieht. Beispiel: Hans H., der bekannte konservative Journalist, meint zu Recht, dass eine Reform der Groß- und Kleinschreibung letztlich den Analphabetismus fördere.

Dazu gehört auch das argumentum ad misericordiam, das sich auf die Negation der Autorität beruft, auf „Menschen wie du und ich“, die gerade als Nicht-Autoritäten besonders kompetent oder glaubwürdig sein sollen. Beispiel: Der Taxifahrer / Die alte Bäuerin in unserem Dorf meint: Früher hatten wir auch keine Rechtschreib-Reform, und wir haben trotzdem alles richtig verstanden.

  • Gesellschaftliche Argumentation

Das Argumentum ad populum ist der Versuch, durch den Verweis auf die wirkliche oder behauptete allgemeine Meinung zu überzeugen. (Die meisten Menschen sind der Auffassung, dass ...)

  • Hypothetisches Argument

Dieses Argument konkludiert angenommene Prämissen mit tatsächlichen. Die Konklusion ergibt kein (notwendig) wahres Urteil, da hierzu die Wahrheit der Prämissen erwiesen sein muss.

  • Ideologisches Argument

Einzelinteressen werden unter Berufung auf Allgemeines (z.B. die Natur, gesellschaftliche Zwänge, das Allgemeinwohl) verschleiert. Beispiel: Es ist doch nur natürlich, wenn man möchte, dass alles beim Alten bleibt.

  • Moralisches Argument

Das moralische Argument (auch ethisches oder normatives Argument) bezieht sich auf allgemein anerkannte ethische oder gesellschaftliche Werte und versucht, eine Aussage in Übereinstimmung oder im Gegensatz befindlich darzustellen. Beispiel: Wir sollten die geltende Groß- und Kleinschreibung nicht aufgeben, da sie einzigartig ist.

  • Nichtwissen

Das Argumentum ad ignorantiam nutzt Nichtwissen als Beweis beziehungsweise in Form des Argumentum e silentio das Schweigen. Beispiel: Niemand hat je ein UFO gesehen, also gibt es keine UFOs.

  • Scheinargument

Als Scheinargumente werden Killerphrasen (umgangssprachlich auch Totschlagsargumente) bezeichnet, die nach Charles Clark inhaltlich nahezu leere Argumente sind, von denen der Disputant annimmt, dass die meisten Diskussionsteilnehmer mit ihnen in der Bewertung übereinstimmen und die vor allem der Ablehnung oder Herabsetzung des Gegenüber dienen. Beispiel: Diese Arbeit macht doch keiner.

  • Scheinkausalität

Hierbei fungieren zwei Ereignisse als Prämissen, aus deren Gleichzeitigkeit (Cum hoc ergo propter hoc: gleichzeitig, also deswegen) bzw. zeitlichen Abfolge (Post hoc ergo propter hoc: danach, also deswegen) ein unbewiesener Kausalzusammenhang konkludiert wird. Zum Beispiel: Eisverkäufe korrelieren stark (und robust) mit Verbrechensraten. Daher verursacht Speiseeis Verbrechen. Dieses Argument ist fehlerhaft, weil es die tatsächliche Erklärung außer Acht lässt, dass es eben die hohen Temperaturen sind, die sowohl die Verbrechensraten als auch die Speiseeisverkäufe unabhängig voneinander erhöhen. Siehe auch Cum hoc ergo propter hoc.

  • Zirkelschluss

Der Zirkelschluss (Circulus vitiosus) begründet eine These mit sich selbst und verstößt damit gegen einen Hauptsatz der klassischen Logik, wonach jede These durch Prämissen begründet sein muss, deren Wahrheit bereits bewiesen ist. Beispiel: Der Apfel fällt vom Baum, weil die Schwerkraft wirkt. Somit erkennt man leicht die Existenz der Schwerkraft, sobald ein Apfel vom Baum gefallen ist. Siehe hierzu auch Pleonasmus und Tautologie).

Argumentationstheorie

Aristoteles

Die Argumentationstheorie beschäftigt sich u.a. mit der Definition und Struktur von Argumenten, der Frage nach deren Gültigkeit und Schlüssigkeit, dem Aufbau der Argumentation sowie der Untersuchung von Argumentationsmodellen.

Gültigkeit von Argumenten

Ein Argument ist gültig, wenn die Wahrheit der Prämissen die Wahrheit der Konklusion mit Notwendigkeit nach sich zieht. Ungültig ist es entsprechend dann, wenn wahre Prämissen und eine falsche Konklusion vorliegen. Die klassische Logik wurde von Aristoteles begründet. Er stellte einen Katalog logischer Schlussfolgerungen (Syllogismen) auf, mit deren Hilfe es möglich ist, Argumente auf ihre Gültigkeit hin zu überprüfen.

Wahrheitstheorien

Bei der Überprüfung einer Argumentation auf Plausibilität wird geklärt, ob die Prämissen wahr oder falsch sind. Eine Wahrheitstheorie legt die Kriterien fest, nach denen eine Aussage als wahr oder falsch oder als unentscheidbar zu klassifizieren ist.

Wichtige Wahrheitstheorien sind die

  • Korrespondenztheorie: eine Aussage ist wahr, wenn sie mit der Realität übereinstimmt.
  • Kohärenztheorie: eine Aussage ist wahr, wenn sie sich widerspruchsfrei in ein System von bereits als wahr akzeptierten Aussagen einbauen lässt.
  • Konsenstheorie: eine Aussage ist wahr, wenn ihr (potenziell unendlich) viele Menschen unter idealen Kommunikationsbedingungen zustimmen würden.
  • pragmatische Wahrheitstheorie: eine Aussage ist wahr, wenn diese nützlich ist für das Erreichen von Zielen.

Zitate

  • Die Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen. (Jean-Jacques Rousseau)
  • Erfolg ersetzt alle Argumente. Schlechte Argumente bekämpft man am besten, indem man ihre Darlegung nicht stört. (Salvador Dalí)
  • Hört man zu, kann man überzeugt werden, und wer sich durch ein Argument überzeugen lässt, ist ein von Grund auf unvernünftiger Mensch. (Oscar Wilde)
  • Man hält einen Aal am Schwanze fester als einen Spötter mit Argumenten. (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Schweigen ist ein Argument, das kaum zu widerlegen ist. (Heinrich Böll)

Literatur

  • Axel Bühler: Einführung in die Logik. Argumentation und Folgerung ISBN 3495479058
  • Christof Rapp, Tim Wagner: Aristoteles, Topik. Übersetzung, Einleitung und Kommentar, Stuttgart 2004
    (Aristoteles liefert hier die erste und sehr einflussreiche Theorie der Argumentation).
  • Eike von Savigny: Grundkurs im logischen Schließen. Übungen zum Selbststudium ISBN 3525335024
  • Holm Tetens: Philosophisches Argumentieren, München 2004
  • Anne Thomson: Argumentieren ISBN 3608942025
  • Stephen Toulmin: Der Gebrauch von Argumenten ISBN 3895470961
  • Chaim Perelman: Das Reich der Rhetorik, Beck, München, 1980, ISBN 3406060129
  • Harald Wohlrapp (Hrsg.): Wege der Argumentationsforschung. - Stuttgart-Bad Cannstatt : Frommann-Holzboog 1995 ISBN 3772816606
  • Hermann Lauer/Richard Geml: Das kleine Verkaufs-Lexikon, Düsseldorf 2000, ISBN 3-87881-156-X
  • Hubert Schleichtert: Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren (oder Anleitung zum subversiven Denken) ISBN 3-406-51124-4
  • Arno Ros. Begründung und Begriff - Wandlungen des Verständnisses begrifflicher Argumentationen. Felix Meiner, Hamburg, 1989/90. (3 Vol.). ISBN 3-7873-0962-4

Weblinks


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